Furianus nahm sich den Becher und füllte ihn, Nadia nicht weiter beachtend, auf. Während er dies tat sprach er leise und geistesabwesend.
"Was steht denn zwischen uns? Und was ist zu bereden? Drücke dich klarer aus."
Furianus nahm sich den Becher und füllte ihn, Nadia nicht weiter beachtend, auf. Während er dies tat sprach er leise und geistesabwesend.
"Was steht denn zwischen uns? Und was ist zu bereden? Drücke dich klarer aus."
Ich weise nochmals dezent auf meinen Betrieb "Barbier Maestro" hin und bitte um Freischaltung.
Furianus kam müde in sein Cubiculum und bemerkte Nadia erst als er zu seinem Bette ging, um den Becher Wein zu nehmen.
"Was machst du denn hier? Wer hat dich hinein gelassen?"
Sagte er grob und in einem zynischen Tonfall.
Furianus erkannte ihre Meinung und lächelte etwas müde.
"Genug Politker, die vom Volk gehasst werden? Da höre ich doch eine gewisse Aversion gegen die Politk heraus oder täusche ich mich? Oder du traust mir nicht zu ein guter Politiker zu sein."
Furianus wurde bei dieser Frage ernst.
"Nunja, ich könnte die Frage ganz diplomatisch beantworten und sagen, dass dies nur die Götter wüssten. Doch bin ich mir im Klaren, dass ich zwei Optionen habe. Entweder ich beschreite weiterhin den Cursus Honorum oder ich gehe wieder zurück zu den Vigiles. Ehrlich gesagt bin ich unentschieden. Die Politik reizt mich, doch bin ich auf diesem Gebiet noch nicht erfahren genug um mich gleich fest zu legen."
Er dachte nochmal nach und versank ein wenig in Gedanken, wandte sich dann doch wieder Claudia zu.
"Hättest du einen Rat für mich oder gar einen Wunsch?"
Wunsch hätte er lieber nicht sagen sollen, da er wahrlich nicht kontrolliert werden wollte. Aber nun war es doch zu spät und Furianus blickte ihr interessiert und zugleich neugierig in die Augen.
Genüsslich schob er sich eine weitere Traube in den Mund.
"Warum so berschwiegen, meine Liebe?"
Und nahm einen Schluck Vinum.
Dieser Aussprache verfiel Furianus immer wieder. Dieser leicht achaisch angehauchte Akzent machte sie für ihn umso mehr begehrenswerter.
Lasziv strich er sich mit zwei Fingern über die Augenbraue und lächelte ihr zu.
"Na vielleicht habe ich ja mal das Glück dies merkwürdige Verhalten mal selbst zu erleben. Ich habe zwar viele Hispanier hier in Rom angetroffen, doch erschienen sie mir alle normal. Aber ich habe schon gehört, dass man dort eher ein wenig freizügiger ist. Vermutlich liegt es ja am Klima, aber es steht mir auch nicht zu darüber Spekulationen zu machen."
Eine Traube wanderte in seinen Mund.
"Ahja, ich arbeite auch nun für die Acta Diurna als Subauctor. Ein sehr interessanter Beruf und eine wunderbare Informationsquelle, wenn du verstehst was ich meine."
Schelmisch zwinkerte er ihr zu.
Erfreut darüber sagte Furianus mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
"Deine Entschuldigung nehme ich an. Du bist hier um zu lernen und nun weißt du, dass Disziplin eines der wichtigsten Fundamente einer guten Einheit ist. Außerdem bist du ein geeigneter Mann, es hapert zwar noch an vielen Stellen, doch aus dir wird schon noch ein guter Miles."
Er drehte sich um und wollte schon gehen, bis ihm etwas einfiel.
"Ahja, noch was. Lass dich im Lazarett vorsichtshalber untersuchen, man ist oft betäubt durch den Schock und entdeckt Verletzungen manchmal erst wenn sie schon entzündet sind. Also ab ins Lazarett, Probatus. Wegtreten."
Und Furianus machte sich auf in die Taverna, jetzt brauchte er schon seine Erfrischung und Ruhe. Und wie er aussah würde er dort auch gut hinein passen, mit schwarzen Ruß im Gesicht.
Mitten auf dem Weg davon hielt Furianus an und drehte sich um.
"Erlaubnis erteilt."
Er hoffte inständig, dass der Probat nun Reue zeigen würde und nicht weiter auf der Sache herumritt, denn Furianus`Zorn war schon sehr ausgeprägt in diesem Moment.
Er baltte seine Hände zusammen und sah den Mann fragend an.
Furianus lächelte müde. Die lobenden Worte schien der Probatus ganz gewiss überhört zu haben und so ging er mit gehobenem Zeugefinger auf jenen zu.
