Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Dies werde ich sofort in Angriff nehme und eine Mitteilung eines Conventus betreffend an die Mitglieder der Factio verschicken lassen. Wir müssem erstarken, da hast du vollkommen Recht.
    Außrdem fehlt uns ein Vicarius und wohl auch ein neuer Princeps, falls ihr euch meiner entledigen wollt."


    Zwar war der letzte Satz mehr der scherzhaften Äußerung zuzuschreiben gewesen, war jedoch auch mit einer kleinen Befürchtung behaftet.


    "An den Delphinen wird es nicht gelgen haben, unser schlechtes Jahr."


    Sagte er lächelnd und trank aus seinem Becher.


    Mit einem dezent freundlichen


    "Ich danke dir, Onkel."


    Nahm er das Geschenk entgegen und machte es voller Vorfreude auf. Zuerst war er doch überrascht, denn er wusste nicht recht was dies darstellen sollte. Doch nachdem er die Senatorentoga ausgebreitet hatte, erkannte er die Anspielung. Ein deutliches Lächeln zierte sein Gesicht.


    "Wie vorsorglich von dir, Onkel. Ich danke dir vielmals für dein Geschenk, ich werde sie zu gegebenem Anlasse tragen."


    Und doch machte er nur eine gute Miene zum bösen Spiel. Sehnlichst wartete er auf die nachricht von seinem Vater, noch mehr auf ein kaiserliches Schreiben oder eine Bekanntmachung. Und doch, vergebens, er war und würde vermutlich als der am längsten geschundene Senatorenkandidat in die Geschichte Roms eingehen müssen. Damit fand er sich ab, nicht jedoch mit dem erheblichen Ansehensverlust, den ihm der Kaiser dadurch einbrachte - es ärgerte ihn in jeden Tag, jede Stunde, aufs Neue. Langsam begann er den Mann zu hassen.
    Doch nun waren Saturnalien und das Geschenk war mehr als passend gewählt. Hoffentlich mit keinem Hintergedanken, der sich um seine Ernennung drehte, so hoffte er.


    Sogleich griff er in die Seite und hielt Aristides etwas langes, in roten Stoff gehülltes, Geschenk entgegen. Es war sehr lang und dünn.


    "Und dies für dich, Onkel, die nahe Zukunft verheißend."


    Zwar wusste er nicht, ob der Onkel dem Militär weiterhin treu bleiben würde oder sein Weg ihn in die verheißungsvolle Politik Roms führen würde, doch es war wie mit jedem Geschenk, ein Spiel der Geschmäcker und Bedürfnissen.
    Das Geschenk war nämlich nichts anderes, als eine den Status eines Centurio kennzeichnende vitis, der Centurionenstab, wie sie es damals nannten. Dieser war in diesem Falle in dunklem, gar schwarzem, Zitrusholz gehalten, mit edlen Verzierungen aus Silber. Er hoffte, dass dies des Onkels Zukunftserwartungen entsprechen würde. Stattdessen hätte er ihm sicherlich eine toga candidatus geschenkt.

    Da Furianus einer schönen Stimme nicht mächtig war, nahm er diese Pflichterfüllung auch aus dem Grunde der Schonung seiner Kehle nicht in dem Maße wahr, wie es die Pflicht verlangt hatte.
    So schritt auch er in der vordersten Reihe mit und sang leise, die Lippen in täuschend reger Bewegung ,einem lauten Gesang nachahmend, führend.


    "Neve lue rue Marmar sins incurrere in pleoris
    neve lue rue Marmar sins incurrere in pleoris
    neve lue rue Marmar sins incurrere in pleoris


    satur fu, fere Mars, limen sali, sta berber
    satur fu, fere Mars, limen sali, sta berber
    satur fu, fere Mars, limen sali, sta berber


    semunis alterni advocapit conctos
    semunis alterni advocapit conctos
    semunis alterni advocapit conctos


    enos Marmor iuvato
    enos Marmor iuvato
    enos Marmor iuvato


    triumpe triumpe triumpe triumpe triumpe"


    Natürlich war sein Blick an dem der Brüder gemessen nicht sonderlich konzentrierter, hatte er doch genügend Übung in den heiligen Wortern der Bruderschaft erfahren dürfen - besonders zu den alljährlichen Opferritualen in ihrem Tempel.

