Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    Da war die Sache also doch etwas anders, als Callidus sie sich vorgestellt hatte. Der Mann war noch längst nicht gefunden und die Arbeit offensichtlich an Quarto hängengeblieben.


    > Nun, ich denke, dass dein Cousin sicher dafür Sorge trägt, dass ein geeigneter Gatte dir zur Seite stehen wird. Immerhin bist du aus dem Haus der Aelier und daher nicht nur aufgrund deiner liebreizenden Züge, sondern auch deiner Verbindungen für jeden Mann äußerst attraktiv. <


    Irgendwie fiel ihm das ein oder andere Wort schwer. Als er Paulina eine kurze Weile betrachtete, kam ihm Detritus in den Sinn, der doch auch keine Frau hatte. Sicher ergäben sie ein wundervolles Paar.


    > Du wirst also in Rom bleiben!? <

    > Ich kann mich entsinnen. Ich habe damals meine Amtszeit in Msienum begonnen, als du der Kurie noch angehörtest. Doch in den letzten Monaten sind die Verhältnisse schwankend und die Lager klar geteilt. Jede noch so kleine Diskussion endet in Zwietracht, der Vorsitz der Kurie ist durch Abwesenheit verkommen.
    Es wird noch daran zu arbeiten sein, dass die Verwaltung der regio nicht weiterhin auf tönernen Füßen steht. <

    > Ich werde mich rasch um eine Verschriftlichung kümmern.


    Callidus wusste nicht, ob die aufmerksamen Blicke ihm oder der Kanne mit Falerner hinter ihm galten, daher fragte er.


    > Möchtest du Wein? <


    Sim-Off:

    WiSim :]


    > Du wirst als Tribun zu den städtischen Kohorten gehen? Es klingt, als hättest du vor einen Weg auf der politischen Bühne zu beschreiten. Ich schätze, dass du dann schon bald dein nächstes Amt bekleiden wirst. <


    Waren die Wege des Callidus und des Detritus bis hierher recht identisch verlaufen, begannen sie nun sich doch langsam zu trennen.

    Callidus nickte zustimmend, während er aufstand und zum Regal ging.


    > Ja, das Amt des Comes bedarf neuer Pflichten und Rechte. Octavius Dio regte damals in einem Gespräch bereits die Stärkung des Amtes an. Wir sollten uns mit einem Entwurf schnellstmöglich an den Senat wenden. <


    Man hätte denken können, Callidus wollte die Karaffe mit Wein aus dem Regal nehmen, doch ging er bedächtig daran vorbei, mit nachdenklichem Gesicht.


    > Nein, ich meinte, ob du andere Ämter übernehmen wirst, so dass dir die Zeit für das Amt des rei nummariae peritus fehlen wird, oder ob du gar die regio verlässt. <

    > Du selbst hast die letzten Sitzungen verfolgen können. Solange die Verhältnisse in der Kurie nicht geklärt sind, wird es schwierig, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten. Überfällig ist er jedoch allemal. <


    Der Aelier machte ein zerknittertes Gesicht, während er an die zukünftigen Sitzungen dachte. Der Vorschlag müsste an der Kurie vorbei dem Senat vorgelegt werden...


    > Du wirst dich anderen Ämtern widmen? <


    Und wieder rotierte das Ämterkarussell in seinem Kopf, nach dem besten Mann suchend.

    Callidus hörte Detritus genau zu und überlegte einen Augenblick. Nein, die Gelder die in Misenum geflossen waren, waren über die Mittelsmänner gut genug vertuscht.


    > Natürlich, eine gute Idee, gerade bei den Bauvorhaben in Mantua und Misenum sind solche Kontrollen anzuraten. Ostia steht vor dem Bau eines Tempels und so sollten auch dort die Finanzen geprüft werden.
    Was die lex de administratione regionis Italiae angeht, so müssten wir die Sache wohl vor den Senat bringen.
    Was aber genau gedenkst du an der Rolle des rei nummariae peritus zu ändern? <

    Nach der letzten Entscheidung der Götter hatte Callidus arge Zweifel, ob eben jene die Geschehnisse gut verfolgten und sich immer für den Besten entschieden. Seine Blicke wanderten ein wenig hin und her und blieben auf Artorius Corvinus ruhen, der letztlich die Entscheidung zu fällen haben würde.

