Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    Callidus erhebt sich ebenfalls.


    > Nein, momentan gibt es nichts, was dringend zu erledigen wäre. Schau dich bei den Arbeiten in den Hügeln um. Bald müssen sie abgeschlossen sein. Sobald es etwas gibt, werde ich es dir zukommen lassen. <


    Er begleitete Durus zur Tür.


    > Gib den Mitarbeitern Bescheid, sie mögen dir das officium des Magistratus herrichten. <

    Callidus winkte ein wenig ab.


    > Du schmeichelst mir, Cicero. Doch meine Vorhaben und Planungen bauen auf dem Gerüst auf, dass Decimus Aurelius Maxentius mir hinterließ. Ich habe diese Ideen lediglich aufgegriffen und sie weiter geformt. Daraus entstand das Bauprogramm. Wie viele Villen Misenum als Landgüter verkaufen kann, bleibt abzuwarten. Auch gibt es noch Vieles, was anzupacken ist. Der Götterkult wird in meiner Stadt nur im Privaten ausgeführt, was noch zu ändern ist.
    Auf mein Erscheinen und das meines scriba bei den Ludi Florales kannst du zählen. Den König von Tylos besuchte ich auch vor kurzem, doch gibt es in meiner Angelegenheit noch kein Ergebnis. Ich benötige jedoch seine Feigen, um sie der Bvölkerung Misenums zu stiften. Den Weihrauch kenne ich nicht, aber wird sich dies wohl spätestens bei den Spielen in deiner Stadt ändern. <


    Callidus grinste und freute sich schon auf die Abwechslung, die dieses Fest bot, nachdem er in letzter Zeit allzu viel zu tun hatte.

    Callidus nickte. Bei diesem Schritt war ihm zwar etwas mulmig, aber Durus würde diese Aufgaben sicher gewissenhaft ausführen.


    > Gut, ich werde deine Ernennung so schnell wie möglich herausgeben. Wenn du Fragen zu deinen Tätigkeiten hast, wende dich bedenkenlos an mich! <

    Bei den Worten des Durus schaute Callidus kurz zu ihm, dann wieder aus dem Fenster. Er kannte Durus nicht gut, jedoch machte dieser einen strebsamen Eindruck und konnte Dinge auch eigenmächtig ausführen. Kurz erinnerte er sich zurück, dass er selbst mal lange Zeit als scriba dieser Stadt tätig war und ebenfalls eigenmächtig Angelegenheiten ausführte. Nun hatte er es bis zum Duumvir gebracht und leitete die Geschicke dieser Stadt. Nur ungern war er bereit, die Dinge aus der Hand zu geben und da er stets zum Perfektionismus neigte, wollte er lieber alles selbst ausführen, als es jemand anderem zu überlassen. Seine Tätigkeiten in Rom jedoch veranlassten ihn zu diesem Schritt...


    > Tiberius Durus, du stammst aus einer der angesehensten gentes des Reiches, du hast dich in Misenum sehr bemüht und bisher deine Aufgaben zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Ich möchte mich nicht in Misenum durch dich vertreten lassen, ich möchte, dass du deinen ganz eigenen Aufgabenbereich bekommst. Du wirst dich in Zukunft um die Abwicklung des Villenbaus kümmern. Damit verbunden ist die Aufsicht über den Handelshafen und die Einfuhr der Waren und die Lieferung der Baustoffe. Und nicht du wirst mich unterstützen, sondern ich werde dich in diesen Tätigkeiten unterstützen, wenn es meiner Hilfe bedarf. Durus, ich möchte dich zum Magistraten Misenums ernennen und dir die Gebäudeaufsicht und Hafenaufsicht übergeben. Wärst du damit einverstanden? <


    Callidus´ Blick wandte sich nun vom Fenster ab und Durus zu.

    Callidus überlegte kurz.


