Heila setzte eine beleidigt-sauere Miene auf, während Crispus sich einfach seinen Teil dachte. Nämlich dass er wohl nie mit Sigubald auskommen würde - es sei denn, dieser starb!
"Papa! Hör' auf damit! Es gibt wichtigeres als Geld!"
"Aber mit Geld lebt's sich's schonmal viel bequemer!"
Nun seufzte Heila und lehnte sich gegen Crispus, der sich fragte, was sein Schwiegervater gleich sagen würde, wenn...
"Marcus und ich bekommen ein Kind, Papa!"
Und Sigubald reagierte, wie Crispus es vorhergesehen hatte. Zuerst tat er nichts, sondern zwinkerte mit den Augen. Dann noch einmal, dann schien er nach Worten zu ringen. Es war von vornherein klar gewesen, dass er sich einen besseren Schwiegersohn als Crispus vorstellen konnte, aber nun war die Sache wohl durch etwas kleines Lebendiges in Heilas Bauch besiegelt.
Mit sichtlicher Verwirrung deutete er zwischen den beiden hin und her.
"Ihr habt...ihr habt...ich mein' ihr kriegt...'n Kind?"
Noch immer wirkte Heila böse und jetzt verschränkte sie ihre Arme vor dem Bauch.
"Ja! Und wir freuen uns, stimmt's, Marcus?"
'Marcus' setzte sich auf - er hatte nicht damit gerechnet, in dieses heikle Gespräch hineingezogen zu werden. Trotzdem sagte er rasch
"Ja, natürlich!"
"Aber wer soll des denn durchfüttern? Was, wenn der da in'n Krieg zieht? Was dann, hm?"
Nun verschränkte auch Sigubald die Arme vor der Brust und blickte beide misstrauisch an. Heilas Wangen röteten sich - aber nicht vor Scham, sondern vor Wut!
"Marcus zieht aber nicht in'n Krieg! Hier gab's schon lange nix mehr und selbst wenn - dann kommt er danach eben wieder und hat viel Beute dabei!"
Irgendwie kam Crispus sich langsam vor, als wäre er für die beiden Streithähne überhaupt nicht anwesend, denn Sigubald fuhr fort
"Ach jaa? Und wenn nich'? Dann kommst du vor lauter Trauer nich' zum Arbeit'n und sein Balg liegt uns auch noch auf der Tasche! Und so gut laufen die Geschäfte auch wieder nich'!"
Heila schien immer wütender zu werden und plötzlich wurden ihre Augen feucht.
"Geld, Geld, Geld! Das is' alles, was dich interessiert! Ob ich mich freu', is' dir ganz egal!"
Sie sprang auf und verließ den Wohnraum durch die Tür Richtung Laden. Völlig überrumpelt standen die beiden Männer da, bis Crispus plötzlich eilenden Fußes seiner Freundin folgte und dabei fast mit Gisil zusammengestoßen wäre, da diese gerade aus dem Laden kam und ebenfalls einen etwas fragenden Blick auf hatte...