Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Das war wirklich eine stattliche Summe! Und eine solche Summe ging auch über die üblichen Geldentnahmen für private Zwecke hinaus, die im ganzen Imperium unter den Amtsträgern verbreitet waren. Wie alle anderen blickte auch Durus zum Kaiser, der offensichtlich doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf die Sitzung lenkte, dies jedoch scheinbar unter größter Anstrengung. Wieder einmal kamen ihm Zweifel...


    Was er dann fragte, wirkte jedoch absolut lächerlich: Wollte der Kaiser diesen Verbrechern tatsächlich anbieten, einfach so das Collegium zu verlassen? War es nicht viel angebrachter, die drei vor Gericht zu stellen? Durus hätte mit Freuden die Anklage übernommen - wenn Aurelius tatsächlich solch gute Beweise hatte!


    Doch der Rex Sacrorum wirkte geschlagen, ebenso wie Pomonius Cinna. Dieser blickte zu Boden und schien um Worte zu ringen. Ein erwartungsvolles Schweigen breitete sich im Raum aus, dann endlich sagte Fabius Antistes.


    "Nein."


    flüsterte der ehemalige Leiter des Cultus Deorum, dann sank er in seinem Stuhl zusammen. Pomonius Cinna hob ebenfalls den Kopf. Er wirkte beschämt bis aufs Blut.


    "Ich ebenfalls nicht."


    Finelius Felix hingegen sog kurz Luft ein. Er hatte die Arme vor dem Bauch verschränkt und blickte in die Runde. Man konnte geradezu sehen, wie in seinem Kopf die verschiedenen Möglichkeiten einer Reaktion um Durchsetzung kämpften. Dann endlich meinte er


    "Ich habe kein Geld gestohlen, sondern nur geborgt. Daher bin ich natürlich bereit, es auch wieder zurückzuzahlen."


    Beinahe hätte Durus freudlos aufgelacht. Das war nun wirklich eine absolut lächerliche Erklärung. Einen Augenblick überlegte er, ob er diesen eingebildeten Gauner hier auf der Stelle herunterputzen sollte. Dann jedoch kam ihm, dass das wohl Aufgabe des Kaisers war. Des Kaisers? Hatte der den Beschuldigten nicht gerade eben eine goldene Brücke angeboten? Er musste doch etwas sagen!


    "Ich bin der Meinung, dass ein Gericht diesen Fall klären sollte - beziehungsweise der Senat! Bis zu einer Entscheidung sollten wir alle Beschuldigten aus dem Collegium ausschließen."

    "Ja, das hatte ich mir auch gedacht."


    log Durus. Er hatte es eher als eine etwas sehr trotzige Reaktion verstanden, doch jetzt sah er ein, dass es auch als Schuldeingeständnis betrachtet werden konnte. Andererseits...


    "Andererseits scheint er wirklich krank zu sein und vielleicht tut ihm ein kleiner Urlaub von der Politik ganz gut. Und wenn wir Glück haben, wächst auch währenddessen Gras über die ganze Angelegenheit und er hat einen leichteren Wiedereinstieg."

    Die Bestätigung kam wie erwartet und Durus lächelte Philogena an. An die Blicke der Männer hatte er gar nicht gedacht, doch ihm war schon öfter aufgefallen, dass das einfache Volk seine Neigungen wesentlich schlechter verbergen konnte - was nicht bedeutete, dass die Männer wie er nicht von jungen Frauen begeistert waren! Auch er ertappte sich oft dabei, wie er einer Frau hinterherblickte, ohne dabei an ein nettes Gespräch zu denken - doch bisher war es ihm stets gelungen, diesen Blick unauffällig zu werfen.


    "Die Dame ist in der Stadt eben doch am besten aufgehoben."


    fasste Durus zusammen und nahm sich noch ein letztes Stück Wurst. Wie er feststellte, hatten alle sich genommen - die Nachspeise konnte im Prinzip kommen!


    "Apropos: Purgitius, juckt es Dich eigentlich nicht mehr in den Fingern? Willst Du nicht wieder zurück in ein Militärlager?"


    Macer war fast genauso ein Militärfanatiker, wie Quintus es war. Allerdings schien er sich inzwischen in Rom ganz wohl zu fühlen: Sein Posten als Curator brachte ihm ein einträgliches Einkommen und nebenbei leitete er die Militärakademie. Andererseits war doch die Frage, ob Macer weiter hinaus wollte.


    "Oder planst du, eine Praetur anzutreten und danach gleich in eine kriegerische Provinz zu gehen und dort ein wenig gegen Aufständische zu kämpfen?"

