Beiträge von Caius Octavius Sura

    Der Legat - bescheiden wie er war - sprach plötzlich aus dem Hintergrund. Und nachdem ich auch nochmal in die Runde blickte, aber niemand eine Frage hatte, beschloss ich zu sagen: "Sollte jemanden noch eine Frage einfallen, so bin ich auch nach dem Vortrag noch immer für eine Antwort bereit. Aber bis dahin bedanke ich mich bei allen Anwesenden, und danke für die Aufmerksamkeit." Dann nickte ich Lucianus zu und zuckte nur leicht und kurz mit den Schultern, um zu verdeutlichen, dass ich fertig war, aber nicht wusste, ob er nochmal das Wort ergreifen wollte.

    "Aha.", kommentierte ich die Geschichte meines alten Kameraden. Während er mir die Geschichte erzählte nahm ich noch einen Schluck Wasser, bevorich auf meine Vorgänger angesprochen wurde. "Mein Vorgänger? Balbus?", meinte ich überrascht. Normalerweise wurde ich kaum darauf angesprochen. Aber wahrscheinlich kannte mein Gegenüber ihn irgendwie. "Die Einheit hat er ziemlich ordentlich und auf zack zurück gelassen. Über Disziplin hatte ich keine Beschwerden und Unzufriedenheit bekam ich kaum mit." Ich lächelte ein bischen und blickte auf das Glas, ausdem ich noch schnell einen Schluck trank, dann meinte ich leicht lachend: "Das einzig Bemerkswerte war, dass es ein Problem mit den Gläsern gab, die über die Ala bezogen wurden, und dann davon wieder abgekauft. Ein wenig seltsam, aber gut...", meinte ich abwertend prostete lächelnd Cato zu und trank mein Glas ganz lehr. "Und wegen den Germanen, em...", ich räusperte mich kurz. "Die Patroullien melden kaum Probleme mit den Germanen da drüben.", ich deutete abwertend in Richtung Rhein. "Die hierigen jedoch haben sich gut eingelebt, und als Händler kann ich mich nicht über sie beschweren."

    Zufrieden nickte ich und blickte nochmal in die Runde. "Noch weitere Fragen, die Herren?" Meine strapazierte Stimme sehnte sich nach einer kleinen Pause und vielleicht nicht mehr allzuvielen Fragen, aber ich scheute nicht davor zurück mein Wissen unter Beweis zu stellen.

    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ERNENNE ICH
    CASILIUS PROCULUS


    MIT WIRKUNG VOM
    KAL SEP DCCCLVIII A.U.C.
    (1.9.2008/105 n.Chr.)
    .


    ZUM
    PROBATUS - ALA II NUMIDIA


    Caius Octavius Sura

    Ich nickte, um zu verdeutlichen, dass ich die Frage verstanden hatte. Währendessen suchte ich mir eine Wachstafel heraus und klappte sie vor mir auf. "Es entspricht keineswegs den Gepflogenheiten des römischen Heeres zu kapitulieren, noch ist es ruhmreich und ein trauriges Ende für diese eigentlich so ruhmvolle Legion." Nach dieser kurzen Moralpredigt ging wieder ins Sachliche. "Jedoch ist es verständlich, wenn auch nicht empfehlenswert zu wiederholen, und die Kommandeure haben ja auch heutzutage eine Ausbildung, wie zum Beispiel diese, um solche bösen Fehler zu vermeiden. Verständlich ist es aber doch insofern, dass im Lager starke Verwirrung herrschte. Niemand wusste, welchen Kaiser sie jetzt dienen sollte. Denn die V. Legion war Vitellius, dem Kaiser der zu der Zeit inzwischen abgelöst war von Vespasian, immernoch loyal. Als sie dann Flaccus töteten, war es auch verständlich, dass nicht unbedingt die Generäle scharf darauf waren, der V. Legion zu Hilfe zu kommen. Ohne Hilfe und Hoffnung - und ohne ein vernünftiges Essen - vertraute Lupercus blind auf Civilis. Aber die Wirren des Vierkaiserjahres, und die Wirren im Lager selbst, machen zwar die Entscheidung verständlich, aber nicht immernoch nicht ruhmreich.", wiederholte ich mich. Nach einer kurzen Pause fügte ich an: "Beantwortet das deiner Frage?"