    Zitat

    Original von Lucius Annaeus Florus
    Salve, das sollte kein Problem sein. kam ich gleich zur Sache und winkte dem Nauta zu, er solle das Officium verlassen und die Tür schliessen. Draussen würde er ohnehin warten.


    Was also führt einen so hochrangigen Mann wie dich hierhin?


    Diese kleine Geste der höflichen Schmeichelei entlockte ihm ein freundliches Lächeln, welches sogleich wieder dem Vorhang der Ernsthaftigkeit weichen musste, als er den Grund seines Aufenthaltes angab.


    "Ich komme in ernster Sorge. Es ist die Pflicht und mein Amt, welches mir den nötigen Rückenwind auf dieser Reise erbrachten.
    Die letzte Getreidelieferung ist komplett verschwunden. Natürlich verfüge ich über einen Apparat an Mitarbeitern in Nordafrika, aus der die Transportschiffe kamen, doch die Information ist sperrlich, unzureichend, möchte ich eingestehen. Meine Kenntnis der Sachlage ist mehr als beschämend, so dass ich zu dir als Flottenkommandanten ind der Hoffnung gekommen bin informiert zu werden.
    Diese Wintermonate sind zwar von widrigen Bedingungen gekennzeichnet und kaum ein Schiff würde sich auf das Mare Nostrum hinauswagen, doch wie du weißt tut diese Tatsache den Getreidetransporten keinen Abbrus. Gab es von euch aus Erkenntnisse? Gab es in letzter Zeit vermehrt Stürme?"


    Die Cura Annona konnte ein gesundes Maß an Ausfällen verkraften, doch er war nicht in der Stimmung Getreide aus ganz Italien aufgrund vn Knappheit anfordern zu müssen, erregte dies immerhin Unruhe bei der Plebs.

    Und wieder saß Furianus, nun nicht mehr in komplexen Rechenoperationen verwoben, an seinem angestammten Platz und sammelte stattdessen Daten und Fakten zur Cura Annona. Nach einem Tag Arbet kamen unzählige Blätter mit allerlei Informationen zustande, die er wiederum seinem Scriba überreichen musste und dieser dies ordnete und in eine einheitliche Form brachte.



    Allgemeine Angaben zur Annona Urbis


    Jahresbedarf an Getreide: 40.000.000 Scheffel (modii)
    Das Getreide kommt vorwiegend aus den umfangreichen Landgütern des Kaisers; 1/3 des Getreides wird vom Praefectus Aegypti bereit gestellt


    Transport nach Italien: 1300 Schiffe
    Überwiegender Teil des Getreides wird von Mitte März bis Mitte November, aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse in den Wintermonaten, von Privatunternehmern transportiert


    Transport nach Rom: jährlich etwa 700 Transportschiffe von Ostia nach Rom
    Neben Ostia wird Puteoli angelaufen, von da an wird die Ladung auf dem Landweg nach Rom gebracht; für die Strecke Ostia-Rom beträgt die Fahrtdauer und das Be- und Entladen jeweils drei Tage, die Rückfahrt einen Tag


    Empfangsberechtigte: etwa 200.000 Bürger


    Speicher (Horrea:( etwa 400 Stück


    Staatliche Großbäckereien: etwa 300 Stück


    Produktion: 216.800 bis 221.600 Portionen Brot pro Tag


    Staatliche Angestellte der Annona Urbis



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    Zitat

    Original von Lucius Annaeus Florus
    Die eine Wache schob den Sklaven etwas unsanft auf die Seite und klopfte selbst an. Dann trat sie gleich ein und schloss die Tür hinter sich wieder. Drinnen meldete sie den Besuch entsprechend an, erhielt den Bescheid, diesen hereinzubitten und trat wenig später wieder aus dem Büro hervor.


