Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    > Dich zu entschuldigen ist nicht nötig, denn da ich auch von Zeit zu Zeit für die schola in Rom arbeite, hast du mit der Nennung eines Hauslehrers gar nicht so unrecht. <


    Weitläufig? Bisher empfand Callidus die Besucherin als weitläufiger, zumal sie dem Zweig der Familie entsprang, dessen Spross von Quarto vor die Tür gesetzt worden war.


    > Nein, ganz recht, wir haben Italia nicht verlassen. Mein Vater zog sich in das Privatleben zurück und ich wuchs auf einem Landsitz ganz in der Nähe Ostias auf. Erst nach dem Tod meines Vaters suchte ich Quarto auf, um mir dessen Ratschlg zu holen.
    Nun, was bringt dich nach so langer Zeit nach Rom? <


    Er ging zum kleinen Beistelltisch an den Klinen.


    > Möchtest du etwas Wasser? Oder vermischt mit Wein? <

    Callidus sah eine Zeit lang in die Runde der von den Städten Italias Deligierten, die sich teils schnell zu Wort meldeten, teils das Handzeichen gaben und teils noch in Diskussionen und Beratungen über die Kandidaten vertieft waren.


    > So unterstütze ich meinen Mann aus Misenum für den Vorsitz. <

    Callidus hatte sich zeitig auf den Weg gemacht und wurde bereits am Eingang des Gebäudes von Sklaven begrüßt und hineingeführt.
    Er grüßte den anwesenden princeps Flavius Furianus und das ein oder andere Mitglied, das sich bereits früher hier eingefunden hatte, bevor er sich langsam zu der ihm zugewiesenen Kline begab.

    Durch eine weibliche Stimme aus dem Versmaß des Hexameter gebracht drehte Callidus seinen Kopf zur Tür, von wo er die Stimme vernahm.
    Das also war die Frau, von deren baldiger Ankunft Quarto ihm damals erzählt hatte, bevor er durch sein Amt veranlasst nach Velitrae hatte aufbrechen müssen.
    Er stand von der Kline auf und versuchte zu lächeln.


    > Salve! Nein, du irrst. Mein Name ist Marcus Aelius Callidus, Sohn des Aelius Rufus und Enkel des Aelius Tubero Nerva, deines Großonkels.
    Eine ernsthafte klassische Bildung wäre für Paetus wohl wahrlich zu früh, doch beschäftige ich mich gerade mit den Schriften und so schadet es ja nicht, wenn er etwas Gesellschaft hat. <


    Desweiteren war auch Callidus so in stummer Gesellschaft, die ihm nicht widersprach und sich auch nicht gegen seine Monologe zur Wehr setzte.


    > Du musst Aelia Paulina sein, die Base Quartos. Ich freue mich, dich in Rom begrüßen zu können. <

    Callidus hatte sich in das Triclinium gelegt. Neben ihm standen kleine Schalen und eine Karaffe aus Glas, die ein zum Glasbecher passendes Dekor aufwies. Die Schalen waren gefüllt mit Trauben und Oliven, die sich Callidus hin und wieder nahm.
    In den kalten Tagen war es hier besonders gemütlich und die Heizung schien in diesem Raum ihre größte Wirkung zu erzielen. Er war trocken und stets von angenehmer Temperatur.
    Neben dem Aelier stand das kleine Kindsbett, in dem Gaius lag und mit großen Augen das Treiben um sich herum beobachtete.
    Da sich früh üben musste, was ein Meister werden wollte, nutzte Callidus die Zeit dem kleinen Aelier Teile der Metamorphosen vorzulesen, hierzu hatte er die lykischen Bauern aus den Metamorphosen gewählt, was ihm für kleine Kinder am geeignetsten erschien.


    > ...sed nunc quoque turpes
    litibus exercent linguas pulsoque pudore,

    quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant. <


    ...formte Callidus das lautmalerische Spiel des Dichters.
    Das Gebrabbel des kleinen Spross des Quarto ließ allerdings viele Interpretationsansätze zu, so dass Callidus nach dem Genuss einer Olive weiterlas.

    Um den Wunsch zu hegen, sich des Flaviers als princeps zu entledigen, kannte sich Callidus zu wenig in der factio aus. Doch klangen in den Worten des Furianus auch Befürchtungen mit.


    > Ich denke, dass der conventus eine gute Möglichkeit der Neukoordination ist. Was die Wahlen angeht, werden wir abwarten müssen, ob du gemeinsam mit einem vicarius erneutr das Vertrauen erhältst. <


    Callidus nahm den letzten Zug aus dem Becher.


    > Es freut mich, dass wir die Arbeit für das neue Jahr nun angehen.
    Ich möchte dir deine Zeit nicht weiter rauben, Flavius Furianus. Wir werden uns auf dem conventus sehen, wo wir gemeinsam alles weitere besprechen können, was einer Besprechung bedarf. <


    Callidus erhob sich von seinem Platz, um sich vom Flavier zu verabschieden.

