Beiträge von Manius Tiberius Durus

    | Stesichoros


    Von der Flavia behauptete er also zu kommen - im Grunde sprach nichts dagegen! Andererseits war es immer gefährlich, Fremde ins Haus zu lassen, besonders, wenn man nicht wusste, ob die Herrin bereits wach war!


    Daher beschloss er, es vorerst anders zu versuchen.


    "Gib' den Brief mir - ich gebe ich sicher weiter!"


    Damit würde keine Gefahr bestehen, dass der Mann etwas mitnahm oder Arvinia etwas tat.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Durus blickte sich um, als Cato erschien. Er beschloss jedoch, nicht auf die Frage zu antworten (was ohnehin nutzlos gewesen wäre) und das einem der Sklaven zu überlassen. Er sah zu, wie er sich zu den Sklaven bückte, die unter Anleitung von Capsa, dem medizinisch gebildeten Sklaven Verbände anlegten. Vielleicht war es tatsächlich keine dumme Idee, einen Medicus zu holen - das würde allerdings andererseits wieder Geld kosten und war Crista so viel wert?


    Diese Gedanken äußerte er allerdings nicht laut, stattdessen hörte er zu, wie Capsa dem Libertinus erklärte


    "Beruhig' dich! Sie ist schon wieder einigermaßen stabil. Hat halt was auf den Kopf bekommen und ist dann wohl ins Becken gefallen. Kannst dich bei einem von denen bedanken!"


    Damit deutete er auf die Sitzgruppe, in der Calena, Arvinia und Durus saßen und ihre Erlebnisse verarbeiteten bzw. dabei halfen.

    Durus erstarrte, als der alte sich lautstark zu Wort meldete und ganz offensichtlich bestätigte, was Crista ihm gesagt hatte. Er hätte niemals erwartet, dass der Alte sich diese Frechheit herausnehmen würde und sich in Anwesenheit des Consuls und weiterer Würdenträger betrank! Man sollte doch niemals alten Menschen trauen!


    Nun war guter Rat teuer - sollte er Iuvenalis wegschicken? Das wäre wohl die entehrendste Form, die zugleich aber auch für ihn ein wenig peinlich war. Oder überging er Iuvenalis einfach? Immerhin kam es bei Gelegenheit vor, dass Leute auch bei einem solchen Convivium zu viel tranken (üblicherweise jedoch erst nach dem Essen).


    Fürs erste beschränkte er sich darauf, seinem Nachbarn einen bitterbösen Blick zuzuwerfen, der wohl fast tödlich hätte sein können, dann entspannten sich seine Gesichtszüge und er blickte zu Orestes.


    "Was wolltest du sagen, Aurelius?"

    | Stesichoros


    Morgenstund hat Gold im Mund - das hatte zumindest seine Mutter immer behauptet, als er noch ein kleiner, kränklicher Junge gewesen war. Leider hatte sich dieser Satz als Lüge erwiesen, denn seit Stesichoros denken konnte, war er morgens stets am schlechtesten gelaunt. Wenn er erwachte, hatte der Schnupfen meist seine Nase verstopft und er musste sich erstmal kräftig schneuzen, ehe er in den Tag starten konnte.


    So war er auch nicht übermäßig begeistert, zu früher Stunde, noch bevor die Klienten kamen, die Tür öffnen zu müssen und einen jungen Mann zu sehen, der offensichtlich hineinwollte.


    "Was willst du?"


    fragte er daher und gähnte dabei herzhaft.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Acht Jahre? Nunja, im Grunde hatte Durus das wissen müssen, denn er selbst weilte seit etwa dieser Zeit in der ewigen Stadt und war Arvinia in dieser Zeit nicht begegnet. Aber es war wirklich schmerzlich, diese Stadt für so lange Zeit vermissen zu müssen - zumindest wenn man Rom so liebte, wie es Durus tat! Und Arvinia dachte offensichtlich ähnlich.


    Dann jedoch besannen die beiden sich wieder auf das Thema Quintus: Die fehlene Information an seine Lieben deutete darauf hin, dass der alte Legat eher kein Familienmensch war - oder er hatte bemerkt, dass Durus sich stets einem gewissen Wettbewerb ausgesetzt fühlte, wer nun das Oberhaupt der Stirps war.


