Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Eine Relegatio? Das war doch mal eine gute Idee, auch wenn sie von einem Germanicus kam (vielleicht waren ja doch nicht alle Germanicer so unfähig wie Avarus?). Lange rang er mit sich, ob er einen Vorschlag eines solchen Mannes unterstützen sollte, dann meinte er endlich


    "Eine Relegatio wäre wohl wirklich das passendste."


    Diese knappe Zustimmung war wohl durchaus ausreichend.

    Durus hörte sich geduldig an, was der junge Mann zu sagen hatte - und das mit größtem Interesse: Die Decimer betrachteten sich also im Augenblick auch selbst als nicht besonders stark. Dass Decimus Meridius und Mattiacus nach Parthia gingen, hatte er schon gehört. Im Grunde war es sehr unklug von Flavus, in dieser Situation (ganz zu Schweigen vom Fehlen seines Vaters) zu kandidieren. Er an Flavus' Stelle hätte wohl lieber seinen Vetter begleitet um herauszufinden, was mit seinem Vater geschehen war. Doch offensichtlich hatte er es sich anders überlegt.


    Doch er sagte vorerst nichts, denn seine Frage war noch nicht beantwortet.

    Durus blickte in die Runde: Offensichtlich hatte sich dieses Thema auch erschöpft und es war Zeit, ein neues anzuschneiden. Nachdenklich griff sich Durus ein Stückchen Apfel und kaute darauf herum.


    "Apropos verheiratet: Aurelius, bist Du denn schon den Bund der Ehe eingegangen?"


    Er blickte zu dem jüngeren Aurelius Orestes, da er von Corvinus wusste, dass seine Verllobung gelöst worden war und es möglicherweise peinlich war, darüber zu sprechen (Durus' Beinahe-Verlobung war ihm schon peinlich genug gewesen und davon hatten nur wenige gewusst!).

    "Selbstverständlich sollen sie aufgewendet werden - aber es wäre doch nur recht und billig, wenn jeder der Geldgeber von Anfang an die Hälfte zahlt - oder ist der Fiscus im Augenblick nicht liquide?"


    Durus verstand nicht, wo das Problem war - der Kaiser war der mit Abstand reichste Mann Roms und sein Privatvermögen (das er zwar auch als Staatskasse verwendete) überflügelte diese lächerliche Summe, die der Consul eingesammelt hatte, beiweitem. Warum also nicht auf Nummer Sicher gehen?

    Durus war ziemlich überrascht: Er konnte sich nicht erinnern, jemals Besuch von einem Wahlkämpfer bekommen zu haben, insbesondere nicht von einem Decimus. Die Decimer hatten doch ohnehin genügend Einfluss (zumindest hatte Durus das bisher immer geglaubt). Andererseits schmeichelte es ihm und er lehnte sich zurück und setzte eine geschäftliche Miene auf.


    "Und warum sollte ich das tun?"

    Durus war wütend - der Kaiser taktierte hier herum und plötzlich waren wieder nur die Götter im Zentrum! Und dann sah er zu den Angeklagten, die nun etwas erleichtert wirkten, so glimpflich davon gekommen zu sein. Eine Unverschämtheit! Wie konnte Finelius Felix es wagen, ihn nun auch noch anzugrinsen, weil der Kaiser ihn nicht einmal herausgeworfen hatte! Er setzte wieder an. Einen Augenblick überlegte er, ob er noch einmal Einspruch erheben sollte - doch andererseits würde das wohl nichts ändern. Etwas konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen.


    "Dann verlange ich, dass du diese drei Männer auch aus dem Collegium entlässt, und zwar umgehend. Alles andere wäre eine Beleidigung der Götter!"

    Durus erinnerte sich daran, dass er ja auf der Verabschiedung von Crassus auftauchen musste. Und irgendwie hatte er Angst, erneut Calena zu begegnen, ohne zu wissen, was er tun sollte. Daher war ihm eine Idee gekommen: Er konnte jemanden mitnehmen! Und wer war da besser geeignet als seine Cousinen? Arvinia konnte er vielleicht sogar noch verkuppeln bei dieser Gelegenheit!


    Daher ließ er beiden eine Nachricht zukommen.


