Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    > Oh ich möchte aber nicht deine Verbindungen nutzen, um dadurch einen Vorteil für mich zu erreichen. Ich hoffe sehr, dass ich mit dem König noch zu einer Einigung in dieser Sache komme, um der Bevölkerung einen kleinen Gefallen zu tun. Die Händler haben sich bei der Einhaltung der Marktordnung vorbildlich verhalten, die Handwerker haben Material für die Brandschutzmaßnahmen zu Verfügung gestellt. Die Fischer werden für das Opfer an Mercurius und Neptun die Bootshäuser am Hafen schmücken. Du siehst, die Bevölkerung hat es verdient, ein paar erlesene Waren auf Kosten der Stadt zu erhalten.
    Sollte es aber gar keine Einigung geben, nunja, dann werde ich mich gern nochmals an deine Nichte wenden. <


    Bei den letzten Worten grinste Callidus und zwinkerte Cicero zu.

    Callidus hörte Antoninus zu, überlegte kurz und meldete sich dann zu Wort.


    > Auch wenn die Sitzungspunkte nun an einer geweißten Tafel vor der Kurie angeschlagen sind, so würden die Artikel in den acta sicher eine größere Breite des Volkes erreichen und ihr zeigen, dass die Curia Italica sich um das Wohl der regio kümmert. Daher wäre ich dir für eine Fortführung deiner Arbeit dankbar. <

    Der Duumvir begab sich zum ersten Mal persönlich in die nahegelegenen Hügel Misenums.



    Es gab keine festgelegten Termine, keine Fristen, so dass die Arbeiten gemächlich vonstatten gingen und Callidus derzeit keine gößere Zahl an Arbeitskräften aufwenden musste.
    Das Schlagen der Äxte auf die Baumstämme schallte teils bis in das Stadtgebiet, mit Spaten wurden die Wurzeln aus der Erde gegraben. Anderer Stelle waren bereits Männerdamit beschäftigt, großflächig Stellen am Hügel zu begradigen, um die Vorarbeiten für das Fundament der Villen zu leisten. Callidus informierte sich bei den Arbeitern über das Fortschreiten, des Projektes und kam zu dem Schluss, dass es bisher keine Probleme gab. Bald würde er auch den Architekten hinzuziehen müssen, damit dieser fachkundig die Arbeiten leiten konnte und dafür sorgte, dass es nicht zu Fehlern am Bau kam.
    Nachdem Callidus sich nun versichert hatte, kehrte er in das Stadtgebiet zurück. Bald würde sich auch Durus weiter um diese Angelegenheiten kümmern.

    > Gern, wenn du mich herumführst und mir deine Vorstellungen nennst, werde ich versuchen, sie abzuwägen und objektiv zu bewerten. <


    Callidus überlegte bei dem namen Deandra eine Zeit; gehört hatte er ihn schon.


    > Ah, Deandra. Ja, sie schrieb mir einen Brief und lud mich nach dem tragischen Tod des Maxentius zur Trauerfeier ein. Leider hatte ich gerade in diesem Augenblick sehr viel zu tun, sowohl in Misenum als auch in Rom. Dies verhinderte leider auch eine Reise nach Mantua. Ich kenne sie aus unserem Briefwechsel, jedoch nicht persönlich. Ich hörte nur, dass sie damals dem Magistarten Misenums zur Seite stand. Als ich meinen Dienst dort begann, war sie jedoch verreist. <


    Callidus lachte ein wenig.


    > Da ich mich aber sehr für die Zustände der Städte Italias interessiere und mir an ihrem Gedeihen viel liegt, werde ich sehr gern auch mit dir über Mantua reden und mir gewiss alles geduldig anschauen. Das soll nicht bedeuten, dass ich nicht Interesse daran habe deine wehrte Nichte kennenzulernen. <

    Callidus tat wie ihm geheißen und setzte sich wieder auf den Platz, während er zwischen den beiden Männern hin- und herschaute. Einen Moment überlegte er noch und ging die ihm zur Verfügung stehenden Gelder in Gedanken durch, rechnete dann ein wenig und schaute schließlich wieder den Mann an, den auch der König um seine Meinung bat.

    > Ja, es mag wohl das Beste sein, den Betrieb verwalten zu lassen.
    Ich nehme mir diese Zeit gern. Ostia ist der Ort, an dem ich aufwuchs, oft sehe ich ihn auch, wenn ich mit dem Schiff aus Misenum nach Rom reise. Mantua jedoch habe ich bisher nie kennengelernt und als Vorsitzender der Kurie wäre es wohl wichtig, auch diese bedeutende Stadt einmal näher kennenzulernen. Wenn ich also mit dir einen kundigen Fremdenführer bekäme, wäre mir das umso lieber. Aber ob ich mir als eben dieser Femde in Mantua eine Meinung erlauben kann, weiß ich nicht. Doch ich freue mich auf den Besuch. <

    Callidus machte eine Zeit lang ein nachdenkliches Gesicht.


