Beiträge von Manius Tiberius Durus

    ACTA CONTIONIS
    COLLEGIUM AUGURUM


    LOCUS: Domus Verginia
    DIES: ANTE DIEM IV ID MAI DCCCLVII A.U.C. (12.5.2007/104 n.Chr.)
    PRAESIDENS: L Verginius Esquilinus Magister Augurum


    CAUSA: Cooptatio Collegii


    EXITUS:
    [list=I]
    [*] Candidati: Caius Aemilius Pansa Minor, Spurius Nautius Vindex und Galeo Claudius Myrtilus
    [*] Galeo Claudius Myrtilus wird dem Senat vorgeschlagen
    [/list]


    ADNOTATIO: Senatu placet



    L Verginius Esquilinus


    | Dareios


    Dareios war verwirrt angesichts der vielen Fragen. Im Vergleich mit den anderen war die Veneta doch noch immer erfolgreich - auch die anderen Factiones hatten an keinen großen Rennen teilgenommen!


    "Ganz einfach - weil die Lusitanier auf lange Sicht erfolgversprechender sind! Mehafs altes Gespann war schon ein bisschen älter."


    Dann sah er zu dem anderen Germanicer, der offensichtlich noch verunsicherter war und von ihm hellseherische Qualitäten forderte - so hatte sich Dareios das wirklich nicht vorgestellt! Vorher blickte er noch einmal zu seinem Princeps Factionis, der offensichtlich gerade ein wenig mit sich selbst beschäftigt war, aber auch sehr beunruhigt aussah.


    "Ich glaube, sie können es schon schaffen - aber ich bin kein Wahrsager."


    Wieder blickte er in die Runde und strich sich durch den Bart.




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    SODALIS - FACTIO VENETA

    ACTA PONTIFICVM


    In der Regia werden alle Protokolle der Zusammenkünfte der Collegia, sowie sonstige sakralrechtliche Dokumente und alles, was für den Cultus Deorum wichtig ist, genau archiviert. Dafür ist ein eigener Bereich der Regia reserviert.


    Ein Scriba hat die Aufgabe, hier die Übersicht zu bewahren und bei Bedarf die richtigen Akten hervorzuholen.



    Sim-Off:

    WICHTIG:
    Beim Lesen ist die Baumstruktur von Vorteil, um die Übersicht zu behalten.
    Beim Ändern und/oder Archivieren von Dokumenten bitte unbedingt die ANLEITUNG lesen!


    Hier bitte keine SimOn-Postings! Simulieren des Archivs erfolgt im Officiums-Thread!


    INDEX


    [list=I]
    [*]COLLEGIUM PONTIFICIUM
    ACTA - Protokolle
    EPISTULA - Briefe
    RELATIONES - Berichte und Gutachten


    [*]COLLEGIUM AUGURUM
    ACTA - Protokolle
    EPISTULA - Briefe
    AUSPICIA - Einholung göttlicher Zeichen


    [*]COLLEGIUM QUINDECEMVIRORUM SACRIS FACIUNDIS
    ACTA - Protokolle
    EPISTULA - Briefe
    RELATIONES - Berichte und Gutachten


    [*]COLLEGIUM SEPTEMVIRORUM EPULONUM
    ACTA - Protokolle
    EPISTULA - Briefe
    RELATIONES - Berichte


    [*]CULTURA SACERDOTUM
    Ausbildung der Priester


    [*]CETERA
    Das Übrige


    [*]PROMOTIONES
    Ernennungen innerhalb des Cultus Deorum
    [/list]

    | Dareios


    Der ehemalige Auriga und neue Trainer der Veneta hatte die kurzen Nachfragen schweigend verfolgt, nun jedoch erhob er sich mit einem zufriedenen Lächeln - endlich konnte er etwas über seine Jungs sagen!


    "Zuerst einmal möchte ich mich für die wunderbaren Jahre als Agitator bei euch bedanken! Ihr habt mich immer wieder wunderbar unterstützt und im Grunde verdanke ich all meine Erfolge nur Euch!"