    Langsam stellte Durus fest, dass die beiden Damen mitgenommener waren, als er es zuerst angenommen hatte. Arvinia schien völlig die Nerven verloren zu haben, Calena rang offensichtlich ebenfalls um Fassung. Vermutlich war er tatsächlich der Einzige, der Ruhe bewahrt hatte. Für ihn war der Anblick von Blut nichts Besonderes: In den Amphitheatern beobachtete von Zeit zu Zeit gern einen Gladiatorenkampf und er war auch kein Feind der Disziplinierung von Sklaven mit der Peitsche - obwohl er dies normalerweise nicht selbst vornahm, sondern den Maiordomus vorschickte.


    Nun hieß es, Ruhe und Optimismus auszustrahlen, wie er einmal von einem Senatskollegen gehört hatte, der mit einer Gruppe unerfahrener Soldaten in einen Kampf geraten war. Wenn der Anführer ruhig blieb, schafften es die Untergebenen sehr viel leichter! So nahm er unauffällig die Hand von Arvinia - sie fühlte sich recht kalt an.


    "Ist alles mit Euch in Ordnung? Möchtet ihr etwas zu trinken?"


    Von den Sklaven, die hier herumwuselten, winkte er einen herbei. Flüsternd befahl er ihm, warmen Wein zu bringen - der beruhigte!

    Durus war fast ein wenig amüsiert über die Purgitier - Macer kannte Quintus wohl nicht besonders: Selbstverständlich konnte dieser sich herausnehmen, jeden Bewohner seines Haushalts zu allem zu zwingen, was ihm gefiel - er hatte sich wohl nie daran gewöhnt, nicht mehr in einer Kaserne zu leben.


    "Ich glaube, Albinas Vater hat Quintus geben, ein Auge auf sie zu werfen. Daher hat er sie dorthin mitgenommen, wo er dies tun konnte."


    'Ein Auge Werfen' war natürlich nicht so gemeint, wie es im Allgemeinen von jungen, umtriebigen Männern verwendet wurde - aber das war wohl allen Beteiligten klar!


    Dann wandte er sich an Philogena, die die komischere Frage von beiden getroffen hatte: Genaugenommen hätte Durus umgekehrt fragen können, was eine Frau denn im Castellum verloren habe. Doch das hätte ihm leicht als Hohn ausgelegt werden können, daher beschloss er, sachlich und knapp darauf zu antworten.


    "Ein Lager ist eben - nunja, eine Ansammlung von Männern, die an diesem Ort gedrillt und im Umgang mit der Waffe ausgebildet werden. Die militärische Disziplin verlangt, dass niemand das Lager einfach verlässt oder es größere Entspannung gibt - vielleicht mit Ausnahme eines Badehauses. Und ich befürchte, dass die meisten Frauen sich dort ein wenig eingeschlossen fühlen, nicht wahr, Arvinia?"


    Er sah zu der Tiberierin - sie konnte wohl am besten erklären, warum ein Castellum für Frauen höchst langweilig war - es war doch sogar für Durus langweilig!

    Endlich tauchten Sklaven auf. Zuerst einer, dann immer mehr (Neugier war Sklaven angeboren wie das Atmen) und tatsächlich schien einer die Lage überblickt zu haben, denn kurz darauf erschien endlich Capsa. Er trug eine Tasche, die den gleichen Namen wie er trug und Verbände und Salben beinhaltete.


    Unterdessen hatte Durus die Worte der Caecilierin gehört. Gestürzt? Oh, nun erst fiel ihm die Leiter auf, von der sie wohl gefallen war. Was hatte sie dort gemacht? War sie nicht die Leibsklavin von...wem gehörte sie jetzt eigentlich?


    "Gut, ich hole -"


    In diesem Augenblick rauschte Capsa an dem Tiberier vorbei und beugte sich ebenfalls zu der Verletzten. Der beherzte Laienmediziner winkte zwei Sklaven herbei und nahm Calena die Bewusstlose ab. Ein anderer Sklave half dem Mädchen, wie der Herrin auf und geleitete sie zu der Sitzgruppe in einer Ecke des Atriums. Auch Durus bewegte sich dorthin, während er immer wieder zurückblickte. Capsa hatte inzwischen schon einen Druckverband angelegt, die anderen Sklaven hieften das Mädchen auf eine herbeigeschaffte Trage.


    "Wir müssen abwarten."


    erklärte Durus das Offensichtliche den beiden Damen.

