"Nein, ich wüsste noch nichts."
Log er ihm schulterzuckend entgegen und nahm einen Schluck.
"Und, ist das Amt des Aedils nicht herrlich?"
"Nein, ich wüsste noch nichts."
Log er ihm schulterzuckend entgegen und nahm einen Schluck.
"Und, ist das Amt des Aedils nicht herrlich?"
Durch die Worte des Vaters merklich beruhigt nickte Furianus leicht.
Nun ergriff also der Vater selbst seine Zukunft und würde diese, da war er sich ziemlich sicher, in gute Bahnen lenken. Wenn sein Vater etwas versprach, so konnte man auch damit rechnen.
"Am PRIDIE KAL DEC DCCCLVI A.U.C. werden die Feierlichkeiten voraussichtlich stattfinden. Ich hoffe du beehrst uns mit deiner Anwesenheit."
Bei der Verlobung bekam man den Vater nur ganz selten vor die Augen, schien er sich damals mehr zu verstecken, denn präsent zu sein.
"Dies kann ich mit meinem Gewissen nicht verienbaren."
Lächelte auch er und schritt auf sie zu, um ihr einen Kuss zu geben.
"Allzu lange werden wir nicht mehr getrennt sein, die Nachricht für die Reise nach Misenum lasse ich dir zeitg überbringen."
Zu später Stund auch ich...
Herzlichen Glückwunsch, Commodus. Alles nur erdenklich Gute dir. ![]()
"Ich werde auf dein Angebot zurückkommen, wenn der Fall eintrifft."
Gab er lächelnd zurück und nickte dezent.
"Im Moment verlaufen die Dinge ruhig und ich muss mich erst einarbeiten."
Dass er seinem freund von den scheinbaren Problemen nicht berichtete lag auf der Hand. Zum einen wollte er Durus Amtsantritt nicht mit Sorgen ausschmücken, denn dieser hatte er wohl schon genug, zum anderen konnte er die tatsächliche Bedrohung nicht selbst überblicken, dafür würde er noch etwas zeit brauchen.
Dieser Satz iniziierte schon förmlich den Abschied. Sie hatten lange und ausgiebig geredet, mal ernst und mal in Heiterkeit. Es war an der Zeit für ihn zu gheen, die Nacht würde bald anbrechen und die Straßen Roms würden unsicherer werden.
So stand er mit einem Lächeln auf.
"Es ist an der Zeit dir für heute ein Lebewohl zu sagen. Schließlich will ich dich nicht um deinen Schlaf bringen."
"Geld soll kein Hinderniss sein, um dich glücklich zu machen. Falls du jemand dazu geeignet befindest, so wird er natürlich grßzügig entlohnt."
Sie würden sowieso noch einmal nach Misenum reisen müssen. Da Claudia mitkommen wollte würden sie dort einen besseren Blick über die Lage erhalten, denn die Villen waren wohl schon eingerichtet. Doch ob dies dem Geschmack der Bewohner entsprach sei dahingestellt.
"Gerne."
Gab er lächelnd als Antwort und ergriff den becher, um ihn Sekunden danach zum Mund zu führen und wieder abzustelllen.
Der Stolz des Vaters beglückte ihn selbstverständlich, auch wenn er dem Vater wohl lieber dargelegt hätte, warum er durch dies Amt sein Ansehen steigern wollte. Es war ein ritterliches Amt, ein Amt voller Vertrauen und großer Kompetenz seiner Ausüber. Die Ritter, welche doch diese Eigenschaften vermehrt in letzter Zeit aufweisen konnten, so dass nur sie bevorzugt eingesetzt wurden, bekleideten es nicht mehr. Er war es, der nun dies Amt inne hatte - ein Patrizier. Was könnte da hilfreicher sein, als die Ritter zu verdrängen, sich in solch einem Amte als Patrizier auszuzeichnen? Auch wenn es seinem Ansehen gegenüber Standesgenossen nicht zuträglich war, das Volk und die Plebejer galt es zu überzeugen und diese sahen es, wie er sich gedacht. Ein Patrizier, er, stand einem Ritter in nichts nach, dies würde er dadurch beweisen - genau so, wie er es schon in Hispania tat.