    Wieder brach ein wenig Applaus aus, jedoch weniger stark als zuvor – die Sodales entstammten doch zumeist einer Schicht, in der lautstarker Jubel eher eine Ausnahme war! Unbeirrt fuhr der ehemalige Auriga und neue Trainer fort:


    "Aber kommen wir zu unseren Jungs: Wir haben aktuell drei Spitzenfahrer, die bereit sind, an Rennen im ganzen Imperium teilzunehmen: Hermes, Mehaf und Casetorix. Hermes ist natürlich der älteste und euch allen auch am bekannteste. Ich selber habe ja, wie Tiberius Durus schon gesagt hat, mit ihm Rennen gefahren und weiß daher, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Und an denen haben wir natürlich seit Martius gearbeitet. Ich kann deswegen sagen, dass er trotz seines zunehmenden Alters – der gute ist ja mittlerweile auch schon vierundreißig – noch immer top in Form ist und großes Potential hat, meinen Abschlusserfolg noch zu übertrumpfen! Er fährt übrigens das Gespann mit den afrikanischen Stuten, die wir letztes Jahr gekauft haben.


    Nachdem Mehafs Tiere nicht im Transfer-Preis inbegriffen waren, haben wir ihm ein neues Gespann zugelegt. Wir haben vier wunderbare Hengste aus einer Zucht in Lusitania gekauft – wunderbare Tiere! Mehaf hat das Gespann schon ganz gut eingefahren, ist aber leider bisher noch nicht dazu gekommen, sich in einem echten Rennen zu beweisen. Ich kann allerdings sagen, dass er heiß darauf ist, endlich seine Runden über die Bahnen des Circus Maximus zu ziehen.


    Unser jüngster im Team ist Casetorix, ein Gallier. Ihn haben wir als Talent entdeckt, er ist allerdings noch keine großen Rennen gefahren. Dafür haben wir natürlich besonders hart mit ihm gearbeitet. Er hat ein Gespann aus vier Thrakern bekommen – schnelle und besonders spritzige Tiere. Unser Casetorix hat es aber wunderbar geschafft, die Tiere zu einem Gespann zu schmieden, das sich gewaschen hat. Leider hatte er im letzten Sommer beim Training einen kleinen Unfall, der ihn wieder ein wenig zurückgeworfen hat. Trotzdem ist er inzwischen wieder auf dem Stand vor dem Unfall und ich bin sicher, dass noch viel mehr Potential in ihm steckt, wenn er es nur endlich zeigen kann. Übrigens ist Burolix, der Neue von der Aurata, sein kleiner Bruder, was seinen Ehrgeiz natürlich besonders anspornt!


    Gibt’s noch irgendwelche Fragen?"


    Dareios blickte in die Runde. Er hatte natürlich keine besonders konkreten Angaben gemacht, andererseits war dies auch kaum möglich, wenn man nur ein paar Worte Zeit hatte.


    Casetorix sah aus, als hätte er in eine Zitrone gebissen - er wurde wohl einfach zu oft mit seinem Bruder, der im Augenblick als etwas erfolgreicher gehandelt wurde als er, verglichen. Mehaf hingegen flüsterte ihm etwas zu, woraufhin der junge Gallier seinen Ellenbogen ausfuhr und Mehaf einen kleinen Hieb gab. Hermes und Mehaf grinsten - offensichtlich hatten sich die Fahrer bereits ganz gut angefreundet.




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    SODALIS - FACTIO VENETA

    In den vordersten Reihen der Zuschauer stand auch Tiberius Durus stumm dabei. Er trug seine Toga Praetexta, die ihm als Pontifex zustand, hatte auch sein rituelles Opfermesser am Gürtel. Als Stellvertreter des Kaisers in religiösen Angelegenheiten hätte er möglicherweise auch als oberster Opferhelfer fungieren können, doch in diesem Fall hatte er darauf verzichtet - er wusste ja, warum es dem Kaiser oblag, dieses Opfer abzuhalten und da fühlte er sich in keinster Weise schuldig, obschon der Blitz in seinem Atrium möglicherweise ein Hinweis auf etwas anderes war.


    Wieder einmal zeigte sich der Kaiser kränklich, doch zumindest Quarto schien alles gut vorbereitet zu haben. Ein Priester übernahm das Opfergebet (obwohl Durus fand, dass dieses möglicherweise auch vom Kaiser selbst gesprochen worden hätte sollen). Dann ging es endlich richtig los.

