Callidus war Quarto gefolgt und hatte sich neben und etwas hinter ihm aufgestellt, als er den Kaiser zunächst mit einem Nicken begrüßte, bevor sein Fürsprecher zu reden begann.
Beiträge von Marcus Aelius Callidus
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Callidus atmete erleichtert durch.
> Natürlich, denn ich schätze, die Sache ist wichtiger als die Schriftrollen. <
Da er sich bereits von einer Sklavin die Toga hatte anlegen lassen, um bald zur Kurie aufzubrechen, war auch seine aktuelle Garderobe für einen Empfang beim Kaiser geeignet.
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Durch den vorstehenden Sklaven des Hausesbenachrichtigt betrat Callidus das Atrium, in dem Quarto bereits wartete, dem Gesichtsausdruck zu Folge wenig erbaut. So hoffte Callidus auf das Beste und trat an seinen Verwandten heran.
> Du hast mich rufen lassen? Ich hoffe, es gibt keine schlechten Neuigkeiten. <
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Callidus, der froh über die Ablenkung war, erhob sich von den Schriftrollen, auf die er gestarrt hatte, und folgte sogleich dem Sklaven.
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Callidus dachte eine Zeit lang nach und schwieg, während er auf die Schiftrollen blickte und sie mit den Notizen auf seinen tabulae verglich. Das Amt des Comes musste zu einem der Zeit angepassten ausgebaut und mit weiteren Kompetenzen versehen werden, was die Adrogation durch den Kaiser bereits bewirkte, so dass auch der Vorschlag des Detritus nur seine volle Zustimmung erhielt, wenn man nicht sogar einen Schritt weitergehen könnte...
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> Man hörte von neuen Achsen, die bei der factio veneta verwendet werden sollen, was an diesem Gerücht jedoch dran ist, weiß ich nicht. Vielleicht sollten wir jedoch die Bauart der Wagen grundlegend prüfen lassen. <
Eine Spurverbreiterung für die bessere Kurvenlage im Oval wäre sicherlich nützlich gewesen.
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> Nun, ich denke, die einleitenden Worte zur geographischen Einteilung können unverändert bleiben, doch wird der nächste Abschnitt unerfreulich. Hier müssten wir Vieles ändern. Zum einen sollte das verabschiedete Gesetz zur Entsendung der Mitglieder in die lex aufgenommen werden, zum anderen sollte der Schlüssel, nach dem die Mitgliederzahl bestimmt wird, sofort Einzug in das Gesetz halten, damit die scribae und magistri scriniorum sich darum kümmern können.
Der zweite Abscnitt sollte gänzlich entfallen. Statt dessen sollte der Augustus selbst den Comes ernennen. Nach Ablauf der Amtszeit kann der scheidende Comes dem Augustus einen Vorschlag zur neuen Ernennung unterbreiten. <Callidus kramte in den Schriftrollen und fand noch die relevante Abschrift eines fleißigen Mitarbeiters der Kurie.
GESCHÄFTSORDNUNG – CURIA PROVINCIALIS ITALICA
§ 1 GELTUNGSBEREICH
Diese Geschäftsordnung gilt für die curia provincialis Italica.§ 2 MITGLIEDER DER CURIA PROVINCIALIS
(1) Die Kurie umfasst die Vollmitglieder, die dem ordo decurionum angehören, und die, die gemäß der lex de administratione provinciae Italiae gewählt werden, sowie Beisitzer, deren Zahl die Anzahl der Vollmitglieder nicht übersteigen darf.
(2) Vollmitglieder des ordo decurionum besetzen dabei die den Städten zugewiesenen Plätze, wobei mindestens ein aktiver Magistrat der Stadt in der Kurie vertreten sein muss. -
Nun, da er doch direkt angesprochen wurde, erhob Callidus sich, um zu sprechen. Er richtete kurz die Toga, an der man den dünnen Purpurstreifen sah, der ihn mittlerweile als eques auszeichnete.
> Zunächst bin ich deutlich überrascht, dass die factio nicht mehr Mitglieder mobilisieren kann, denn es sind schließlich wichtige Dinge zu bereden. In den vergangenen Rennen haben wir nicht erreichen können, was die Leistung unserer Lenker und Pferde versprochen hatte. In diesem Jahr sollten auch Siege auf unserem Plan stehen.
Da aber auch die Wahl des Vorsitzenden und eines vicarius Tagespunkt dieser Versammlung sein sollte, betrübt mich eben die mäßige Teilnahme, da diese einer Flucht vor der Verantwortung gleichkommt. < -
> Sicher hat sich mit der Zeit einiges geändert. Die Zwietracht wird auch wieder der Eintracht weichen, und durch schwierige Zeiten wie dieser wird die Kurie auf lange Sciht gestärkt; entsprechende Erlässe und Gesetze werden dafür sorgen. Nunja, vielleicht werde ich eines Tages auch die Situation in der Curia Iulia kennenlernen.