    Ich schenkte meinem Gast ein Glas Wasser ein, und trank einen Schluck aus meinem Glas. Für ein wenig Kleinsprech war ich ja meistens zu haben. Und alte Bekannte treffen war ja sowieso nicht schlecht. Nicht immer zumindest. "Nunja, für den Purpurstreifen bin ich nicht ganz verantwortlich. Es gelten auch Beziehungen, neben den Taten.", erklärte ich ein wenig verlegen. Wenige hatten mich bisher auf meinen Stand angesprochen. Ich selbst sah mich ja doch immernoch mehr als Soldat. "Aber beschweren kann ich mich wahrlich nicht. Eine gute Einheit, wenn auch kalte Winter, und sicherlich eine Herausforderung.", erklärte ich, nippte kurz an meinem Wasser und meinte dann: "Und was machst du im Norden?" Denn meine Neugier war vorhanden. Vermutlich noch ein kleiner Reflex aus den Zeiten in Rom, aber wenn Cato schon so angefangen hatte, beschloss ich auch hinterher zu fragen.

    Sim-Off:

    Entschuldigung. Ich war das WE über weg, vergaß allerdings mich abzumelden.


    Nachdem diese Frage scheinbar zu Genüge erklärt war blickte ich mich um, und sah eine weitere Hand. "Ja, bitte. Der Soldat dort", meinte ich und deutete auf die nach oben gestreckte Hand. Scheinbar kein Offizier, den ich kennen sollte. Eher sogar ein Jüngling, so wie er aussah.

    Ich nahm die Frage zur Kenntnis und versuchte sie darauf hin zu beantworten. Es war eine Frage, auf die ich nicht vorbereitet war. Denn ich hatte ja auch nicht umbedingt das Leben Caesars studiert, aber doch war es eine berechtigte Frage. "Nun ja", begann ich räuspernd. Räuspernd, da meine Stimme strapaziert war und räuspernd, da ich mir die Antwort noch zurecht legen musste. "Caesar war nunmal ein außergewöhnlicher Mann. Er wusste, wie man Leute begeistert für eine Sache. Und auch der Sold war nunmal sicherlich nicht zu unterschätzen, und die Aussicht auf den römischen Lebensstandart öffnete sicher auch einigen Galliern die Augen. Jedoch ist auch zu betrachten, dass es - ähnlich wie in Germanien - es mehr als nur einen Stamm gab. Und sicherlich schlossen sich einige princeps* auch Caesar an. Auch seine Redekünste oder sein militärisches wie politisches Geschick spielte in diesem Fall sicherlich eine Rolle.", ich holte ein wenig Luft und spulte die zusammengestellte Antwort noch einmal ab. Die schönste war sie wohl nicht. "Und zu Alesia - auch römische Bürger kämpften gegen römische Bürger. Und Caesar war daran auch beteiligt. Sicherlich war es für diese Soldaten auch nicht leicht Schwert gegen einen Römer zu erheben." Ich hoffte, dass diese Antwort genügen würde, hatte sie auch eine Achillesverse getroffen, und insgeheim hoffte ich doch, dass nicht nochjemand ein Schwert an diese Stelle rammte, aber anderseits hatte ich auch nichts gegen Diskussionen, und nahm zu Schluss auch das Lob dankbar war. "Genügt das als Antwort oder gibt es noch weitere Fragen oder Diskussionspunkte?", sprach ich dann wieder die Menge an.




    * lat.: Häuptling - aber das hört sich immer zu sehr nach Indianern an, finde ich.