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Das Gespräch zwische Durus und Balbus entwickelte sich immer interessanter und Ursus fühlte sich nun doch bemüßigt, sich daran zu beteiligen. "Bei allen hohen Posten kann man doch beobachten, daß hin und wieder ein Unfähiger dort eingesetzt wird, nur weil er entsprechende Beziehungen besitzt. Das ist kein Problem, das allein Legionskommandanten betrifft. Ich kann Senator Tiberius nur zustimmen: Ein Legionskommando ist entschieden eine politische Aufgabe. Natürlich sollte militärische Erfahrung vorhanden sein. Und ich glaube kaum, daß jemand ein Kommando erhalten würde, der nicht die Ausbildung an der Academia erfolgreich abgeschlossen und zudem als Tribun Dienst geleistet hat. - Natürlich kommt das an die militärische Erfahrung eines Berufssoldaten nicht heran. Doch wozu hat der Legat schließlich seinen Stab?"


    [...]


    Während der Sklave auch Durus das Wasser reichte und anschließend die Hände trocknete, überlegte sich der Tiberier, was nun noch zu der Debatte zu sagen war oder ob es besser war, sie nicht quer über den Tisch fortzuführen. Andererseits schien auch Ursus sich für diese Angelegenheit zu interessieren.


    "Das stimmt. Die große Aufgabe eines Legaten - besonders in unseren Tagen - liegt darin, Grundsatzentscheidungen zu treffen. Und für diese ist er wohl aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung in Ehrenämtern besser in der Lage - ohne die Leistung des Miles Gregarius oder des ritterlichen Tribunen schmälern zu wollen!"

    Das Opfer verlief zufriedenstellend, die Litatio wurde verkündet, was zu erwarten war, denn die Götter liebten es, wenn Priester auch verheiratet waren! Dies wiederum erinnerte Durus schmerzlich daran, dass es bei ihm noch immer nicht geklappt hatte - obwohl sich dieser Umstand hoffentlich bald ändern würde!


    Nach dem Opfer folgte ein gegenseitiges Eheversprechen, dann begrüßte Corvinus die Gäste. Nun war die Gelegenheit günstig: Durus ließ sich von seinen Sklaven einen Weg zum Brautpaar bahnen. Als er sie endlich erreichten, hatte jedoch bereits der Ritus der Confarreatio begonnen - und Durus musste wieder warten.

    Offensichtlich herrschte eine schlechte Stimmung unter den Sodales und sie waren einigermaßen wütend, dass nicht mehr passiert war - vielleicht hatte Durus diesmal tatsächlich zu spät das gegen die Klippen gesteuerte Schiff verlassen. Und vermutlich hatte er dieses Amt auch unterschätzt...nunja, andererseits war natürlich auch sein Vicarius verschwunden!


    "Auf die Zukunft kommen wir noch zu sprechen, wie Du sicherlich der Tagesordnung entnommen hast, Germanicus."


    Zumindest hatte er noch ein wenig Luft! Doch da es sonst keine produktiven Einwände gab, meinte Durus.


    "Wir sollten uns zuerst anhören, was der neue Auriga-Trainer der Veneta über unsere Fahrer zu berichten weiß."


    Er nahm Platz und wartete darauf, dass Dareios das Heft in die Hand nahm und er ein wenig Zeit bekam, sich plausible Ausreden auszudenken.

    | Stesichoros


    Offensichtlich legte es der Sklave darauf an, die Tiberier zu beleidigen. Leibwächter...Kampfhunde - bei einem Gast? Das war doch sehr seltsam. Doch der ewig-kränkliche Ianitor war nicht bereit, aufzugeben.


    "Dein Herr darf sich als Gast meines Herrn betrachten und als solcher hat er im Hause meines Herrn nichts zu befürchten. Oder traut dein Herr meinem etwa nicht?"


    Hauptsache, diese furchtbaren Hunde kamen ihm nicht zu nahe. Sie waren wirklich größer als Wölfe, doch dafür wirkten sie nicht weniger gefährlich! Einen Augenblick überlegte Stesichoros - eigentlich implizierte Gastfreundschaft auch etwas Entgegenkommen...


    "Einen Leibwächter wird dein Herr nicht brauchen - aber er kann natürlich gern seinen Leibsklaven mitbringen, wenn er nicht auf ihn verzichten will."


    Im Grunde war es ja auch gefährlich, Bewaffnete in die Villa zu lassen - wer garantierte denn, dass es nicht umgekehrt war und dieser Flavius plante, den Pontifex pro Magistro zu ermorden?





    IANITOR – GENS TIBERIA

    "Ich denke, du wirst warten müssen, bis Decimus Mattiacus von seiner Mission zurück ist."


    bemerkte Durus noch, wobei ihm bewusst wurde, dass es keine Nachrichten in Rom über diese Angelegenheit gab - ob die Verhandlungen sich so lange hinzogen? Oder was war geschehen? - nunja, Corvinus würde es wohl kaum viel besser wissen, denn der Brief wäre zweifelsohne an den Senat gegangen.


    Der Tiberier nahm den letzten Schluck aus seinem Becher und stellte ihn ab. Als der Sklave herbeieilte, um nachzuschenken, winkte Durus ab - er hatte genug gegessen.

    Der Tonfall des Kaisers missfiel Durus sehr. Offensichtlich hielt er ihn für einen seiner Bediensteten, seiner persönlich verpflichteten Procuratores oder Freigelassenen. Doch er war ein Senator Roms, verpflichtet vor allem der Res Publica und nur in zweiter Linie dem Imperator Caesar Augustus! Und selbst, wenn er ihm die Treue geschworen hatte - er betrachtete dies eher als ein Bündnis unter Gleichen!


    "Ja. Vale."


    erwiderte er daher beleidigt und wandte sich zum Gehen. Wenn der Kaiser keine Lust hatte, mit ihm zu reden, hatte Durus auch keine Lust! Und einen Vorteil hatte es, wenn die Dinge nicht klarer geregelt waren: Dann konnte er die wenigen Regeln so auslegen, wie sie ihm zupass kamen!

    | Stesichoros


    Nachdem der Gast besonders ausführlich vorgestellt worden war (wobei der Sklave sich offensichtlich nicht einmal alles richtig merken konnte, wie Stesichoros argwöhnisch feststellte). Dafür sprach er aber umso respektloser von seinem Herrn und auch, wenn Stesichoros oft auf ihn schimpfte und er tatsächlich ein wenig zugelegt hatte, war er stolz auf den Erfolg des Pontifex und verzog das Gesicht.


    "Nein, es gibt hier nicht mehrere Pontifices."


    Als er dann von diesen hässlichen Hunden sprach, die Stesichoros ängstigten (zumal er das Gefühl hatte, dass sein Schnupfen in Anwesenheit von Tieren stets schlimmer wurde), schüttelte er den Kopf.


    "Die Hunde müssen leider draußen bleiben. Der Herr schätzt keine Wolfshunde!"


    Das war sogar ausnahmsweise die Wahrheit!





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Stesichoros


    Inzwischen war die Baustelle freigeräumt worden, sodass sie wieder zu passieren war. Und aus diesem Grund hatte man einen Weg freigelassen und an der Stelle, die in den noch erhaltenen Teil des Anwesens führte, eine Tür eingezogen. Dies wiederum erfreute Stesichoros, der nun endlich eine Kammer in unmittelbarer Nähe zum Eingang zugewiesen bekam und nicht mehr den ganzen Tag im kalten Hof stehen musste. Außerdem konnte er so ständig den Erfolg der Bauarbeiten verfolgen, die vor seiner Nase stattfanden.


    Als nun wieder einmal eine Sänfte vor der Villa erschien, beendete Stesichoros die Beobachtung der Handwerker, die soeben absteckten, wo neue Mauern zu errichten waren. Ein wenig erschrocken registrierte er, dass die Sänfte von Kampfhunden begleitet wurde - was mochte das für ein Verrückter sein?


    Die Frage wurde rasch beantwortet, denn ein Sklave kam heran und fragte nach dem Eingang.


    "Hier geht es herein - zu wem will denn dein Herr?"


    fragte er.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    An diesem Tag flatterte Durus ein Brief herein, wie er ihn selten erhielt: Verginius Esquilinus, den der Tiberier aus seiner Zeit als Augur noch sehr gut kannte, hatte ihm geschrieben!

    L Verginius Esquilinus Magister Augurum Pontifici pro magistro M' Tiberio Duro Senatori s.p.d.


    Aufgrund des Todes unseres ehrenwerten Collega hat das Collegium Augurum darüber beraten, wen sie für eine Cooptatio vorschlagen solle.


    Nach langer Debatte haben wir uns auf Manius Aurelius Orestes, einen gläubigen Mann gewählt, der designiert ist zum Vigintivir und dem Staat als Sodalis Saliorum Palatinorum und Sacerdos Publicus dient.


    Ich bitte Dich, den Vorschlag dem Senat zur Abstimmung vorzulegen oder ihn kraft Deines Amtes direkt zum Augur zu ernennen, soweit dem Pontifex Maximus unsere Wahl gefällt.



    Mögen die Unsterblichen Dich behüten


    L Verginius Esquilinus


    Beim Lesen des Briefes zog sich eine Augenbraue des Tiberiers überrascht in die Höhe: Er hatte von dem Ausscheiden des Auguren erfahren und war bereits gespannt gewesen, wer dessen Platz ausfüllen würde - dass man jedoch ausgerechnet Aurelius Orestes dazu bestimmt hatte, war mehr als erstaunlich! Eigentlich hatte Durus mit einem alten Senator gerechnet, der den Platz der reinen Ehre wegen erhalten hätte. Doch ausgerechnet der Bald-Angetraute von Arvinia! Wirklich überraschend...


    Nun war es also seine Aufgabe, diesen Vorschlag dem Senat vorzulegen - wobei man an dieser Stelle wieder endlose Diskussionen führen musste, ob Orestes nun geeignet war, da er doch nicht einmal Senator war! Vielleicht war dies die Stelle, an der er dem jungen Aurelius ein wenig unter die Arme greifen sollte und von seiner Macht als Pontifex pro Magistro Gebrauch machen sollte...gewissermaßen als Hochzeitsgeschenk!

    Vertretung bei anderen Anlässen? Ob der Kaiser auch von religiösen Feiern sprach, bei denen der Pontifex Maximus als Opfernder auftrat? Etwa beispielsweise zur Procuratio, die gerade wegen der Untätigkeit des Kaisers durchgeführt werden musste? Möglicherweise konnte das ein Consul im politischen und ein Praefectus Urbi im verwaltungstechnischen Bereich tun...doch in der Religion war es an manchen Stellen wichtig, persönlich präsent zu sein!


    "Ich werde dies gerne tun, doch muss ich Dich darauf hinweisen, dass an manchen Stellen Deine Präsenz unabdingbar sein wird. Nicht nur um der Götter Willen..."


    Es war natürlich auch für das Volk wichtig zu sehen, dass der Kaiser sich um die Pax Deorum kümmerte!

    Tatsächlich hatte Aelius Quarto einige Dinge angegangen, die von großer Wichtigkeit waren und seine Amtszeit würde sicherlich noch länger in Erinnerung bleiben. Doch eigentlich war dies kein Grund für Durus, mit diesem in Wettbewerb zu treten. Andererseits war es allerdings möglicherweise auch keine dumme Idee, ein wenig konkretere Pläne zur weiteren Karriere zu machen...


    Durus nahm einen Schluck Honigwein und seufzte nachdenklich, ehe Corvinus das Gespräch wieder stärker auf sich lenkte. Offensichtlich plante er, sich ein wenig im juristischen Bereich schlau zu machen - etwas, was auch für einen Aedilis wichtig war! Doch seine Frage war ein wenig gefährlich...die Prüfungen waren streng vertraulich und wenn herauskam, dass man jemandem dabei half, konnte das Schwierigkeiten geben - besonders, wenn der Leiter der Schola Atheniensis ein Erzfeind war...


    Daher lächelte Durus und meinte


    "Ich glaube, dass ich dazu keine konkreten Informationen geben darf...aber sagen wir, die Prüfung ist sowohl wissens-, als auch praxisorientiert."


    Was genau dies bedeuten sollte, konnte sich der Aurelier hoffentlich selbst zusammenreimen...

    "Ich denke, wir sollten aber weiterhin darauf achten, dass wir gerecht sind. Wenn es als Bagatelle behandelt wird, wenn ein römischer Bürger einen Peregrinus ermordet, dann kann das leicht zu Unzufriedenheit in den Provinzen führen."


    gab Durus zu bedenken - nicht nur, weil er gern widersprach, wenn Avarus irgendwelche Anträge stellte, sondern aus Überzeugung. Gerade die Debatte über die Zivilisierung der Provinzen hatte das Augenmerk des Tiberiers wieder stärker auf die Einwohner des Reiches verschoben, die nicht im Genuss des Bürgerrechts waren.