    Callidus, der in Gedanken versunken aus dem Fenster auf die Straßen Roms schaute, brauchte einen Augenblick, bis er reagierte. Dann wandte er sich jedoch um und erblickte Detritus.


    > Salve Detritus! Natürlich habe ich Zeit für einen politischen Weggenossen und Freund. Bitte, setz dich doch! Was kann ich für dich tun? <

    Man konnte Aelia Paulina keineswegs vorwerfen, dass sie nicht althergebrachten Traditionen anhängen würde.


    > Das heißt, es gibt einen Mann, den du in Rom zu ehelichen gedenkst? <


    Dies würde Callidus in hohem Maße unterstützen. War es zur Sicherung der Macht und der Interessen doch bei Patriziern schon immer so, wäre es für die Familie ein großer Gewinn, wenn man diese Frau mit einem angesehenen Geschlecht verheiraten könnte.

    Callidus Pläne deckten sich also mit denen des Palatin, was ihn zuversichtlicher in dieser Sache machte.


    > Sei es das Amt als magister officiorum oder auch das des vigintivir, ich werde mich für eine geregelte Nachfolge in der Kurie schnellstmöglich einsetzen müssen. Ich will nicht, dass gewisse Ämter Männern zufallen, denen ich die Leitung der regio nicht zutraue. <


    Natürlich war es nicht nur das Misstrauen in die Fähigkeiten, sondern auch die persönliche Beziehung zu manch einem, die Callidus Einsatz in dieser Sache prägen würde.


    > Wenn keiner deiner Klienten in Frage käme, wovon ich nichts weiß, dann hätte ich eine Idee, wie ich dieses Problem regeln könnte, sofern die Mehrheiten in der Kurie vorhanden sind... <

    Callidus hörte es natürlich gern, dass Quarto sein Ansinnen unterstützen würde. Denn gerade dessen Nähe zum Kaiser war es, worauf Callidus gehofft hatte.


    > Ich danke dir für das Vertrauen und werde es sicher nicht enttäuschen, sollte der princeps auch in dieser Sache deinem Rat folgen. <

    Auch Callidus wunderte sich über die Leere im Raum. Offensichtlich hatten die meisten Anhänger kein Interesse. Auf der anderen Seite war es bei einer großen factio wie der Purpurea geradezu unmöglich, dass niemand Interesse hatte. Haben die Einladungen die Mitglieder nicht erreicht?
    Während es also noch immer nicht losging, kreisten dem Aelier verschiendene Gedanken im Kopf, während er sich an den Trauben bediente.

    Vieles war liegengeblieben, einiges nicht einmal veröffentlicht worden. Umso wichtiger, dass der nächste princeps ordentliche Arbeit leistete.


    > Die Beisitzer wurden nicht über die neuen Formalitäten unterrichtet? Nun, man beschloss bei eben solchem Fall, dass die Beisiitzer sich beraten und mit einer Stimme die entscheidende geben. <

    Mit dem Becher an den Lippen und ohne Regung wartete Callidus noch auf die Fortsetzung, doch schien Paulina ihre Absichten für die Zukunft mit einem Wörtchen deutlich zu machen.
    Unglaublich, es schien, als würde sie sich nicht einmal eine Beschäftigung für ihre Muße suchen wollen.


    Sim-Off:

    :P


    > Nun...ähm...natürlich, du musst dich zunächst ja auch in Rom einleben. <

    > Das ist es in der Tat. <


    Sicher war es bedeutend, denn es war angesehen und brachte ein gewisses Vermögen mit sich. Ob das Amt allzu wichtig war, konnte Callidus vielleicht bezweifeln, denn bis auf die Aufsicht über die Wahlen, die Gehaltslisten, und bis auf einige Besuche italischer Städte, um die Administration Roms zu repräsentieren, war das Amt mit wenig Einfluss verbunden, wie er empfand. Die Zeiten als Duumvir waren für ihn weit geschäftiger.


