Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    Callidus hatte sich bis vor kurzem noch als Zuschauer den Wagenrennen gewidmet, erst nachdem er nach Rom gekommen war, befasste er sich intensiver mit den Rennen, mit den Wagen und den Konstruktionen. Wie es um den Rennstall der Purpurea bestellt war, war ihm allerdings unbekannt.


    > Nun, ich denke, dass wir drei gute Fahrer haben, noch. Um auch für die Zukunft mit guten Fahrern rechnen zu können, sollte unser Nachwuchs in den Rennen des nächsten Jahres vermehrt eine Chance bekommen. Was die älteren und erfahrenen Lenker angeht, so sollte die Taktik ausreichen, um endlich wieder vorn mitfahren zu können, so uns auch die Götter gewogen sind.
    Sollte es jedoch an guten Fahrern und Talenten mangeln, wären frühzeitige Neueinkäufe und Anwerbungen von Lenkern sicher eine Möglichkeit. Dafür will ich mich durchaus bereiterklären, Gelder zur Verfügung zu stellen, so es bei einer gutgefüllten Kasse überhaupt notwendig ist. <

    Dankend nahm der Aelier den Becher entgegen und ließ sich nieder.


    > Ich komme schnell zum Punkt, da deine Zeit sicher auch stets knapp bemessen ist. In den letzten Rennen zeigte die Purpurea nicht unbedingt die Leistung, die man bei solch berühmten Fahrern erwarten könnte. Das vergangene Jahr bescherte uns nicht allzu viele Siege und man fuhr hinterher. Wir mussten uns immer wieder der Praesina geschlagen geben und auch Plätze an die Veneta abtreten. Im nächsten Jahr sollte es anders sein.
    Ich will nicht nur als stummer Zuschauer an den Rennen teilhaben, sondern die factio aktiv unterstützen, auch auf finanzielle Art und Weise, wenn hierdurch etwas getan werden kann. <


    Callidus machte nun eine Pause und trank einen Schluck, um seinen Gegenüber die Möglichkeit zu geben, auch zu Wort zu kommen.

    Callidus Augen schweiften zwischen den Tänzerinnen hin und her. Die Art des Tanzes, die Art der Feier und auch die Schmückungen waren andersartig, nicht wie bei gesellschaftlichen Anlässen, nicht wie bei römischen Zeremonien. Callidus folgte dem Dargebotenen jedoch mit Neugier und beobachtete das Geschehen, denn er gehörte nicht zu den altvorderen Römern, die alles Neue verteufelten, wie es ein Cato getan hätte.

    Callidus trat in den Raum und grüßte den Flavier freundlich.


    > Flavius Furianus, ich grüße dich! Das letzte Mal, als ich dich besuchte, bat ich dich um die Übernahme des Amtes des Comes, doch wie ich hörte, hast du in der Zwischenzeit Ämter in Hispania innegehabt und kümmerst dich nun um die Getreideversorgung... <


    Erst wollte er das Amt des praefectus annonae erwähnen, doch blieb es ihm einfach im Halse stecken. Ein Patrizier im Amte eines Präfekten, ein Amt, das nie zuvor durch einen Patrizier ausgübt worden war, ein plebeisches Amt...Callidus ließ sich aber nichts anmerken und schluckte den Kloß herunter, schließlich war er aus erfreulicheren Gründen als wegen irgendwelcher Ämter hierhergekommen.


    > Dieses Mal möchte ich dich jedoch nicht mit lästigen Amtsgeschäften langweilen, sondern mit dir über unsere gemeinsame Freizeitbetätigung sprechen, die Wagenrennen. <


    Weiterhin freundlich lächelnd blieb Callidus vor Furianus stehen, nachdem er während des Sprechens langsam durch den Raum auf den Flavier zugetreten war und sich umgschaut hatte.

    Statt ihn ins Atrium zu führen hatte man Callidus tatsächlich vor der Türe stehengelassen. Nein, es waren nicht nur Patrizier, es waren Flavier, und was man von denen zu denken hatte, wusste Callidus ja von seinem Verwandten. Offensichtlich waren selbst die Sklaven hier "so", vermutlich auch die Haustiere.
    Doch während sich Callidus noch über die Behandlung durch den Sklaven wunderte und in Gedanken versunken war, öffnete sich auch schon wieder die Türe, und er wurde nun doch hereingebeten.

    ...und wie gern hätte Callidus die Zustände so gehabt, wie Didius Albinus sie soeben beschrieben hatte, doch war es leider anders.


    > Didius Albinus, entgegen deiner Meinung verfüge ich nicht über die Befugnisse, die Kurie zu entlassen und neu zu konstituieren. Dies obliegt allein dem gewählten princeps curiae und dessen vicarius. Allein der Kaiser kann mir per Beschluss diese Befugnisse zuweisen und mich als princeps curiae constituendae vorübergehend einsetzen. Eine solche Vorgehensweise würde aber wohl, wie mich die Vergangenheit lehrt, eben durch die Vertreter mancher Städte als Alleingang angesehen werden. <

    Callidus war mit dem Erreichten zufrieden. Nun bestand nicht nur die Möglichkeit, Artorius Corvinus zum vicarius zu machen, sondern sogar noch die, ihn in einem zweiten Wahlgang anschließend zum princeps zu wählen, was dem Comes nur Recht sein konnte.
    Dementsprechend schnell willigte er nun auf die Worte des Claudiers ein.


