Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    An einem sonnigen Tag, welcher zugleich auch die Kälte der Wintermonate spüren ließ, erreichte eine Sänfte das Tor des Flottenstützpunktes.
    Der Sänfte entstieg Furianus in einen Mantel gehüllt, schließlich spaßte man nicht mit der Kälte und auch der Gesundheit. Ein Sklave trat zu den Soldaten und sprach vor.


    "Der Praefectus Annonae, Lucius Flavius Furianus, bittet den Praefectus Classis um ein Gespräch in dessen Officium."

    Furianus nickte ihr lächelnd zu und ließ den Damen noch etwas Zeit sich vorzubereiten.
    Vor dem Schiff wurden sie schon von zwei Sänften erwartet, welche sie in die Innenstadt trugen - das Schiff blieb ungelöscht am Ankerplatz liegen, denn Furianus konnte sich nicht sicher sein, dass die Villen auch wirklich vollendet sind.


    Der Duumvir dieser schönen Stadt war ihr Ziel.

    Geradewegs vom portus Misenums kommend, entstieg das Paar zweier Sänften und wurden von Sklaven in das richtige Gebäude, den richtigen Flügel und zuletzt auch vor die richtige Tür geführt.
    Sogleich klopfte ein Sklave an und wartete auf Einlass.
    Furianus stand stumm während dessen neben Claudia und verschränkte die Hände hinter dem Rücken - eine Pose, die er in Zeiten des Wartens einzunehmen pflegte.

    "Wenn mich meine Informationen nicht täuschen, so ist jener Strabo kein Freigelassener, sondern ein Peregrinus."


    Kuru bedachte er nochmal diese Person und sein Wissen über Strabo, bevor er fortfuhr.


    "Aber unter den von dir angesprochenen Umständen, Vetter, teile ich deine Meinung. Die Politik Roms sollte von wahren Römern gestaltet werden, denn alles andere entbehrt jeglicher Tradition und Verantwortung gegenüber dem Vaterland."


    Wie schmerzlich Furianus doch den brillanten Cicero beweinte, als er von dessen Schicksal las. Ein wahrhaftiger Optimat, wenn auch Plebejer, nur war Rom zur falschen Zeit mit diesem Mann beschenkt worden. Die Götter trieben so manches Mal ein grausames Spiel.

    Furianus nickte die Vorschläge des Aeliers mit Interesse ab.


    "Ja, der Nachwuchs wurde zwar schon in den letzten Rennen gefördert, eigentlich überall, wo sich die Möglichkeit dazu ergab. Doch bedauerlicherweise fehlte es an Leistung. Aber dies wird sich hoffentlich mit der Zeit noch ändern - so hoffe ich jedenfalls."


    Die Veneta war schon stets die factio der üblichen Aristokraten, wohl auch vieler Patrizier. Sogleich fragte er sich welcher factio sein Vater wohl angehörte, ob er sich überhaupt parteiisch verhielt und in irgendwelchen Factiobüchern eingetragen war. Aber das war nun Nebensächlich.


    "Dominator ist der beste Fahrer im Vergleich zu allen anderen und es war mir stets ein Rätsel weshalb er sich nicht durchsetzen konnte. Denn eigentlich hat er ja die Fähigkeiten dazu, die Chance muss nur ergriffen werden. Ich hoffe die Götter zollen uns in der Zukunft mehr ihre Aufmerksamkeit, so dass auch mal die Fahnen der Purpuera beim Zieleinlauf hoch und heftig geschwungen werden. Vielleicht wäre ein kollektives Opfer an Fortuna oder Neptun, als Gott der Pferde, angebracht? Was meinst du dazu?"

    Bevor Furianus etwas erwidern konnte, war der Praefectus Urbi auch schon entschwunden. Zwar konnte ihm Furianus nachrennen und die Vorwürfe mit Leichtigkeit zurückweisen, aber abgesehen von seiner Erziehung befand er dieses Vorgehen für müsig, konnte man einen Stein doch nur selten Formen.