    "Cato! Es lag mir auf der Zunge." Das war zwar gelogen, aber erinnern konnte ich mich dennoch. Velanius Cato... mit ihm hatte ich als Offizier doch so manches zu tun. Obwohl die Zeit in Rom sicher nicht die schönste war, die ich hatte, so erinnerte ich mich doch immer wieder gerne. "In der Tat kann ich mich noch erinnern." Ich lächelte und deutete auf den Stuhl gegenüber. "Setz dich doch. Ein Glas Wasser?", bot ich ihm an.

    "Tatsache.", meinte ich grinsend. Ich liebte Besuche von jemanden, der mich kannte. Und diesen Jungen Mann kannte ich auch noch. Zumindest von seinem Blick her. Und allgemein von seinem Aussehen. Schätzungsweise war es jemand entweder von der Legio II oder von den Cohorten von vor sehr lange her. "Es ist gar so lange her, dass ich nicht mehr direkt auf den Namen komm.", meinte ich dann grinsend. "Hilf mir auf die Sprünge." Dass mir der Name alleine wohl auch wenig sagen würde, verschwieg ich lieber, und hoffte nunmal darauf, dass mein Gegenüber eben auch die ehemalige Einheit nennt.

    Nachdem ich nach der Pause ersteinmal ein größeren Schluck aus meinem Wasser genommen hatte, sodass ich es leerte blickte ich in die Runde. Eine mir mehr oder minder bekannte Hand war darunter und ich deutete freundlich in die Richtung des (inzwischen) Praefectus des Lagers.

    Sim-Off:

    Uff, tut mir Leid. Aber das hatte ich wirklich übersehen. :p:'tschludigung.


    Da der Eques meistens nicht in Anliegen interesiert war, und wenn überhaupt eher nur die kleineren Bittsteller an die richtige Dienststufe verwieß, nickte er nur und klopfte an die Tür des Praefecten, worauf ich von innen ein "Herein", vernehmen ließ und der Eques den 'Veteran' hereinließ.

    Der Saal füllte sich langsam. Und nachdem die Türen geschlossen wurden, wenn auch nicht abgeschlossen, um Nachzügler nicht auszuschließen, beschloss ich meine bisher geschonte Stimme nun nicht mehr zu schonen. Ich trat also vor mein Rednerpult und blickte über die Zuhörer. Vom einfachen Soldat bis zum hohen Offizier hatte sich hier also alles eingefunden. "Salve.", begann ich einfach freundlich lächelnd. "Es ist eine Freude euch alle hier zu begrüßen. Die nächste Stunde oder so werde ich euch die Geschichte der Legio V Alaudae erzählen und erklären. Danach bin ich für Fragen zu haben. Da sich das ganze in die Länge ziehen wird, empfehle ich Notizen machen.", fügte ich noch hinzu.


    Sim-Off:

    Wie immer benutze ich die v. Chr. / n. Chr. Jahresangaben, auch wenn die Geschichte der Legio V gar nicht mal unserer Geschichte vorgreift.


    Bevor ich nun zu dem längeren Vortrag ansetzte nahm ich einen Schluck Wasser.


    "Die verhältnismäßig sehr kurze Geschichte der Legio V Alaudae fing gegen 52 v. Chr. an, als die Legion von Caesar begründet wurde. Jedoch in vielerlei Hinsicht ist die Geschichte, wenn auch nur kurz, besonders.


    Schon der Beiname Alaudae war ungewöhnlich, denn er war nicht Lateinisch, sondern Gallisch für Haubenlerche. Dies folgt wohl daraus, dass die Gallier Lerchenfedern an ihren Helmen trugen. Eventuell trug sie aber auch den Lateinischen Namen Gallica, da – und das ist eine weitere Besonderheit – sich die Legion nur aus Soldaten aus der gallischen Provinz zusammensetzte. Auch wurde sie am Anfang nicht vom Senat anerkannt, und Caesar musste sie vorerst aus eigener Tasche bezahlen. Damit war auch ein wichtiger Schritt für die Romanisierung der Provinzen getan, da Bürger aus der Provinz nicht länger nicht in die Legion durften." Ich setzte ab und wartete ein paar Sekunden, die ich dazu nutzte noch ein wenig Luft zu holen, da das laute Sprechen ich nicht gewohnt war. Das laute Schreien hingegen schon.