    > So soll es sein. Nach Konstituierung der Kurie werden sowohl princeps als auch vicarius neu gewählt. Damit erhält er also auch deine Stimme. Ich danke dir. <


    Nun schien es beinahe so, als wäre die Kurie bald zumindest wieder handlungsfähig.

    > Sicher wäre dieser rechtliche Schritt bei nachgewiesenen Taten gegen Rom eine Möglichkeit, den Namen der Pompeianer zu rehabilitieren. Sag, in welcher Funktion ist der ehemalige Volkstribun nun tätig? Ich hörte nichts mehr von ihm; und gerade jetzt wäre es wohl wichtig, wenn er sich im Licht der Öffentlichkeit aufhält, um allen Vorwürfen zum Trotze für Rom und Kaiser zu agieren. <


    Callidus füllte bei dem längeren Gespräch abermals die Becher auf und richte Antipater dazu eine kleine Schale mit den Köstlichkeiten, die er selbst so gern naschte, dazu gehörten vor allem Feigen und Datteln.


    Sim-Off:

    WiSim

    Callidus bemerkte die Aufregung des Mannes und konnte sie durchaus verstehen. So, wie man von den Ahnen und den Verwandten hoghen Ansehens profitieren konnte, so konnte man durch sie auch einen Ruf verlieren.


    > Ja, Pompeius Strabo war sein Name. Also adoptiert durch den ehemaligen Volkstribun... ich hoffe, dass die Gespräche der Stadt nicht weiterhin mit diesem Namen gefüllt sind. Rom behält solche Vorkommnisse lange in Erinnerung, aber es gab Männern mit Taten für das Gemeinwohl auch stets eine Chance. <

    Der Comes hatte sich in der letzten Zeit besonders bei dieser Frage zurückgehalten, da man seine Einmischung vermutlich in alle Richtungen interpretiert hätte. So war Callidus froh, dass der Vorschlag zur Neubesetzung ausgerechnet von der Seite der politischen Gegner kam.


    > Derzeit ist die alte Kurie in Amt und Würden. Es bedarf nun mindestens eines vicarius, der die Amtsgeschäfte des abwesenden Aurelius Corvinus übernimmt, so dass die Kurie entlassen und neubesetzt werden kann. Dieser offizielle Akt ist noch immer nicht geschehen udn sollte nun dringend erfolgen! <

    Mit äußerster Freundlichkeit begrüßt wandte sich Callidus nun der Tänzerin zu, die man als leichtbekleidet beschreiben hätte können.
    Zuvor hatte sich der Comes über den von Antipater genannten Kult informiert und nur wenig darüber erfahren können. Offenbar schien die Feierlichkeit einem ausgelassenen Äquivalent der Venus zu entsprechen, wobei die östlichen Nuancen deutlich zu erkennen waren. Callidus brachte der elegant anmutenden Frau gegenüber nur ein zurückhaltendes Lächeln hervor.


    > Ich bin beeindruckt, die Inszenierung ist wirklich sehr stilvoll. <


    Mit beobachtendem Blick untersucht er Örtlichkeit und anwesende Personen, unter denen sich selbst sein Patron, der praefectus praetorio befindet

    > In der Tat, ich meine die Geschehnisse bezüglich der Gelder in der societas. Ich habe aber das Gefühl, dass es in der Bevölkerung nicht allzu viel an Wirbel auslöste, versucht doch so mancher sein Geld vor der Steuer zu schützen, so dass die Handlungen des ehemaligen Volkstribunen für viele anscheinend nachvollziehbar waren. <


    Allerdings gab es auch andere, weitaus folgenreichere Gerüchte.


    >Nicht nur auf dem Forum, auch bereits in den acta diurna war über aufstandsartige Vorkommnisse in Hispania berichtet worden, offenbar durch einen Pompeianer angeführt, der dort in der Verwaltung der regio tätig ist. <


    Sim-Off:

    jup, es stand bereits in der acta...kann man wohl als publik ansehen.

    Selten auf kultischen Festen anwesend hatte sich Callidus dieses Mal die Zeit genommen an diesem teilzunehmen, um sein Gesicht vor einer möglichen Kandidatur auf gesellschaftlichen Treffen zu zeigen.
    Er betrat die Halle und grüßte die dort Anwesenden mit einem freundlichen Lächeln und einem Nicken.

    Mit den Geflogenheiten auswärtiger Kulte kannte sich Callidus nur wenig aus, insbesondere, weil deren Zahl in der Vergangeheit angestiegen war und viele neue Kulte in gewissen Gebieten Einzug erhalten hatten.
    Als neugieriger Mensch und aufgrund der Tatsache, dass man gesellschaftliche Anlässe nicht meiden sollte, sagte der Comes jedoch gerne zu.


    > Ich werde an den Feierlichkeiten, die du auszurichten gedenkst, gern teilnehmen. Es ist nach den neuesten Anschuldigungen und Gerüchten über die Pompeianer sicherlich eine gute Gelegenheit, den Namen der Familie wieder in das rechte Licht zu rücken. <

    Es war wahrlich ein langer Satz, dessen Konstruktion sich in stilistischer Vollendung erst mit dem letzten Wort ergab. Diesen rekapitulierend nickte Callidus dem Mann dankbar zu.


    > Ein Fest, sagst du? Wird es ein Fest sein, das die Pompeianer ausrichten? Oder gibt es andere, eigene Interessen deinerseits? Aber erzähle mir gerne mehr davon, meine Zeit wird es sicher erlauben, an einem Fest teilzunehmen. <


    Feste aller Art und von hohen Familien ausgerichtet waren stets eine willkommene Abwechslung.