Beiträge von Manius Tiberius Durus

    "Ich weiß es nicht genau. Er klang sehr frustriert ob des politischen Gegenwindes. Aber ich hoffe, er ist nur ein wenig deprimiert und leidet nicht wirklich an einer Krankheit."


    Zwar hatte Durus schon davon gehört, dass Menschen an gebrochenem Herzen oder seelischen Niederlagen scheiterten, doch war dies für ihn keine wirkliche Krankheit, sondern höchstens eine Phase: Ein aufrechter Römer überlebte so etwas und war immer bereit, von vorn anzufangen!


    "Mach dir keine Sorgen, wenn er dir nicht geschrieben hat, wird es wohl nicht allzu ernstlich sein."


    Dies war eigentlich eine Lüge: Er war sich nicht sicher, wie sehr Furianus sich Albina verbunden fühlte: War sie nur ein Symbol seiner Freundschaft zu den Tiberiern oder mochte er sie wirklich?

    Also wusste der Consul davon - nunja, das genügte wohl! Dass die hispanischen Proconsuln offensichtlich wirklich im Anschluss an ihre Tätigkeit in einem gewissen Maße inaktiv waren, stimmte zwar, doch möglicherweise hing dies auch damit zusammen, dass man sich erst wieder an die römischen Verhältnisse, in denen man nicht der uneingeschränkte Herr und das personifizierte Gesetz war, gewöhnen musste.


    Als es dann um Quintus ging, konnte sich Durus natürlich ebenfalls sofort wieder einschalten.


    "Quintus? Er ist nach wie vor der Kommandeur der Legio I, soweit ich weiß. Ich habe ihn zwar nicht direkt danach gefragt, aber ich bin mir relativ sicher, dass er seine Aufgabe noch immer mit größtem Pflichtbewusstsein und voller Aufopferung erfüllt. Welche Nachrichten sollten denn von ihm kommen?"


    Natürlich wusste Durus (und vermutlich auch Macer), dass Quintus in seiner aktuellen Position das Ziel seines Lebens erreicht hatte. Er war Soldat, durch und durch und hatte die Politik nur als Sprungbrett für ein Legionskommando genutzt. Der Pontifex konnte sich nicht vorstellen, dass Quintus sich darum riss, nach Rom zurückzukehren.

    Endlich ging es los: Durus hatte unterdessen ein paar Worte mit einem ihm bekannten Senator gewechselt, als das Opfer sich ankündigte. Prudentius Balbus machte gar keine so schlechte Figur in seiner Toga, doch der Pontifex sah ihm an, dass er nervös war. Einen Augenblick überlegte er, dann beschloss er, sich in der Nähe des Bräutigams zu platzieren, um ihm bei Gelegenheit unter die Arme greifen zu können.


    Er verfolgte, wie Balbus alle Rituale richtig durchführte: Das Voropfer sah erfolgsversprechend aus, dann folgte das Hauptopfer. Durus musterte das Schaf scharf, doch er konnte auf den ersten Blick keine Makel erkennen - diese Sache war also schon einmal gut gemacht.


    Als seine Pergamente hervorgeholt wurden, lächelte Durus zufrieden. Das Gebet war zumindest ein kleiner Beitrag, um dieser Feier die nötige Würde zu verleihen. Ein Haruspex trat vor (und Durus war sich nicht sicher, ob es sogar einer des Collegium Haruspicum war), der die Vitalia inspizierte. Im Grunde schien alles positiv zu verlaufen! Dennoch reckte der Tiberier den Kopf ein wenig, um dem Haruspex über die Schulter zu schauen.

    Ad
    L Flavius Furianus
    Villa Flavia apud Athenae
    Provincia Achaia



    Durus Furiano s.p.d.


    Mein Freund, Dein Brief erzeugte widersinnige Regungen in meinem Herzen! Voller Freude war ich, als ich Nachricht von Dir erhielt, doch bestürzt, als ich erfuhr, was Du mir zu berichten hast. Voller Trauer muss ich erfahren, dass Du in Deinen jungen Jahren dahinsiechen musst.
    Ich hoffe, es geht Dir inzwischen etwas besser! Ich werde den Göttern opfern und besondere Opfer geloben, wenn sie Dich von Deiner Krankheit befreien - Rom würde einen unsäglichen Verlust erleiden, würde es Dich nicht mehr wieder sehen - ganz zu schweigen von mir wie den Deinen! Das Schicksal ist grausam, dass es Dich gerade in diesen Zeiten, in denen Deine Familie und der Staat beherzte Männer wie Dich braucht, dem öffentlichen Leben entzieht.