    "Caesar setzte die Legion bei der Belagerung von Alesia das erste Mal ein, als er gegen den Gallischen Anführer Vercingetorix. Und auch weiterhin begleitete die fünfte Legion Caesar auf dem gallischen Krieg, und überschritt dann entweder mit Caesar 49 v. Chr. den Rubikon – wo sich die Legion dann in Apulia (südöstlicher Teil Italiens) niederließ, und dann mit Hilfe Marcus Antonius nach Dyrrhachium gesandt wurde, oder wurde von diesem nach Spanien geschickt.


    Feststeht jedoch, dass die Legion schließlich wieder an der Militärkampagne gegen Scipio und Cato (46 v. Chr.) teilnahmen. Diese gipfelte in der Schlacht bei Thapsus, in der die Legio V Alaudae erfolgreich und tapfer gegen die von Scipio eingesetzten Elefanten kämpfte. Dadurch entstand auch ihr Emblem, welches einen Elefanten darstellte.


    Ebenso kämpfte die Legion erfolgreich für Caesar in der Schlacht von Munda, 45 v. Chr." Glücklicherweise hatte ich noch ein wenig Redeunterricht bei einem der Magistrate aus Confluentes bekommen. Die richtige Atemtechnick und höchste Konzentration war stets erforderlich. Auch das Formen der ganzen Sätze aus den kurzen Notizen war eine Kunst für sich.


    "Im Jahr darauf, 44 v. Chr., nachdem Caesar ermodert war, stand die Legio V Alaudae auf der Seite von Marcus Antonius, der nun gegen Octavian kämpfte. Sie trafen auf die Truppen von Octavian zunächst bei der Schlacht von Forum Gallorum, und kurz darauf bei der Schlacht von Mutina (beide 43 v. Chr., nur 6 Tage auseinander). Obwohl schon die erste Schlacht zu Ungunsten Antonius ausfiel, beschloss weiterzukämpfen. Bei der Schlacht von Mutina gelang es den Truppen von Aulus Hirtius teilweise sogar in das Lager Antonius einzudringen, jedoch mit Hilfe der Legio V Alaudae gewann er das Lager wieder zurück. Dies konnte jedoch eine Niederlage Antonius nicht abwenden und er zog sich zurück. Kurz darauf schloss sich Octavian mit Antonius zusammen und bildete das Zweite Triumvirat.


    Unter dieser Führung traf die Legio V Alaudae auf die Truppen der Caesarmörder Brutus und Cassius bei der Schlacht bei Philippi (42 v. Chr.), aus dem die Armee des zweiten Triumvirates erfolgreich hervorgingen.
    Doch auch danach folgte die Legion Antonius nach Beirut, wo sie wahrscheinlich im Krieg gegen das parthische Reich, jedoch ohne großen Erfolge. Währenddessen brach auch das zweite Triumvirat und die Legion kämpfte noch einmal auf der Seite Antonius gegen Octavian, wohl auch auf der Schlacht bei Actium (31 v. Chr.), jedoch ohne Erfolg.


    Nachdem Antonius, welchem die Legio V Alaudae fast durchgehen Treue gezeigt hatte, im Jahre 30 v. Chr. Selbstmord beging, wurden sie Octavians – der nun Augustus genannt wurde – Truppen untergeordnet und nach Merida in Spanien verlegt.


    Dort nahm die Legion teil an der Bekämpfung der Cantabari, einem der größten Kriege der römischen Geschichte überhaupt. Ungefähr 6 Jahre nach dem Ausbruch des Konfliktes im Jahre 25 v. Chr., waren die größten Schlachten gefochten – also 19 v. Chr. Die Legio V Alaudae wurde wahrscheinlich um diesen Zeitpunkt auch abgezogen nach Gallia Belgica. Die Rebellionen in Spanien gingen jedoch noch weiter bis ungefähr 16 v. Chr." An diesem Punkt musste ich doch noch einen Schluck Wasser nehmen, da meine Stimme doch ein wenig litt.