    > Generell wäre es wohl möglich, doch könnten sich Probleme ergeben. Wenn der Betrieb der Stadt gehören soll, so müsste für ihn ein Verantwortlicher herangezogen werden können. Das wäre in diesem Fall vielleicht der ranghöchste Magistrat, doch bin ich mir nicht sicher. Solange du die Verantwortung übernimmst, wäre es wohl rechtens, doch wenn der Magistrat einmal wechselt, würde auch der neue die Verantwortung übernehmen? Am besten wäre es wohl, wenn du dich zum Aedil begibst und ihn zu Rate ziehst, da ich besonders in Rechtsfragen nicht kundig bin. <

    > Ich habe bisher Briefe an hochrangige Mitglieder des Senates verfasst, die die Villen erwerben können. Zur Zeit werden in den Hügeln Rodungen durchgeführt und Begradigungen für das Fundament. Konkrete Käufer kann ich dir jedoch nicht nennen. Aber hier wird sich die Stadtverwaltung auch sehr diskret verhalten. <

    > Ich habe es versucht, die Stadt auf diese Weise schon von Anfang an vor Kriminalität und Brandgefahr besser zu schützen. Doch ich habe es leider nicht geschafft, eine ausreichende Zahl an Arbeitern zu bekommen, um diese Truppe aufzustellen. Als scriba habe ich damals bereits mit den vigiles aus Rom ein Konzept erarbeitet, das den Brandschutz erhöht. Seitdem gibt es eine Marktordnung, die streng einzuhalten ist und Brandschutz beinhaltet. Desweiteren habe ich vom nauarchus der Flotte in Misenum und vom Präfekten der vigiles in Rom die Zusage, dass die nautae in Misenum an den siphones geschult werden. Ich habe aus der Stadtkasse eine gewisse Summe entnommen und davon siphones angeschafft. Auch dies sollte dem Brandschutz helfen. Man versucht sich halt zu helfen, so gut es geht. <


    Als er so sprach bemerkte Callidus, dass es in Misenum bisher relativ reibungslos vonstatten ging, und er freute sich darüber ein wenig.

    Callidus grinste.


    > Nun, wenn du Misenum verlässt, führt dich die Straße direkt nach Cumae, nicht weit entfernt liegt Baiae. Beide Orte zogen seit jeher reiche Römer an. Seit dem Ausbruch des mons Vesuvius hat Baiae an Attraktivität verloren und an dieser Stelle versuchen wir anzusetzen. Gutsituierte Römer sollen hier günstig Landgüter erwerben können, steht Misenum den anderen Städten an Schönheit doch in nichts nach. Der Kaiser bewilligte die Freigabe des ager publicus, auf dem wir unsere Villen errichten. Der Kauf der Villen umfasst auch das Grundstück und somit wird die Stadtkasse deutlich gefüllt, wodurch andere Projekte realisierbar werden. Allein der Zuzug betuchter Römer würde die Situation der Bevölkerung hier verbessern. Es ist auch geplant, die Villa Tiberia des Kaisers Tiberius komplett zu sanieren und dem Kaiser zu übergeben. Du siehst, dass dies der Stadt eine imense Bedeutung zukommen lassen würde, wenn Senatoren und Ritter an diesem Ort ein Domizil für ihre Muße haben. <


    Callidus lächelte und hoffte, dem neuen scriba eine umfängliche Antwort präsentiert zu haben.

    Als Durus den aum wieder verlassen hatte, wandte sich Callidus sofort seinem Besucher zu.


    > Dies war Durus. Ich habe ihn erst gerade zum Magistraten der Stadt ernannt. Er wird dir aber dennoch für Informationen bereitstehen. Da ich viel in der Kurie in Rom bin, soll er sich um die Gebäude- und die Hafenaufsicht kümmern. Dazu überwacht er auch den Villenbau in den Hügeln Misenums, von dem ich eben sprach. Vielleicht hast du in den Berichten deiner Vorgängerin schon davon gelesen. <

    Callidus schaute zur Tür.


    > Geh nur, Durus, du warst lange von Heimat und Familie getrennt. Richte dem Paar miene besten Wünsche aus, die Göttr mögen über ihre Verbindung wachen.
    Die Familien, denen ich schrieb, brauchst du nicht aufzusuchen.Sie haben meinen Brief und sollen auf uns zukommen, so sie Informationen wünschen. Sie solen sich in dieser Angelegenheit nicht bedrängt fühlen und ich denke, dass sich Interessenten in Zukunft noch melden werden. Ich danke dir für deine Bereitschaft. Nutze den Aufenthalt in Rom, um dich erholen und bei deiner Familie zu sein! <

    > Nun, dann hoffe ich, dass dir Misenum gefällt. Im Frühjahr ist Kampanien besonders schön und das Klima mild. Wir haben herrliche Strände und auch ist es ruhiger als etwa in Rom.
    Sicher bist du für die Berichte zuständig, die der Comes regelmäßig von den Städten erhält. Ich halte es stets so, dass wir den scribae und magistri scriniorum bei ihrer Arbeit entgegen kommen. <

    Callidus trat in das officium des Durus und grüßte den Mann, der dort stand.


    > Salve! Ich denke, dass bin ich. <


    Dann wandte er sich an Durus.


    > Ich habe hier noch die Lizenzvergaben. Schau sie dir an, falls jemand eine kaufen möchte. Du kannst sie noch im Archiv einsortieren. <


    Lizenzen


    Zollrückerstattung für die Hafenlizenzen


    4 Ladungen 75 sz | Zollrückerstattung pro Ladung 45 sz


    6 Ladungen 125 sz | Zollrückerstattung pro Ladung 50 sz


    8 Ladungen 230 sz | Zollrückerstattung pro Ladung 60 sz


    Dann schaute Callidus den Fremden mit einem Lächeln an.