    Durus hatte gerade eine kleine Siesta eingelegt, als er durch einen Schrei aus dem Schlaf gerissen wurde. Einen Augenblick fragte er sich, ob er übel geträumt hatte, doch dann kam noch weiteres Kreischen hinzu. Was war denn nun los? Stürmten die Prätorianer seine Villa? Etwas benommen rappelte er sich auf und spitzte durch die Tür seines Zimmers. Leider war die Szenerie hinter einer Säule des Atriums verborgen, doch er konnte ein leichtes Schimmern auf den Fliesen sehen, das fast wie Blut aussah. Nunja, zumindest nicht die Prätorianer. Dennoch beachtenswert.


    Er griff sich seinen 'Hausmantel', der eigentlich einfach der alte Soldatenmantel seines Vaters gewesen war. Durus hatte ihn als Andenken behalten, und obwohl er nicht mehr ansehlich genug war, um ihn außer Hauses zu tragen, hatte er sich geweigert, das gute Stück wegzuwerfen. Inzwischen nutzte er es als - nunja, eben Hausmantel. Das Kleidungsstück wärmte ihn im Winter, wenn er in seiner Tunica im Tablinium saß oder des Nächtens zur Latrine schlich. Und auch heute zog er ihn an, ohne zu merken, dass ein Brief zwischen die Falten des Mantels gelegt worden war. Der Brief fiel zu Boden, Durus registrierte ihn, beschloss aber, der Sache später auf den Grund zu gehen.


    Stattdessen eilte nun ebenfalls ins Atrium und blieb wie zur Salzsäule erstarrt stehen: Ihm bot sich ein geradezu groteskes Bild: Die blutende Sklavin mit dem nassen Kopf, der wiederum im Schoß von - von Caecilia Calena lag! Was ging hier vor? Warum war sie hier und rettete die tiberische Sklavin? Und überhaupt, was war mit dieser geschehen. Und dann war da noch Arvinia, die daneben kniete und blutige Hände hatte. Einen Augenblick kam Durus in den Sinn, dass Calena Crista aufgesucht hatte, weil sie erfahren hatte, dass sie seinen Brief überbracht hatte und ihn für eine Fälschung hielt, woraufhin sie die Sklavin niedergestreckt hatte. Doch im Grunde war dies völlig absurd.


    Irgendjemand musste etwas unternehmen! Er erhob die Stimme und brüllte, so laut er konnte den Sklaven, der sich in dieser Villa am besten mit Medizin auskannte.


    "Caaaaaapsaaa!"


    Alles verstummte einen Augenblick, dann trat Durus näher, während zugleich Fußgetrappel zu hören war. Scheinbar kam Hilfe herbei.


    "Was ist hier los?"


    herrschte er die Versammelten an, die das jedoch vermutlich auch kaum erklären konnten.

    Als Durus diesen Brief verlesen bekam, musste er ebenfalls müde lächeln. Wie sprach denn dieser Tribun mit dem Senat von Rom, dem Zentrum der Macht eines ganzen Imperiums? Die Senatorenschaft hatte dem Praefectus Praetorio Respekt zu erweisen und dem Anstand zu gehorchen? Dies war wahrlich kein besonders gut gelungenes Schreiben. Zwar war der Prätorianerpräfekt wirklich ein sehr mächtiger Mann und darüber hinaus auch von größter Bedeutung für Rom, dennoch gehörte es üblicherweise nicht zum Gebaren ritterlicher Posten, den Senat zum Ehrerweis zu bitten.


    Doch natürlich sagte Durus nichts. Wahrscheinlich würde er hingehen - vielleicht traf er ja die Cousine des Präfekten. Oder zumindest den ein oder anderen politischen Freund.

    Durus hörte zwar die (wenn er sie wohl gehört hätte, als naiv bezeichneten) Ausführungen von Arvinia nicht, doch die Antwort auf die letzte Frage, ob sie denn in einem Castellum gewesen wäre, schnappte er gerade so auf. Und da ihn die Haltung von Quintus, die Tiberierinnen zu kasernieren, recht belustigend fand, bemerkte er knapp


    "Scheinbar müssen alle Tiberierinnen durchs Castellum."


    Zu seinen Gästen gewandt erklärte er noch genauer


    "Sogar seine Cousine Albina hat er nach Mantua mitgenommen! Ich weiß nicht, ob das Lagerleben etwas für so junge Damen ist."

    Nach dem Convivium in seinem Haus hatte sich Durus daran gemacht, eine Gesetzesänderung zu den besprochenen Problemen auszuarbeiten. Eine ganze Weile hatte er überlegt, ein eigenständiges Gesetz zu entwerfen, doch letztendlich war er zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung der Lex Mercatus wohl der einfachste Weg war. Daher bat er wenig später mit einem fertigen Antrag in der Tasche um das Wort in einer Senatssitzung.