    In Gedanken versunken, welche sich um die Frage drehten, ob er sich dies wirklich antun musste, drehte er den Becher in der Hand und betrachtete dessen Inhalt. Weinanbau betrieben schon die Ahnen in der Freizeit und sicherlich konnten damit gute Gewinne erzielt werden - doch wie immer hielt ihn seine Verpflichtung als Patrizier, die Verpflichtung dem Stand, der Familie und letztlich dem vaterland gegenüber davon ab diese Gedanken des süßen Landlebens weiter zu spinnen.


    Missmutig stellte er den Becher, den Inhalt ein wenig verschüttend, ab und ging hinaus. Die Reise stand an und das Gemüt musste sich beruhigen, es war noch viel zu tun.

    "Bemächtige dich nicht der Waffen, die du nicht imstande bist zu führen.", wollte es schon aus Furianus heraussprudeln, doch er mäßigte sich, wie so oft.
    Diese zynische Art und Weise seiner Erläuterungen stießen in Furianus auf mehr Zündstoff, so dass jener schon innerlich brodelte.


    "Und dir ist auch bekannt, Senator, dass die Speicher Roms für solche Ausfälle gerüstet sind und dir ist wohl auch bekannt, dass Aegypten in der Lage ist Unmengen von Getreide leifern zu lassen - egal zu welcher Jahreszeit. Im Winter ist das Risiko zwar sehr hoch, doch die halbe Ladekapazität und höhere Entschädigungen machen alles möglich, doch das auch in einem gewissen Maß. Italia ist, eingeschlossen Sardinia und Sicilia, nicht zu unterschätzen, was den Ertrag an Getreide betrifft."


    Gab er wieder einmal in besonnener Weise kund und versuchte nicht dem Schweremut zu verfallen.


    "Sind die Preise angestigen, Präfekt? Nein. Und wenn sie ansteigen, so sagst du es selbst, wird es dem Kaiser egal sein wie viel es kostet, er wird es auszugleichen wissen. Das lehrt uns die Geschichte, wie auch die Gegenwart."


    Als er dann wieder auf die Berichterstattung zu sprechen kam, nickte Furianus nur müde ab.


    "Entgegen meiner Vorstellung einer Berichterstattung, werde ich deinem Wunsch nachkommen. Du sollst deine wöchentlichen Berichte erhalten, auch wenn ich in Misenum sein werde. Einen Vorgeschmack konntest du nun sammeln, in einer Woche werde ich dir wohl von einer glücklichen Ankunft in Misenum berichten können. Weitere Ergebnisse bezüglich der Classis bedürfen dann wohl mehr Zeit - aber das wirst du dann lesen können."

    Furianus stellte sich nun auf ein längeres Gespräch ein und wies einen Sklaven an seinen Becher aufzufüllen, dem Senator ebenfalls einen zu bringen.
    Ruhig und besonnen, wie er sich seit je her verhielt, antwortete er.


    "Der Plan, das wirst du nach gründlicherem Studieren erkennen, ist genau zum richtigen Zeitpunkt aufgestellt worden. Jetzt werden die Lager geprüft und die Lieferungen des letzten Jahres umgeschlagen, damit die Rechnungen für das kommende Jahr vollzogen werden."


    Mit dem Begriff der Inventur konnte der Praefectus Urbi sicherlich nicht viel anfangen, war er doch Kommandeur der Cohortes Urbanae und daher Vorsteher einer staatlichen Einrichtung, die keinen Bedarf an einer Inventur hatte.


    "Dass meine Arbeit sich nicht auf diesen Plan beschränkt, das habe ich doch vor Kurzem erörtert. Ich enthalte mich solcher Worte im Zusammenhang mit meiner Person, ich hoffe du wirst es in Zukunft ebenso handhaben."


    Jetzt wurden die Becher gebracht und Furianus trank den verdünnten Wein nur zu gerne, er sein aufgeregtes Gemüt einwenig kühlen konnte.
    So faltete er die Hände und versuchte dem Praefectus Urbi sein Vorgehen so verständlich, wie nur möglich, zu erklären.


    "Es wurde so gehandhabt, wie immer, wenn Lieferungen ausblieben oder aus anderen Gründen in Verzug gerieten. Man bedient sich des freien Marktes, der freien Anbieter Italias, sowie auch den anderen Provinzen wie Hispania, Gallia, Germania oder auch den nördlichen Provinzen Afrikas.
    Zwar litt der fiscus frumentaria, doch alles war in einem verträglichen Maß. Den Augleich und eine weitere Fülle erreiche ich mit der Optimierung im kommenden Jahr nach meinen Berechnungen, denn der Überschuss an Mitteln wird immenser sein, als im vorigen Jahr."


    Man konnte sogar darüber nachdenken die Lieferungen aus Aegyptus auf die Hälfte zu minimieren, schließlich könnte man als Politikum von italischen Anbietern kaufen, auch wenn die Preise höher, als die in Aegyptus sein würden. Doch auf der anderen Seite wäre der Praefectus Aegypti, aber auch besonders der praefectus frumenti dandi in Aegyptus weniger erfreut darüber. Wie dem auch sein würde, man konnte in die Zukunft mit praller Kasse blicken.


    "Wenn ich keinen rapiden Antieg oder Abfall bei den Bittstellern Roms erwähne, so kann ich doch von dir ein folgerichtiges Resümee erwarten - nämlich, dass die Frumentationslisten konstant geblieben sind."


    Entgegnete er nun ein wenig zu scharf gewürzt, wie er im Nachhinein befand.


    Sim-Off:

    edit bezüglich meiner Reise nach Misenum: Diese wird schon seit etwa einer Woche oder mehr ausgespielt und mein Schiff, die Penelope, ist gerade in Misenum vor Anker gelaufen. Ich simuliere jetzt nur den letzten Tag vor der Reise, denn sonst köntnest du mich ncht sprechen - Zeitverschiebung ist ja möglich.

    Schockiert über dieses Unverständniss für seine Arbeit, die doch jede andere überragte, staunte er nicht schlecht über die Worte des Senators. Beinahe sah er sich schon in der Beendigung dieser Tätigkeit. Er hatte dem Kaiser angeboten sich um die Cura Annona zu kümmern, dieser nahm das Angebot dankend entgegen und nun das. Furianus behielt dennoch die Fassung, denn diese Beleidigung saß tief und er wollte nur zu gerne erleben, wie der Kaiser reagieren würde, wenn Furianus das Amt aufgrund des Mannes niederlegt, der diese Arbeit am besten schätzen sollte.
    Gefasst setzte er sich nun hin und sah den Mann ausdruckslos an.


    "Der Getreidevorrat, Praefectus Urbi, ist konstant, wie er es immer war und unter meiner Obhut auch weiterhin sein wird - sogar optimiert. Die frumentationslisten sind unverändert geblieben, es kamen keine Bittsteller, was zur Vermutung führen lässt, dass es genug Getreide gibt, genug Brot und die Getreideversorgung nicht brach liegt, was du ja gerne wissen würdest."


    Furianus sah den Schatz, welchen er dem Praefectus Urbi als bericht zukommen lassen wollte, nicht geachtet, nicht von diesem Mann. Vermutlich von dem Kaiser, als Verantwortlichen für die Versorgung der Stadt, aber nicht dessen Handlanger vor ihm.


    "Ich brauche keinen Schiffer, ich besitze eine Yacht, mit der ich mich auf diese Reise begeben werde."


    Vielleicht hätte er noch Spesen verlangen sollen, doch angesichts der angespannten Situation unterliess er es lieber.


    "Daher, Praefectus Urbi, verbiete ich mir solcherlei Beleidigungen - besonders nicht als Antwort für diesen Dienst am Vaterlande. Falls jemand anders dir geeigneter für diese Arbeit erscheint, so werde ich gerne weichen, wenn dieser Mann Rom nützlicher ist, als ich es bin."

    Der Praefectus Urbi kam schnell zur Sache und wie vorhergesagt, so verschwand Furianus´Lächeln auch so schnell, wie es gekommen war.
    Dieser Vorwurf traf den Patrizier sehr, der dies stumm zur Kenntnis nahm und schweigend an ein Regal ging, welches Schriften beinhaltet hatte. Auf diese verwies er und nahm eine Tabula an sich, die er dem Praefectus Urbi reichte.