    "Die Frage ist, was mit der Strafe erreicht werden soll - meiner Meinung nach soll sie vor allem abschrecken oder es dem Täter ermöglichen, seinen Schaden wieder gutzumachen. Ein einfacher Proletarier - ob mit oder ohne Bürgerrecht - wird sich jedoch kaum durch Nachdenken verbessern. Diese Schichten können nur durch Abschreckung davon abgehalten werden, Straftaten zu begehen. Also sind für sie härtere Strafen notwendig.


    Bei einem verdienten Senator oder Eques hingegen können in vielen Fällen sicher auch durch eine Relegatio zum Nachdenken angeregt werden - es wäre ein zu großer Schaden, sie dem Staat vollständig zu entziehen - so die Gefahr, die von ihnen ausgeht, nicht überwiegt. In letzterem Fall könnten sie jedoch auch ins Exil geschickt werden, denn der Verlust ihres Vermögens und er Ausschluss aus der Bürgerschaft ist für sie eine Strafe, die wohl schlimmer ist als der Tod - ohne die gesamte Familie zu beschämen, indem sie auf unwürdige Weise zu Tode kommen."


    versuchte Durus, die Debatte in eine andere Richtung zu lenken. Der Unterschied zwischen Ständen war seines Erachtens wichtiger als der zwischen Bürgern und Fremden. Bei diesen Gedanken kam ihm jedoch noch ein weiterer wichtiger Aspekt:


    "Abgesehen davon ist es wichtiger, Senatoren und staatliche Amtsträger besonders zu schützen, da ihr Tod einen größeren Verlust für den Staat darstellt. In diesen Fällen müssen die Strafen also besonders hoch sein."

    Zitat

    Original von Tiberius Prudentius Balbus
    "Ich sage nicht, dass es irgendjemand sein sollte." sagte er bemüht beschwichtigend. "Es sollen ruhig politisch aktive Männer sein, schliesslich weiss ich um die politische Tragweite eines solchen Kommandos, aber dennoch wäre eine gewisse Erfahrung im praktischen Umgang mit Milites wünschenswert."
    Und damit meinte er nicht lediglich das Rumscheuchen eines Schwertlehrers, wie es in den großen Familien üblich war.
    "Und solche Männer gibt es ja offenbar auch in den politischen Führungsschichten. Dein Verwandter Tiberius Vitamalacus ist da ein gutes Beispiel."
    Es kostete Balbus Überwindung dies zuzugeben, da er diesen speziellen Tiberier noch immer sehr argwöhnisch betrachtete, aber er konnte nicht abstreiten, dass er dem was er von einem Legionskommandanten erwartete recht nah kam.


    "Ich dachte, dass nur Männer mit Legionskommandos betraut werden, die bereits mehrere Militärtribunate absolviert haben."


    erwiderte Durus spontan, obwohl er sich im Grunde darüber im Klaren war, dass diese Erfahrung von einem oder zwei Jahren wenig Lerneffekt hatte. Andererseits war es vermutlich sowieso eher wichtig, im Umgang mit Stabsoffizieren sicher zu sein als in dem mit einfachen Legionären. Und diese Qualität hatten Senatoren wohl am meisten!


    Als Balbus dann ausgerechnet Quintus als Beispiel heranzog, nickte er, obwohl er der Meinung war, dass sein Cousin viel zu sehr Soldat und viel zu wenig Senator war.


    "Siehst du - und genau solche Männer werden doch auch mit den Legionskommandos betraut. Wer sich nicht für das Militär interessiert, für den gibt es als Senator auch andere Tätigkeitsfelder."


    Wenn Durus recht darüber nachdachte, war es vermutlich besser, wenn Quintus ein bisschen mehr Kontakt zu Rom bekam, sonst war er vermutlich genauso gefährlich wie jeder ritterliche Offizier, der sich dem Kaiser persönlich und nicht der Res Publica verpflichtet sah.


    In diesem Augenblick tauchten Sklaven auf, die die Gäste auf ihre Plätze verteilten. Durus erhielt einen Platz, der ihn fast etwas beleidigte: Rangmäßig lag der relativ neue Senator Annaeus Modestus höher, ebenso wie Germanicus Sedulus (was man in diesem Fall noch verzeihen konnte, war er doch in gewisser Weise als Anhang des Avarus hier). Dennoch hielt er die Ordnung fast für ein wenig ungeschickt und nicht gerade sehr consular.


    Sim-Off:

    edit: ups, den letzten Absatz habe ich vergessen!