    > In der Stadt gibt es eigentlich nichts Neues. Die Marktordnung greift phantastisch. Lediglich einmal habe ich Händler ausfindig machen können, die die vorgeschriebenen Eimer mit Wasser nicht an ihren Ständen hatten. Nach einer Geldstrafe ließ sich aber auch dies abstellen. Ich habe veranlasst, dass den vigiles 500 sz zukommen. Dafür werden sie siphones nach Misenum transportieren und bald damit beginnen, unsere nautae der Flotte an diesen Löschwerkzeugen auszubilden. Das wird ein großer Gewinn sein und ein zusätzlicher Schutz vor schweren Bränden. Der befehlshabende Offizier der classis Misenensis hat sein Einverständnis bereits gegeben. Oh, desweiteren habe ich eine Lizenz für die Verladung von Gütern vergeben. Das Geld für diese Lizenz ist allerdings noch nicht an die Kurie bezahlt worden. So darf es noch keine Zollrückerstattung geben. Nun, du siehst, jetzt, wo die Handelszeit wieder beginnt, und die Bauvorhaben langsam anrollen und die Organisation der Brandschutzmaßnahmen überwacht werden muss, ist viel zu tun. Ich bin jedoch selbst oft in Rom und muss mich um die Angelegenheiten der Curia Italica kümmern. Dies erfordert viel Zeit und ich kann nicht ständig in Misenum vor Ort sein.... <


    Callidus machte nach seinem langen Monolog eine Pause und schaute bedächtig aus dem Fenster.

    Callidus hört gespannt zu und nickt hier und da anerkennend.


    > Hervorragend! Sicherlich nicht billig, aber eine Investition, die sich für Misenum rechnen wird. Indes habe ich mit einem Architekten verhandelt, der die Aufträge entgegen nehmen wird. Ein guter Freund wird sich um die Lieferung des Marmors kümmern und die Blöcke nach Misenum verschiffen, ich hörte von ihm, dass unser Architekt sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt hat. Die Preise für den Marmor sind ebenfalls gut. <


    Callidus machte eine kurze Pause, nahm dann das versiegelte Schreiben und legte es vorerst beiseite.


    > Ich werde mich um das Geld schnellstens kümmern. Ich danke dir für deine Arbeit und muss dich für dein Geschick, das du beim Auftreiben der Waren und beim Verhandeln bewiesen hast, wirklich loben. <

    Hocherfreut steht Callidus auf und begrüßt seinen scriba Durus.


    > Salve, Tiberius Durus! Du hast der Stadtverwaltung gefehlt. Ich bin froh, dass du zurück bist. Bitte, setz dich! Erzähl mir von deiner Reise, was sich ergeben hat.
    In Misenum beginnen nun die Rodungen der Hügel, um Fundamente für die zu bauenden Villen zu schaffen. E steht viel Arbeit an. Bald werde ich ein Opfer durchführen lassen und der Stadt einen Weihestein übergeben; die Götter sollen uns, die wir doch vom Handel abhängig sind, gewogen bleiben. <


    Mit einem freundlichen Lächeln deutete Callidus auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch.

    Erleichtert stellte Callidus fest, dass es sich nicht um Probleme bezüglich der Stadtverwaltung handelte.


    > Ja, ich hörte von dem Bau des Theaters in Mantua. Sicherlich ist dein Neffe sehr in die Arbeiten eingespannt. In Misenum werden bald die Rodungen und Begradigungen der Hügel beginnen, so dass sie den nötigen Grund für die Villen freigeben. Es ist eine Menge Arbeit und ich hoffe sehr, dass auch mein scriba zu diesem Zeitpunkt wieder aus Syria zurück sein wird. Er hat sich ebenso bewehrt und es scheint mir nur allzu richtig, ihn bald zum Magistratus zu ernennen, damit er sich in diesem Amt um die Bauaufsicht kümmern kann. Ich selbst bin ja zunehmend in Rom und habe nicht immer die Möglichkeit, ständig in Misenum nach dem Rechten zu sehen. Tiberius Durus aber stammt aus einer berühmten Familie und macht einen ebenso untadeligen Eindruck, so dass ich glaube, ihm diese Aufgabe guten Gewissens avertrauen zu können.
    Gibt es Neuigkeiten bezüglich der Ludi Florales? Hast du auch weitergehende Planungen für Mantua? Ich bin froh, dass die Städte Italias derzeit wieder etwas aufblühen. Nur aus Ostia gibt es momentan keine Nachrichten. Da der Comes nach Germania reisen will, werde ich wohl einen seiner scribae in die stadt schicken, um Neuigkeiten zu erfahren. <