    Meine liebe Arvinia,


    heute wird der Praefectus Praetorio Caecilius Crassus entlassen. Dazu bin ich, sowie viele andere Honoratoren geladen und es würde mich sehr freuen, wenn du mich zu diesem Anlass begleiten könntest. Sicherlich würdest du interessante Persönlichkeiten kennen lernen.


    Grüße


    M'


    Sim-Off:

    Treffen an der Porta

    Durus erinnerte sich daran, dass er ja auf der Verabschiedung von Crassus auftauchen musste. Und irgendwie hatte er Angst, erneut Calena zu begegnen, ohne zu wissen, was er tun sollte. Daher war ihm eine Idee gekommen: Er konnte jemanden mitnehmen! Und wer war da besser geeignet als seine Cousinen?


    Daher ließ er beiden eine Nachricht zukommen.


    Meine liebe Albina,


    heute wird der Praefectus Praetorio Caecilius Crassus entlassen. Dazu bin ich, sowie viele andere Honoratoren geladen und es würde mich sehr freuen, wenn du mich zu diesem Anlass begleiten könntest. Sicherlich würdest du auch alte Bekannte wieder treffen.


    Grüße


    M'


    Sim-Off:

    Treffen an der Porta

    "Ihr geht es gut und ja, sie ist hier."


    antwortete Durus, wobei ihm wieder einmal auffiel, dass das Zusammenleben in der Villa Tiberia nicht das beste war: Sie lebten irgendwie alle aneinander vorbei und gemeinsame Abendessen waren selten! Daher konnte er nicht einmal genau sagen, was sie gerade tat.


    "Langsam wird die Villa wieder richtig lebendig!"


    bemerkte er dazu und lächelte. Vor wenigen Monaten noch war er ständig allein gewesen - Iuvenalis war offensichtlich oft bei Arbeitskollegen eingeladen, dann war er selbst nicht da und letztendlich hatte er die meisten Abende allein mit einem Buch verbracht. Vielleicht wurde das ja anders!


    "Aber ich bin sicher, du bist müde - vielleicht sollten wir heute Abend weiterreden, wenn du dich etwas erholt hast."


    Damit winkte er nach dem Sklaven, der die alte Zimmerflucht hoffentlich selbstständig bereit gemacht hat, sodass Albina einziehen konnte.

    Die Wahlen zum Cursus Honorum? Was wollte denn der Consul da von ihm wissen? Aus irgendeinem Grund zog es Durus vorerst gar nicht in Betracht, davon auszugehen, dass Flavus selbst die Absicht hatte, zu kandideren! Stattdessen nahm er an, Quarto hätte den jungen Mann geschickt, um etwas auszurichten - nicht ungewöhnlich bei wichtigen Angelegenheiten! Im Grunde hätte er es allerdings an der Formulierung erkennen müssen - doch Durus war eben nicht ganz bei der Sache.


    "Was möchte der Consul von mir?"


    Er wollte ihn doch wohl nicht bitten, das Consulat mit ihm gemeinsam anzutreten? Durus hatte gehört, Quarto gedächte, erneut anzutreten und eine Dispens des Kaisers war bei ihm ja wohl nur eine Formalität!

    Sie schien völlig außer sich zu sein. Insbesondere das Blut, das sie beschmutzte, ließ die ganze Situation noch unheimlicher erscheinen und einen Moment überlegte Durus, ob ein böser Geist all das verursacht hatte - aber nein: Durus war nicht sonderlich abergläubisch.


    Als Calena die Hand ausstreckte, fragte sich Durus einen Augenblick, ob sie Durus' freie Hand wollte - doch das war doch irgendwie unpassend. Einer Verwandten konnte man die Hand halten, aber einer wildfremden, mit der man nur einen Brief ausgetauscht hatte, die man zweimal gesehen hatte? Und die den Praefectus Praetorio zum Onkel hatte?


    Dann hatte der Tiberier plötzlich eine Idee: Er hatte ja warmen Wein bestellt, der soeben gekommen war. Er griff nach einem Becher und reichte ihn an die Caecilierin weiter.


    "Bittesehr."

    Dieses unsägliche Ulpianum! Durus war diesem Projekt stets etwas kritisch gegenüber gestanden - ihm gefiel Rom und das Forum eigentlich ganz gut, wie es im Augenblick war. Doch andererseits hatte ja jeder wichtigere Kaiser sich ein steinernes Denkmal gesetzt und Durus war schon ganz froh, dass Iulianus nicht ein ganzes Forum geplant hatte. Daher (und, weil alles andere peinlich gewesen wäre) hatte er er selbstverständlich auch gespendet und hörte erfreut seinen Namen.