    Der Praefectus erwartet dich nun.


    Darauf hielt dieser Wachmann die Tür auf und trat gleich hinter den Besuchern ein, die Hand legte sie dabei an den Griff des Gladius.


    Daraufhin trat Furianus zum Praefectus Classis, um diesem die Hand zu reichen.


    "Salve, Praefectus Classis. Um meinet- und des Volkes willen bin ich von Rom hierher gereist. Eine Unterredung ist das, was ich begehre, am besten - falls sich dies einrichten ließe - unter vier Augen."


    Dass sein Sklave das Officium des Praefectus verlassen würde stand ohnehin nicht zur Debatte, einzig der gewöhnliche Soldat bereitete ihm Sorgen. Schließlich war er selbst Legionär und wusste wie gesprächig man innerhalb des eigenen Contuberniums oder größerer Stubengemeinschaften zu sein pflegte.

    Ein Sklave überbrachte einen versiegelten Brief und wies den Postbeamten an diesen als Eilbrief zu betrachten und entsprechend die Gebühren hierfür von der Wertkarte des Lucius Flavius Furianus abzuziehen.


    Ad Gaius Prudentius Commodus
    Casa Prudentia,
    CCAA,
    Provincia Germania


    Lucius Flavius Furianus entbietet dem Senator Gaius Prudentius Commodus seinen Gruß.


    Meine Misslichkeit deine Einladung betreffend, ehrenwerter Senator, bitte ich in diesem Briefe zu entschuldigen.
    Wenn du wohlauf bist und deine Kinder auch, so gebührt den Göttern mein untertänigster Dank. Leider bin ich aufgrund meiner unermüdlichen Einsätze zum Wohle des Staates in dem Maße eingenommen, dass mich des Verstandes Wirren einen so erfreulichen Anlass vergessen lassen und ich hoffe, dass mein Zustand deinem Zorne Grenzen setzt, ihn gar zu mildern vermag. Ein Händedruck der Freundschaft zwischen uns, Senator, so hoffe ich, wird durch mein Missgeschick nicht entheiligt.
    Doch der Rechtfertigung ein Ende gesetzt - dies soll nicht zum Gegenstand unserer Korrespodenz avancieren.


    Meine aufrichtigsten Glückwünsche zum Jahre deiner Geburt will ich auftragen. Mögest du, Senator Prudentius, deinem Namen der Umsicht gerecht geworden, dich nicht zum Greise zählen! Die Kraft und Tüchtigkeit, sowie auch unermüdliches Streben eines Cicero im Kampfe gegen einen Caesar oder Antonius sollst du zu erhalten wissen, mein Freund!
    Erhebe das hohe Alter zu deiner Maxime, Senator, fürchte es ja nicht.
    Doch auch genug der Schmeichelei - auch dies soll keineswegs zum Gegenstand unserer Korrespondenz avancieren.


    Dich zu informieren, sowohl in den Belangen der Factio wie auch in denen meines jungen Lebens ist der verborgene Anlass meines Schreibens.
    Am ANTE DIEM VII ID IAN DCCCLVII A.U.C. (7.1.2007/104 n.Chr.) werde ich einen Conventus der Factio in Rom herbeiführen, zu dem ich dich hiermit herzlich einladen möchte. Solltest du die Zeit hierfür finden, Senator, wird mir kaum etwas an jenem Tage mehr Freude bereiten, als dir die Hand zu reichen. Solltest du jedoch nicht die Zeit für einen Besuch Roms finden können, so wisse, dass ich mir im Laufe meines Lebens ein hohes Maß an Verständnis angeeignet habe, du dich nicht um infame Gedanken um deine Person zu sorgen brauchst.
    Dies führt mich sogleich zu einer Frage, werter Freund. Deine Lebensweise, so fernab von Rom und der Politik, gründet nicht zufällig auf epikureischem Fundament? Diese Situation ruft in mir nämlich den Vergleich mit dem treuen Freunde Ciceros ins Gedächtnis, dem Atticus, der in Athen zu leben pflegte, da er überzeugter Epikureer gewesen war. Dieser, seiner Überzeugung entgegenstrebend, nahm durch die Korrespondenz mit Cicero regen Anteil an der Politik Roms. Hegst du den Gedanken nach dem Vorbilde des Atticus dein Vermögen auf deinen Gütern zu mehren und dennoch am politischen Geschehen Roms Anteil zu haben? Jedoch wehrt, dies sollte Erwähnung finden, dein Senatorenring diese Vermutung mitnichten ab.


