Zitat
Original von Apollonius von Samothrake
Apollonius winkte die Sklavin heran, die mit einem Weinkrug herantrat und Furianus davon etwas in einen Pokal einschüttete. Man sah sogar in dem Weinkrug etwas Schnee schwimmen. Aber von dieser Dekadenz im Süden hatte man ja schon gehört. Apollonius Augenbraue zuckte als er Furianus zuhörte. "Experiment?" echote er kurz und er mußte ein gewisses Entrüsten auch verbergen. Das machte ihn tatsächlich etwas baff. Apollonius und Phokas gehörten wohl kaum zu solchen Männern, die ungestüm wie die Jugend irgendwelche Wagnisse eingingen. Sollte er jenem Manne, wie auch immer noch dessen Name gewesen war, erläutern, daß solche Planungen schon lange Zeit gebaut wurden? Ob von Herkulaneum bis zum Norden Italias, von Athen bis Hispania! Nun, es schien Apollonius jedoch zu müßig mit einem Römer darüber zu reden.
"Aber ganz selbstverständlich bauen wir so, wie Ihr es wünscht!" Apollonius zwirbelte etwas hektischer an seinem Bart. Die Odyssee? Das machte so ziemlich alles kaputt, was sich Phokas ausgedacht hatte. Und schließlich würde Apollonius unter den Launen seines Sklaven leiden müssen. Was machte er da nur? Natürlich lag Apollonius als Grieche Homer auch viel näher als jener römischer Autor, der die Geschichten der Griechen ja nur geklaut und umgewandelt hatte. Aber was sollte man machen? Schließlich waren die Kunden Römer. Und dann kam ausgerechnet ein Römer und wollte griechische Mythen haben? Das machte Apollonius für einen Moment etwas sprachlos. "Aha!" brachte er erst mal nur heraus. Wenig eloquent und geistreich, was er gleich selber merkte. "Nun, sicherlich. Doch wünscht Ihr wirklich griechische Helden und Göttergestalten in Eurer Villa?" fragte Apollonius sich versichernd.
Furianus nickte.
"Ja, ich will griechische Heroen, Fresken und Mosaike. Du musst wissen, dass ich auf dieser villa wünsche den negotia zu entfliehen, die ja untrennbar mit Rom verbunden sind, wo ich derzeit lebe. In der dortigen Villa finden sich griechische Szenen oder Statuetten nur sehr selten. Daher will ich mich von allen römischen Künsten trennen und darum soll nur griechische Kunst meine Villa schmücken. Es wird ein Ort der Zuflucht sein, eine andere Welt sozusagen, auf keinen Fall ein zweites Rom."
Es klang zwar recht belustigend und eigenartig, was er gerade von sich gab, doch es war sein vollster Ernst. Römische Kunst hatte er schon zu lange betrachtet, sie umgab ihn jeden Tag in Rom, nein, er wollte sie verbannen und etwas Neues schaffen, etwas, was auf keinen Fall römisch sein sollte. Vielleicht würde er auch ein Trcilinium im ägyptischen Baustil einrichten wollen, wie es heutzutage Mode war, doch dies alles mit der Zeit.