    > Doch werde ich bald schon abtreten, um mich neuen, anderen Aufgaben zu stellen. Welche Aufgaben mich erwarten, wird sich wohl in Bälde zeigen.
    Bist du in der Provinz einer Tätigkeit nachgegangen? Oder hast du es in Rom vor? <


    Dem rein äußerlichen Schein der Aelierin nach wäre Callidus eigene Antwort auf die von ihm gestellte Frage wohl ein knappes "nein" gewesen.

    > Ein Zustand, der sich wohl auf alle Gremien übertragen lässt. <


    Wie schwermütig solch ein Amtsapparat mit vielen Mitgliedern war, hatte er leidlich erfahren müssen, vor allem, wenn politische Gegner ein ebenso großes Lager bildeten.


    > Wobei wir an dem Punkt wären, weshalb ich deine Zeit beanspruchen möchte. Ich habe lange Zeit das Amt des Magistraten in Misenum innegehabt, was ich mit positiven Erfahrungen verbinde. Auch die nun weit überfällige Amtszeit als Comes war erfahrungsreich, doch denke ich, dass ich guten Männern Roms den Vortritt lassen sollte, nachdem Iulianus mir die Ehren der toga praetexta und des Ritterrings hat zukommen lassen.
    Mir ist bekannt, dass Decimus Maior damit sein Amt niederlegte, dass er für den cursus honorum kandidierte. Ich muss gestehen, dass ich ein großes Interesse an seinem Posten als magister officiorum habe, und würde dich darum bitten, mit dem Kaiser über mich zu sprechen.
    Sollte er einen anderen Kandidaten aus seiner engeren Umgebung jedoch bevorzugen, so wäre ich dennoch für deine Hilfe dankbar, wenn du mich dann zur Kandidatur als vigintivir vorschlagen könntest. <


    Die Reaktion seines Verwandten abwartend, saß Callidus da.

    Callidus setzte sich auf die kleine Bank, die durch ihre Reliefs eine Zierde des Atriums darstellte.


    > Aiolos scheint nicht vor zu haben die Winde aus dem Süden abreißen zu lassen. <


    Dem Aelier war es ganz recht, denn die kalte Jahreszeit zählte nicht zu seinen liebsten.


    > Ich bin dennoch froh, dass keine Reisen für mich anstehen. <


    Die häufigen Schauer, der Wind, die noch frühere Dunkelheit waren wenig erquickend. Umso erstaunlicher, dass Aelia Paulina gerade zu dieser Jahreszeit nach Rom zurückgekehrt war. Er verwarf den Gedanken jedoch mit einem leichten Kopfschütteln.


    > Was machen die Amtsgeschäfte des Senats? Gibt es wichtige Anträge zu dikutieren? <

    Nach dem Einschenken reichte Callidus Paulina den Becher.


    > In der Tat, keine Stadt vermag es der Größe Roms etwas entgegenzusetzen. <


    Callidus konnte sich noch an das Gespräch mit Iulia Helena erinnern, mit der er ebenfalls über Städte und Provinzen gesprochen hatte. Durch sein Amt bedingt hatte er in der Zwischenzeit zwar einige Städte Italias gesehen, doch nie eine der Provinzen.


    > Ich muss jedoch gestehen, dass ich gern, so es irgendeinmal die Zeit erlauben wird, die östlichen Provinzen besuchen würde. Insbesondere Athenae und Alexandria erscheinen mir reizvoll.
    Jetzt jedoch ist dies nicht möglich. Du hast zwar Recht, dass ich durchaus Lehrer bin, doch halte ich nur zeitweise Vorlesungen in der schola. Meine Zeit wird größtenteils durch die Bekleidung des Amtes des Comes Italias in Anspruch genommen. <

    Die jetzigen Wintertage waren außergewöhnlich mild und nur ein hier und da auftretnder Regenschauer vermochte es den Freiluftaufenthalt zu vermiesen.
    Callidus kam ins Atrium, wo Quarto offenbar das marmorne und reichverzierte impluvium betrachtete. Er trat an den Konsular heran.


    > Hast du einen Moment Zeit für mich? <