Als der Vater weitersprach und auf den Ordo einging hätte Furianus vor Ärger die Faust ballen und in diese reinbeißen können. Er hatte vergessen das Wort "aktiv" einzufügen. Schließlich war er nur passives Mitglied des Ordos, durch seinen Vater. Doch damit konnte er sich nicht begnügen, er wartete schon zu lange, auch wenn des Vaters Wort einem Gesetz gleichkam.
"Er machte nicht den Eindruck gescherzt zu haben."
Erwiederte er kurz und hörte dem Vater weiter zu.
Diese Schmeicheleien - zu allem Übermaß aus des lieben Vaters Mund - erdrückten weitere Einwände gegen die Feststellung der Situation durch den Senator und dessen Verzicht ein wenig auf Furianus einzugehen, ihm den Wunsch nach der Heirat zu erfüllen.
Der letzte Satz erschreckte ihn aber doch. Sein Sohn sollte der Patria Potestas des Großvaters unterliegen?
Furianus unterdrückte die aufkommenden Befürchtungen - Felix war auch noch nicht in dem Alter das Irdische hinter sich zu lassen!
Wenn der Kaiser seine Bedingung nicht ändern wollen würde, so war er noch für eine Ewigkeit fern der Senatorenwürde. Und eine Ewigkeit würde er nicht verkraften, eine Ewigkeit war kräfteraubend, war lang.
"Guter Vater, du bist weiser als ich. Dein Wort in meinem Ohr war und wird gesetzesähnlich gewichtet, wird stets verbindent und weisend sein.
Der Kaiser stellte mir diese Bedingung, um die Würde eines Senators zu erlangen. Doch dies liegt nun in deiner Hand.
Gibst du mich frei, so wird dein Sohn ein Senator Roms, doch ewig dein Sohn bleiben. Verwehrst du mir die Freiheit, so wirst du nur den Sohn erhalten, der Politik werde ich entsagen müssen und mein Weg wird ein bescheidener."
Es war Zeit etwas für seine Unsterblichkeit zu tun, sich in die Reihen der Senatoren zu begeben, den Ahnen zu folgen.
Natürlich interessierten ihn keine Ernten, keine Öle, keine Vorräte. Auch wenn er nun Praefectus Annonae war.
Aber er verbarg dies geschickt und blickte interessiert drein, als der vater schilderte.
"Es freut mich, dass Sardinia keine schlechte Wahl war und die Naturgötter dir gewogen sind."
Nun fragte der Vater konkret, kam Furianus in gewisser Weise entgegen.
"Ich bekleide zur Zeit das Amt des Praefectus Annonae. Das Amt war verwaist und dieser Zustand auf Dauer nicht mehr tragbar, es wäre katastrophal.
Doch damit habe ich eigentlich vor die Zeit bis zu den nächsten Wahlen zu überbrücken, nicht in Untätigkeit zu verfallen, mein Ansehen zu steigern."
Er machte eine kleine Pause, denn nun kam sein eigentlicher Grund den Vater zu besuchen zum Vorschein.
"Ich hätte auch diese Wahlperiode kandidieren können, ich würde dies Amt des Praefectus Annonae nicht bekleiden. Doch durch die noch bestehende Patria Potestas über meine Person, Vater, wollte der Kaiser mich nicht in den Ordo Senatorius berufen."
Hoffentlich verstand es der Vater nicht falsch, hoffentlich dachte er nicht Furianus wolle ihn mit diesen Worten für seine derzeitige Situation verantwortlich machen. Sogleich musste er Zweifel beseitigen.
"So warte ich noch, um von dir nach meiner Heirat, aus deiner Obhut entlassen zu werden. Vater, ich bin Stolz, dass du dies Recht über mich ausübst, es gab für mich in all den Jahren keinen Grund zur Beschwerde - ich kann mich gar glücklich schätzen.
Durch die Heirat mit Tiberia Claudia begründe ich meine eigene Familia und führe meinen Weg fort. Doch, vater, ich möchte dir danken.
Unter deiner Obhut war ich sicher, mir fehlte es an nichts. Du hast mich stets unterstützt und geleitet, die Götter haben mich mit dir als Vater beschenkt."
Auch wenn Felix seiner Vaterrolle nur seit nicht alllzu langer Zeit nachkommen konnte, Furianus wuchs in britannia auf, hatte sein Sohn niemals Grund zur Klage. Furianus Lächeln war nun ehrlicher und er schätzte sich glücklich wieder beim Vater zu sein, der ihm mehr bot, als er jemals erwartet hätte in Rom aufzufinden.