    Allerdings sah er keinen Grund, die Worte des Consul zu kommentieren - andererseits?


    "Wäre es nicht sinnvoll, wenn beide Geldgeber - sowohl der Senat, als auch der Kaiser die Hälfte zahlen?"


    Durus wollte nicht sagen, dass er dem Kaiser zutraute, dass dieser alle Kosten auf den Senat abwälzte, doch im Grunde schwang dieser Vorwurf wohl in seiner Frage mit. Daher fügte er an


    "Der Pöbel könnte sonst denken, der Kaiser habe kein Geld mehr und müsse auf das Vermögen des Senates zugreifen, um seine Bauprojekte zu finanzieren."

    | Stesichoros


    Der Ianitor saß wie üblich in seinem Kabuff und betrachtete den Rotz, den er gerade in sein Taschentuch geblasen hatte: Waren da nicht Spuren von Blut? Vielleicht sollte er doch einmal zu Capsa...


    In diesem Augenblick klopfte es und er musste seine Analyse abbrechen. Stattdessen packte er das Schnupftuch beiseite und begab sich zur Tür, um sie zu öffnen.


    Vor ihm stand ein junger Mann, der wohl aus gutem Hause stammte und sich prompt vorstellte. Decimus Livianus...waren nicht Gerüchte über diesen Mann in Umlauf, dass er Gefangener der Parther war? Oder war das Decimus Meridius gewesen...nunja, egal. Es war jedenfalls ein Senatorensohn und als solcher war es wohl legitim, ihn vorzulassen.


    "Ich werde fragen, ob der Dominus Zeit hat. Tritt ein."


    Er führte den Decimer ins Atrium des Hauses.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Stesichoros führte den Decimer ins Atrium, wo er ihn einen Augenblick stehen ließ, während er sich hinter den Vorhang begab, der ins Tablinium führte. Offensichtlich befand sich der Hausherr dort, denn kurze Zeit später erschien der Ianitor wieder und schickte Flavus ebenfalls hinter den Vorhang.


    Dort saß Tiberius Durus an seinem Tisch. Er schien gerade etwas gelesen zu haben, denn er legte eine Buchrolle vor sich, deren Worte bei genauerem Hinsehen griechisch waren.


    "Salve, Decimus Flavus. Du möchtest mich sprechen?"


    Noch recht genau erinnerte sich Durus an den Vater seines Gastes. Livianus war nicht unbedingt sein größter Freund gewesen und oft hatten sie sich gestritten. Doch dass er in Gefangenschaft des Partherkönigs war, war wirklich eine unerfreuliche Geschichte. Und dafür hatte Flavus wohl Durus' Mitleid verdient!

    | Caius Optimus


    In der zweiten Kurve konnte es Caius dem eingebildeten Soldaten noch einmal so richtig zeigen und wenn er nicht so schnell unterwegs gewesen wäre, hätte er sich wohl umgewandt und ihn angegrinst. Doch langsam hatte er das Gefühl, seine Tiere ermüdeten ein wenig, denn die Gerade der zweiten Runde nahm und nahm kein Ende!


    Plötzlich hörte er ein seltsames Geräusch hinter sich, sodass er sich doch umdrehen musste: Diese Proleten von Bäckern und Metzgern hatten offensichtlich die Kontrolle über ihre Gespanne verloren und sich verhakt! Caius hatte davon gehört, dass besonders leicht gebaute Wägen bei solchen Zusammenstößen zerbrechen konnten - hoffentlich würden die aus der Bahn geräumt werden, wenn er wieder kam!


    Dann hatte er jedoch keine Zeit mehr, weiter nachzudenken, denn er sah den Goldenen wieder angreifen. Oder fuhr er nur dem Wagenhaufen hinter ihm davon? In jedem Fall kam er bedrohlich näher und schon war wieder ein Kurve vor Caius. Diesmal gelang es ihm nicht, Serapio abzudrängen und schon sah er neben sich die Pferde des Decimers fliegen. Doch er wagte es nicht, mit seinem Gespann nach links zu ziehen - er wollte in keinem Fall enden wie die beiden Wägen, die hinter ihm näher kamen!