Ich danke dir aber nochmals für deine Mühen. <Callidus erhob sich von der Bank.
> Ich werde mich noch um einige Anträge verschiedener Städte kümmern müssen, du entschuldigst. <
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Wenn dem so war, musste Callidus diese Feste verpasst haben.
> Ich habe dort als scriba des Magistraten angefangen. Danach wurde ich selbst Magistrat und später Duumvir. Ja, noch heute besitze ich dort eine insula und habe eine große Verbundenheit zu der Küstenstadt. Die Feste, die dort gefeiert werden, werden vielleicht etwas ausgelassener gefeiert, anders als in Rom selbst. Die Exklusivität wird hoffentlich Einzug erhalten, wenn die Straßenausbauten für die Villen entgültig abgeschlossen sind. Ich bin sicher, du wirst die Villa Quartos ebenfalls noch kennenlernen. <
Callidus reichte Gaius einen Finger, mit dem er sich beschäftigen konnte.
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Callidus legte die Schriftrollen vor...
> Wir sollten es Schritt für Schritt durcharbeiten und unsere Ergänzungen machen. Wer wüsste besser, was zu schwammig definiert ist, als zwei Comites! <
Und da es sich eher um grobe Vorgaben handelte als um ein Gesetz, gab es einiges, was unter Umständen zu ergänzen wäre.
Codex Universalis
Anhang des Codex Universalis
Pars Nona - Lex de administratione Provinciae ItaliaeDieses Gesetz regelt die Verwaltung und das Recht für die Einwohner der Provinz Italia mit Ausnahme der Stadt Rom.
Über die Einteilung der Provinz
Die Provinz ist unterteilt in die Regiones Italia, Sicilia, Corsica, Sardinia, Alpes Cottiae, Alpes Graiae et Poeninae und Alpes Maritimae. Das Land jeder Regio ist in Territorien unterteilt, in denen genau eine Stadt liegt, die dieses Territorium verwaltet. Alles Land, welches nicht einer Stadt zugeteilt ist, ist kaiserliche Domäne.Über die Curia und die Regiones
Jeder Stadt ist es gestattet, Vertreter zu benennen, die gemeinsam die Curia der Provinz bilden. Die Zahl der Vertreter ist von der Zahl der Einwohner der Stadt abhängig und ist vor jeder Wahl vom Kaiser zu erfragen. Diese Vertreter müssen über das Römische Bürgerrecht verfügen.
Die Curia muss einmal alle vier Monate per Wahl für jede Regio einen Comes bestimmen, der gegenüber dem Kaiser als oberster Vertreter dieser Regio gilt. Kommt die Curia zu keiner Entscheidung, bestimmt der Kaiser einen Comes. Es ist dem Comes gestattet, zu seiner Unterstützung Magistri Scriniorum zu ernennen oder durch Wahl bestimmen zu lassen. Die Comites sowie die Magistri Scriniorum müssen im Besitz des Römischen Bürgerrechtes sein.Über die Städte
Es ist den Bürgern mit Bürgerrecht einer jeden Stadt gestattet, einmal alle vier Monate Wahlen abzuhalten, um zwei Duumvirn zu bestimmen, die die Stadt und ihr Territorium verwalten. Es ist den Duumvirn gestattet, lokale Magistrate zu ernennen oder wählen zu lassen, denen sie in der Stadt und ihrem Territorium Amtsgewalten übertragen können. Die Leitung der Wahl und die Bekanntgabe des Ergebnisses ist die jeweils letzte Amtshandlung in der Amtszeit eines Duumvirn. Der Comes überwacht die Durchführung der Wahlen, hat aber keinen Einfluss auf die Menge der aufgestellten Kandidaten oder den Wahltermin zu nehmen. Die Bürger einer Stadt können ihn jedoch ausdrücklich mit der Leitung der Wahl und der Festlegung des Wahltermins beauftragen, wenn sie dies mehrheitlich wünschen. Die Kandidaten für die obig genannten Ämter müssen im Besitz des Römischen Bürgerrechtes sein.Über die Sicherheit und das Recht
Die Duumvirn üben das Marktrecht in ihrer Stadt aus oder können es städtischen Magistraten übertragen. Zur Ausübung der Polizeigewalt ernennt der Kaiser in jeder Regio einen Regionarius und für die Überwachung der Häfen einen Praefectus Portuensis. Auch kann er dem Regionarius zur Unterstützung Centuriones Statorum zur Seite stellen. Die Befugnisse der genannten militärischen Beamten der Regio Italia erstrecken sich über den gesamten Bereich der Regio abzüglich derer der Stadt Roms. Im italischen Umland im Ausmass von 100 Meilen um die Stadt üben sowohl die genannten militärischen Beamten, als auch die Stadtrömischen Einheiten diese Funktion aus. -
Callidus trat an die Tür des Raumes und sah Detritus hinter Nakhti stehen, eine Statue des Hauses gründlich inspizierend.
> Ein Bildnis der Daphne auf der Flucht vor dem liebenden Gott, Ihr Gewand hängt herab und verdeutlicht ihre Hast, ihr Blick ist zurückgewandt ob des sich nähernden Verfolgers. Eine Kopie eines griechischen Originals. Meisterhaft, nicht wahr? <
Dann wandte er sich an Nakhti.
> Ich danke dir, du kannst dich zurückziehen. <
Er bat den Gast herein und deutete auf den Schreibtisch.
> Setz dich doch, Detritus! Ich habe mir bereits die Schriftrollen bringen lassen und sie am gestrigen Tage studiert. <
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Damit der Ädil auch mal wieder was zu tun hat :]...bitte freischalten:
aedificatores Aeliani
Danke.
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Da Callidus Vorräte an Lebensmitteln begrenzt waren, traf ihn der Aufbruch des Detritus nicht allzu hart.
Er verabschiedete ihn und machte sich an die Arbeit. -
Callidus hatte sich nach dem Gespräch mit Detritus und nach seiner Rückkehr auf den Palatin die Schriftrollen bringen lassen, die den Wortlaut der lex de administratione Italiae enthielten.
Eifrig machte er sich daran zu studieren, was er eigentlich schon gut genug kannte. Es war ein Vorschlag, eine Richtlinie, aber nicht mehr und genau das war es, was die Kurie in die verfahrene Situation gebracht hatte. Es war nun an der Zeit die unsäglichen demokratischen Elemente zu mindern. -
Bedeutender Senator? Damit war sein Freund Detritus wieder aus dem Rennen. Es hätte Callidus aber auch keine besonderen Vorteile gebracht; keine, die er nicht jetzt schon gehabt hätte.
> Ich bin ganz sicher, dass...Lucius einen geeigneten Gatten finden wird, schließlich verfügt er über weitreichende Verbindungen und ist ein angesehener Konsular.
Ich selbst bin nicht verheiratet. Meine Amtszeit in Misenum hielt mich fern von Rom und seiner Gesellschaft. Als Comes bin ich ebenfalls nur selten an einem Ort. Die Amtsgeschäfte treiben mich öfter von Stadt zu Stadt. Ich hoffe jedoch, dass ich bald vermehrt in Rom sein werde. <Dann würde sich sicher etwas finden. Als Aelier und mit seinem eigenen Vermögen, dass beachtliche Ausmaße angenommen hatte, wäre er bald sicher auch eine akzeptable Partie.
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Man konnte nicht behaupten, dass Detritus sich nicht traute um Dinge zu bitten, die er wollte. Genaugenommen waren seine Botschaften nicht einmal mehr versteckt. In Callidus Augen war er ein Gnatho, wie ihn Terentius nicht hätte besser beschreiben können.
So schob er die Schale mit rüchten hinüber.Sim-Off: WiSim
> Bedien dich nur, du siehst so abgemagert aus! Nun, weiter gibt es nichts. Ich erwarte deinen Besuch. <
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Callidus erinnerte sich an den Verwandten des Detritus, Octavius Victor, mit dem er flüchtig einmal zu tun hatte.
> Wir werden sehen, was die Götter für mich vorgesehen haben. Was eine Neufassung der lex angeht, so würde ich dich bitten, auf den Palatin zu kommen, damit wir dort in Ruhe und ungestört über Änderungen reden können. Ich werde die Schreiber bis dahin beauftragt haben, mir Abschriften der lex de administratione Italiae zu bringen. <
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Etwas verärgert über den desolaten Zustand der factio schwieg auch Callidus.
Er hatte mit Furianus bereits gesprochen und die wichtigen Themen würden gleich sicher so oder so zur Sprache kommen, weshalb er sich zunächst auch in Schweigen hüllte und abwartete. -
Und so erhielt der dürstende Octavier die Kanne.
> Ich wäre über deinen juristischen Rat sehr erfreut und allein deine Mitarbeit als Quaestor und ehemaliger Comes der regio verleihen dem Entwurf vor dem Senat ein größeres Gewicht. <
Auch Callidus goss sich ein und trank einen Schluck.
> Die Wahl ist längst überfällig gewesen, das Ergebnis stand noch aus. Nein, so ist die Kurie nicht entscheidungsfähig und mit einem nicht bestätigten Comes die Verwaltung lahmgelegt. Umso dringender würde ich das Amt fortführen wollen, doch sehe ich auch, dass ein frischer Wind Vieles anpacken könnte, was liegen blieb. Sollen gute Männer Roms sich auf dem Posten beweisen können, ich will mich zurückziehen.
Ich habe mit meinem Verwandten, dem Konsular Lucius Aelius Quarto, gesprochen, der sich um einen Posten beim Kaiser bemühen will, doch werde ich auch, sollte dieser ihn verweigern, die Kandidatur zum Vigintivirat antreten. <