    Callidus lächelte ebenfalls. Um in der Versenkung zu verschwinden, war die Purpurea doch eine zu große und angesehene factio, der zwar keine großen Siege in der näheren Vergangenheit vergönnt waren, die aber durchaus ihre feste Position im Circus behaupten konnte.


    > Eine Sitzung wäre keine schlechte Idee. Sie würde vor den ersten Rennen dieses Jahres sicher ein Signal für die Mitglieder und Anhänger der factio setzen.
    Ich werde zu dieser Sitzung erscheinen. Eine starke Purpurea wird in Zukunft auch wieder als erste die Linie bei sieben umgedrehten Delphinen überschreiten! <


    Callidus nahm noch einen Schluck aus dem Becher, der hier angebotene Wein stand in seiner Qualität dem auf dem Palatin servierten in Nichts nach.

    > Dein Vorschlag klingt gut. Öffentlichkeitswirksam wäre auch ein Opfer an Mars, direkt vor den Equirria; noch wirksamer jedoch ein Sieg bei eben diesen.
    Du kannst mir gerneinen Brief zukommen lassen, was du gedenkst zu tun und welcher organisatorischen Dinge ich mich annehmen soll. <


    Die Worte des Flaviers brachten Zuversicht, dass man im neuen Jahr mehrere Rennen gewinnen würde, jedoch auch den dazugehörenden Druck, dass man das ein oder andere gewinnen müsse, waren die Anhänger der factio durch das vergangene Jahr leidgeprüft.

    Callidus hatte seinen Patron unter den Gästen bemerkt, wie auch dieser seinen Klienten zu bemerken geglaubt hatte. Angesichts der leichtbekleideten Dame in dessen nähe hielt Callidus eine Begrüßung aber für eher peinlich und wollte diese Situation nicht heraufbeschwören, so dass er sich lieber im Hintergrund hielt.
    Sein Blick wanderte auf eine Gruppe von großen Amphoren, in welche kleinwüchsige Palmen gepflanzt worden waren. Eine Zeit lang betrachtete er in Gednaken die dichten Palmwedel der Pflanze, die in etwas seine Größe gehabt haben dürfte. Nachdem der Gastgeber mit der Priesterin in einem Hinterraum verschwunden war und auch die Tänzerin ihre Darbietung beendet hatte, war Callidus mit Blick auf das Grün in Gedanken versunken. War dieser Kult von den Quindecimviri untersucht worden? Entsprach er der römischen Sitte? Genug Gelage boten leichte Mädchen, aber selbst die Bacchanalia waren verboten.
    Der Blick des Aelier schweifte zwischen Crassus, am anderen Ende des Raumes, und der mannshohen Palme hin und her, während er langsam an seinem Becher nippte.


    Provincia Italia


    23/12/06 Kontostand = 7792 sz
    24/12/06 M. Aelius Callidus - R.n. pro peritus - 100 sz


    Regio Italia


    24/12/06 M. Aelius Callidus - Comes - 750 sz
    24/12/06 T. C. I. Iulianus - Magister Scriniorum - 400 sz
    24/12/06 Iunia Maecia - Aquarius - 200 sz
    24/12/06 L. Decimus Philippus - Scriba Regionalis - 50 sz


    Stadt Mantua


    24/12/06 M. Aurelius Corvinus - Duumvir - 300 sz
    24/12/06 Q. Didius Albinus - Duumvir - 300 sz
    24/12/06 Tiberius Lupus - Optio Vigilum - 50 sz


    Stadt Misenum


    24/12/06 D. Artorius Corvinus - Duumvir - 300 sz
    24/12/06 C. Didius Octavianus - Scriba - 40 sz


    Stadt Ostia


    24/12/06 P. Helvetius Gracchus - Duumvir - 300 sz

    > Dass das Amt des princeps nicht durch die alte, sondern durch die neue Kurie besetzt werden sollte, ist für mich indiskutabel. <


    Zu merh ließ er sich nicht hinreißen, sondern gab einem der Saaldiener mit einem Wink zu verstehen, dass jener die gewünschten Papiere holen sollte. Nach nur kurzer Zeit trat der Mann an Vesuvianus heran und breitete die offizielle Entlassung sowie die Neuernennungen aus.


    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    LÖSE ICH DIE AMTIERENDE


    CURIA ITALICA


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM V KAL IAN DCCCLVII A.U.C. (28.12.2006/103 n.Chr.)


    AUF.


    D'Artorius Corvinus
    VICARIUS PRINCIPIS CURIAE
    http:///images/sigs/itcmis-duumvir.png


    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ERKLÄRE ICH, DASS DIE


    CURIA ITALICA


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM V KAL IAN DCCCLVII A.U.C. (28.12.2006/103 n.Chr.)


