Ad
Q Tiberius Vitamalacus
Legio I Traiana Pia Fidelis
Provincia Italia
Manius Quinto suo s. p. d.
Wir haben lange nicht mehr voneinander gehört, sodass ich mich kaum an unser letztes Zusammentreffen erinnern kann. Zwar habe ich dich bei der Einführung des neuen Praefectus Praetorio von weitem gesehen, doch leider warst du offensichtlich nicht lange genug in Rom, um mich zu besuchen oder mir zu ermöglichen, dir einen Besuch abzustatten. Deshalb schreibe ich dir diese Zeilen, um dich über die neuesten Entwicklungen hier in Roma zu informieren und zu erfahren, wie es dir inzwischen als Legatus Legionis geht.
Zweifelsohne hast du bereits von den laufenden Debatten im Senat, sowie den allgemeinen Entwicklungen der Stadt erfahren, denn dies breitet sich ja ohnehin wie ein Lauffeuer im gesamten Imperium aus. Daher vielleicht einige persönliche Einschätzungen und Meinungen dazu: Leider zeigt sich der Kaiser äußerst selten in der Öffentlichkeit, was möglicherweise mit seiner Krankheit zusammenhängt. Vielleicht um sich mehr zu schonen, hat er mich außerdem zu seinem Vertreter in allen religiösen Angelegenheiten ernannt, wofür ich mich sehr geehrt fühle. Ansonsten scheint der neue Praefectus Praetorio noch kaum Fuß gefasst zu haben, denn ich höre wenig über ihn.
Doch auch in der Familia Tiberia selbst gibt es zahlreiche Neuigkeiten, die ich dir nicht vorenthalten möchte: Der Wiederaufbau unseres Hauses geht voran, so wird bereits das Obergeschoss gemauert und die Dachziegel angeliefert. Ich habe einen fähigen Architekten beauftragt, dessen Pläne auch die Zustimmung der übrigen Familienmitglieder erhalten haben - ich bin überzeugt, dass es auch dir gefallen wird. Leider hatten wir einige Probleme damit, ausreichend Marmor für die Wandverkleidungen zu erhalten, doch ich bin sicher, dass sich das Problem bald lösen wird.
Ein weiterer, hochinteressantes Factum dürfte es sein, dass ich beschlossen habe, nun ebenfalls den Bund der Ehe einzugehen. Aurelius Corvinus, ein sehr vielversprechender, aufstrebender Politiker, der bereits das Pontifikat inne hat, hat mir sein Mündel Aurelia Laevina angeboten und ich bin geneigt, dieses Angebot anzunehmen, um die Differenzen mit der Gens Aurelia und uns, die ein politisches und gesellschaftliches Risiko darstellen, endgültig auszuräumen. Zusätzlich hat Manius Aurelius Orestes, der ebenfalls an der Schwelle zum Cursus Honorum steht, um die Hand deiner Schwester angehalten. Da ich der Meinung bin, dass ein solches Angebot nicht abgelehnt werden sollte und auch Arvinia einer solchen Verbindung sehr zugeneigt ist, habe ich mir die Freiheit genommen, in Kürze ein Treffen mit den Aureliern zu arrangieren, bei dem wir über die Mitgift und einen Termin für die Sponsalia verhandeln werden.
Aber genug aus Roma, sicherlich gibt es auch aus Mantua viel zu berichten. Insbesondere würde mich interessieren, ob du auf deinem Posten noch immer zufrieden bist. Aufgrund meiner Verbindungen könnte ich dir nämlich anbieten, mich an oberster Stelle für eine Versetzung oder eine Ablösung einzusetzen, aber auch eine Kandidatur zur Praetur zu unterstützen. Desweiteren bin ich selbstverständlich auch daran interessiert, wie es deiner Verlobten geht und wann ihr gedenkt, zu heiraten.
Ich hoffe, wir begegnen uns in naher Zukunft auch wieder persönlich, doch leider ist es mir im Augenblick schwerlich möglich, Rom zu verlassen - der Kult der Götter bindet mich!
Mögen die Götter dir zugeneigt sein
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