    Beschaffungs- und Lagerbereich
    Horrea/Lager
    Höchstbestand: XXX
    Mindestbestand (eiserner Bestand): XXX
    Meldebestand*: XXX
    durchschnittlicher Lagerbestand*²: XXX


    Formeln:
    * (Lieferzeit X Tagesverbrauch) + eiserner Bestand = Meldebestand
    *² (Jahresanfangsbestand + Jahresendbestand) : 2 = durchschnittl. Lagerbestand


    Beschaffung
    optimale Bestellmenge: XXX


    Formeln:
    Lagerkosten + Bestellkosten = Gesamtkosten (die Variante mit den niedrigsten Gesamtkosten ist die optimale Bestellmenge)


    oder


    Wurzel aus [(2 x Bestellfixe Kosten x Jahresbedarf) : (Einstandspreis x Lagerkostensatz in Prozent)]


    Losgröße
    optimale Losgröße = XXX


    Formeln:
    Rüstkosten + Lagerkosten auflagenproportional = Gesamtkosten (die Variante mit den niedrigsten Gesamtkosten ist die optimale Losgröße)


    oder


    Wurzel aus [(2 x Jahresbedarf x Rüstkosten) : (Lagerzinssatz in Prozent x Herstellkosten)]



    Seine Hände gegen die Kante des Schreibtisches gestützt, fing er an dem Praefectus Urbi jeden Zweifel an seiner Kompetenz zu nehmen.


    "Ich pflege es Berichte zu schreiben, wenn ich Ergebnisse habe. Dass bislang nichts von mir kam, liegt nicht an Untätigkeit, sondern an dem einfachen Grund, dass ich keinen Bericht abgeben werde, indem nur steht, dass ein Punkt erledigt ist, ich für die anderen Punkte jedoch noch Zeit brauche."


    Einen Augenblick schwieg er die Tabula betrachtend.


    "Auf dieser Tabula sind alle notwendigen Größen dargestellt, die angegeben werden sollten. Nicht nur schätzungsweise, sondern analytisch ermittelbar. Ich habe sie sogar für meine Nachfolger aufbereitet und alle Formeln sorgfältig aufgezeichnet, von denen mir die meisten den Kopf zerbrachen und an die Künste jedes großen Mathematicus reichen."


    Dass es so etwas bisher noch nie gegeben hatte und die Größen und Mengen nur aus empirischen Erfahrungen stammten, jedoch niemals der Korrektur durch eine Berechnung standhalten konnten, war ihm nur allzu klar. Die Mühen und den Fortschritt, die er mit dieser Tabula erreichte, verdienten wohl höchste Anerkennung. Aber das hatte der Praefectus nicht wissen können, hatte Furianus ihm doch keinen Bericht abgeliefert.


    "Nun denn, durch die Brechnungen wird es möglich sein die Cura Annona vollständig zu optimieren und so Kosten zu minimieren - dies dürfte im Sinne des Staates und des Kaisers sein, wenn sie hierdruch Millionen von Sesterzen einsparen."


    Er nahm sich seinen Becher, der halbvoll war, trank darauf und sprach.


    "Die Frumentationslisten wurden von mir nicht nur akutalisiert, sondern auch noch den Traditionen angepasst. Sie haben nun eine andere Form und im Zuge dessen plane ich, wie schon bei unserer ersten Begegnung erwähnt, eine Reformierung der Lex um die Getreideversorgung.


    Morgen werde ich auf meinem Schiff gen Misenum reisen - meine Sachen sind schon gepackt - um dort Informationen um den Verbleib der vorletzten Getreidelieferungen einzuholen. Desweiteren werde ich dort die Schiffe inspizieren, sowie auch die Verladestellen und dortigen Zwischenlager.
    Die horrea und Verladestellen inspiziere ich bei meiner Rückkehr.


    Du siehst, ich nehme meine Pflicht sehr ernst und hoffe, dass du um meinen Wert für die Getreideversorgung weißt.
    In Zukunft werde ich auch die Buchhaltung optimieren, das kann ich dir jetzt schon mitteilen."


    nach diesem Redefluss brauchte er erstmal einen Schluck des verdünnten Weines, welchen er schon mittlerweile fest im Griff hatte - er trank daraus.