    Callidus erhob den Becher und prostete Cicero zu. Offensichtlich hatte er die Stadt ja doch gut im Griff.

    Nein, das kann ich leider nicht sagen, wobei ich mal davon ausgehe, dass besonders der Stadtkern mit den Märkten dazuzählte. Vielleicht weist auch der Name darauf hin, weil "sub" drinsteckt...also vielleicht die Forumssenke zwischen den Hügeln. Aber da will ich jetzt nichts falsches sagen. Vielleicht weiß da ja wer anderes etwas mehr...!?

    Ja, du hast natürlich Recht. Als unbedingt schön kann man Rom nicht bezeichnen. Es gab jeden Tag (und vor allem nachts) unzählige Brände. Gewisser Unrat wurde beseitigt, indem man ihn aus dem Fenster kippte. In der Nacht war es stockdunkel und der Lärm der Wagen war unheimlich laut. Es gab Gelage, Gaunerei, Prostitution. Dementsprechend viele Betrunkene auf den Straßen. Schlägereien und Diebstähle. Totschlag kam dabei natürlich auch häufig vor. Es ist also gar nicht erstaunlich, dass man sich als reicherer Römer, immer wenn man konnte, auf sein Landgut zurückzog, wo es schön ruhig war. Römer sind sogar an Schlaflosigkeit gestorben. Also man wohnt besser, wenn schon in Rom, auf einem der Hügel, wo nur die großen Villen standen. Da ist es etwas ruhiger, weil der Lärm aus den Straßen nicht bis dahin vordringt.


    Verleihung von Auszeichnungen an
    cives, magistratus und sodales


    § 1 Cives können nur durch Spenden finanzieller Art oder durch Schenkungen von Materialien (auch Lebensmitteln) an ihre Bürgerschaft für eine Auszeichnung vorgeschlagen werden.
    Diese Auszeichnung wird vom Comes der Curia vorgeschlagen.
    Magistrate einer Bürgerschaft haben das Recht, dem Comes verdiente Bürger zu nennen, deren Schenkung dann durch Einsicht des rei nummariae peritus überprüft werden kann.


    § 2 Magistrate einer Bürgerschaft können durch die Bemühungen für ihre Stadt und den damit verbundenen langen Amtszeiten innerhalb einer Stadt durch den Comes für eine Auszeichnung der Curia vorgeschlagen werden.


    § 3 Die sodales der Curia Italica werden durch den Comes für eine Auszeichnung der Curia vorgeschlagen. Die Begründung obliegt dem Comes, der sich das Urteil über die Leistungen bilden muss.


    § 4 Die Kandidaten nach §§ 1-3 sollten für eine Auszeichnung der Curia Italica vorgeschlagen werden. Die Ernennung obliegt jedoch in letzter Instanz dem Comes der regio Italica .

    Nachdem die Abstimmung vertagt worden war, erhob sich Callidus bei diesem erneuten Zusammentreffen in der Curia Italica.


    > Verehrte Mitglieder dieser hohen Hallen! Der sodalis Titus Aurelius Cicero hat seine Stimme abgegeben und sich zu dem Beschluss positiv geäußert. Damit verkünde ich, dass die benötigte Mehrheit für das Dekret zur Verleihung von Auszeichnungen vorhanden ist und dieses hiermit in Kraft tritt. <

    Callidus hörte zu und notierte nur kurz die Stimme des Aurelius Cicero. Dann folgte er den Worten weiter und schaute skeptisch.