    Den Göttern sei Dank aufgrund meiner physische Konstitution, die mir die Chance gibt mich fortwährend mit größter Konzentration an meiner Arbeit zu opfern - doch vergeblich warte ich auf meine Ernennung zum Senator.
    So nimmt es nicht wunder, dass ich mich zu ständigen Vergleichen hinreissen lasse. Jüngst stieß mir ein Ereignis abermals den Dolch in mein geschundenes Herz - mein zukünftiger Schwager erhielt den Purpurstreifen und darf sich nun zu den Senatoren Roms zählen. Der vor Schmerz getroffene Furianus, wie ich es erwähnte, vergleicht sich sogleich mit dem Schwager. Welch kläglicher, welch ehrloser und schwacher Schritt und doch, er öffnet mir, wie die unzähligen Vergleiche zuvor, allmählich die Augen. Mag es aus Verdruß sein, doch nicht aus Fehlern meiner Person, dass mir die Zeit des Wartens so ewig langs erscheint. Ich zähle die Jahre, die Monate, die Tage - vergebens, ich bin der, der wohl am längsten wartet. Ich kann mir Schlimmeres nicht vorstellen, als einem Mann, dessen Geburt ihm die Bürde der Senatsaristokratie auferlegte und dies seine Erfüllung zugleich bedeutet, das Zeil seiner Bestrebungen zeichnet, diesen Mann die Klinge der Zeit spüren zu lassen und lächelnd durch von schwachen Säulen gestützte Gründe das Zeil zu verwehren.
    Ich leingweille dich wohl schon jetzt, mein Freund, durch den Geist des jugendlichen Eifers und der Ungeduld, die mich schon so lange plagt - schon fast 5 Jahre.


    Ich hoffe dennoch, dass du die Stirn nicht aufgrund meines so direkten Briefes erzürnt in Falten wirfst. Mögen meine Hoffnungen auf einen Freund fernab der Kühle Roms in der Kälte Germaniens nicht vergeudet sein.
    Ich warte auf dein Schreiben geduldiger, als ich mit der Senatorenwürde handhabe, dies verspreche ich dir hiermit.
    Möge es dir in der Zwischenzeit an nichts fehlen, besonders nicht an dem Entschlusse mir zu schreiben, Senator Prudentius.


    In Hochachtung und treuer Freundschaft,
    Lucius Flavius Furianus

    Furianus, der einen beruhigend schönen Abend in Cubiculum verbrachte, wollte sich an jenem wieder der Pflege von Freundschaften widmen, so schrieb er.


    Ad Gaius Prudentius Commodus
    Casa Prudentia,
    CCAA,
    Provincia Germania


    Lucius Flavius Furianus entbietet dem Senator Gaius Prudentius Commodus seinen Gruß.


    Meine Misslichkeit deine Einladung betreffend, ehrenwerter Senator, bitte ich in diesem Briefe zu entschuldigen.
    Wenn du wohlauf bist und deine Kinder auch, so gebührt den Göttern mein untertänigster Dank. Leider bin ich aufgrund meiner unermüdlichen Einsätze zum Wohle des Staates in dem Maße eingenommen, dass mich des Verstandes Wirren einen so erfreulichen Anlass vergessen lassen und ich hoffe, dass mein Zustand deinem Zorne Grenzen setzt, ihn gar zu mildern vermag. Ein Händedruck der Freundschaft zwischen uns, Senator, so hoffe ich, wird durch mein Missgeschick nicht entheiligt.
    Doch der Rechtfertigung ein Ende gesetzt - dies soll nicht zum Gegenstand unserer Korrespodenz avancieren.