    Furianus, der gerade ein paar Sklaven Anweisungen gab, was sie denn in seiner Abwesenheit alles zu erledigen hätten, wurde sogleich von der Ankunft des Praefectus Urbi überrascht und abgelenkt.
    Lächelnd trat er auf diesen zu und begrüßte ihn.


    "Salve, Octavius Victor. Natürlich habe ich Zeit."


    Sprach er aus und bot dem Präfekten einen Platz an.

    Die Penelope schwamm, mit der Gunst des Neptun, an der Küste Italiens und würde durch den günstigen Wind alsbald am Ziel ankommen. Besonders in der Nacht fiel ihnen der Wind in den Rücken, so dass die Fahrt an Schnelligkeit nur zunahm, manchmal sogar die Segel eingeholt werden musste, da es zu schnell ging.
    Neptun war ihnen hold und so erreichten sie nach etwa einer Woche Fahrt Kampanien und das schöne Misenum.



    Die See in diesem Gebiet war nicht äußerst rau, so dass das Anlegen am portus Misenums problemlos durchgeführt wurde. Während der ganzen Fahrt traute sich Furianus nur selten unter Deck, genoss statt dessen die Fahrt in vollen Zügen und erfreute sich an der Landschaft des doch so schönen Vaterlandes.
    In Misenum wurden sofort die Gepäckstücke von Bord getragen und Furianus ging unter Deck, um seiner Verlobten von der glücklichen Ankunft zu berichten.
    Nach merhmaligem Anklopfen wurde er hineingelassen.


    "Claudia, wir sind angekommen."


    Sprach er freudestrahlend aus.

    Furianus hörte dem Aelier aufmerksam zu und nickte, als dieser endete.


    "Falls wir Neueinkäufe tätigen, welchen der Fahrer würdest du vorschlagen? Vielleicht auch ein Austausch?"


    Er sah zwar keinen Bedarf an einem neuen Fahrer, doch die Idee Callidus´sollte nicht verworfen werden und als Option für Ausfälle käme dieser Gedanke in Betracht.

    Na da schliesse ich mich auch mal an, nicht aus Erfahrung über das Alter, sondern der Figur des Avarus.


    Ein guter RPG´ler, über den man sich schön echauffieren kann, wie du weisst. ;)


    Ich wünsche dir alles nur erdenklich Gute - ab diesem Alter fängt man wohl an Gesundheit zu wünschen - und Gesundheit. ;)
    Herzlichen Glückwunsch.

    Aber dann wäre das Problem mit den Patriziern im Militär nicht gelöst.
    Ich meine damit, dass ein Patrizier sogleich als Tribun in der Legio dient wäre nicht gegeben, da er zusätzlich im Ordo Senatorius sein müsste und die historisch vorgegebene Amtszeit als Vigintivi absolvieren müsste. Gibt es da keine Ausnahme, dass Patriziersöhne ohne den Ordo oder das Amt als Vigintivir anfangen dürften?

    Konzentriet hörte er Gracchus zu und befand, dass es wirklich einem Glücksspiel nahe kam, er jedoch so etwas billigend in Kauf nehmen würde, als einen Sklaven einfach so dem Tode zu schenken.


    "Wir müssen wahrlich stark differenzieren. Sklaven wie Sica finden auch nach ihrer Tätigkeit, nach einem selbstverursachten Fehler, eine Verwendung. Aber Sklaven von gebrechlicher Statur, Sklaven, denen ich keinerlei Nutzen zuschreiben kann, werde ich nicht dem sicheren Tode übergeben - verschenken schon gar nicht.
    Soll ihn das Leben und die Götter richten, ich werde mir nicht anmaßen der Richter über Leben und Tod zu sein. Die Absichten oder auch Launen der Götter sind unergründlich. Falls sie an einem Überleben des Sklaven Gefallen finden, so werden sie ihm dies auf den Straßen Roms zusichern, wenn nicht, so werden sie ihn zugrunde richten. Diese Aufgabe gebührt ihnen.


