Beiträge von Manius Tiberius Durus

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    Original von Manius Flavius Gracchus
    Als alle theoretisch möglichen Possibilitäten in alternierendem Wechsel zur Diskussion wurden gestellt, verlor Gracchus von einem Moment zum anderen den Faden des Gespräches. Der Fischer war es, in dessen Netz er sich verfing, und ehe er sich versah, wurde bereits ein Erbe gesucht, welcher augenscheinlich nicht in den Kontext wollte passen, obgleich Gracchus sich sicher war, dass es etwas gegeben haben musste, was jene Konnexion ermöglicht hatte. Nachdenklich kaute er auf einem Stück Fleisch herum und suchte den Anschluss an das Gespräch wieder zu finden. Letztlich waren es Tiberius Durus' Worte, welche die Causa ergänzend zusammen zu fassen schienen - eine Eigenschaft, welche Gracchus überaus an dem Gastgeber schätzte, da solcherlei Zusammenfassungen des öfteren seinen Worten inhärent zu sein schienen.
    "Dann müsst'n den Aedilen die ... Aufzei'hnungen über die Erbschaf'süber..tragung'n ... zentral zugängli'h sein. Derzeitig sind sie dies ni'ht, ... zumindest waren sie dies ni'ht während der vorl'tzten Amtszeit."
    Zu Gracchus' Vigintivirat war es üblich gewesen, dass die Decemviri litibus iudicandis ihre eigenen Dokumente über die jeweilig bearbeiteten Erbschaftsfälle führten, welche jedoch in keinem Archiv wurden gesammelt und so nicht zentral zugänglich waren. Letztlich konnte nach einer Amtszeit nur festgesetellt werden, welche Erbschaftsangelegenheit noch nicht bearbeitet worden war, und soweit er dies wusste, hatte sich an diesem Prozedere bisherig nichts geändert, so dass eine Erbschaft für einen Aedil nur durch die Absenz der Betriebseröffnung oder -überschreibung in den Archiven sich nachvollziehen ließ, was unbezweifelt keine sonderlich ordnungsgemäße Grundlage war.


    "Es sei denn, man überträgt diese Aufgabe den Decemviri stlitibus iudicandis. Sie müssten sich ohnehin damit beschäftigen, da sie die Erbschaften ja zentral eintragen und staatlich verwalten."


    bemerkte Durus, obwohl er glaubte sich zu erinnern, so etwas ähnliches schon einmal eingeworfen zu haben. Außerdem stellte er fest, dass jeder sich nun an diesem Gang gütlich getan hatte und das offensichtlich auch zu Genüge. Es war wohl Zeit, den nächsten Gang zu ordern. Daher gab er dem Sklaven das Zeichen, die lukanischen Würste aufzutragen.

    Sie hatte also mit niemandem darüber gesprochen - das schmeichelte dem Tiberier, da er somit wohl als erster davon erfuhr. Allerdings war es damit wohl auch wieder etwas problematischer: Quintus war schließlich für sie verantwortlich und Furianus, von dem er im Übrigen lange nichts gehört hatte, hatte da natürlich auch ein Wörtchen mitzureden - er würde in Zukunft immerhin ihr Gatte sein!


    "Nein, ein Sacerdotium ist eine überaus ehrenhafte Aufgabe, auch für eine Frau."


    stimmte er ihr zu. Zwar fand er es am besten, wenn eine Frau zu Hause den Haushalt regierte, doch da es bei den Tiberiern ohnehin zahlreiche junge Damen gab, die diese Aufgabe teilten, war es sicher auch im Sinne der Götter, wenn sie ihre freie Zeit derartig nutzten - die Muße sollte immerhin stets in Maßen genossen werden!

    Tiberius Durus' Zimmer war wie üblich um diese Zeit nicht bewohnt. Nur zwei Sklavinnen waren damit beschäftigt, das Bett ihres Herrn ein wenig aufzuschütteln und die Decken wieder ordentlich zu drapieren.


    Als es klopfte, öffnete eine von ihnen und blickte Arvinia überrascht an.


    "Dominus Tiberius ist nicht hier. Er ist...ich glaube, er besucht gerade einen Freund. Du solltest es später mal im Tablinium versuchen - oder zum Abendessen."


    erklärte sie, da sie richtig annahm, Arvinia suche den Bewohner des Zimmers.

    Durus hörte sich den Entwurf an. Das war im Grunde eine sehr gute Idee und er hatte auch schon darüber nachgedacht. Hierdurch würde eine gewaltige Änderung ins Rollen kommen: Dem Kaiser wurden die meisten Fälle abgenommen, das Iudicium Imperialis würde damit wohl wesentlich seltener zum Einsatz kommen. Doch das war in Durus' Sinne: Er sah zwar ein, dass es einen Kaiser mit höheren Kompetenzen geben musste, doch warum er jedes Todesurteil eigenhändig unterschreiben musste, war ihm nicht ersichtlich.


    Außerdem gefiel ihm die neue Offenheit des Gesetzes: Im Zweifelsfall konnte man auch in einem neuen Gesetz festlegen, wer Verstöße zu verhandeln hatte.


    "Ich stimme dem Antrag des Consul Aelius Quarto zu."


    erklärte er daher gleich - man musste ja nichts ausdiskutieren, was schon so gut auf der Hand lag.

    Durus hatte gerade den Kopf wieder in Richtung der Tabula gesenkt, als Albina seine Kompetenz als Pontifex ansprach. Er blickte auf und sah sie an: Wollte Albina tatsächlich Priesterin werden? Das war sicher eine gute Idee - Priester wurden immer gebraucht!


    "Also speziell für Iuno gibt es natürlich das Amt als Sacerdos. Solltest du dich noch nicht so auskennen - was ich bezweifle - könntest du in Vorbereitung darauf als Discipulus bei einem anderen Priester lernen.


    Du müsstest nur genug Erfahrung mitbringen und eventuell ein Prüfungsopfer abhalten, damit wir sehen, dass du das kannst - aber es würde mich doch sehr wundern, wenn das für dich ein Problem wäre."


    Als Vestalin würde sie zwar vermutlich mehr Ansehen haben, doch er bezweifelte, dass die junge Tiberierin ihr Leben der Keuschheit opfern wollte - und Durus fand es auch besser, sie gewinnbringend mit einem anderen Haus zu vermählen.

    Durus nickte. Was Albina hier umschrieb, konnte wohl durchaus als mit seiner Annahme übereinstimmend betrachtet werden: Sie langweilte sich in Mantua! Zwar freute sich Durus, dass sie ihn besuchen kam, dennoch verstand er auch, dass Quintus nicht unbedingt begeistert war, dass die ihm Anvertraute einfach so ging, ohne sich persönlich abzumelden. Somit erklärte sich auch dieser Titus. Aber natürlich sah der Tiberier keinen Grund, Albina deswegen ins Gewissen zu reden - das würde Quintus zweifelsohne selbst tun.


    "Ach, er wird sich schon wieder beruhigen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass du gekommen bist. Dein Zimmer wartet auf dich. Kann ich dir sonst irgendwie behilflich sein?"

    Er musterte Albina: Eine ganze Weile hatte er sie nicht mehr gesehen, doch sie sah fast unverändert aus. Und sie war wieder einmal erfrischend unkompliziert, aber dennoch freundlich. Während er ihren Schatten weiterhin beflissentlich ignorierte, begrüßte er sie


    "Albina, wie geht es dir? Was bringt dich hierher nach Rom?"


    Sie war mit Quintus nach Mantua gegangen und im Grunde war es nicht schwierig zu erraten, was eine Frau von dort wegtrieb - Durus war selbst einmal dort gewesen: Der Ort war das letzte Provinznest, wohl noch schäbiger als Misenum (nunja, dort lagerte ja auch eine ganze Flotte!).

    Während Caius sich anmeldete, schlenderte Durus den Weg zu seinem Platz hinauf. Dabei wechselte er ein paar Worte mit Campus Calidus, dem Auriga-Trainer der Veneta. Natürlich ließ sich dieser solch ein Rennen nicht entgehen und so konnten sie einen Augenblick über die Chancen der Kandidaten schwadronieren, ehe Durus zu den ersten Reihen kam, die den römischen Senatoren vorbehalten waren. Dort verabschiedete sich Calidus und kehrte in Richtung der Rennbahn zurück.


    Unterdessen beobachtete Tiberius Durus, wie sein Auriga Caius Optimus seine Biga direkt neben die Decimus Crassus lenkte und dort zum Halten kam. Der Junge spielte mit den Zügeln, sodass sein Wagen abwechselnd einen Schritt nach vorn und nach hinten rollte. Offensichtlich wollte er das Gespann noch einmal ausprobieren - oder aber schlicht und einfach etwas angeben!

    "Das wäre eine gute Lösung."


    bemerkte Durus und musste danach doch noch überlegen, was für verschiedene Delikte es als Staatsverbrechen, welche Straftaten und welche sonstigen Vergehen es gab. Sämtliche Wirtschaftsdelikte würden also vor das Iudicium Minor kommen, das meiste vor das Iudicium Maior - ebenfalls eine gute Idee und nur die wichtigsten Verbrechen mussten dann vom Princeps persönlich abgeurteilt werden.


    "Damit würde auch das Iudicium Imperialis entlastet werden, was dem Princeps mit seinen zahlreichen Verpflichtungen sicher entgegen kommt."

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    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Wenn ein Fischer zu viel fischt oder zu wenig verkauft und ihm deswegen die Fisch verfaulen, dann ist er selber schuld", griff Macer das Beispiel gerne auf. "Wenn ein Fischer aber mit einem vollen Kahn vom See zurück kommt und beim Entladen ins Wasser stürzt und ertrinkt, dann wäre sein Bruder, welcher zufälligerweise nicht nur sein Erbe ist, sondern auch noch Priester, keineswegs selber schuld und es wäre ihm trotzdem verboten, den Betrieb zu führen, weil er Priester ist und es wäre ihm verboten, die frisch gefischte Ware zu verkaufen, weil er keinen Betrieb führt." Natürlich ließ sich das Problem vermutlich in jedem Ort des Reiches völlig unbürokratisch lösen, indem niemand die Regel auf die Stunde genau auslegte, aber für eine gelehrte politische Debatte beim Convivium spielte das natürlich überhaupt keine Rolle.


    "Abgesehen davon, dass er das gar nicht kann. Aber ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass er einen anderen Bruder, Cousin, Onkel, Tante oder Sohn hat, der den Betrieb weiterführen kann, ist sehr hoch."


    führte Durus das Beispiel zu Ende.


    "Man könnte ihm einen Monat Zeit geben, den Betrieb loszuwerden - allerdings nur in dem speziellen Fall des Erbens. Bis dahin kann er andere Familienmitglieder oder meinetwegen einen Fremden finden, der den Betrieb samt dem restlichen Lager abnimmt."


    Durus aß noch ein Stück von dem Rindfleisch und löschte den Brand, den die Soße in seinem Mund entfachte, mit einem Stück frischen Weißbrots.

    Tatsächlich war Tiberius Durus gerade dabei, die morgendliche Post zu erledigen: Hier ein Glückwunschbrief an einen Senator, der Geburtstag hatte, dort eine Anweisung an seinen Vilicus in Misenum, aber auch Berichte seiner Klienten im ganzen Imperium. Gerade wollte ihm eine kleine Tafel unterkommen, als es klopfte.


    "Ja?"


    bat er, während er las, dass Albina ihn aufsuchen wollte. Den Rest der Tafel ließ er sein, denn er blickte auf, um die Tiberierin mit eigenen Augen zu sehen - sie würde ihm sicher erklären können, was Sache war. Den Schatten hinter dem Mädchen nahm er kaum wahr - er wusste, dass es der hünenhafte Lakai von Quintus war, den man getrost nicht beachten konnte, denn er war vermutlich zu dumm und zu loyal, um eine Gefahr für die Tiberier darzustellen.

    Durus Kinnlade kippte ein wenig herunter, als Corvinus diese schreckliche Anschuldigung vorbrachte: Fabius Antistes hatte den Staat betrogen? Er, der doch zu seinem Wohl eingesetzt worden war, als Mittler zwischen Staat und Göttern? Das war ein ungeheuerlicher Vorwurf.


    Alle Blicke richteten sich auf den Rex Sacrorum, bis Durus das Schweigen brach:


    "Hast du die Beweise dafür bei Dir, Aurelius?"


    Einen Augenblick blitzte durch Durus' Kopf, dass diese Frage eigentlich vom Oberhaupt des Collegium, nämlich Ulpius Aelianus Valerianus hätte kommen müssen und tatsächlich wirkte er auch aus seiner Lethargie aufgeschreckt. Dennoch musste er, Tiberius Durus, das Wort ergreifen.

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    Original von Lucius Aelius Quarto
    “Was ist mit dem Fischer, dessen Fische verderben weil er keinen Käufer für sie findet? Welches Gesetz schützt ihn?“, fragte Aelius Quarto und genehmigte sich einen Schluck vom Wein.


    “Aber es stimmt wohl, dass für den speziellen Fall einer Erbschaft eine Frist nötig ist, schon alleine damit der Erbnehmer angemessen Zeit hat seine Angelegenheiten zu regeln. Wenn er dann allerdings keinen Käufer für seinen Betrieb gefunden hat, ob nun mit oder ohne Waren, dann war er vermutlich zu gierig und sein Preis zu hoch.“


    Durus nickte Iuvenalis dankbar zu: Der Alte hatte verstanden! Das drängendste Problem war gelöst! So konnte er weiter seinen wichtigsten Gästen lauschen, wobei er das Gefühl hatte, der Consul habe ihn überhört. Doch dies wollte er einem so bedeutenden Mann natürlich nicht vorwerfen, deshalb versuchte er, so zu tun, als habe Aelius Quarto auch auf seine Worte Bezug genommen.


    "Wenn er keine Verwandten hat, die ihn unterstützen, ist ein direkter Verkauf wohl wirklich das Vernünftigste. Möglicherweise könnten die Decemviri litibus iudicandis dabei behilflich sein und gleich darauf hinweisen."


    Dieses Gremium war zwar bereits ziemlich beschäftigt, wie Durus gehört hatte (selbst hatte er ja nie ein Vigintivirat ausgeübt), doch solche üblicherweise jungen Menschen waren ja bekanntermaßen belastbar.


    Von der anderen Seite des Tisches hörte der Tiberier allerdings auch interessantes: Offensichtlich hatte auch Flavius Aristides den Plan, in die Politik zu gehen - was war er noch gleich? Tribun?
    In jedem Fall war es sicher gut zu wissen, wen die Flavier im politischen Ringen als nächstes in den Ring schicken wollten.

    Tiberius Durus ging bereits davon aus, dass die ganze Angelegenheit geklärt war, als plötzlich etwas Unerwartetes geschah: Der Septemvir schien einen Trumpf im Ärmel zu haben, denn aus heiterem Himmel wollte er eine weitere Anhörung anfügen. Die Bedrohung der Pax Deorum ließ auch den Tiberier aufhorchen: So etwas durfte niemals auf die leichte Schulter genommen werden und ein Septemvir war sich der Tragweite dieser Worte mit Sicherheit bewusst!


    Doch Durus hatte noch nicht einmal Gerüchte über irgendeine Störung des göttlichen Friedens gehört, daher horchte er genau hin, was der junge Aurelier zu sagen hatte.

    Aaalso:


    Wenn du dir den Quelltext (also das, wo du eintippst), anschaust, merkst du, dass du den Befehl "[img]" schon drin hast (bei Imageshack.us hast du wahrscheinlich den Befehl für das Einfügen in Foren genommen, da ist das schon dabei). Außerdem darf kein Leerzeichen zwischen dem [img] und dem Link sein.


    Du kannst also einfach die selbst dazugeschriebenen [img] löschen.


    /edit: Ah, Fehler

    Die Reihe ging weiter. Die Pontifices, Pontifices Minores und Flamines gaben nach und nach ihre Stimme ab - Durus erkannte, dass es ein sehr knappes Ergebnis geben würde. Zuletzt war es am Rex Sacrorum, seine Stimme abzugeben (natürlich hatte er sie sich bis zuletzt vorbehalten, um sie entscheidender zu machen). Wenn Durus richtig gezählt hatte, stand es Neun zu Acht für eine Erhöhung der Gehälter. Das schien auch der Rex Sacrorum zu wissen, obwohl er sich bemühte, sich nichts anmerken zu lassen, als er mit huldvoller Miene seinen Daumen nach unten streckte und damit eine Patt-Situation herstellte.