    Meine aufrichtigsten Glückwünsche zum Jahre deiner Geburt will ich auftragen. Mögest du, Senator Prudentius, deinem Namen der Umsicht gerecht geworden, dich nicht zum Greise zählen! Die Kraft und Tüchtigkeit, sowie auch unermüdliches Streben eines Cicero im Kampfe gegen einen Caesar oder Antonius sollst du zu erhalten wissen, mein Freund!
    Erhebe das hohe Alter zu deiner Maxime, Senator, fürchte es ja nicht.
    Doch auch genug der Schmeichelei - auch dies soll keineswegs zum Gegenstand unserer Korrespondenz avancieren.


    Dich zu informieren, sowohl in den Belangen der Factio wie auch in denen meines jungen Lebens ist der verborgene Anlass meines Schreibens.
    Am ANTE DIEM VII ID IAN DCCCLVII A.U.C. (7.1.2007/104 n.Chr.) werde ich einen Conventus der Factio herbeiführen, zu dem ich dich hiermit herzlich einladen möchte. Solltest du die Zeit hierfür finden, Senator, wird mir kaum etwas an jenem Tage mehr Freude bereiten, als dir die Hand zu reichen. Solltest du jedoch nicht die Zeit für einen Besuch Roms finden können, so wisse, dass ich mir im Laufe meines Lebens ein hohes Maß an Verständnis angeeignet habe, du dich nicht um infame Gedanken um deine Person zu sorgen brauchst.
    Dies führt mich sogleich zu einer Frage, werter Freund. Deine Lebensweise, so fernab von Rom und der Politik, gründet nicht zufällig auf epikureischem Fundament? Diese Situation ruft in mir nämlich den Vergleich mit dem treuen Freunde Ciceros ins Gedächtnis, dem Atticus, der in Athen zu leben pflegte, da er überzeugter Epikureer gewesen war. Dieser, seiner Überzeugung entgegenstrebend, nahm durch die Korrespondenz mit Cicero regen Anteil an der Politik Roms. Hegst du den Gedanken nach dem Vorbilde des Atticus dein Vermögen auf deinen Gütern zu mehren und dennoch am politischen Geschehen Roms Anteil zu haben? Jedoch wehrt, dies sollte Erwähnung finden, dein Senatorenring diese Vermutung mitnichten ab.


    Den Göttern sei Dank aufgrund meiner physische Konstitution, die mir die Chance gibt mich fortwährend mit größter Konzentration an meiner Arbeit zu opfern - doch vergeblich warte ich auf meine Ernennung zum Senator.
    So nimmt es nicht wunder, dass ich mich zu ständigen Vergleichen hinreissen lasse. Jüngst stieß mir ein Ereignis abermals den Dolch in mein geschundenes Herz - mein zukünftiger Schwager erhielt den Purpurstreifen und darf sich nun zu den Senatoren Roms zählen. Der vor Schmerz getroffene Furianus, wie ich es erwähnte, vergleicht sich sogleich mit dem Schwager. Welch kläglicher, welch ehrloser und schwacher Schritt und doch, er öffnet mir, wie die unzähligen Vergleiche zuvor, allmählich die Augen. Mag es aus Verdruß sein, doch nicht aus Fehlern meiner Person, dass mir die Zeit des Wartens so ewig langs erscheint. Ich zähle die Jahre, die Monate, die Tage - vergebens, ich bin der, der wohl am längsten wartet. Ich kann mir Schlimmeres nicht vorstellen, als einem Mann, dessen Geburt ihm die Bürde der Senatsaristokratie auferlegte und dies seine Erfüllung zugleich bedeutet, das Zeil seiner Bestrebungen zeichnet, diesen Mann die Klinge der Zeit spüren zu lassen und lächelnd durch von schwachen Säulen gestützte Gründe das Zeil zu verwehren.
    Ich leingweille dich wohl schon jetzt, mein Freund, durch den Geist des jugendlichen Eifers und der Ungeduld, die mich schon so lange plagt - schon fast 5 Jahre.


    Ich hoffe dennoch, dass du die Stirn nicht aufgrund meines so direkten Briefes erzürnt in Falten wirfst. Mögen meine Hoffnungen auf einen Freund fernab der Kühle Roms in der Kälte Germaniens nicht vergeudet sein.
    Ich warte auf dein Schreiben geduldiger, als ich mit der Senatorenwürde handhabe, dies verspreche ich dir hiermit.
    Möge es dir in der Zwischenzeit an nichts fehlen, besonders nicht an dem Entschlusse mir zu schreiben, Senator Prudentius.


    In Hochachtung und treuer Freundschaft,
    Lucius Flavius Furianus


    Der Brief ward versiegelt und am nächsten Morgen einem Sklaven übergeben, der eben jenen zu der Poststation Roms bringen sollte.

    Durch die Wachen zum Officium des Praefectus Classis geleitet, ließ Furianus seinen Sklaven abermals vortreten und anklopfen.


    Er stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen wartend da und besah das Areal ein wenig, rief sich seine Zeit beim Militär in Erinnerung.

    Furianus rechnete und rechnete, - natürlich lag das vorher ausgearbeitete Täfelchen mit dem Formeln neben ihm - brachte die vielen Schmierblätter zusammen und übergab diese einem Sklaven, der dies sorgfältig auf Papier bringen sollte. Schließlich wollte der Praefectus Urbi Berichte sehen und Furianus würde ihm die Besten seines Lebens liefern, denn diesem Mann galt es etwas zu beweisen, auch wenn es ihm immer wieder lächerlich erschien - Furianus wusste um seine Kompetenzen bestens bescheid.


    So wurde das ausgearbeitete Papyrus sorgfältig in ein Regal gesteckt, um dem späteren Bericht und auch seinen Nachfolgern beigefügt zu werden.



    Tabellarische Ermittlung der optimalen Bestellmenge


    Jahresverbrauch: 40.000.000 Scheffel (modii) Getreide
    Mindestbestand: 5.000.000 Scheffel (modii) Getreide
    Einstandspreis: 0.50 Sesterzen pro Scheffel (modi)
    Kosten pro Bestellung: 2.000.000 Sesterzen




    Ergebnis:
    Die tabellarisch ermittelte optimale Bestellmenge liegt bei 20.000.000 Scheffel (modii) Getreide pro Bestellung.


    Analytische Ermittlung der optimalen Bestellmenge


    Lagerkostensatz (Verderblichkeit): 1 %


    Formel:
    Wurzel aus [(2 x Bestellfixe Kosten x Jahresbedarf) : (Einstandspreis x Lagerkostensatz in Prozent)] = optimale Bestellmenge


    Ergebnis:
    Die analytisch ermittelte optimale Bestellmenge liegt bei 17.888.543,82 Scheffel (modii) Getreide pro Bestellung




    Furianus, ebenfalls mit der toga praetexta und mit dem Ährenkranz mit weißer Binde bekleidet, trat als Dritter aus dem Tempel und postierte sich neben dem Magister. Ein recht eigenartiges Bild bit sich ihm zugleich, als er die Tiere in den Sänften sah - ein Lächeln gewann ihm dieses Schauspiel ebenfalls ab.


    Als Ethos ihres Standes, als Repräsentanten der unerschütterlichen römischen Tradition standen sie nun da, die 12 Patrizier unter Patriziern.

    Was er gedachte zu tun war ihm selbst noch recht schleierhaft, er unentschlossen und über die künftigen Veranstaltungen und Feste nicht genügend informiert. Vielleicht war dies auf seine Isolation zurückzuführen, schließlich nahm ihn die Arbeit mehr ein als die Gerüchte und Sorgen Roms.


    "Was ich gänzlich vermisse ist die Anteilnahme bei Rennen, die Gesamtheit, was jedoch auch mein Verschulden als Princeps der Factio ist. Ich sollte wohl bald eine Sitzung herbeiführen, vielleicht motiviert dies, gibt zumindest die Bestätigung, dass die Factio noch existiert."