    Ich darf Dir jedoch berichten, dass es Rom besser geht, als ich erwartet hatte, obwohl der Imperator Caesar Augustus weiterhin krank wirkt. Dem Senat wurden ungeahnte Freiheiten zuteil: Er kann nun sogar den Codex Iuridicialis erweitern und der Kaiser versucht, keinen Einfluss auf die Senatoren auszuüben, indem er gar nicht im Senat erscheint. Natürlich liegt dies vermutlich auch am Consulat seines Bruders, doch ich habe das Gefühl, dass der Senat dennoch von unserem neuen Kaiser profitiert.
    Die mangelnde Präsenz des Kaisers ist es allerdings auch, die mich beunruhigt: Man munkelt, er wäre sehr krank und könne seine Regierungsgeschäfte nur schwerlich wahrnehmen. Schon jetzt fällt auf, dass er sich sehr viel mehr auf sein Umfeld verlässt, als Iulianus dies getan hat. Insbesondere dieser neue Praefectus Urbi, den Valerianus mitgebracht hat, ist mir suspekt: Er scheint einer dieser Homines Novi zu sein und erhält ein Amt, das eigentlich nur Consuln zusteht!
    Ich liebe die alten Prinzipien der Macht, doch ich glaube, dass es einen starken Mann geben muss, der den Überblick wahrt über dieses gewaltige Reich, der im Krisenfall die Lenkung des Staates übernimmt und ich bin mir nicht sicher, ob Valerianus im Falle des Falles dazu in der Lage wäre.


    Aber genug vom Kaiser und seinen Problemen: Aelius Quarto ist dabei, das Rechtssystem im Sinne der Mores Maiorum zu ändern - ich glaube, er ist nicht unbedingt der falscheste Mann für diese Aufgabe. Er zieht den Senat durchaus zur Rate und nimmt Vorschläge bereitwillig auf.


    Doch auch von den Vorgängen in meiner Familia sollst Du erfahren: Tiberia Albina, Deine Verlobte, ist nach Rom zurückgekehrt und lebt nun unter meiner Aufsicht. Ich hoffe, die Verbindung unserer Häuser wird durch Deine Krankheit nicht allzu lange verschoben oder gar verhindert! Ich selbst hingegen scheine vom Schicksal getroffen zu sein: Eine geplante Verbindung mit dem Hause der Fabier kam nicht zustande, nun stehe ich weiterhin allein da. Doch möglicherweise ist dies ja auch von einer höheren Macht gewollt, aufdass ich meine Kräfte ganz dem Wohl des Volkes von Rom widme. Ich werde in jedem Fall Deine Bitte überdenken und möglicherweise in näherer Zeit eine Kandidatur ins Auge fassen. Doch dieser Schritt will gut überdacht sein, ich muss meine Verbindungen prüfen und sehen, ob ich eine derartige Wahl gewinnen kann.


    Mögen Dich die Götter schützen und heilen! Berichte mir, ob Deine Krankheit Dich verlassen hat! Vale bene!


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    Sim-Off:

    Familienkarte zahlt!

    Sim-Off:

    Ich fang das hier mal an, weil ich denke, dass ichs sonst wieder vergesse ;)


    Nachdem Albina gegangen war, machte sich Durus daran, noch einmal den Brief seines politischen Freundes hervorzuholen. Beim Erhalt hatte er ihn nur kurz überflogen - er hatte keine Zeit gehabt. Doch nun nahm er sich diese Zeit, um genau darauf zu achten, was Furianus ihm zu sagen hatte.

    An Manius Tiberius Durus
    Villa Tiberia
    Roma


    Lucius Flavius F. Manio Tiberio D. s. d.


    Lange ist es her, seitdem ich dir das letzte Mal schreib, mein Freund. Es ist viel geschehen, viel Zeit verblichen. Verblichen, wie meine Haare. Ich hoffe, dir widerfuhr dies Schicksal nicht.
    Aber genug von der Haarpracht, wir sind ja keine Frauen, mein Freund.


    Es ist die Zeit, um Abschied zu nehmen. Ich hoffe, ich bete, dass dies kein endgültiger Abschied sein wird, doch es schmerzt mich nicht minder, wenn ich daran denke, welch gute Freunde ich in Rom zurück gelassen habe, um mich hier in Hispania zu verpflichten.
    Mein Ruf ist dahin, über meinen Namen wird im Senat gespottet, als wäre ich einer von diesen Hunden, die schnell aus der Gosse und wieder dahin gewandert sind. Aus Vermutungen werden Unterstellungen und aus Unterstellungen wiederum Fakten. Welch trauriges Spiel.


    Aufgrund dessen und auf die konsequente Behandlung meines Arztes durch Ermahnungen, gut gemeinten Ratschlägen und herzhaftem Apell, habe ich mich entschlossen seinem Rat folge zu leisten und mich nach Achaia zur Kur und Erholung zu begeben.
    Da ich mich jedoch zur Zeit, wie auch die Monate davor, nicht gerade so fühle, dass ich aus meinem selbst erbauten goldenen Käfig werde je wiederkehren können, nehme ich besser jetzt Abschied von dir, auch wenn es nur in schriftlicher Form ist. Wer weiß, vielleicht kann ich in nächster Zeit nicht mehr alleine die Feder halten. Welch lustiger Augenblick das wohl sein wird, ich könnte lachen, wenn es mir nicht die Brust bersten würde.


    Du bist stes ein Mann von größtem und schärfstem Verstand gewesen, Durus, dafür habe ich dich immer bewundert. Nicht nur im Gerichtssaal warst du stets der Beste, auch als Freund standest du mir immer zur Seite. Dafür gebührt dir mein aufrechter Dank. Falls ich in Achaia, sei es auch nur ein Brief an Rom, für dich tun kann, so lasse es mich wissen und ich werde dies, mit all meinen verbliebenen Kräften, erledigen.
    Zu gerne hätte ich uns beide, Seite an Seite, als Consuln gesehen. Im Zenit der Macht, mit dem größten Imperium ausgestattet, hätten wir Großes vollbringen können. Vielleicht wird mir dies noch gegönnt werden, aber zur Zeit habe ich große Zweifel, so dass ich dich nun auffordern muss dich endlich zum Consul wählen zu lassen.
    Du hast viele Freunde, viel mehr Sympathisanten, du wirst ohne Bedenken ruhmreich als Consul gewählt werden, da bin ich mir sicher. Warte nicht allzu lange mit diesem Schritt, denn du bist ihm schon gewachsen. Ich hoffe, ich kann dies noch miterleben.


    Bitte sende allen deiner Familie meine besten Grüße aus, an Vitamalacus werde ich noch einen eigenen Brief verfassen.


    Mögen die Götter dich segnen und wir uns noch wenigstens ein einziges Mal wieder sehen.
    Vale bene, amice.


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    Wenn er sich den Brief nun durchlas, bekam er fast ein schlechtes Gewissen, dass er so einfach über ihn hinweggegangen war: Furianus schien wirklich krank zu sein - ob sein Herz daran zerbrochen war, dass man ihn im Senat so geschmäht hatte? Hatte Durus selbst vielleicht Mitschuld, weil er seinen Freund so wenig verteidigt hatte? Oder übertrieb Furianus einfach oder sparte seine körperlichen Leiden einfach aus? Wenn er jedenfalls nicht mehr genesen würde, würde dies zu einer gewissen Machtverschiebung in Rom führen: Damit würden die Flavier erneut einen Einflussnehmer einbüßen, wo sie doch schon Felix verloren hatten, während Gracchus im Augenblick ebenfalls nicht fähig wirkte, das schwere Familienerbe zu übernehmen! Einen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, die Brücken zu den Flaviern etwas abzubrechen und sich stattdessen mit anderen Familien zu verbünden...doch rasch verwarf er diesen Gedanken: Fides war noch immer ein hohes Gut, das über den einzelnen Unwägnissen der Zeit stand!


    So las Durus weiter und er fühlte fast ein wenig Stolz in seiner Brust. Zwar gab Furianus seine Pläne, jemals das Consulat zu erreichen, auf, doch dafür bedrängte er ihn umso mehr, möglichst rasch nach der Macht zu greifen! Diese Idee klang in den Ohren des Pontifex durchaus attraktiv: Das Consulat war die Krönung jeder Karriere, damit würde er alles erreicht haben! Aber hatte Furianus wirklich Recht? Hatte er die Mehrheit des Senates auf seiner Seite, wenn er schon jetzt, nach so kurzer Zeit erneut ein öffentliches Amt bekleiden wollte? Nein, er musste noch ein wenig darüber nachdenken, ehe er diesen bedeutenden Schritt unternahm - wenn er scheiterte, würde er dies vermutlich nicht verkraften!


    Endlich machte er sich daran, eine Antwort zu verfassen:


    Ad
    L Flavius Furianus
    Villa Flavia apud Athenae
    Provincia Achaia



    Durus Furiano s.p.d.


    Mein Freund, Dein Brief erzeugte widersinnige Regungen in meinem Herzen! Voller Freude war ich, als ich Nachricht von Dir erhielt, doch bestürzt, als ich erfuhr, was Du mir zu berichten hast. Voller Trauer muss ich erfahren, dass Du in Deinen jungen Jahren dahinsiechen musst.
    Ich hoffe, es geht Dir inzwischen etwas besser! Ich werde den Göttern opfern und besondere Opfer geloben, wenn sie Dich von Deiner Krankheit befreien - Rom würde einen unsäglichen Verlust erleiden, würde es Dich nicht mehr wieder sehen - ganz zu schweigen von mir wie den Deinen! Das Schicksal ist grausam, dass es Dich gerade in diesen Zeiten, in denen Deine Familie und der Staat beherzte Männer wie Dich braucht, dem öffentlichen Leben entzieht.


    Ich darf Dir jedoch berichten, dass es Rom besser geht, als ich erwartet hatte, obwohl der Imperator Caesar Augustus weiterhin krank wirkt. Dem Senat wurden ungeahnte Freiheiten zuteil: Er kann nun sogar den Codex Iuridicialis erweitern und der Kaiser versucht, keinen Einfluss auf die Senatoren auszuüben, indem er gar nicht im Senat erscheint. Natürlich liegt dies vermutlich auch am Consulat seines Bruders, doch ich habe das Gefühl, dass der Senat dennoch von unserem neuen Kaiser profitiert.
    Die mangelnde Präsenz des Kaisers ist es allerdings auch, die mich beunruhigt: Man munkelt, er wäre sehr krank und könne seine Regierungsgeschäfte nur schwerlich wahrnehmen. Schon jetzt fällt auf, dass er sich sehr viel mehr auf sein Umfeld verlässt, als Iulianus dies getan hat. Insbesondere dieser neue Praefectus Urbi, den Valerianus mitgebracht hat, ist mir suspekt: Er scheint einer dieser Homines Novi zu sein und erhält ein Amt, das eigentlich nur Consuln zusteht!
    Ich liebe die alten Prinzipien der Macht, doch ich glaube, dass es einen starken Mann geben muss, der den Überblick wahrt über dieses gewaltige Reich, der im Krisenfall die Lenkung des Staates übernimmt und ich bin mir nicht sicher, ob Valerianus im Falle des Falles dazu in der Lage wäre.


    Aber genug vom Kaiser und seinen Problemen: Aelius Quarto ist dabei, das Rechtssystem im Sinne der Mores Maiorum zu ändern - ich glaube, er ist nicht unbedingt der falscheste Mann für diese Aufgabe. Er zieht den Senat durchaus zur Rate und nimmt Vorschläge bereitwillig auf.


    Doch auch von den Vorgängen in meiner Familia sollst Du erfahren: Tiberia Albina, Deine Verlobte, ist nach Rom zurückgekehrt und lebt nun unter meiner Aufsicht. Ich hoffe, die Verbindung unserer Häuser wird durch Deine Krankheit nicht allzu lange verschoben oder gar verhindert! Ich selbst hingegen scheine vom Schicksal getroffen zu sein: Eine geplante Verbindung mit dem Hause der Fabier kam nicht zustande, nun stehe ich weiterhin allein da. Doch möglicherweise ist dies ja auch von einer höheren Macht gewollt, aufdass ich meine Kräfte ganz dem Wohl des Volkes von Rom widme. Ich werde in jedem Fall Deine Bitte überdenken und möglicherweise in näherer Zeit eine Kandidatur ins Auge fassen. Doch dieser Schritt will gut überdacht sein, ich muss meine Verbindungen prüfen und sehen, ob ich eine derartige Wahl gewinnen kann.