    "Ich wusste das nicht, nein! Er hätte sich ruhig melden können!"


    Wie üblich hatte Durus einige Dinge mit Quintus zu besprechen, besonders im Hinblick auf die Familien- und Außenpolitik der Gens Tiberia! Abgesehen davon war es natürlich extrem unhöflich, seine Verwandten nicht über sein Kommen zu informieren!


    "Wie ist eure Beziehung? Habt ihr Streit?"


    Bei ihm konnte er sich ja eine fehlende Information erklären - aber warum schien auch Arvinia so überrascht?

    Als Crista zu ihm kam und ihm die Information zuflüsterte, blickte er neben sich, wo der alte Tiberier zu Tisch lag und gerade einen Schluck Wein nahm. Durus war gar nicht aufgefallen, wie viel Iuvenalis getrunken hatte! Einen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, den Alten einfach zu fragen, was ihm jedoch etwas unpassend und respektlos erschien. Glücklicherweise war Crista auch schon verschwunden, als er sich wieder zu ihr umwandte.


    Die Angelegenheit verschwand recht schnell aus seinen Gedanken, als Orestes zur Antwort ansetzte, nachdem er zuerst seine Dattel genossen hatte. Er selbst war kein besonders großer Freund dieser überaus süßen Frucht, doch da ihr Import teuer war, gehörte sie einfach zu jedem gehobenen Mahl.


    Auch der Aurelier schien jene gewählte Ausdrucksweise zu beherrschen, die auch Gracchus an den Tag legte, obschon er den Sprachcode nur als Einleitung seiner Erklärung nutzte, was Durus ganz gut gefiel.
    Wie er erwartet hatte, war auch Orestes noch zu haben - eine Information, die fast ebenso wichtig war wie die, dass Macer auf Brautschau war! Gerade die Aurelier würden mit Sicherheit eine lukrative Verbindung sein - falls man sie dazu bringen konnte, sich mit den Tiberiern zu arrangieren, denn noch immer schwebte ein alter Zwist zwischen den Familien wie ein Damoklesschwert über einer möglichen Verbindung.


    "Ich bin sicher, die Väter werden dir die Tür einrennen, wenn bekannt wird, dass du auf der Suche bist!"


    erwiderte Durus mit einem gönnerhaften Lächeln. Wenn er gewusst hätte, dass er bereits jemanden ganz bestimmten im Auge hatte, der zusätzlich noch zur Stirps der Tiberier gehörte, hätte er dies vermutlich nicht gesagt (schon aus Verwunderung!). Doch so konnte er freiheraus sprechen!

    Und natürlich war das Durus wohl klar, bevor Flavus auch nur darüber nachgedacht hatte, denn er spielte das große Spiel, das man als Politik bezeichnete, wohl schon länger als Flavus überhaupt an Politik denken konnte. Der einzige Grund, warum er nichts gesagt hatte, war, dass dies auch dem Decimer bewusst war und ob es konkrete Angebote gab. Doch eigentlich genügte ihm diese Zusage bereits: Ein Ehrenmann (und soweit er wusste, wurde die Ehre bei den Decimern höher geschätzt als in manchen germanischstämmigen Familien der römischen Aristokratie) würde sich durch eine solche Zusage gebunden fühlen wie durch einen Eid.


    Daher lächelte er leicht und beugte sich leicht vor.


    "Ich denke, ich könnte dir tatsächlich helfen."


    Und im Zweifelsfall konnte er das Pflichtgefühl des Flavus auch noch auf die Probe stellen, bevor dieser wirklich zu Einfluss kam (das Vigintivirat war nunmal eher...unbedeutend in der Politik).


    Sollte er gewählt werden (und wenn er so mächtige Proteges hatte, wie er vorgab, würde er dies ohne Zweifel), würde er von diesem Zeitpunkt an in Durus' Schuld stehen. Sicherlich würde Durus allerdings mit der Bitte warten, bis Flavus mehr Einfluss hatte - vielleicht würde er sie auch nie stellen in der Erwartung, dass die bloße Möglichkeit der Bitte das Gewissen des Decimers beeinflusste.