    Was die Tiere unterscheidet, die du aufgezählt hast, ist, dass die einen gezähmt sind und viele niemals die Freiheit verspürten. Das wilde Tier wird sicherlich stets nach ihr streben. Denke an Spartakus, einem Tier, welches selbst die gezähmten Hunde und Katzen mit dem Funken seiner lechzenden Augen anstecken konnte. Man kann ihren Freiheitsdrang unterdrücken, doch er wird bei ihnen stets vorhanden sein. Möge es uns nur gelingen einem weiteren Ventil wie Spartacus zeitig die Ausübung seiner Funktion zu verwehren."


    Der Schlinge solcher Traditionen entkam Furianus dank Gracchus auch diese Saturnalien nicht. Seinen Ärger überspielte er jedoch mit einem warmen Lächeln. Da von ihm sowieso kein Kunstwerk erwartet wurde und er Gracchus Geschenk sowieso vorher auspacken musste, schritt er zur Tat und bewunderte nach dem Enthüllen die wunderschöne Wölfin mit den zwei Knaben.


    "Welch schönes Geschenk, Gracchus. Ich danke dir und werde diesem Kunstwerk römischer Geschichte den richtigen Platz zuweisen - es würde auf meinem Schreibtisch oder einem eigens dafür angebrachten Regal sicherlich trefflich zur Geltung kommen."


    Dann vertraute er seine beiden Geschenke einem sehr alten Sklaven, der ihm auch heute zur Seite stand, jedoch aus freien Stücken, zur Verwahrung an.


    "Nun sollte ich meiner Pflicht nachkommen - mit Traditionen bricht man schließlich nicht."


    Wobei er es bei anderen Bereichen des Lebens anders hielt. Doch das war ein Gedanke, der heute nicht angemessen war. So fing er schließlich an in seinem Gedächtnis zu forschen und fand etwas passendes.


    Es ist soweit,
    wunderbare Saturnalienzeit.
    Jedes Jahr erwacht es wieder,
    wohlbekanntes Saturnalienfieber.


    Kleine Freuden sollten dir gut genügen,
    dass du des Tages Mühen gut überstehst.
    Auch trübes Denken ist nur zu besiegen,
    dass wieder freudig in die Zukunft du gehst.


    Bona Saturnalia, Freund der Feste"


    Nun musste auch Gracchus eine Freude bereiten und dessen Geschenk überreichen, welches dem des Gracchus nicht ähnlicher sein konnte.
    Es war eine Bronzefigur der alten Göttertrias, die jedoch von außen unscheinbar aussah, Furianus sie aber aufgrund ihrer Besonderheit erworben hatte. Diese Besonderheit wollte er Gracchus selbst erkunden lassen, doch eine kleine Hilfe musste er ihm geben.
    Die Figuren standen nämlich auf einem Podest, welches sich aufgrund des eingebauten Kugellagers drehen konnte.


    "Ich denke, dass dich dieses Geschenk als Sacerdos besonders erfreuen könnte. Es hat auch eine Besonderheit, die du jedoch selbst herausfinden solltest."


    Damit überreichte er ihm das Geschenk, das in einer kunstvoll verzierten Holzschachtel lag.

    Furianus hörte dies natürlich mit Freude, besonders die finanzielle Opferbereitschaft des Comes. Eigentlich waren zu dieser Geste nur der alte Princeps und er selbst bereit. Vielleicht war es auch in den anderen factios so, dass mit der Verantwortung auch die Bereitschaft zur Spende vorausgesetzt war.


    "Das freut mich natürlich sehr, Aelius. Unsere Kasse ist gut gefüllt, doch Spenden dürfen auch gerne eingebracht werden."


    Aber wie man mit dem ganzen Geld die Leistung steigern konnte, das war ihm unklar. Vor einiger Zeit hatte er einen Übungs- und Zuchtplatz in Hispania erworben, was sich nicht als Fehlinvestition herausstellte. Sie hatten stets gute Trainer, Handwerker und Entwickler gehabt, allzu viel liess sich nich ändern, doch womöglich hatte der Aelier eine Idee.


    "Um die Leistung zu steigern hätten wir genug Mittel, doch die Frage ist wie wir dies erreichen können. Hast du Ideen?"