    Mögen Dich die Götter schützen und heilen! Berichte mir, ob Deine Krankheit Dich verlassen hat! Vale bene!


    [Blockierte Grafik: http://img157.imageshack.us/img157/6083/siegelmtdsenatorhc0.gif]


    Nachdem er den Brief abgefasst hatte, schickte er nach einem Sklaven und schickte ihn mit dem Brief zum Cursus Publicus.

    Durus hatte ebenfalls ein wenig vom Essen genommen, ehe er antworten wollte. In diesem Augenblick jedoch beschloss der Consul die Diskussion und der Tiberier hielt es für unangebracht, sie wieder anzufachen. Daher schwieg er vorerst - vielleicht war Macer dieses Anliegen wichtiger? Gracchus würde es hingegen wohl kaum wollen - er sprach ja so seltsam. Schließlich rang er sich doch zu einem


    "Ich denke, ich könnte das übernehmen."


    Dann wechselte Macer auch schon das Thema und kam auf Furianus zu sprechen. Im Gegensatz zu Macer und möglicherweise auch dem Consul wusste er, wo sich der Flavier aufhielt, daher meinte er nur


    "Er ist erkrankt und weilt bis zu seiner Genesung in Achaia auf seinem Landgut - hat er den Senat nicht unterrichtet?"


    Im Grunde wusste Durus nichts von einer Meldepflicht für Senatoren (es sei denn, sie kamen nach Rom zurück), doch bei der Beflissenheit von Furianus hatte er eigentlich damit gerechnet, dass jeder wichtige Mann Roms davon wusste.

    | Caius Optimus


    Die ersten Anfeuerungsrufe und -schläge zeigten tatsächlich Erfolg! Während er konzentriert auf die Bahn vor ihm blickte, bemerkte er nach kurzer Zeit, dass keiner der anderen Gespanne in seinem Gesichtsfeld lag. Er drehte sich um: Er wurde dicht von dem Fahrer der Aurata verfolgt, dahinter war einiger Freiraum.


    Doch der Aurata-Mann kam beängstigend näher und in der Kurve hatte er schließlich aufgeschlossen. Nun galt es, sein Fahrer-Talent zu beweisen: Abwechselnd auf die Bahn und zurückblickend versuchte er, vorherzusehen, in welche Richtung Serapio zum Überholen ansetzen wollte.


    Er würde es zu verhindern wissen, dass dieser Typ (er war angeblich Soldat) an seinen treuen Tieren vorbeizog!





    AURIGA - FACTIO VENETA

    Als Pontifex war Durus über die Geschehnisse in den Collegia einigermaßen im Bilde. Mescinius Calpetanus hatte den Annaeer vorgeschlagen - zwar mochte Durus den Quindecemvirn nicht, doch er hatte es geschafft, die übrigen Collegii zu überzeugen, folglich musste Modestus ein guter Mann sein.


    Durus erinnerte sich dunkel an den Mann, der aus Mantua gekommen war und große Pläne hatte - umso mehr verwunderte es den Tiberier, dass er in den Ritterstand erhoben worden war (wo er doch eher an der Pforte zum Senatorenstand stand!). Allerdings wollte er nicht gleich für ihn Partei ergreifen und ohne eine Aufforderung zur Abstimmung sah er sich nicht genötigt, ein Statement abzugeben.

    Durus verstand nicht so ganz, was an seinem Vorschlag auszusetzen war - die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Kontrolle war doch eher gering!


    "Warum nicht eine feste Frist gesetzlich verankern? Damit würde Willkür von vornherein ein Riegel vorgeschoben werden! Wobei ich mich noch immer frage, ob der Aedil nicht ohnehin mit der Kontrolle der Märkte und der Cura Urbis genug beschäftigt ist.


    Eine meiner Meinung nach bessere Idee wäre es, wenn die Decemviri einfach den Betrieb schließen und die Erbverhältnisse klären lassen und dann erst dem neuen Besitzer - sei es Erbe oder ein vom Erben Benannter - den Betrieb übergeben und es erst diesem erlauben, ihn wieder zu eröffnen."