"Sprich nicht so mit mir, Probauts. Ich riskierte gerade mein Leben für dich! DU kennst dein Recht?! Weißt du auch was dir für Strafen auferlegt werden können bei Befehlsverweigerung? Bei Beleidigung eines Vorgesetzten? Weißt du das?! Ich kenne die Rechte auch, verdammt!"
Mit einer energischen Handbewegung zeigte er auf die danebenstehenden Vigiles.
"Warum verweigern sie keine Befehle, handeln nach Vorschrift?! Warum, sag es mir! Ein anderer hätte dich schon längst aufgegeben, hätte dich einfach rausgeschmissen und für untauglich erklärt! Und das ist der Dank, deine zynischen Worte?! Befehl war das Haus zu löschen, nichts sonst! Es hat dir keiner Befohlen dort hinein zu rennen! Sage mir, Probat, warum gewinnen unsere Legionen?! Durch Disziplin! Stell dir vor, dort würde ein solcher Miles wie du in Formation stehen und der Feind würde stürmen?! Was glaubst du würden deine Kameraden machen, würdest du einfach so nach Belieben aus der Formation gehen und irgendwohin sonst laufen, so wie du eben auf eigene Faust gehandelt hast!? Sie würden dich töten, du Narr! Und wir sind nicht anders als die Legionen, wir bauen auch auf Disziplin, die bei dir aber nicht vorhanden ist!"
Optio Flavius senkte seine Stimme und legte sich seine recht Hand auf die Stirn und ging weg, indem er noch sagte.
"Dank den Göttern, dass ich dich, Großmaul, noch bestehen lassen habe. Und nun abtreten in die Unterkünfte."
Er freute sich schon sehnlichst sein Amt als Quaestor zu übernehmen. Dieser Probatus raubte ihm den letzten Nerv. Ein guter Schluck Vinum würde jetzt das Richtige sein und Furianus ging in eine Taverna, die er doch durch seine Herkunft mied.
Ok, dann sehe ich mal ob ich zu dem Thema eine Dissertation hinbekomme. Dies kann aber noch ein wenig dauern, da ich ziemlich eingespannt bin. Ich sage dir dann per PN bescheid.
Wutenbrannt starrte er ihm in die Augen.
"Was fällt dir ein, Probatus!? So mit mir zu reden!? Du und mir Befehle geben?! Was bildest du dir ein wer du bist! Ich habe hier die Befehlsgewalt und solange ich dein Ausbilder bin bleibt das auch so!"
Er hielt kurz inne und strich sich mit der Hand durch das Gesicht. Seine Stimme wurde ruhiger.
"Mein Befehl war das Haus zu löschen. Wärst du dort drinnen umgekommen würde ich vor das Kriegsgericht kommen und müsste mich dann für deinen Tod verantworten. Hast du daran gedacht? Nein! Und darum sage mir nicht was ich tun und was ich nicht tun soll. Dies liegt nämlich nicht in deiner Entscheidungsfreiheit und nicht in deinen Befugnissen! Verstanden? Gut."
Furianus wartete nicht ab bis der Probatus ein Wort antworten konnte und ging auf ihn zu. Nahm seine Hand und half Didianus sich aufzurichten. Dann lächelte er ihn freundlich an und klopfte auf die Schulter.
"Der Schlag war dafür, dass du dich Befehlen widersetzt und dein Leben und meine Karriere aufs Spiel gesetzt hast. Und das hier ist für deinen Mut und die tadellose Aufopferung. Von den kleinen Fehlern abgesehen und von diesem Ereigniss gerade eben sehe ich die Prüfung als bestanden. Doch verspreche mir, dass du in Zukunft immer auf Befehle hörst. Dies erspart dir Sorgen, Gabriel. Und auch eine gute Karriere bei unserer Einheit steht dir voraus."
Dieser Ton und das Rumgeschubse gefiehl Furianus ganz und gar nicht.
Und so sprintete er von Gabriel gefolgt aus dem Hause, welches, gleich nachdem sie das Freie erreichten, einstürzte.
Der Brand war vergessen und Furianus musste husten. Sein Gesicht war von Ruß gänzlich bedeckt.
Nachdem er nun wieder einigermaßen Luft holen konnte ging er zum Probaten, der noch immer zu husten schien. Optio Furianus warf seine Decke von den Schultern und starrte auf Didianus, der noch immer gebeugt stand.
Als jener sich ein wenig aufrichtete holte Furianus aus und schlug ihm mit der geballten Faust auf die Wange.
Der Probat fiehl von der Wucht des Schlage um und Furianus schrie ihm voller Wut ins Gesicht.
"Du! Was fällt dir ein! Wir hätten Beide sterben können da drinnen! Habe ich den Befehl gegeben dort rein zu laufen?! Habe ich jemals gesagt, dass dort Personen eingeschlossen sind?! Hörst du nicht zu oder willst du nicht?! Ich hätte dich dort drinnen im Stich lassen sollen! Bei den Göttern, Probatus, bist du des Wahnsinns?!"
