Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Furianus musste ein wenig lächeln.


    "Nun ja, als Miles wird ja von mir vorrausgesetzt, dass ich mich hierher ohne Geleit traue."


    Amüsant fand der Wirt Senator Curio aufs Wort gehorchte. Vielleicht war dies auch ein Freigelassener des Senators oder die Taverna gehörte gar Curio. Er wusste es nicht, doch amüsierte er sich nun prächtig.


    "Ihre Villae gerade in der Suburba anzulegen mag doch ein sehr delikater Schritt gewesen sein. Entweder das Volk würde sie mögen oder der Pöbel würde dies als Beleidigung ansehen. Tapfere Männer, die jenes Risiko wagten. Aber wie uns die Geschichte lehrt war dieser Schritt von Erfolg betrachtet man doch den Divus Iulius."

    Sein Blickte schweiften kurz zu dem Schauspiel, was er aber gar nicht als unterhaltsam fand. Kopfschüttelnd wandte er sich aber sogleich davon ab und nahm Curios Hand zum Grusse.


    "Ja, nach etlichen Irrwegen konnte ich mich doch noch des Zieles erfreuen. Publius Matinius?"


    Er schaute den älteren Mann an und konnte sich beim besten Willen nicht erinnern diesen Namen jemals gehört, geschweige denn den Mann gesehen zu haben.


    "Seid auch ihr gegrüßt, Publius Matinius. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ihr mir unbekannt seid. Doch dies mag nicht an euch liegen, ich bin erst kürzlich nach Rom gekommen, war ich doch meine ganze Jugend über in Britannia."


    Wieder wandte er sich zu Senator Curio.


    "Brot mit Olivenöl? Wenn es hier bekömmlich ist, dann habe ich keine Einwände. Ich hätte aber bitte noch ein wenig Vinum, die Irrwege hierher waren doch ein wenig mühsam."


    Mit diesen Worten nahm Furianus Platz.

    Furianus eilte durch die unzähligen Gässchen Roms in die Taverna. Eigentlich ein ihm fremder Ort, doch übertraf die überraschende Einladung eines Senators seine Zweifel.
    Sich umblickend betrat er die gute Stube und hielt ausschau nach Senator Curio.
    Ihn erblickend ging er lächelnd zu jenem Tische, an dem mitunter der Senator saß.


    "Salve, Senator Scribonius Curio. Welch eine Ehre für meine Person euch hier Gesellschaft leisten zu dürfen."


    Ein wenig Honig um den Mund zu schmieren war zwar nicht Furianus`Gepflogenheit, doch schien es ihm hier mehr als passend, bei solchen Persönlichkeiten. 8)

    Furianus saß still da und hörte sich die Geschehenisse an.
    Die Ausbildung neuer Probati nahm ihn so ein, dass er Vieles nun nicht mehr wusste oder eher nicht informiert wurde. Noch ein wenig dachte er darüber nach und fügte noch eine Bemerkung ein, sonst würde man ihn noch für schlafend halten.


    "Soso."

    Aus seinen Gedanken gerissen schaute er sie überrascht an und lächelte dann etwas müde.


    "Ach, ich schwelge nur in Gedanken, Liebste. Wo wären wir Römer würden wir diese unbedeutenden Fragen nicht geniessen können. Wären wir Barbaren? Nun, ich denke schon."


    Er bemerkte, dass er wieder in Gedanken zu versinken schien. Sein freier Geist hatte heute wohl besondere Aktivität inne.
    Mit einer theatralisch wegschiebenden Handbewegung deutete er nun wieder sinnvolle Themen anzusprechen.


    "Erzähl mir von Hispania. Ich hörte so viel und doch kann ich mir dieses Land nicht vorstellen. Es ist meiner Meinung zu schön um wahr zu sein."

    Furianus nickte dem Patrizier zu.


    "Salve, Claudius. Meinen Namen wisst ihr bereits, wie ich feststellte."


    Dann trank er noch ein weiters Mal.