    Unterdessen erschienen Sklaven, die die bisherigen Speisen abräumten und dafür mit neuen Silbertellern kamen. Sie transportierten einen etwas rustikaleren Gang: Lukanische Würste, gebackener Schafskäse und dazu erneut frisches Weißbrot und Kräuter. Auch die Würste wurden ein wenig zerteilt, sodass man nur die Häppchen nehmen musste und nicht in die ganze Wurst biss.


    Sim-Off:

    WiSim natürlich wieder ;)

    Albina wusste nichts von ihrem Verlobten? Das war nicht gut, denn soweit Durus sich erinnerte, war dessen letzte Nachricht die Botschaft von seiner Krankheit gewesen...er war im Grunde vorerst auch für eine Verbindung mit den Tiberiern nicht attraktiv (hatte er doch im Augenblick keinen politischen Einfluss) - dennoch hatte Durus gelernt, dass man seine Freunde nicht verärgern sollte.


    "Oh, hast du nicht gehört, dass er krank ist? Er hat sich auf sein Gut nach Achaia zurückgezogen, um sich zu erholen. Vielleicht solltest du ihm schreiben - er würde sich sicher freuen!"


    Dabei fiel Durus ein, dass er selbst es ebenfalls versäumt hatte, Furianus zu antworten - vielleicht sollte er das in naher Zukunft tun!

    "Ich stimme Purgitius zu: Bei besonders schweren Verstößen treten ja in der Regel auch Straftatsbestände hinzu. Ich wüsste also nicht, welchen Grund der Kaiser haben sollte, von Vornherein einen Fall zu übernehmen, ohne überhaupt dem zuständigen Praetor die Möglichkeit zu überlassen, vorher ein Urteil zu fällen - gegen dieses kann er bei Bedarf doch noch immer Einspruch einlegen kraft des von mir genannten Paragraphen!"


    Vor allem hatte Durus Angst, dass der Kaiser unliebsame Bürger (insbesondere Senatoren) einfach selbst aburteilte und für geringfügige Vergehen hart bestrafte. Wenn vorher ein Praetor ein milderes Urteil gefällt hatte, würde es vielleicht mehr auffallen, wenn der Kaiser unverhältnismäßig handelte.


    Auf das Übrige ging Durus nicht ein, denn er hielt diese Debatte für überflüssig.

    Durus blickte Macer zufrieden an. Der Mann hatte zwar angeblich noch keinen Cursus Iuris absolviert, beherrschte aber die Gesetzestexte mindestens so gut wie er selbst (hatte Durus zumindest oft den Eindruck). Und diese endlosen Vielfachnennungen aller Dinge gingen auch Durus auf die Nerven.


    "Ich kann Purgitius nur unterstützen. Eine einmalige Nennung dürfte im Grunde reichen, da - wie bereits gesagt - der geneigte Bürger ohnehin eher in der Prozessordnung nachsehen wird."

    Durus seufzte und blickte zu Boden. Da war er vielleicht doch mal wieder etwas weit vorgeprescht. Er sollte sich vielleicht doch endlich eine einheitliche Linie gegenüber dem Kaiser überlegen: Entweder er kämpfte für ihn oder dagegen! Doch so würde es ihm wohl ständig passieren, dass ihm so etwas vorgeworfen wurde. Einen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, seine Worte vor einiger Zeit einfach für nichtig zu erklären oder drumherum zu reden, doch dann gab er auf - insbesondere, weil ihm im Augenblick keine überzeugende andere Lösung in den Sinn kam. Es sei denn...


    "Im Grunde kann man dies doch auch unter dem Paragraphen 18, Absatz fünf einbeziehen. Dadurch kann der Kaiser den Praetor doch ohnehin zwingen, den Fall abzugeben. Ich denke, daher ist es nicht notwendig, noch einmal eine explizite Bemerkung darüber abzugeben."

    | Caius Optimus


    Vor Beginn des Rennens wurde Caius langsam nervöser. Der junge Kalabrier hatte zwar schon oft Rennen gefahren und war Spezialist für die Biga (sein Vater hatte auch schon Rennen im Zweispänner gefahren), doch er hatte es nie so weit gebracht, dass er wirklich professioneller Rennsportler hätte werden können.


    Und mit diesem neuen Gespann, das er erst seit wenigen Wochen einfuhr, war er sich noch unsicherer, ob seine Konkurrenten nicht doch stärker waren. Er hatte beide Zügel fest um die Brust gebunden, wie es die Aurigae normalerweise taten, nun zupfte er seinen Helm noch einmal fest - er würde ihm das Leben retten können!