Noch immer bewegte sich der Brustkorb des Optios mit rasanter Geschwindigkeit auf und ab und die daneben stehenden Vigiles konnten nicht fassen was dort geschehen ist.
Würde die Dissertation dann einen zum Magister Architecturae machen oder als CC gelten?
Optio Flavius konnte es nicht fassen.
Sogleich sprintete er zu dem Szenario und wusste erst nicht was er tun sollte.
Nach ein paar Rufen schien nichts von Didianus zu kommen und so stülpte sich Furianus die Decke über den Kopf und Teil des Körpers.
Noch wenige Augenblicke spielte er mit dem Gedanken sein Leben nun für diesen Libertus zu riskieren. Doch er entschied sich hinein zu gehen. Schließlich unterstand der Mann seinem Befehl, schließlich würde es auf Furianus zurückfallen würde der Probat sein Leben lassen. Und eine Gerichtsverhandlung schadete immens seinem Ruf.
So ging er mit in das brennende Haus.
"Probatus, bist du des Wahnsinns, wo steckst du?!"
Rief Furianus verzweifelt.
Zuerst heißt es Menschen sind im Haus drin und dann lässt man es einstürzen..
Furianus wunderte sich sehr warum der Probatus nun die Feststellung hatte, dass dort drinnen Menschen sein würden. Und warum, bei den Göttern, lässt er das Haus dann einstürzen. Im Kopfe notierte sich der Optio diese Schandtat und würde diese auch bestimmt ansprechen.
Aber die Idee mit dem Einsturz ( ;))verdiente sein Wohlwollen und so beobachtete er weiter
Verwundert schaute sie Furianus an und wusste nicht wie er dies zu deuten hatte. Merkwürdige und seltsame Menschen kam ihm doch sehr fremd vor.
"Spielst du was Bestimmtes an wenn du von merkwürdig und eigenartig sprichst?"
Womöglich hatte sie schlechte Erfahrungen mit den Hispaniern, ja, das müsste es sein. Furianus bereitete sich schon vor ihre Hand zu ergreifen wenn sie von schrecklichen Dingen sprechen würde. Doch vorerst nahm er sich noch eine lukanische Wurst.
Den Ablauf genau beobachtend stand Furianus mit den Händen hinter dem Rücken verschrönkt da.
Man hätte anders vorgehen können, doch schien der Probatus Didianus Herr der Lage zu sein.
Mitunter das Wichtigste bei einem Brand.
Zwar war das Handeln des Probatus inkongruent mit Furianus`Gedanken, doch war er zufrieden.
Schaute sich die Szenerie an.
Fasziniert hörte Furianus zu.
"Große Worte, Senator. Sie ehren euch als Politker, sowie auch als Mensch."
Beflügelt durch die Worte des Senators ließ er sich seine Zukunft nochmal durch den Kopf gehen. Wahrlich keine leichte Aufgabe und die Götter würden seinen Weg schon lenken, zumndest hatte er die Hoffnung darauf.
Sein Brot essend verschluckte er sich beinahe an der Frage Curios. Rom schien wirklich zu öffentlich zu sein, doch vermutlich hing es auch damit zusammen, dass der Senator bei der Acta arbeitete.
"Kürzlich bekamen wir Verstärkung durch einen neuen Tribun. Ich selbst habe diesen noch nicht zu Gesicht bekommen können, doch sagt man er hätte die nötigen Referenzen um Subpraefekt zu werden. Ja, wie ihr wisst hört man viele Gerüchte in Rom. Doch kann ich dazu auch nicht wirklich etwas beitragen, da ich selbst noch im Unklaren bin. Erst kürzlich war ich im Officium des Praefekten und mir ist nichts sonderlich Ungewöhnliches dabei aufgefallen. Der Schein mag trüben doch bin ich der Annahme, dass uns Senator Falco noch erhalten bleibt."
Mit einem Nicken bestätigte Furianus Curios Mutmaßungen.
Als dann das Essen kam betrachtete er dieses genauer, blickte den Wirt dann wieder nickend an und bedeutete ihm sich entfernen zu dürfen.
"Es wäre töricht von mir zu sagen, dass ich im Cursus Honorum politische Luft schnuppern will. Ich diene Rom wo es mich braucht. Aber um eure Frage zu beantworten kann ich mich nicht entscheiden. Die Vigiles sind eine ausgesprochen gute Einheit, die Politik fasziniert mich aber auch. Meiner Meinung nach kann ich in beiden Gebieten noch nicht exzellieren, dafür bin ich noch zu unerfahren. Doch gehe ich den Weg meiner Ahnen. Patrizier waren schon von je her zuerst in den Diensten der Legion und dann der Politik. Diesen Weg beschreite ich, da ich konservativer Einstellung bin."
Ein Bissen in das Brot folgte.