    Nachdem er vom Consul aufgerufen worden war, erhob er sich und setzte zu der sorgfältig einstudierten Rede an:


    "Patres conscripti!


    Ich bitte heute um Euer Wort, um eine Gesetzeslücke zu schließen, die bereits lange Zeit klafft und auch vielen von Euch bereits ins Auge gefallen ist.


    Es handelt sich um die Lex Mercatus, Paragraph drei, Absatz zwei. Dort heißt es: 'Ausnahmen' - beim ausschließlichen Verkauf von Waren durch lizensierte Betriebe - 'bilden Waren, die bei Aufgabe eines Betriebes noch auf Lager sind und weiterhin verkauft werden dürfen.'
    Dieser Artikel klingt aufs Erste sinnvoll, doch hat er einen klaren Makel: Es ist keinerlei zeitliche Befristung angegeben. Folglich ist es dem Aedilen, der die Betriebe kontrolliert, kaum möglich, gegen Menschen vorzugehen, die Waren verkaufen, nachdem sie den sie produzierenden Betrieb veräußert haben. Dadurch wäre es ihnen im Extremfall möglich, Waren desselben Typs aufzunehmen und unter dem Vorwurf, es handele sich um alte Lagerbestände, weiterzuverkaufen. Damit jedoch würde klar gegen den Absatz eins des gleichen Paragraphen verstoßen werden.


    Als Lösung beantrage ich daher die Streichung des Absatzes zwei. Stattdessen möchte ich einen neuen Paragraphen der Lex Mercatus hinzusetzen, der die Übereignung von Betrieben explizit regelt:


    '§ 9 Übereignung von Betrieben
    (1) Nach der Übereignung eines Betriebes hat der Veräußerer nicht das Recht, die Restbestände seines Lager weiter auf dem Markt anzubieten, sondern muss sie entweder selbst verbrauchen oder mitsamt dem Betrieb veräußern.
    (2) Tritt der Erbfall ein, bei dem der Erbe nicht zur Führung des ererbten Betriebes befugt ist, so ist der Betrieb so lange geschlossen zu halten, bis er an eine besitzberechtigte Person weiterveräußert wurde.
    (3) Tritt der Erbfall nach (2) ein, muss der Betrieb innerhalb eines Monats weitergegeben werden, andernfalls fällt er der Staatskasse zu.
    (4) Die Kontrolle der nach (2) geschlossenen Betriebe obliegt bis zur Übergabe an eine berechtigte Person den Decemviri litibus iudicandis.'


    Die Regelung für Absatz vier habe ich gewählt, da der Aedil, den viele möglicherweise als zuständig erachten würden, meiner Meinung nach nicht dafür geeignet ist, da diese Betriebe ja keine Waren auf dem Markt verkaufen und als Teil des Erbes folglich eher in den Zuständigkeitsbereich der Decemviri als in den der Aedilen fallen.


    Die Aedilen könnten mit Hilfe dieser Regelung nach sehr einfachen Prinzipien vorgehen: Von nun an könnte jeder Verkauf von Waren ohne die Führung eines zugehörigen Betriebes geahndet werden, ohne dass Erben oder Käufern große Schwierigkeiten entstehen."


    Damit endete er und blickte in die Reihen des Senats. Was würde man wohl dazu sagen? Und würden seine damaligen Gäste mit der Umsetzung der Beschlüsse zufrieden sein?

    | Caius Optimus

    Zitat

    Original von Faustus Decimus Serapio
    [...]


    In der Kurve blickte Caius wieder einmal zurück, um voller Schreck festzustellen, dass der Soldat (Caius nannte ihn im Geiste so) nun zum Angriff ging. Er ging scharf in die Kurve, doch so einfach wollte Caius ihn nicht vorbeiziehen lassen. Er lenkte ebenfalls nach links und gerade so gelang es ihm, dem angreifenden Wagen den Weg abzuschneiden und ihn etwas auszubremsen.


    Dann war die Kurve jedoch überstanden und Caius brüllte seine Pferde an. Er wollte unbedingt Raum zwischen sich und den Angreifer bekommen, ehe es in der nächsten Kurve wieder so eng wurde.





    AURIGA - FACTIO VENETA

    Ich hab gehört, dass es für Europa wohl egal ist, wer von beiden es wird (und das klingt für mich einleuchtend).