    Dann fixierte er die Flamines, denn das Senken des Geräuschpegels deutete an, dass der Beginn des Rennens unmittelbar bevorstand. Der Flamen Dialis nahm das Tuch, das im Wind flatterte, als hätte er es bereits losgelassen (zumindest aus Caius' Blickwinkel). Gerade rechtzeitig konnte er noch verhindern, das Gespann loszujagen!


    Doch dann flog das Tuch doch und Caius brüllte seine beiden Tiere an, sodass sie sofort lospreschten. Mit der Peitsche versuchte er, noch mehr aus den Tieren herauszuholen.





    AURIGA - FACTIO VENETA

    "Nein, die Kontrolle, dass diese Betriebe innerhalb einer bestimmten Frist entweder verkauft, vererbt oder eingezogen werden. Immerhin sind sie direkt mit den Erbschaften beschäftigt und wissen auch, wann wer sein Erbe angetreten hat. Ich denke, eine andere Lösung wäre nur unnötig kompliziert."


    korrigierte Durus schnell - hatte er irgendetwas überhört oder lag es an Gracchus?


    Wo blieb der dritte Gang?

    Mit wachsendem Interesse verfolgte Durus die Anhörung, die sich mehr und mehr zu einer Art Verhandlung über Schuld und Unschuld des Rex Sacrorum entwickelte. Fabius Antistes war ganz offensichtlich ein sehr schlechter Schauspieler, denn seine Reaktion ließ allzu deutlich erkennen, dass er sich dessen schuldig fühlte, was ihm zur Last gelegt wurde. Durus' Erfahrung vor Gericht hätte ihn sehr davon abgehalten, sich solch ein Vergehen anmerken zu lassen.


    Offensichtlich hatte Corvinus sich aber gut vorbereitet und einen schlauen Schachzug getan, wie Durus anerkennen musste. Auch, dass er die Sache erst hier vor den Pontifices enthüllte und nicht einfach einen Brief geschrieben hatte, den Fabius Antistes mit Sicherheit abgefangen hätte, beeindruckte ihn.


    Die andern beiden Pontifices, die bereits in ihren Stühlen zerflossen, waren Durus noch gar nicht aufgefallen, so sehr war er auf Antistes und Corvinus fixiert gewesen. Als der Septemvir dann aber auch noch sie belastete, musste Durus vor Überraschung die Augen aufreißen. Ein Veruntreuer kam bisweilen vor, doch drei auf einmal! Das war ein dicker Fang!


    "Um welche Summen handelt es sich denn?"


    fragte Durus, doch in diesem Augenblick erhob sich Finelius Felix, der bekannt war für sein Temperament und brüllte


    "Ich verwahre mich gegen diese Unterstellungen! Ich habe mir nichts vorzuwerfen!"


    Zwar zeigte Durus schon die Art der Reaktion, dass er nicht ganz unschuldig sein konnte, dennoch war es vermutlich besser, als sich direkt schuldig zu bekennen - es sei denn, man wollte einen Handel eingehen. Vielleicht ließ sich das ganze ja außergerichtlich lösen, besonders, wenn der Kaiser wieder einmal zu schwach war, Härte zu zeigen.

    Offensichtlich wollte Aelius Quarto wirklich gründlich mit dem Gesetzeswust aufräumen und seine Ankündigungen waren keine leeren Versprechungen gewesen. Als er diesmal jedoch für die Ausweitung der Rechte des Imperator Partei ergriff, musste sich Durus schon fragen, wie krank der Kaiser eigentlich war, wenn er nicht einmal seine eigenen Interessen dem Senat vortragen konnte. Ob solch ein Kaiser umfassende Kompetenzen erhalten sollte, war für Durus mehr als fragwürdig.


    "Mit welcher Begründung, wenn ich fragen darf?"


    Wenn man dies nicht zuließ, würde der Senat zumindest einen Teil seiner Kompetenz über die Rechtspflege zurückerhalten. Und dies war doch nicht allzu offensichtlich als Widerspruch gegen den Kaiser anzusehen...welchen er sich andererseits auch leisten konnte, denn einen Praetorier entfernte man nicht allzu schnell aus seiner Machtposition.