Beiträge von Marcus Petronius Crispus

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    DOMUS SEXTI


    Treffpunkt der Gemeinde zum Kult des Mithras
    untergebracht in einer unscheinbaren Wohnung


    An einer Nebengasse der Via Praetoria steht ein unscheinbares Steinhaus. Nichts weist darauf hin, dass sich hier ein Mysterienkult trifft - mit Ausnahme vielleicht die eingekratzte Sonne im rechten oberen Eck der Porta.
    Auch der Flur des Hauses ist unscheinbar - wäre da nicht eine verriegelte Tür auf der rechten Seite.
    Von dort gelangt man ins eigentliche Mithräum:


    Man betritt einen Kellerraum mit Tonnengewölbe. Links und rechts des Ganges befinden sich steinerne Liegen, auf denen bis zu zwölf Männer Platz finden. Am Ende des Ganges befindet sich eine Apsis, in deren Zentrum der Altar des Mithras auf einem siebenstufigen Sockel steht.



    Die einzige Lichtquelle ist ein rundes Loch in der Decke, das in den Hinterhof des Hauses mündet, denn die aufgemalten Sterne auf dem Gewölbe können kein Licht in die Dunkelheit des Kellers bringen. Hier treffen sich die Corvi, Gryphi, Milites, Leones, Perses, Soli und das Haupt der Gemeinde: Der Pater. Diesen Rang bekleidet im Augenblick Sextus, ein Veteran der ansessigen Legio II Germanica. Ihm verdankt die Gemeinde auch ihren Kultraum, in dem sie sich regelmäßig trifft.

    Noch einem weiteren Hieb hatte der Centurio auszuweichen, ehe die Legionäre der Patroullie seinen Gegner in die Zange nahmen. Der pugio als Waffe gegen Männer mit Schwertern war eben doch etwas...schwierig. Besonders, wenn einem der Wein bereits leicht zu Kopf gestiegen war.


    Er zog sich ein wenig zurück und betrachtete seine Hand, die nun brannte. Der Schnitt blutete ziemlich. Sofort steckte er den Dolch weg und presste die nun freie Hand darauf. Es war wohl besser, wenn er die beiden Hautteile zusammendrückte, bevor er zu viel Blut verlor! Den Kampf würden die Kameraden schon beenden!

    Als es gerade um die Qualität der aktuellen Getreiderationen ging, bemerkte Crispus, dass alle herauskamen, nur seine Probati fehlten.


    "Einen Moment, Metellus."


    Langsam trat er in die Horrea, wo tatsächlich ein Häufchen Neulinge herumstand und so aussah, als hätte sie noch nie einen zerlegten Ochsenkarren gesehen. Er donnerte los


    "Probati, braucht ihr eine Extraeinladung?
    Los, tragt das Zeug raus, damit wir es kontrollieren können!"


    Unglaublich, diese verwöhnte Jugend von heute...da würden sie mit ihm noch ordentlich aneinander geraten...

    Crispus trieb die Männer natürlich an.


    "Los, schneller! Das ist nur eine Runde!"


    "Wollt ihr eine Extra-Runde oder was?


    und so weiter. Nach einigen Minuten waren sie wieder am Ausgangspunkt angekommen und die gewohnten Befehle ertönten.


    "In aciem venite!"


    "State!"


    Nun würden sie erfahren, was heute auf dem Programm stand.


    "Heute geht es weiter mit der körperlichen Ertüchtigung. Sicher haben viele von euch schonmal gerungen. Wir machen das auch. Aber nicht wie Kinder, sondern wie Soldaten. Im Ernstfall ist alles erlaubt."


    "Bildet Zweiergruppen und los gehts!"


    brüllte er, sodass man es wohl auf dem ganzen Exerzierplatz hören konnte.

    Also doch der neue Tribun - oder etwa einer von der Rapax? Aber warum sollte der sich die Mühe machen...hatte ihm Caius nicht erzählt, dass er jemanden dort kannte, der wiederum erzählt hatte, dass der Laticlavius von der XXI. ein fauler Etappenhase war? Der würde sicher nicht zu Fuß hier erscheinen. Erst jetzt bemerkte Crispus, dass der Tribun keinerlei Reisegepäck oder ähnliches dabei hatte. Also ganz sicher der neue Tribun.
    Noch einmal grüßte er durch den Faustschlag aufs Herz.


    "Centurio Petronius Crispus."


    stellte er sich kurz vor und strafte die Legionäre dann mit einem missbilligenden Blick.


    "Carnulius, Acilius, Publicius."


    beantwortete er dann die Frage des Tribuns.


    "Verzeih, Tribun. Ich übernehme das."


    Nun wandte er sich an die Legionäre. Ihnen war das Grinsen gehörig vergangen. Vielleicht würden sie es eines Tages doch noch lernen...


    "Nach der Wache meldet ihr euch bei mir."