    "Diesem Ergebnis liegt...nun, ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich spekuliere zwischen meiner Rede und meinem Einsatz bei der Legio, sowie auch bei den Vigiles. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht. Auch setzte ich mich ja mit den Fragen des früheren Quaestor Consulum auseinander und beantwortete sie alle zu meinem Gunsten. Anders als andere Bewerber, aber ich verzichte nun auf ein Urteil. Was für mich zählt ist das große Vertrauen, was man mir zuteil kommen ließ."


    Seine Blicke schweiften durch die vielen Gäste und seine Stirn lag theatralisch in Falten.


    "Ich hörte von dieser Stichwahl, ein Claudier ist auch davon betroffen, liege ich richtig?"

    Ob der Bemerkung des Sohnes musste er lächeln.


    "Du hast erst die eine Seite der Münze von mir erfahren, Metellus. Probatus Didianus hat zwar sehr missbilligende Verhaltensweisen zu Tage gebracht, doch zeichnet er sich auch durch seinen Willen, sein Lernvermögen und die körperliche Belastbarkeit aus. Außerdem verfügt er über spezielle Eigenschaften, welche erjedoch vor seinem Eintritt in die Einheit erwarb. Er ist wie ein roher Diamant, Centurio. Man muss ihn schleifen. Potenzial hat er und damit würde er der Einheit ungemein dienen."


    Langsam ließ er seinen Blick über den Tisch schweifen. Und wusste nicht was noch zu sagen war. Gehen wollte er noch nicht, er mochte den Mann. Doch da fiehl es ihm ein.


    "Außerdem schlage ich vor den Probatus nun endgültig in die Einheit aufzunehmen. Seine Brandprüfung hat er bereits bestanden. Man müsste ihn, wie schon vorher gesagt, schleifen doch scheint er mir bereit ein Vigilus zu werden."


    Sim-Off:

    Die Prüfung ist noch nicht bestanden, jedoch dürfte dies kein Problem sein.

    Furianus lächelte.


    "Ich danke dir, Metellus. Ich war selbst überrascht solch ein Ergebnis erzielen zu können und bin dem Volke dankbar für das Vertrauen."


    Er wurde wieder ernst. Eigentlich wollte er nicht weg, Spass hatte er mit seinem Probatus auch.


    "Es wird wohl ein Abschied auf Zeit sein. Aber sofern es die Lage nach meiner Legislaturperiode zulässt werde ich wieder zu den Vigiles zurückkehren und meine Tätigkeit aufnehmen."

    Furianus nickte.


    "Wie du sicherlich gehört hast ist mir die große Ehre zuteil geworden dem Imperium als Quaestor dienen zu dürfen. Ich habe diesen Schritt schon vor meiner Kandidatur mit dem Preafectus abgesprochen und er hatte keine Einwände. Ich bin hier, um einige Sachen mit dir zu besprechen und um mich von dir zu verabschieden."


    Er hielt kurz inne.


    "Ich leite die Ausbildung des Probatus Didianus Gabriel. Und ich muss zugeben, dass dieser Mann nicht leicht ist. Er überhört Befehle, reagiert ohne Aufforderung dazu und allgemein steht es um seine Disziplin nicht gut. Bereits habe ich versucht dies durch Strafrunden und Strafliegestütze zu beheb, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Dies sage ich dir als Warnung."

    Niedergeschlagen senkte er den Kopf und verblieb so für geraume Zeit. Dann jedoch, wie vom Blitze getroffen, hob er sein Haupt an und lächelte ihr zu.


    "Aber gut."


    War seine Antwort. So plötzlich und unerwartet.
    Seine Hände wanderten nun wieder über den Tisch und erreichten einige Trauben.


    "Vergangenes Leben und doch erfüllt es seinen Sinn."


    Sagte er in Gedanken, und auf die Trauben starrend, versunken.

    Nachdenkend nahm er sich wieder seinen Becher.


    "Nun, um diese Jahreszeit ist der Weg mehr als beschwerrlich. Ich hoffe nur, dass der Brief nicht verloren gegangen ist. Ich bin müde des Wartens."


    Im ernsten Tonfall war dies gesagt und er furh sogleich fort.


    "Um mich herum werden Sponsalias gefeiert, sogar hier im Hause. Und ich stehe alleine."