    "Wahrscheinlich verlor die Legio V Alaudae dann im Jahre 17/16 v. Chr. bei der clades Lolliana („Niederlage des Lollius“) ihren Adler in einem verlorenen Gefecht mit den germanischen Sugambri. Nicht geklärt ist jedoch, wie hoch die Niederlage war, oder wie der Adler wieder zurück in die Hände der Legion kam.


    Sicher ist jedoch, dass die Legion dann von Drusus wohl nach Xanten verlegt wurde. Dort half sie Drusus bei den Germanischen Feldzügen, als eine von insgesamt fünf Legionen. Die Legion überquerte die Weser und erreichte sogar die Elbe im Jahre 9 v. Chr. Für einige Zeit war die Legion wohl bei Oberaden, oder Haltern, jedoch zumindest auf der östlichen Seite des Rheines. Nach einer verhältnismäßig langen Zeit wurde die Legion jedoch wieder im Jahre 6 n. Chr. abgezogen, diesmal von Tiberius, um an einer wichtigeren Kampagne teilzunehmen." Ich mache eine kurze Pause um die Worte im Raum, in den Köpfen und auf den Schreibtafeln nachklingen zu lassen.


    "Sie war Teil einer mindestens acht Legion großen Armee, die gegen den König Maroboduus von dem Stamm der Maromanni im heutigen Tschechen kämpften sollten. Dazu sollten einige Legionen die Elbe herunter bis nach Tschechen verfolgen, um von dort anzugreifen. Es sollte eines der größten Militärmanöver aller Zeiten werden, jedoch wurde es von einem Ausbruch einer Rebellion in Pannonia, in der Provinz Illyricum gestört.


    Kurz danach, im Jahre 9 n. Chr., nach der berühmten Schlacht im Teutoburger Wald wurde die Legio V Alaudae zurückgezogen um Germania Inferior zu sichern. Dann wurden sie wieder in Xanten stationiert, wo sie sich ein Doppellager mit der Legio XXI Rapax teilte. Von dort aus kämpften beide Legionen dann in den Feldzügen von Germanicus in den frühen Jahren des Kaisers Tiberius (14 und 16 n. Chr.)" Wie die Geschichte auch, machte ich eine länger Pause, um Notizen zu sortieren, Gedanken und Luft zu sammeln, so wie einen Schluck Wasser zu trinken.


    "Von dann an wurden die größeren Aktionen der Legio V Alaudae nicht mehr so zahlreich. Erst im Jahre 23 n. Chr. gab es eine größere Militärische Aktion. Die Legion unterdrückte erfolgreich eine friesische Revolte, jedoch erlaubt es der Kaiser Tiberius den Friesen trotzdem unabhängig zu sein.
    Etliche Jahre später – 43 n. Chr. – wurde die Legio XXI Rapax wurde mit der Legion XV Primigenia ausgetauscht, zeitgleich wurde Xanten neu aufgebaut.


    Im Jahre 47 n. Chr. waren beide Legion Teil einer Armee, die gegen die Friesen und Chauken geführt wurde. Trotz des Erfolges, den diese Kampagne unter dem General Gnaeus Domitius Corbulo, mit sich brachte, beschloss Kaiser Claudius den Rhein als die Grenze des römischen Reiches zu behalten. Dafür sollten die Legionäre neue Befestigungen den Rhein entlang bauen.


    Doch schon im Vorfeld der Wirren des Vierkaiserjahres (69 n. Chr.) gab es für die Legio V Alaudae wieder interessantere Einsätze. Nachdem Servius Sulpicius Galba im Jahre 67 n. Chr. bekannt gab, dass er Nero stürzen wolle, und Gaius Iulius Vindex seine Unterstützung für Galba anmeldete, marschierte die fünfte Legion, zusammen mit der Legio I Germanica, XV Primigenia und XVI Gallica, gen Süden und besiegten Vindex. Die Soldaten, die eine Belohnung erwarteten, da sie einen Hochverräter besiegt hatten, wurden jedoch enttäuscht, da Galba einfach auf Rom marschierte und der Senat ihn als Kaiser anerkannte. Somit wurde ihr eigentlich vorbildliches Verhalten zu einem Versuch den neuen Kaiser aufzuhalten erklärt.
    Darauf erklärte die Armee ihren eigenen Kommandeur Aulus Vitellius zum Kaiser. Mit diesem marschierten sie Anfang des Jahres 69 n. Chr. nach Rom, in welchen inzwischen Otho als Kaiser herrschte, nachdem dieser hatte Galba aus dem Weg räumen lassen. Er marschierte zwar gegen die Armee des Vitellius, in welcher sich auch die Legio V Alaudae befand, jedoch wurde seine Armee bei der ersten Schlacht von Bedriacum vernichtend geschlagen, und Vitellius wurde Kaiser.


    Aber nicht lange danach meldete auch Vespasian an, dass er die Macht anstrebte. Und wieder kämpften die rheinischen Legionen – diesmal gegen die Donaulegionen bei der zweiten Schlacht von Bedriacum, jedoch waren sie diesen unterlegen, aber damit war Vitellius noch nicht entthront, da er in Rom weilte." Ich nahm einen Schluck Wasser bevor ich zu dem Finale meines Vortragsweiter redete.


    "Unterdessen in Germania Inferior rebellierten die Batavier, nachdem Galba seine batavische Leibwache entlassen hatte. Die Legio V Alaudae und die XV Primigenia, oder besser, dass was von den beiden noch übrig geblieben war, zogen wieder Germania. Der von den Batavern ernannte König Civilis kannte jedoch die römischen Taktiken und lockte die beiden Legionen in eine Falle, und sie wurden wieder geschlagen.


    Und nur kurz darauf wurde die Doppellegion in ihrem Lager schon wieder angegriffen. Denn während die Wirren des Vierkaiserjahres weiter gesponnen wurden, wurden diese beiden Legionen kaum beachtet. Civilis nutzte das und überzeugte batavische Auxiliareinheiten sich ihm anzuschließen. Insgesamt waren nur noch ungefähr 5000 Legionäre im Lager von beiden Legionen, der Legio V Alaudae, und der XV Primigenia. Das Lager jedoch war noch gut versorgt, und nach mehreren gescheiterten Versuchen in das Lager einzudringen, beschloss Civilis, die Legionen aushungern zu lassen. Kurz darauf wurde Vitellius, dem die Legionen immer noch treu waren, von Vespasianus, den Civilis unterstützte, besiegt, und sobald Vespasian als Kaiser ausgerufen wurde, kämpfte Civilis wieder für seine Bataver.


    Schließlich marschierte der General Flaccus zur Rettung in Richtung Xanten, jedoch wurde er von Civilis abgefangen. Jedoch wurde seine Armee geschlagen, worauf er sich zurückzog und die Belagerung Xantens aufhob. Als Flaccus von der Ernennung Vespasians zum Kaiser erfuhr, fing er an zu feiern und bot den beiden Legionen Geld an. Jedoch waren die beiden Legionen immer noch loyal und treu zu Vitellius und sahen das Geld als Bestechung an, um auf die Seite Vespasians geholt zu werden. Darauf hin töteten sie Flaccus. Dies jedoch ließ die Legionen verwirrt, was Civilis nutzte und die Belagerung wieder aufnahm. Nach etlichen Monaten und keiner Hoffnung auf Rettung mehr, beschloss Munius Lupercus, Kommandeur in Xanten, aufzugeben, nach dem sie gar ihre Pferde essen mussten. Civilis versprach ihnen sie sicher gehen zu lassen, wenn sie ihr Lager und die Waffen den Batavern überließen. Die Römer gingen darauf ein und Legio V Alaudae und Legio XV Primigenia marschierten aus dem Lager.