    Durus hatte keine Ahnung, worauf sich Avarus bezog und wollte gerade dazu ansetzen, etwas zu erwidern, als der Senator begann, plötzlich so zu tun, als hätte Durus damit begonnen, unsachliche Einwürfe zu bringen oder unpassende Äußerungen von sich zu geben. Natürlich ließ er ihn ausreden, doch dann wollte er doch noch etwas sagen - so etwas konnte er nicht auf sich sitzen lassen! Avarus war also auch einer dieser Speichellecker, die vor dem Kaiser im Staube krochen wie Sklaven! Aber das hatte er ja eigentlich auch nicht anders erwartet...


    Leider schaltete sich in diesem Augenblick der Consul ein und führte zum eigentlichen Thema zurück. Nun war es wohl äußerst unangebracht, weiter über die Autoritäten des Aedilats zu diskutieren, sodass der Tiberier die Arme vor der Brust verschränkte und eine finstere Miene aufsetzte. Die Zwischendiskussion hatte zu seinen Ungunsten geendet! Andererseits...Avarus hatte auch nicht gerade argumentiert...


    In jedem Fall hatte Durus nun keine Lust mehr, weiterzuarbeiten, daher überließ er es den anderen, auf die Frage des Consuls zu antworten. Aber im Grunde hatte er natürlich nichts dagegen - er wollte nur, dass es gerecht zuging!

    Durus erschien etwas später als Arvinia und trug wie üblich zu förmlichen Anlässen eine Toga, dazu die Tunica mit dem Latus Clavus. Sein Frisör hatte ihm den Kopf ebenfalls schick gemacht, auch wenn er die etwas einfallslose Kurzhaarfrisur weiter trug. Auch ließ er sich weiter den Bart scheren, obschon der Kaiser eine andere Mode vorlebte.


    Als er Arvinia erblickte, musste er unvermittelt lächeln. Wäre er jünger und sie nicht seine Verwandte, wäre er wohl tatsächlich in Versuchung gefallen, ihr zu verfallen - sie sah umwerfend aus!


    "Du siehst einfach wunderbar aus, meine Liebe!"


    Er sah sich um - wo war Albina? Hatte sie seine Nachricht bekommen? Nunja, vielleicht hatte sie es sich auch anders überlegt. Da er ohnehin spät dran war und die Zeremonie nicht verpassen wollte, beschloss er, noch ein wenig zu warten, dann brach er ohne Albina auf.


    Gemeinsam mit Arvinia bestieg er eine Sänfte, die von einem Heer an Sklaven und Klienten umschwärmt wurde, wie es seinem Stand entsprach.

    Zitat

    Original von Quintus Tiberius Vitamalacus
    Mochte der Ritt des Legatus und seiner Offiziere und Milites von hohem Tempo geprägt gewesen sein, den Weg vom Anwesen des Appius Plaetorius Pera zum Marsfeld war von grosser Gravitas und Dignitas geprägt gewesen.


    Neben dem Legatus waren es nur noch ein junger Tribun und zwei Centurionen, die sich ihren Weg durch die Menschenmengen auf dem Marsfeld bahnten. Von der Begleitmannschaft waren nur zwei Eques dabei, der Rest hatte bedingten Ausgang erhalten.


    Natürlich wollte auch Tiberius Durus sich nicht die Blöße geben, bei einem so wichtigen Ereignis wie dem Kommandowechsel der Prätorianer anwesend zu sein. Wenn ein Präfekt ging, war es eigentlich klar, dass auch ein neuer kommen musste, nur hatte Durus unerfreulicherweise wenig gehört, wer Crassus in dem Posten nachfolgen würde. Man munkelte, einer der Tribunen...aber vielleicht auch jemand ganz anderes! Annaeus Florus sollte sein Flottenkommando abgeben - vielleicht war er vorgesehen? Und warum eigentlich diese Heimlichtuerei?


