Beiträge von Marcus Petronius Crispus

    In den Augenwinkeln sah Crispus Valerians Leiden, aber er dachte nicht daran, sich erweichen zu lassen. Stattdessen ließ er sie lange Zeit weiterkämpfen, ehe er sie endlich wieder zusammenholte.


    "Probati, in aciem venite!"


    befahl er, dann erklärte er den nächsten Schritt.


    "Nachdem ihr jetzt gegen einen toten Gegner gekämpft hat, geht es jetzt an lebende Opfer. Ich zähle durch, jeweils die I und die II bilden ein Kampfteam. Wer mehr Treffer einsteckt, räumt später die Sachen des Anderen auf."


    Er ging rasch die Reihe entlang.


    "I - II - I - II - I - II - I - II - I - II..."


    Und wieder war er unterwegs, die Ernsthaftigkeit der Versuche der Probati zu prüfen...

    Immer wieder verharrte der Centurio auf der Höhe des ein oder anderen Probatus, der es nicht schaffte, den Takt zu halten und brüllte ihm das


    "Laevumlaevumlaevum!"


    ins Ohr. Nach einiger Zeit verlangsamte er das Tempo wieder etwas und führte die Männer zur Porta des Lagers. Direkt dahinter bog er nach rechts ab und führte die Truppe einmal durch das gesamte Intervallum den Wall entlang.


    Sim-Off:

    Eine kleine Beschreibungsübung für dich: Beschreibe deinen Weg durch das gesamte Intervallum - also was du siehst, hörst, wie du dich fühlst. Als kleiner Anhaltspunkt, was du begegnen könntest das hier

    Der Centurio huschte zwischen den Kampfpaaren hin und her, der ein oder andere bekam den Stock zu spüren.


    "Nicht herumtänzeln - das ist nicht deine Lupa, sondern dein Gegner!"


    ermahnte er ein Kampfpaar, das gegenseitig die Arme ergriffen hatte und sich mehr oder weniger nur im Kreis bewegte. Dafür lobte er Scaurus.


    "So will ich das sehen - blitzschneller Gegenschlag!"


    "Los, los, noch 'ne Runde!"


    bellte er dann über die Köpfe aller hinweg.

    Sim-Off:

    Naja, eigentlich sind sie meistens so bekleidet ;)


    Dieser Trupp lernte offensichtlich doch recht schnell. Crispus war tatsächlich beeindruckt, auch wenn er sich nichts anmerken ließ, sondern sofort weitermachte.


    "Probati, heute kommen wir zu dem, warum ihr hier seid - dem Kampf! Da ihr verschiedene Kampfesweisen lernen müsst, beginnen wir mit dem Einfachsten: Dem Ringen.


    Ich denke, jeder von euch hat schon einmal in den Thermen oder dme Gymnasion oder sonstwo gerungen. Das Ringen eines Legionärs ist allerdings mehr: Ihr lernt dies, um im Zweifelsfall auch ohne Waffen euren Gegner außer Gefecht zu setzen.
    Daher ist es wichtig, die empfindlichsten Stellen des Körpers zu kennen: Gemächt, Gesicht, Hals. Im Ernstfall sollten dies eure bevorzugten Ziele sein. Heute verzichten wir jedoch darauf, denn ich will keine Kastraten-Centuria.


    Bildet also Zweiergruppen und beginnt!"

    Der Centurio konnte einigen Probati ansehen, dass sie noch am Muskelkater des Vortages litten, aber das hielt ihn nicht davon ab, sie mit Stockschlägen und Rufen zur Schnelligkeit aufzufordern.


    "Los, Iulius, schlag schneller zu!"


    "Nutz deine Deckung anständig, verdammt!"


    "Nicht pieksen, stechen!"


    So ging es in einem fort. Nach einiger Zeit blieb der Centurio und der Optio abwechselnd bei einem Probatus stehen und wiesen ihn mit Stichen ihrer Stöcke auf Lücken in der Deckung hin.


    Crispus kam zu Valerian und stellte fest, dass sein Schildarm etwas ermüdete. Sofort nutzte er eine Lücke mit einem festen Stoß des vitis aus.

    Diesmal kamen sie tatsächlich besser in Formation, doch dann passierte ihnen ein kleiner Fauxpas - sie marschierten einfach los!


    "Hab ich etwas von Losmarschieren gesagt?"


    brüllte der Centurio, wobei eine Ader an seiner Stirn hervortrat.


    "Consistite!" (Stillgestanden!)


    Er atmete ein-zweimal schwerer, ehe er fortfuhr.


    "Ihr marschiert genau dann, wenn ich das Kommando dazu gebe. Ansonsten niemals! Disziplin, nicht die Einschätzung von Grünschnäbeln hat Rom groß gemacht! Jetzt marschieren wir!"


    Er trat ein wenig zurück und gab das entsprechende Kommando.


    "Pergite aequatis passibus!" (Im Gleichschritt Marsch!)

    Sim-Off:

    ich dachte eigentlich, dass dein Post erst die erste Hälfte oder so beschreibt, aber jetzt haste ja schon bisschen was geschrieben - passt!


    Nachdem sie das Castellum auch von außen umrundet hatten und der Centurio einen Probatus, der es geschafft hatte, in den Graben zu fallen, mit einem strengen Blick bedacht hatte, kehrten sie auf den Exerzierplatz zurück.


    "Probati, dies war euer erster Tag! Wir sehen uns morgen früh wieder!"


    erklärte er und gab dann den erlösenden Befehl.


    "Abite!" (Wegtreten!)

    Die Probati übten noch längere Zeit das Werfen, bis der Centurio endlich zufrieden war. Als es langsam wieder dunkel wurde, beendete Crispus endlich die Übung.


    "Das genügt! Packt die Pila wieder in die Bündel! Das genügt für heute!"


    Es dauerte ein wenig, dann verabschiedete er sie mit einem


    "Probati, abite!"


    Es war Zeit für ein entspannendes Bad.

    Der Optio ließ die angetretenen Probati ihre zwei Aufwärmrunden über den Exerzierplatz ziehen, anschließend noch die obligatorischen dreißig Liegestützen. Erst danach trat der Centurio wieder vor die Männer.


    "Probati, heute kommen wir zur Königsdisziplin des Legionärs: Der Schwertkampf!


    Er verlangt dem Miles alles ab und zugleich ist das Gladius seine tödlichste Waffe. Der Umgang damit muss sorgfältig geübt werden. Folgt mir also."


    Er führte die Probati zum Rande des Campus, wo mannshohe Pfähle in den grauen Himmel ragten. Die meisten hatten deutliche Spuren des Kampfes. Daneben waren auf einer Art Ständer Holzschwerter aufgereiht, daneben standen die bekannten, schweren Weidenschilde. Auf diese deutete der Centurio.


    "Jeder nimmt sich ein Gladius und ein Scutum. Dann sucht euch einen Pfahl."


    Er wartete einen Augenblick, ehe er fortfuhr.


    "Das Gladius ist ein Kurzschwert, folglich weniger für gewaltige Hiebe als schnelle Stiche, besonders ins Gesicht und den Magenbereich geeignet. Dabei ist es wichtig, auch stets auf die Deckung zu achten!


    Fangt also an!"


    Und die Probati begannen.


    Crispus sah sie einen Augenblick an, dann setzte er zum Reden an.


    "Ihr seid hier, weil ihr offensichtlich ein Problem miteinander habt. Derartige Probleme kann ich in meiner Einheit nicht gebrauchen. Mag sein, dass ihr die ein oder anderen Probleme habt, euch in die Einheit zu integrieren und dabei auf Probleme mit den Alteingesessenen stoßt - unter Probati ist dies jedoch nicht akzeptabel."


    Er sah sie weiter mit undurchdringlicher Miene an.


    "Ich verlange von euch, euren Streit beizulegen. Sollte ich noch einmal etwas davon mitbekommen, werdet ihr viel Zeit miteinander verbringen."


    erklärte er.

    Der Centurio wechselte zwischen der Position an der Spitze des Trupps und an seinen Flanken, wo er hin und wieder einen Probatus an den Takt erinnerte.


    "Laevum - laevum - laevum!"


    und dann weiterging. Hin und wieder grüßte er jedoch auch den ein oder anderen Centurionen, den er auf dem Weg rund um das Castellum traf.


    Sim-Off:

    bitte ganz außenrum und zurück auf den Exe ;)

    Als alle erschienen waren, begann der Centurio wieder.


    "Salvete, Probati,


    heute beschäftigen wir uns mit dem Pilum, der Fernwaffe des Legionärs. Zuvor machen wir jedoch ein paar kleine Aufwärmübungen!"


    An diesem Morgen mussten die Probati zwei Runden laufen und im Anschluss dreißig Liegestützen hinlegen, dann jedoch kamen sie zum Thema.


    "Das Pilum besitzt vorn einen Metallschaft. Dieser dient dazu, bei Durchdringen des gegnerischen Schildes zu verbiegen. Folglich lässt es sich nicht mehr herausziehen und kann nicht zurückgeworfen werden.


    Üblicherweise wirft nur die erste Reihe, da die hinteren überhaupt nicht den nötigen Platz besitzen. Deshalb reicht die zweite Reihe ihr Pilum zur ersten vor. Bei zwei Pila pro Mann entstehen also IV mögliche Salven. Da ein Anlauf außerdem deutlich die Weite erhöht, rückt die Truppe während des Salven gleichzeitig leicht vor.


    So, jeder nimmt sich ein Übungspilum, dann fangen wir an!"


    Der Centurio wartete, während die Probati sich auf die Holzausgaben der Pila stürzten. Doch nicht nur das Baumaterial unterschied sie vom Original - auch das Gewicht war doppelt so groß. Als alle bedient waren, kam der Befehl.


    "Milites in aciem venite!"


    "Tollite pila!" (Fertigmachen zum Pilumwurf!)