    Ich habe sogar ein 7:7 beim Wahlomat geschafft, das trifft meine Haltung inzwischen ganz gut...

    | Stesichoros


    Sehr interessant! Das war wirklich etwas, was er näher evaluieren musste! Doch nun galt es zuerst eine Entscheidung zu treffen. Noch einmal betrachtete er Calena abschätzig: Sie wirkte nicht sonderlich gefährlich, auch nicht arm, dass sie vielleicht zum Stehlen kam. Folglich...


    "hm, von mir aus. Aber stell' nichts an!"


    Damit öffnete er die Porta ganz und ließ die Dame herein. Sicherheitshalber führte er sie jedoch persönlich durch die Villa (es war wirklich ein ganzes Stück zu den Sklavenunterkünften!), bis sie endlich in einem schmalen Gang standen, von dem die Zimmer der Sklaven abgingen. Dort zeigte er die Tür und verschwand wieder - nicht, dass jemand solange hereinwollte!





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Stesichoros


    Modelle von Kleidern? Manchmal fragte Stesichoros sich, ob es eigentlich nur er war, der nichts mit seiner freien Zeit anzufangen wusste (und davon hatte er viel, denn an der Porta tat sich 90% des Tages nichts!).


    "Schneidert Crista denn?"


    fragte er, wobei er es nicht so böse meinte, wie es vielleicht klang. Tatsächlich überlegte er sich, ob sie ihm vielleicht die Tunica etwas ändern konnte - er hatte bei seiner letzten Krankheitsphase ein wenig abgenommen!





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Stesichoros


    Caecilia? Der Ianitor kannte keine bekannten Gäste der Tiberier mit diesem Namen. Andererseits wollte sie ja auch zu keinem Tiberier, sondern zu einer Sklavin! Crista...war das nicht diese Junge, deren Eigentumsverhältnisse im Augenblick nicht geklärt waren?


    "Was willst du von ihr?"


    hakte er sicherheitshalber nach - was wollte eine Bürgerin denn von einer Sklavin?





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Stesichoros


    Stesichoros war wie üblich an der Porta eingesetzt (da konnte er niemanden anstecken). Daher öffnete er und schniefte, ehe er fragte


    "Wer bist du und was willst du?"


    Er kannte die junge Dame ja noch nicht!







    IANITOR – GENS TIBERIA

    Durus seufzte. Er glaubte eigentlich, dass Frauen weniger Begabung für Politik hatten - wieso hatten die Ahnen sie sonst von ihr ausgeschlossen? Dennoch wollte er, dass Albina so viel davon verstand, wie sie nur konnte: Nur, wer sich ein wenig auskannte, konnte später für den Ehemann Strippen ziehen, wo dieser keine Zeit oder Lust dazu hatte.


    "Es ist im Grunde sehr einfach. Es gibt gewisse Eifersüchteleien im Senat. Eine Lappalie - die Aufstockung der proconsulischen Vigiles - wurde als Aufhänger genommen, Furianus in schlechtem Licht dastehen zu lassen. Im Grunde ist es lächerlich und jeder weiß es, aber Furianus hat eben nicht nur Freunde im Senat. Ihm geht es im Grunde wie mir."


    Durus wusste nur zu genau, dass er einen Todfeind in den Reihen des Senats besaß und auch wenn Germanicus Avarus häufig eher isoliert dastand (sonst hätte Durus wohl am Senat als Institution gezweifelt!), war er nicht zu unterschätzen! Bei Iulianus zumindest hatte er einen gewissen Einfluss gehabt. Seit dem Regierungswechsel machte er aber glücklicherweise wenig von sich reden.


    "Die Senatorenschaft ist ein sehr ausgeklügeltes, empfindliches System: Jeder achtet darauf, dass niemand aus der Masse hervorsticht. Und wenn es jemand doch wagt, die anderen zu weit zu übertreffen, wird er gestutzt. Das war bei Caius Marius und vielen anderen so und im Grunde ist es mit Furianus ähnlich: Er hat steile Karriere gemacht, ein Proconsulat bekleidet, das üblicherweise von Consularen bekleidet wird. Kein Wunder, dass man ihn wieder ein wenig auf den Boden zurückholen wollte.


    Er hat keine direkte Rüge des Senats erhalten, aber mit Nachfragen und dem Entsenden eines Quaestors zu 'Kontrolle' - ich konnte das nicht verhindern - hat man ihm doch deutlich gemacht, dass er aufpassen soll. Vielleicht hat Furianus das etwas verletzt."


    erklärte er noch genauer. So würde es sicherlich auch für die unpolitische (zumindest von Durus so eingeschätzte) Albina klar werden.