Bei deinen Recherchen zur Provinz Judäa bist du sicherlich auch auf den Grund gestoßen, warum der Kaiserkult für Juden nicht verbindlich war.
Wenn nicht, dann erkläre ich das kurz. ![]()
Wenn dir der Idumäer namens Antipatros nicht bekannt ist: Er war Statthalter Judäas, Idumäas, Galiläas und Peräas, verdrängte damals als quasi Außenminister Hyrkan II. , der durch Pompeius den Machtkampf gegen Aristobul II. gewann und somit auch Judäa unter römische Obhut fiel (genauer gesagt unterstand das gebiet des heutigen israels dem syrischen Statthalter, später LAPP unter den Kaisern, also der Provinz Syrien.. Er entmachtete Hyrkan II., der dann lediglich das Amt des Hohenpriesters wahrnahm und den Titel des Ethnarchen tragen durfte. Aristobul war der eigentliche Statthalter, der den Weg für seine Söhne ebnete. Einer seiner Söhne war Herodes der Große, den dürftest du aber kennen. ![]()
So, und nun zum Wesentlichen.
Aristobul erwirkte etwa 40 v.Chr. bei Caesar die Befreiung der Juden von den Auxiliartruppen und die jüdische Religion wurde als religio licta anerkannt. Daraus, durch diese Anerkennung, konnte später juristisch exakt die Befreiung vom Kaiserkult angesichts des Monotheismus erschlossen werden. Und wenn es eine Befreiung aufgrund des Monotheismus vom Kaiserkult gab, dann waren wohl auch alle anderen Kulte nicht verbindlich.
Das ist der Unterschied zu den Christen, denn das Christentum war keine religio licta, also auch nicht rechtlich anerkannt und es war somit auch als "Verbrechen" definiert, wenn sie nicht huldigten.
Quellen kann ich dir später geben, habe die Unterlagen nicht zur Hand.
Furianus verabschiedete sich von Crassus und ging seines Weges.
Als er schon in der Sänfte lag, fiel es ihm ein. Er wollte mit Crassus doch über das Factiogelände reden, war jener ja Princeps Factionis. Aber er lächelte drüber und verschob es auf ein zukünftiges Treffen - Crassus würde so oder so bald die Villa Flvaia aufsuchen wollen, denn er war ein Wollender. Und ein Mensch der etwas wollte, der war leicht durchschaubar. Daher machte er sich keine Sorgen, er musste lediglich warten.
Furianus lächelte ebenfalls und entzog sich einem Kommentar darauf.
Statt zu antworten ließ er seinen Blck zur Sklavin gleiten und bedeutete ihr nochmals einzuschenken.
"Um nochmals auf die Villa in Misenum zurück zu kommen. Als Architectus habe ich nur das Wissen um den Häuserbau, nicht um die Ausstattung. Kennst du eine Person, die sich dem besonders gut annehmen kann? Ich meine, eine Person mit Geschmack, Erfahrung und einem gewissen Talent. Oder willst du dies übernehmen?"
ZitatOriginal von Lucius Aelius Quarto
”Ach ja... mmh... nein, ich denke, die Factio Veneta benötigt keine weiteren Zuchtbetriebe. Unsere wichtigsten Stallungen befinden sich hier in Rom, direkt beim Circus und wir kaufen gewöhnlich bereits gut ausgebildete Pferde. Meistens direkt beim Züchter, vorzugsweise aus Germania.
Ich muss mich entschuldigen, ich hätte es dir schriftlich mitteilen sollen. Ich hoffe, du verzeihst mir dieses Versäumnis.
Darf ich fragen welcher Factio dein Herz gehört?“
"Schade, es ist ein guter Platz."
Entfuhr es ihm.
Er hätte es sich doch denken können, dass die Veneta ihre Gebäude und Übungsplätze schon lange in das Bild Roms etabliert haben. Aber er hatte es wenigstens versucht und konnte sich daher auch keine Untätigkeit vorwerfen. Sein Gewissen konnte doch grausam sein.
Doch auf die Frage des Senators konnte er keine ehrliche Antwort geben. Sein Herz schlug für keine factio, er konnte sich nicht einmal für Wagenrennen begeistern. Einzig der gesellschaftliche Zwang, der soziale Aspekt, trieben sein Engagement diesbezüglich an.
"Mein Herz schlägt für die factio purpurea, der ich auch mit Stolz als Princeps Factionis voranstehe."