    AUS FOLGENDEN ABGEORDNETEN BESTEHT:


    FÜR DIE STADT MANTUA
    C' MATINIUS PLAUTIUS
    Q' DIDIUS ALBINUS
    H' CLAUDIUS VESUVIANUS


    FÜR DIE STADT MISENUM
    D' ARTORIUS CORVINUS
    M' AELIUS CALLIDUS


    FÜR DIE STADT OSTIA
    P' HELVETIUS GRACCHUS



    D' Artorius Corvinus
    VICARIUS PRINCIPIS CURIAE
    http:///images/sigs/itcmis-duumvir.png

    Callidus schüttelte nur noch den Kopf.


    > Claudius Vesuvianus, die Kurie wurde am ANTE DIEM V KAL IAN DCCCLVII A.U.C. ordnungsgemäß durch einen gewählten vicarius aufgelöst und neu konstituiert. Gemäß deines Vorschlages wird nun die Wahl für beide Ämter erneut durchgeführt. <


    Doch als er endete und eine Pause machte, meldete sich Artorius Corvinus ebenso zu Wort und kandidierte, was der Comes wiederum mit einem Nicken zur Kenntnis nahm.
    Nun wollte er sich jedoch der wahl widmen und ging nicht weiter auf die Einwürfe ein, sondern wartete noch auf die Meinungen und Stimmen der weiteren Mitglieder.

    Zitat

    Original von Herius Claudius Vesuvianus
    stimme ich schon einmal aus Prinzip gegen den Kandidaten. Für die Entlassung der alten Kurie reicht ein Interimsvicarius, der meinetwegen durch Artorius gestellt werden kann.
    Im Anschluss daran sollte eine ordentliche Kandidatur der Bewerber um die Posten des Princeps' und des Vicarius' stattfinden.


    Zitat

    Original von Marcus Aelius Callidus
    > Eben aus den von dir genannten Gründen, Claudius Vesuvianus, stellte ich nicht das Amt des princeps zur Debatte, sondern das des vicarius, um nach Neubesetzung der Kurie über das Amt des Vorsitzenden entscheiden zu lassen. <


    Sim-Off:

    Jo, natürlich war das sinnfrei, aber ich hab´s ja auch net vorgeschlagen...egal -.^


    Callidus nickte dem Didier zu, der sich erhoben hatte, um seine Kandidatur zu bekräftigen.


    > Nach der Geschäftsordnung werden beide Posten getrennt voneinander behandelt, daher sehe ich deine Meldung durchaus zunächst als Kandidatur für das Amt des princeps <


    Da die claudische Seite darauf bestanden hatte, beide Posten neu zu verhandeln, war nun auch Artorius Corvinus die Möglichkeit gegeben, hier nun für das Amt des princeps zu kandidieren. So, schweifte der Blick des Comes wieder durch die Reihen, weitere Wortmeldungen abwartend.

    > Derzeit verfügt die Purpurea ja über eine durchaus beachtliche Zahl an Lenkern, so dass ein zusätzlicher kaum von Nutzen wäre. Ein Austausch könnte allerdings später einmal in Betracht kommen. Einen Lenker abzugeben und Gelder hinzuzufügen, könnte der Purpurea bessere Nachwuchstalente anderer Stzälle einbringen. Für solche Transfers kämen aber wohl nur Russata, Aurata und Albata in die Auswahl. Praesina und Veneta werden sich darauf erst gar nicht einlassen, allein schon wegen ihres falschen Stolzes. <


    Wie es um die Veneta bestellt war, wusste Callidus nur zu gut. Und Gelder brauchte die factio nicht, war doch sein Verwandter mit seinen Geldmitteln deren princeps.


    > Wie dem auch sei, es sollte in den nächsten Rennen einer unserer Nachwuchsfahrer zu einer starken dritten Kraft aufgebaut werden. Für den Sieg unseres stärksten, dominator spectatorum, bitten wir zusätzlich noch die Götter. <


    Den letzten Satz beendete er mit einem deutlichen Lächeln, denn trotz all der kleinen Gaben treuer Anhänger schienen die Götter keine factio zu bevorzugen oder zu benachteiligen, auch wenn sie die Purpurea in letzter Zeit etwas vernachlässigt hatten.

    Die neukonstituierte Kurie war nun zusammengekommen, und um keine Zeit zu verlieren, erhob der Comes das Wort.


    > Verehrte Mitglieder der curia Italica, nachdem die Kurie offiziell durch den gewählten Interimsvorsitzenden Artorius Corvinus ernannt wurde, möchte ich nun vorschlagen, für die Dauer der anstehenden Amtsperiode einen princeps und einen vicarius zu wählen.
    Hierzu bitte ich die Kandidaten vorzusprechen. <