    Als er seiner Sänfte entstieg und Arvinia den Vorhang aufhielt, hatten seine Klienten bereits Platz gemacht, sodass er einigermaßen ungehindert auf die Ehrentribüne zumarschieren konnte, wobei er Arvinia fragte


    "Wann warst du eigentlich das letzte Mal in Rom? Kennst du bereits wichtige Persönlichkeiten?"


    Er hatte gerade den Eingang der Ehrentribüne erreicht, als er in einiger Entfernung jemanden erblickte, den er so wohl am wenigsten erwartet hätte: Tiberius Vitamalacus hatte sich offensichtlich nach Rom aufgemacht! Mit seiner militärischen Begleitung war er unverkennbar schob er sich ebenfalls durch die Menge, offensichtlich auf die Ehrentribüne zu! Warum hatte er sich nicht angekündigt? Das war schon eine seltsame Sache!


    "Sieh mal, Arvinia! Die hinten ist Quintus!"


    Er blieb stehen und deutete mit dem Finger in Richtung des Legaten.

    Durus war glücklich, als Gracchus ihm beisprang. Zwar hatte er eigentlich vorgehabt, die Höhe seiner Spende nicht mehr zu thematisieren und stattdessen gegen Avarus zu wettern, doch im Grunde war es eine nützliche Bemerkung, wenn der Flavier den Germanicer mit anderen unangenehmen Fakten konfrontierte - obwohl Durus bezweifelte, dass dieser Vorwurf den Germanicer irgendwie traf, da er vermutlich ohnehin nichts auf die Götter gab.




    "Ich lese im Gesetz zur Aedilität keinerlei Hinweis darauf, dass er für öffentliche Kassen zuständig ist. Ich jedenfalls habe mich nicht in die Kassen eingemischt, sondern dies ganz und gar den Consuln und dem a rationibus des Kaisers überlassen, wie es das Amt vorsieht. Abgesehen davon halte ich es für äußerst unverschämt, den Princeps Senatus als Schreiberling des Senates zu bezeichnen."


    Auf die letzte Argumentation ging Durus hingegen wieder gar nicht mehr ein - er hielt den Senat allerdings für den öffentlichsten Ort der Welt, denn hier kamen die Meinungsträger aller Oberschichten des Reiches zusammen und solange keine Sitzung zum Staatsgeheimnis gemacht wurde (was diese zweifelsohne noch nicht war), konnte jeder Senator die Curia verlassen und seelenruhig allen seinen Klienten davon berichten (abgesehen davon, dass diese Information wohl gerade im Senat den meisten Schaden für Durus anrichtete).

    Durus fragte sich, wie der Kaiser einen solchen Tölpel mit nach Rom hatte bringen können - oder wie er es überhaupt geschafft hatte, zum Senator zu werden! Salinator schien keinerlei Respekt vor dem Senat zu haben (fast so wenig wie Avarus) und gab Vorschläge, die seiner Meinung nach unsachlich und dumm waren - man konnte doch nicht jeden auf einsame Inseln verbannen! So ein Unfug!


    Einen Augenblick überlegte Durus, ob er den Praefectus Urbi (warum wurde er das eigentlich?) belehren sollte, doch dann beschloss er, die Worte einfach zu ignorieren.


    "Ich würde der Idee des Consul zustimmen. Ein Verbannter sollte sein aktives und passives Wahlrecht nicht wahrnehmen dürfen - weder in Rom, noch in den Provinzen!"

    "Wenn der Kaiser unsere Entscheidungen gutheißt, sehe ich keinen Grund, weiter mit einer Abstimmung zu warten - je eher wir diese Änderung verabschieden, desto eher kann ihre gesunde Wirkung inkraft treten und desto eher wird die Mündigkeit des römischen Bürgers wieder gestärkt!"


    meinte Durus, dem die Sache langsam etwas fad wurde - niemand wollte etwas sagen und im Grunde stimmte wohl auch jeder zu!