    > Doch Mantua...? Gibt es dort Probleme mit der Administration? Gestaltet sich die Planung der Ludi Florales als schwierig? Du weißt, dass du der Kurie stets derartige Dinge vortragen und den Comes als höchsten Verwaltungsbeamten der regio zu Rate ziehen kannst! Gibt es etwas Bestimmtes, was in Mantua nicht stimmt? <


    Verwundert schaute Callidus Cicero an, der den Kopf schüttelte. Schließlich hatte sich seine Familie in der Stadt niedergelassen, so dass Callidus keine Probleme sah, denen Cicero gegenüberstehen könnte. Fragend schaute Callidus den vicarius an.

    Als Callidus während der Rechenübungen des Mannes seinen Blick durch den Raum schweifen ließ, bemerkte er im Augenwinkel eine Bewegung und drehte sich etwas. Als der den König von Tylos erkannte, erhob er sich schnell und grüßte ihn mit einem tiefen Nicken, das fast einer Verbeugung gleichkam.


    > Salve, König von Tylos, amice Romanorum ! <

    Callidus schaute kurz mit großen Augen den Präfekten an...500 Sesterzen?! Er ging die Zahlen im Kopf durch und rechnete etwas.


    > Nun gut, 500 Sesterzen sollte die Stadtkasse Misenums aufbringen können, zumal es um die Sicherheit der Bürger und bald vielleicht um die höherer Staatsdiener geht. Ich werde veranlassen, dass dir die Summe zukommt. Sobald die vigiles die Kapazitäten dazu haben, können sie in Misenum beginnen. Kannst du mir bereits einen Termin nennen? Ansonsten schick einen Brief an die Kurie in Misenum. <

    Callidus hatte sich mit zwei Mitarbeitern der Curia zum Hafen begeben, wo das Opfer für Neptun und Mercurius stattfinden sollte. Er inspizierte die Gegend genau und schaute, an welcher Stelle die Zeremonie vonstatten gehen würde und wo der Bevölkerung Stände aufgebaut werden sollten, an denen sie die erlesenen Import- und Exportwaren erhalten würden. Callidus wies die Mitarbeiter an, den Fischern aufzuerlegen, den Bereich vor den Bootshäusern aufzuräumen und zu säubern. Auch sollte jeder Fischer nach seinen Möglichkeiten für die Schmückungen der Häuser am Hafen tätig werden, um ein besonders schönes Bild des Hafens zu erreichen.
    Nachdem man sich mit den ansässigen Fischern verständigt hatte, kehrten die beiden Mitarbeiter der städtischen Kurie und der Duumvir wieder zurück ins Zentrum des beschaulichen Misenums.

    Als Cicero das officium nur kurz nach Callidus betrat, stand dieser auf.


    > Setz dich doch bitte, Aurelius Cicero. Ich komme ohne Umschweife zu meinem Hauptanliegen, weshalb ich dir auch die Vorladung geschickt habe. Du hast zu der derzeitigen Abstimmung zu der Vergabe von Auszeichnungen noch keine Stimme abgegeben. Ich denke, dass dir Thematik aber bekannt ist. Daher möchte ich nun wissen, wie deine Entscheidung lautet. <


    Während Callidus ihm erklärte, goss er einen Becher Wein für Cicero ein.


    Sim-Off:

    WiSim


    > Mein zweites Anliegen betrifft deine Anwesenheit. Ich selbst kenne die weiten Wege, die zurückzulegen sind, muss man zwischen den Städten und Rom doch immer hin- und herfahren. Mantua ist noch etwas weiter entfernt, als es Misenum ist. Aber ich bitte dich dennoch, dich als gewählter sodalis deiner Stadt auch in ihrem Sinne an der Arbeit der Curia zu beteiligen. Auch ist die Kurie selbst auf deine Mitarbeit angewiesen und ich persönlich würde sie sehr begrüßen. <