Log er dem Senator ins Gesicht und setzte ein unscheinbares Lächeln auf, ein Lächeln künstlicher Begeisterung, denn das Funkeln in den Augen gelang ihm sowieso nicht.
Einigen dürfte es aufgefallen sein - ich war nur sporadisch online.
Das hängt mit der derzeitigen Rl-Situation zusammen, die es mir einfach zu selten erlaubt mich anderweitig zu beschäftigen, ist ziemlich viel Stress in letzter Zeit und ich auch oft unterwegs.
Ich weiß nicht wie lange dieser Zustand noch anhalten wird, ich hoffe auf ein baldiges Ende. Spätestens am kommenden Wochenende lasse ich mich hier öfters blicken. ![]()
Also entschuldige ich mich für meine plotlähmende Abwesenehit.
Furianus, wie naiv er doch war, schätzte diesen Augenblick mehr als jeden anderen in letzter Zeit. Endlich wieder den Vater erblicken zu können war eine Befreiung - er lebte noch.
Sardinia war sehr abgeschieden, da wusste man nie, die Möglichkeit bestand immer es als Letzter zu erfahren oder gar niemals. Räuberbanden gab es genug und gute Sklaven, sowie auch Leibwächter waren schwer zu finden.
"Mir geht es gut, ich bin endlich wieder in Rom."
Sagte er voller Enthusiasmus während beide Platz nahmen.
"Hispania ist eine wunderschöne Provinz, ich sammelte viele Erfahrungen, doch Rom, Rom bezaubert."
Mit einer schnellen Handbewegung, für manche Menschen ein Zeichen kindlicher Begeisterung, streifte er seine Nasenspitze und lächelte.
"Wie erging es dir, Vater? Ich hoffe die Ruhe bekommt dir gut - wenn nicht, wir alle würden uns glücklich schätzen, wenn du uns öfters mit deiner Anwesenheit beglückst."
ZitatOriginal von Lucius Flavius Furianus
"Ich danke dir für deine Zeit, Senator, die ich auch nicht so lange in Anspruch nehmen will."
Sagte er sich auf den bequemen Stuhl setzend und fuhr sogleich fort.
"Ich hoffe du erinnerst dich an einen Brief von mir, den ich dir als Princeps Factionis der factio veneta geschrieben habe?"
Der Senator wusste es scheinbar nicht mehr, so dass Furianus ein wenig präziser werden musste.
"Es war ein Werbeschreiben. Es werden Übungs- und Zuchtgelände in Hispania verkauft, jede Factio hat die Möglichkeit eines zu erwerben - ein Gelände steht noch zur Verfügung. Und von der Factio Veneta kam noch kein Antwortschreiben, soweit ich mich erinnere."
"Und auch wenn wir sie nicht überleben - Rom wird es ewig."
Fügte er ein und nahm ebenfalls einen großen Schluck des köstlichen Getränkes.
Es war schon recht viel Zeit verstrichen, seitdem seine Sänfte an jenem Domus ankam. Sicherlich würden die Leute schon reden was eine flavische Sänfte vor dem Haus des Praefectus Praetorio zu tun hatte, auch wenn er den Trägern anwies ein wenig weiter zu gehen und dort zu warten. Doch, wie die Leute so waren, würden sie es merken.
Also stand er mit einem Lächeln auf und nickte Crassus zu.
"Ich danke dir für deine Gastfreundschaft, Caecilius Crassus."
"Dann ist dies ein Versprechen, mein Freund."
Er legte seine Hand auf dessen Schulter und beide wussten ganz genau, dass die Götter Durus nicht mit dem Bette strafen würden - wenigstens nicht in nächster Zeit. ![]()
"Nun, dem Ödipus eifere ich wahrlich nicht nach - das wäre der größte Frevel, nein."
Sagte er scherzend und ging auf ihre Vermutung ein. Diese war zwar auf ihre Situation bezogen richtig erkannt, doch er hatte schließlich keine Wahl, die Götter führten sie zusammen. Außerdem wich er so am besten dem Altersunterschied aus, welcher doch nicht so leicht beschönigt werden konnte.
"Eine Frau, die sich wie eine Mutter um mich sorgt und mir die Aufopferung einer Ehefrau schenkt. Bin ich nicht doppelt so reich beschenkt worden, als die vielen anderen Männer auf Erden?"