    Den letzten Satz kommentierte er mit einem Lächeln. Doch auch ein Vicarius musste gewählt werden, sowie auch ein neuer Princeps, falls der Wunsch nach einem Nachfolger für Furianus aufkeimen würde.

    Als einer der wenigen Menschen, die diese Austern genießen konnten, gar zu gerne speisten, folgte natürlich auch Furianus der kleinen Austern-Diskussion.
    Ihn interessierte es nicht sonderlich ob die Meeresfrucht nun vorzugsweise in gehobenen Kreisen einzug fand oder ob sie der Pöbel in den Garküchen serviert bekam, denn es war lediglich Kost. Sich nun von Preis und Klischees in diesem Falle leiten zu lassen hielt er für absurd.


    So nahm er eines der Schalentiere und verspeiste es genüsslich, bevor er sein Augenmerk wieder auf die Familie richtete, besonders auf den kleinen Serenus, von dessen Existenz er erst seit zwei Tagen wusste, nachdem er von Sklaven aufgeklärt wurde wer denn zugegen sein würde.

    Der Sklave rannte abermals zum Dominus und teilte ihm die neue Information mit, worauf dieser selbst vortrat das Wort an die Wache zu richten.


    "An einer Begleitung störe ich mich nicht, Befehle sollten eingehalten werden. Ich würde gerne mit dem Praefectus sprechen, folglich zu seinem Officium geleitet werden."

    Der Sklave wusste um keinen Passierschein und lief sogleich zum Dominus. Dieser sprach ein paar Worte mit diesem und er lief wieder zum Tor.


    "Mein Dominus lässt sagen, dass er der Praefectus Annonae ist, er vertritt als dieser die Interessen des Kaisers, des obersten Feldherren - das bedürfe keiner Genehmigung oder eines Passierscheines, wenn Roms Interessen besprochen werden wollen."


    Vielleicht wusste der Soldat nicht, dass diese Interessen Roms der Geheimhaltung unterlagen und man sich hütete auch in irgend einer Weise dies ans Tageslicht vorscheinen zu lassen, auch über die Erstellung eines Passierscheines oder Ähnlichem, denn das erregte den Verdacht umso mehr. Aber das wusste der Sklave ja ebenso nicht, diente er doch nur, wie jeder von ihnen, als Werkzeug und verlängerte Hand oder ein anderes Körperteil seines Herren.

    Über diese kleine Zurechtweisung sah Furianus gerne hinweg, besonders nach der Überraschung seine Villa betreffend.
    Ein leichtes Lächeln, nicht das einer freundlichen Geste, sondern eines der Unglaubwürdigkeit, umspielte seine Züge.


    "Ich habe in Hispania innerhalb kürzester Zeit zwei Kastelle umgebaut und eine Wasserleitung errichtet? Ist das nun ernst gemeint?!"


    Solch exklusives Baumaterial konnte es nicht geben, dass man so lange baute und die Formalitäten waren nicht geradde glaubwüridg. Für ihn stand es fest - man ließ sich zu viel Zeit und braucht nun Ausreden.

    Furianus, der eigentlich fest der Annahme war, dass sein Sklave zuerst sprechen sollte, verwarf diese Vorstellung auch sogleich, nachdem er direkt angesprochen wurde.
    Den SKlaven leicht beiseite schiebend trat er vor und nickte trotz der eigenartigen Begrüßung lächelnd.


    "Salve. Mein Name ist Lucius Flavius Furianus und dies ist meine Verlobte Tiberia Claudia."


    Dieser Part des Vorstellers gefiel ihm ganz und gar nicht, so dass er gleich wieder zum eigentlichen Punkt ihres Besuches zu sprechen kam.


    "Zu Zeiten des Duumvirs, welcher nun Comes Italis ist, Aelius Callidus, erwarb ich eine Villa in dem exklusiven Neubaugebiet. Gehe ich recht der Annahme, dass diese bereits vollendet wurde?"