    Damit war die Sache hoffentlich bereinigt. Er sah den Tribun an, falls dieser noch irgendwelche Wünsche oder Anweisungen hatte. Dabei versuchte er, den Neuen abzuschätzen. Dieser Aurelier sah nicht aus, als hätte er in seinem Leben schon einmal gearbeitet. Wahrscheinlich hatte er das auch nicht, denn solche Leute waren ja Senatorensöhne - aus besserem Hause! Wahrscheinlich aus Rom, dieser gewaltigen Stadt. Aus einer der Häuser, vor denen Crispus mit offenem Mund gestanden war, als er die Stadt besucht hatte...vor so langer Zeit, als er Onkel Varus besucht hatte. Wie es Varus wohl ging?

    Centurio Petronius kontrollierte wieder einmal seine Wache, die die centuria gerade hatte. Besonders die beiden Obermimi waren oft zu kontrollieren. Sie nahmen den Militärdienst einfach zu humorvoll. Und da hatten sie sich offensichtlich auch schon wieder Ärger eingehandelt, denn sie sprachen mit einem unbekannten Offizier. Militärisch grüßte er.


    "Salve! Was geht hier vor?"


    fragte er danach sofort in die Runde. Vermutlich war es ein Sendling aus irgendeinem Castellum der Provinz...oder vielleicht doch der neue senatorische Tribun?

    Zitat

    HORREUM IV


    Diese Horrea ist nicht auf Pfeilern errichtet, da sie nur für die Lagerung von Ausrüstung dient. Insbesondere wird hier die Ausrüstung des Legionstrosses gelagert (Ersatzjoche, Fuhrwerke, etc.).


    Crispus war direkt nach dem Appell zum Horreum IV gegangen, um dort mit dem Verwalter zu sprechen - schließlich musste er seine Männer einweisen können!
    Nach einiger Zeit erschienen sie auch. Lupus hatte sogar noch etwas Puls am Mundwinkel hängen - das Frühstück war offensichtlich reichlich kurz gewesen...


    "Rechts hinten sind die Fuhrwerke. Zerlegt natürlich. Also raustragen und zusammenbauen!"


    befahl Crispus und plauderte ein wenig mit dem Verwalter - dem Optio Metellus, einem Freund aus seiner Optionenzeit, während die Männer sich mit den teilweise sperrigen Teilen abschleppten.

    | Legionarius Brutus
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    "Ach, im Winter sind'se immer ruhig. Aber so genau weiß ich's auch nicht - bin lange nicht mehr 'rausgekommen..."


    Immer erhielten die anderen Aufträge für Patroullien oder Straßenposten, auf denen sie Ewigkeiten ohne den vitis des Centurio auskamen!


    In diesem Augenblick kam Quintus, der schwächliche Legionär zurück.


    "'Ja, der Praefectus hat Zeit!"


    eröffnete er und Brutus deutete auf die Principia.


    "Quintus bringt dich hin!"


    Damit grinste er Quintus an, der nun zum zweiten Mal den weiten Weg auf sich nehmen durfte.




    Ja, das war ein Morgen, wie in Crispus liebte. Die Männer standen da und wirkten ausgeschlafen wie ein Stein mit Schlafkrankheit.


    "Guten Morgen, Milites!


    Wie ihr seht, beginnt es langsam, zu grünen. Das bedeutet, der Germane erwacht und zum Sommer ist es nicht weit. Im Sommer ist der Germane aktiv und wird vielleicht wieder einmal vorbeisehen - darauf müssen wir vorbereitet sein! Deshalb werden wir heute den Kameraden in der Horrea bei der Überprüfung der Fuhrwerke helfen - man weiß nie, wann man sie braucht!"


    Damit hatte er den Tagesplan bekannt gegeben.


    "So, jetzt sind noch ein bis zwei uncia Zeit, dann meldet ihr euch an Horrea IV!"


    "Abite!"


    fügte er an und kehrte in seine Unterkunft zurück, um sein Frühstück zu sich zu nehmen.

    Der blutige Dolch wurde wieder zurückgezogen und erneut musste Crispus einem nun allerdings wesentlich ungelenkeren Schlag ausweichen. In diesem Augenblick hörte er auch schon das Geschrei einer Patroullie hinter sich - gerettet!


    Trotzdem trat der Centurio wieder auf seinen Gegner zu. Offensichtlich hatte ihm der Stoß zugesetzt. Wenn er noch einmal den Arm traf...vielleicht reichte es aus, um den Gegner seines Schwertes zu entledigen...so stieß er erneut zu. In diesem Moment hatte er den Banditen unterschätzt: Das Schwert stieß erneut auf den Petronier ein und schnitt ihm in die Linke. Im Eifer des Gefechts bemerkte Crispus jedoch nichts davon.

    Crispus saß am späten Nachmittag zu Beginn des Märzes in seiner Unterkunft und begann, seinen allmonatlichen Statusbericht seiner Centurie auszufüllen. Schließlich wollte sowohl der Praefectus Castrorum, als auch der Legat wissen, was in seiner Truppe vorging.