    Die Worte des Germanicers drangen an Durus' Ohren, da er ja in dessen Nähe saß (als gleichrangiger Praetorier). Zuerst war er erschrocken ob der Enthüllungen, dann jedoch mischten sich Abscheu und Zorn unter seine Gefühle. Was fiel diesem aufgeblasenen Geldscheffler ein? Er hatte zu dieser Zeit einen finanziellen Engpass gehabt (zumindest an flüssigem Vermögen) und daher wenig zahlen können (abgesehen davon war er sich nicht sicher, ob dieses Ulpianum wirklich notwendig war, zumal da den Helden der römischen Geschichte bereits auf dem Forum Augustum gedacht wurde) - doch dies war eine Sache, die er unmöglich zugeben konnte!


    Es war wirklich eine Frechheit, ihn dermaßen bloßzustellen, nur weil er nicht hinter allem her war, das Geld einbrachte! Dann jedoch kam ihm etwas, was er ganz vergessen hatte: Woher wusste Avarus eigentlich von seiner mikrigen Spende? War diese Sache damals nicht geheim gewesen und Hungaricus hatte versprochen, dass niemand die genauen Summen erfahren würde?


    "Wie kommst du auf eine derartige Behauptung, Germanicus? Willst du etwa behaupten, dass du als Aedil die Erlaubnis hattest, die Senatskassen zu kontrollieren? Das ist lächerlich, denn ich lese nichts derartiges in den Gesetzen über die Aedilität - oder wurde das gespendete Geld etwa auf dem Markt investiert?


    Du glaubst wohl, du kannst hier irgendwelche Menschen diffamieren, ohne dies belegen zu können! Der damalige Princeps Senatus selbst hat den Senatsschreiber damals angewiesen, die Spenden nicht zu veröffentlichen!


    Oder willst du etwa behaupten, du hättest den Senatsschreiber mit irgendwelchen Mitteln dazu gebracht, die Einnahmen offenzulegen? Hast du ihn bestochen? Oder mit deiner Amtsgewalt erpresst?"


    Wenn Avarus mit harten Bandagen kämpfen wollte, würde Durus sie gern ebenfalls anziehen!

    Da Schweigen eintrat, wurde die Sitzung beendet und Durus erhob sich. Er war ein wenig blass vor Zorn und überlegte einen Augenblick, ob er mit seinen Collegae sprechen und seinem Ärger direkt Luft machen sollte. Dann jedoch entschloss er sich anders - der Kaiser war noch da und es war trotz allem nicht sinnvoll, seinen Zorn auf sich zu ziehen. Er erhob sich daher und verließ flugs den Raum und die Regia.

    Durus zuckte ein wenig zusammen, als der Kaiser ihn so harsch anfuhr. Für eine Sekunde hatte er ein schlechtes Gewissen, doch dann übermannte ihn der Ärger: Valerianus ging mit ihm um, als wäre er ein kleines Kind oder ein unmündiger Untertan! Offensichtlich vergaß der Kaiser, mit wem er hier sprach: Er, Tiberius Durus, Praetorier und Pontifex (schon länger, als Valerianus selbst), der seiner Stirps wieder zu Ruhm verholfen hatte und eine feste Größe im politischen Alltagsgeschäft war, wurde abgekanzelt wie ein kleiner Junge! Eine Frechheit. Er lehnte sich zurück, setzte eine missmutige Miene auf und weigerte sich, vorerst eine Antwort zu geben.


    Unterdessen erhoben sich zuerst Pomonius Cinna, dann Fabius Antistes und zuletzt Finelius Felix, der ebenfalls noch etwas wütend wirkte. Eisiges Schweigen breitete sich aus, dann meldete sich ein Pontifex zu Wort.


    "Vielleicht sollten wir zuerst Bedenkzeit geben - diese Angelegenheit hat uns doch relativ unvorbereitet getroffen!"


    So etwas hatte Durus auch gedacht, zumal er kein Freund von spontanen Entscheidungen war. Und wen sollte man auf die Schnelle schon wählen? Vielleicht den Flamen Martialis? Der Dialis war wohl kaum geeignet - er schaffte schon sein bisheriges Amt kaum auszufüllen, der Oberpriester des Mars dagegen war noch relativ jung und kräftig. Nunja, es sollte wohl zuerst einen fairen "Wahlkampf" geben, bevor es jetzt zu Kurzschlussreaktionen kam...