    Jedoch schon nach kurzer Zeit wurden sie von germanischen Truppen angegriffen und geschlachted. Es dauerte eine ganze Weile, bis Vespasian genug Truppen hatte, um die Aufstände niederzuschlagen, jedoch wurden weder die Legio XV Primigenia, noch die Legio V Alaudae jemals wiederbelebt." Ich ließ die Worte verklingen, deutlich machend, dass das das Ende meines Vortrags sein sollte.

    Vorbereitet mit einer Schriftrolle, ein paar Notizen und genug Wachstafeln, sowie mit einigen Gedanken im Kopf betrat ich den noch fast ziemlich leeren Raum. An dem Rednerpult breitete ich zunächst ersteinmal die Notizen so aus, dass ich sie alle sah, beziehungsweise innerhalb weniger Minuten auf sie zugreifen konnte. Ich war nicht umbedingt nervös, da ich schon einige Ansprachen gehalten hatte, jedoch war der Vortrag ja wieder etwas anderes. Wenigstens gab es genug Wasser, um meine Stimme am Laufen zu halten, die ich extra die paar Tage davor geschont hatte.
    Dann fing ich an auf die Gäste und Interessierten zu warten.

    Schon eine längere Zeit bevor mein Vortrag überhaupt anfangen sollte traf ich in Mogontiacum ein. Der Ritt aus Confluentes kam mir kürzer vor als sonst, da meine Gedanken eher bei meinem Vortrag als bei meinen Reitkünsten lagen, die sich aber immerhin deutlich verbesser hatten. Schon aus der Ferne sah man den typischen Militärsreitertrupp Staub aufwirbeln. In meiner Begleitung war neben meiner Leibwache auch ein paar Interessierte Offiziere. Kurz vor dem Tor zügelte der Trupp das Tempo und ritt langsam an das Tor heran. "Salve, Soldaten.", begrüßte ich die Wachen, während mein Pferd, erschöpft und ermüdet sich wohl nach etwas Wasser und Ruhe sehnte. "Praefectus Alae Caius Octavius Sura und einige seiner Männer melden sich für den Vortrag zum Examen Quartum. Und könnten unsere Pferde wohl versorgt werden?" Denn das wir passieren durften, davon ging ich ja mal aus.

    Dienstplan




    TURMA I


    TURMA II


    TURMA III


    TURMA IV


    TURMA V - XVI



    Ausbildungsturma


    Anmerkungen:


    Bei Rückfragen ist der Dienstweg einzuhalten und somit der direkte Vorgesetzte aufzusuchen.
    Bei Verlassen und Betreten des Castellums ist der Wache am Tor Meldung zu machen.


    Alle Angehörige der Einheit haben selbstständig tägliches Training durchzuführen!


    Der Dienstplan ist gültig, bis neue Befehle erfolgen!


    Caius Octavius Sura


    Sim-Off:

    Die Wache an der porta kann und soll, von jedem Soldaten, ab dem Rang des Eques, gesimmt werden!
    Und für alle Eques, die nicht gerne Lagerleben simulieren, einzelne Patroullien durch Confluentes mit einem Duplicarius sind erlaubt. Aber die nächste Sonderaufgabe kommt bestimmt. 8)

    Diese Veteranen hatten jedoch weitaus besseres zu tun, als vor dem Tor herumzulungern, um jeden Neuankömmling mit prüfenden Blick zu durchschauen. Stattdessen waren einige neue Eques mit der Wache beauftragt worden. Als sie den Mann sahen, der sich dem Tor näherte, bauten sie sich auf. Doch bevor sie sich versahen, und mit einem netten, endlich militärisch ausgesprochenen Spruch den Mann zum stehen brachten konnte, hielt dieser schon an, und erklärte sein Anliegen. Es war also so ein hochnäßiger, der noch nicht mal vom Pferd abstieg, wenn er zu jemanden reden wollte. Kein Wunder, wenn er ein 'alter Freund' des Praefecten war. Also wählte die Wache den versöhnlichen, und einigermaßen freundlichen Ton. "Ich nehme also an, du würdest ihn gerne wieder sehen?!", antwortete sie also.