    Statusbericht


    ANTE DIEM IV NON MAR DCCCLVII A.U.C. (4.3.2007/104 n.Chr.)
    Centurio: M Petronius Crispus
    Centuria **
    Cohors II


    Stärke: LV aktiv; VI erkrankt, VIII auf Straßenposten
    Ausbildungsstand: VIIII Immunes, XL Legionarii, XIX Probati



    Die volle Kampfkraft der Centurie wird bis Ende des Monats eingestellt sein. Die Ausbildungsabteilung wird ebenfalls bis zum Ende des Monats einsatzbereit sein. Siehe dazu Ausbildungsbericht.


    Im vergangenen Monat wurden speziell taktisches Training, sowie Umgang mit Belagerungsmaschinen wiederholt.


    Arbeitseinsatz bei Umlagerung von Getreide an der Horrea I, Hilfe bei den Reparaturarbeiten in Fabrica III..



    Keine besonderen Vorkommnisse.


    gez. M. Petronius Crispus



    Bevor er ihn allerdings ablieferte, würde er noch überlegen, ob er nichts vergessen hatte...

    Dienstplan



    * Bau der Horrea am Hafen


    gez. M. Petronius Crispus



    Sim-Off:

    Wie immer:
    - Alle Mannschaften sind gleichzeitig Wachdienst
    - Lagerleben simulieren wird mit Mitsimulieren von meiner Seite belohnt ;)
    - es besteht keine Ausgangssperre und die Stadt freut sich auch über Besuch

    Auch der folgende Tag - diesmal allerdings nicht ganz so verregnet - begann mit dem Morgenritual der Legion. Petronius stand nur mit der Militärtunika und dem Cingulum Militare, sowie dem vitis in der Hand vor seiner centuria. Das Horn des Cornicen erscholl und der Ruf ertönte.


    "Milites, venite!" (Angetreten!)


    Wieder tauchten die Köpfe und darauf die müden Legionäre auf und stellten sich in die Reihe.


    "State!"


    befahl der Centurio nun und ein Ruck ging durch die Einheit.

    Der Triumph, das Bein erwischt zu haben, hielt nicht lange, denn gerade noch rechtzeitig konnte Crispus seinen Arm zurückziehen, um ihn nicht durch einen sauberen Schlag von Körper getrennt zu bekommen sondern nur durch die Schwertspitze in die Hand geritzt zu werden. In den Augenwinkeln registrierte er den getroffenen Banditen, der sich ebenfalls auf den tapfer kämpfenden Reatinus stürzte. Plötzlich kam ihm etwas.


    "Räuber! Zu Hilfe!"


    brüllte Crispus lauter, als er sonst auf dem Exerzierplatz erscholl. Vielleicht würden Anwohner sich zeigen und ihnen helfen. Mut war eine Sache, Unversehrtheit eine andere!
    Da das Schwert seines Gegners durch den gewaltigen Hieb unten war, wagte der Centurio erneut einen Dolchangriff. Diesmal stach er in Richtung des rechten Oberarms, denn der Verlust des Schwertarms war erfahrungsgemäß eine nicht zu unterschätzende Behinderung im Kampf.

    Nachdem der Optio sich wieder beteiligte, blieb Crispus stehen und sah scharf auf die Füße der Männer.


    "Laevumlaevumlaevumlaevum."


    brachte er den Trupp in den Eilmarsch. Nun holte er sie ein und ließ einen der Probati den Stock spüren, als dieser aus dem Takt kam.


    "Laevum, non rectum!" (Links, nicht rechts!)


    brüllte er ihm ins Ohr und ging dann wieder etwas auf Abstand, um den ganzen Trupp zu überblicken. Nach einer Weile befahl er plötzlich.


    "State!"


    "In Aciem venite!" (In Linie antreten!)


    und wartete, dass die Männer zurück in Linienformation kamen.

    Crispus hörte das Lachen der übrigen Soldaten. Natürlich wusste er auch, warum sie das taten. Immerhin war er auch einmal Probatus gewesen, wenn auch in einer anderen Legion, in der die "Kleinen" nicht ganz so stark in die Mangel genommen wurden.


    "Gibt's was zu lachen?"


    herrschte er sie an, woraufhin diese aufhörten und einer


    "Nein, Centurio..."


    murmelte. Crispus sah den Männern in die Augen, dann zu der Tunika und schließlich zu Vocula.


    "Schön."


    Damit ging er zum nächsten und hob das Reticulum hoch, woraufhin er feststellte, dass es ein Loch hatte.


    "Da kann durchaus dein Obst 'rausfallen, Legionarius."


    kommentierte er und sah dabei Brutus, dem die Pritsche gehörte, geschäftsmäßig an.


    "Flicken."


    Damit verließ er die Unterkunft und begab sich zum nächsten Zimmer...