    Durus riss die Augen auf: Er hatte es noch nie erlebt, dass das Collegium keine Entscheidung hatte fällen können. Doch eine Stimme der Entscheidung fehlte: Der Pontifex Maximus saß wieder einmal teilnahmslos dabei. Er zeigte keinerlei Zeichen der Zustimmung, doch ob er wirklich ablehnte, war ebenfalls schwer zu sagen. Der Rex Sacrorum allerdings schien genau herauszulesen, was Valerianus wollte, denn er sagte


    "Mit der Ablehnung des Pontifex Maximus haben wir ein Stimmenverhältnis von zehn zu neun gegen eine Erhöhung des Sacerdotes-Gehalts. Der Antrag ist abgelehnt."


    Während sich ein leises Gemurmel erhob, blickte Durus noch einmal zum Kaiser: Vielleicht würde er Einspruch erheben? Doch nichts dergleichen schien zu passieren. Dann sah er zu Corvinus: Würde er enttäuscht sein?


    Der Rex Sacrorum allerdings schien fortfahren zu wollen, denn er sagte


    "Du darfst dich entfernen, Aurelius!"

    Eigentlich folgte Durus dem Gespräch über die Handelsgesetze, doch mit halbem Ohr vernahm er die Diskussion, die sich zwischen seinen Familienmitgliedern anbahnte. Das hatte ihm noch gefehlt: Würden die beiden jetzt über ihre Sklavin streiten? Und das vor allen seinen Gästen? Dies musste verhindert werden! Er beugte sich zu Iuvenalis hinüber, der glücklicherweise neben ihm saß und zischelte ihm ins Ohr.


    "Bitte, Appius! Nicht hier!"


    Damit wandte er sich wieder dem Consul und den anderen Gästen zu, die nun die Frage eines erzwungenen Verkaufs erörterten. Es war selbstverständlich ein gewisses Problem - andererseits auch nicht, wie Durus fand:


    "Es ist ja niemand gezwungen, sein Erbe direkt an einen weiteren Verwandten abzugeben. Und irgendjemand wird doch in jeder Familie vorläufig einen Betrieb übernehmen können!"

    "Aber wofür benötigen wir dann die Kategorien? Ihr Hauptgrund liegt doch darin, dadurch zuzuteilen, welches Gericht dafür zuständig ist! Wenn wir das voraussichtlich in den einzelnen Gesetzen regulieren wollen, können wir meiner Meinung nach auf den Paragraphen 56 ganz verzichten."


    Schlanke Gesetzestexte war schon immer eine Sache gewesen, die Durus unterstützte. Immerhin sollte doch ein Richter auch Spielraum haben!

    Selbstverständlich hatte sich auch Tiberius Durus an diesem Tag auf dem Marsfeld eingefunden - immerhin war er Pontifex und hatte heute die ehrenvolle Aufgabe, dem Flamen Martialis bei seinem Opfer zu assistieren! Außerdem hatte er einen jungen Mann unterstützt, der für die Factio Veneta eine Biga steuern würde. Bevor das Rennen begann, begab er sich daher hinunter zur Bahn, auf der der junge Mann gerade bei seinem Wagen stand.


    "Salve, Caius! Ist alles bereit?"


    Der junge Mann lächelte den Tiberier selbstsicher an und sagte


    "Naja, die Pferde haben wir 'n bisschen spät trainiert - aber ich glaube, ich hab' sie ganz gut aufeinander eingespielt."


    Nachdenklich nickte Durus. Natürlich verwendete man für den Equus October nicht die besten Pferde des Rennstalls: Wenn man gewann, wurde das Siegerpferd schließlich geopfert (nicht, dass Durus Mars seine besten Pferde nicht gönnte - aber er brauchte sie leider noch).


    "Du machst das schon! Hast du dich eigentlich schon angemeldet?"


    meinte Durus, da er bei dem Jungen nicht so recht wusste, wie pflichtbewusst und sorgfältig er war. Caius schüttelte den Kopf - damit hatte Durus gerechnet.


    "Da vorn sitzt Cossius Calenus! Bei dem musst du dich anmelden!"


    Caius nickte und machte sich auf, seinen Namen auf die Liste setzen zu lassen, während Durus kopfschüttelnd stehen blieb und sich die Pferde ansah, die er gekauft hatte. Sie waren relativ teuer gewesen, obwohl sie nur gescheiterte Rennpferde waren...