    AURIGA - FACTIO VENETA

    Cato? Wer war Cato? Es dauerte einen Moment, ehe Durus sich an den Freigelassenen von Quintus erinnerte. Scheinbar hatte er ein Verhältnis mit Crista - Durus hatte nichts davon mitbekommen (was nicht verwunderlich war, denn die Beziehungen von Sklaven interessierten ihn herzlich wenig). Doch im Grunde war es ihm egal.


    "Ja, das sollte jemand tun."


    Dann musterte er Calena, die völlig außer sich wirkte: Sie war blass und schien nervös, doch zugleich apathisch und ängstlich. Es war ganz klar, dass es ihr nicht gut ging. Einen Augenblick überlegte Durus, Capsa auf sie zu hetzen, doch letztendlich war es wohl besser, er rettete die Sklavin. Dennoch musste etwas passieren - sie redete völligen Blödsinn!


    "Caecilia, hör' zu: Alles ist in Ordnung!"


    sagte er vorsichtig und blickte sie beruhigend an. Hoffentlich kippte sie ihm nicht um!

    Inzwischen hatte Durus das Zeichen gegeben und wieder strömte eine Gruppe Sklaven auf den Tisch ein, um die lukanischen Würste mitsamt ihren Beilagen abzutragen. Dafür wurden jedoch neue Schalen auf den Tisch gestellt, die die Nachspeise trugen. Durus hatte sich für etwas leichtes entschieden: Obst von seinem misenischen Landgut, vor allem Äpfel und Birnen (für die besonders Süßen auch in Honig eingelegt), dazu importierte Datteln.


    Durus nahm sich direkt eine, ehe er sich weiter am Gespräch beteiligte. Genaugenommen zuhörte: Macer war also auf Brautschau, was Aelius Quarto sehr zu interessieren schien. Tatsächliche heiratete eine Aelierin doch bereits in Kürze - ob er eine andere übersehen hatte? Oder war Macer nicht eigentlich sogar eine gute Partie für die Tiberierinnen - es gab ja im Augenblick genügend heiratswillige! Nunja, er hatte im Grunde nur das Aedilat bekleidet...andererseits war er ein Kriegsheld und hatte bisher immer eine enge Bindung zum Kaiserhaus gehabt, von der man in letzter Zeit allerdings wenig gehört hatte...nein, er musste darüber erst nachdenken, bevor er Arvinia anpries.

    Durus glaubte seinen Ohren nicht zu trauen: Sein Collega Cornelius wollte bei diesem himmelschreienden Verbrechen einfach Gras über die Sache wachsen lassen! Natürlich hätte Durus es für sinnvoll gehalten, etwas zu vertuschen, was von weniger großer Bedeutung gewesen wäre oder das Collegium als Ganzes im schlechten Licht hätte dastehen lassen - aber das?


    "Finelius gesteht sie ja nicht einmal ein!"


    klagte Durus gegen die Worte des Imperators. Bei Iulianus hätte er ein solch offenes Widerwort nicht gewagt, doch Valerianus gab geradezu eine Karrikatur eines Kaisers ab: Er wagte es nicht einmal, gegen erwiesenermaßene Verbrecher vorzugehen! Wahrscheinlich fürchtete er um seinen Thron!


    "Diese Angelegenheit wird an die Öffentlichkeit gelangen! Man kann drei Pontifices nicht grundlos entlassen! Und dann wird das Vertrauen in den Cultus Deorum Schaden nehmen, da bin ich mir sicher!"


    Durus war geradezu wütend ob der Gleichgültigkeit, mit der viele der Pontifices diese Angelegenheit betrachteten - insbesondere der Pontifex Maximus!

    Durus war sich nicht ganz sicher, ob es sinnvoll war, Flavius Gracchus für eine absolut unspektakuläre Amtszeit auszuzeichnen - einerseits hatte es eine gewisse Tradition, Freunden Auszeichnungen zuzuschieben. Andererseits konnte sehr leicht ein Eindruck von Klüngelei entstehen, besonders, nachdem ihm eine andere Sache wesentlich wichtiger war: Die Disziplinierung eines jungen Senators!


    Flavius Gracchus: :dagegen:
    Aurelius Corvinus: :dafuer:
    Germanicus Sedulus: :dagegen: