Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Tiberius Durus war etwas verärgert: Seine Sänfte war in der Porta triumphalis stecken geblieben: Ausgerechnet in einer engen Gasse war einem Karren, der illegalerweise tagsüber in der Stadt gefahren war (vermutlich hatte man ihn ganz legal nachts in die Stadt gebracht), die Achse gebrochen. Da er allerdings schwer beladen war, hatte es Ewigkeiten gedauert, ihn zu entladen und die Straße freizuräumen. Durus hatte die Zeit genutzt, um einen seiner Sklaven zu den Cohortes Urbanae zu schicken und den Mann anzuzeigen. Das war auch geschehen, sodass der dämliche Bauer wenigstens eine saftige Strafe für die Verspätung des Pontifex erhalten hatte.


    Als er am Fuße des Palatin aus seinem Gefährt stieg, kam eine leichte Windbö und blähte sein Pallium etwas auf. Doch schon eilte ein Sklave herbei, um das edle Kleidungsstück zu ordnen, während ein anderer (im Übrigen noch immer ein kräftiger Ägypter, der Durus schon in seinen jüngeren Jahren als Sänftenführer gedient hatte) zur Wache marschierte.


    "Der ehrenwerte Senator et Pontifex Manius Tiberius Durus fordert Zutritt zur Domus Aeliana, wo er zur Hochzeit geladen ist!"

    Schon wieder kam Post von einem tiberischen Cursor...


    Ad
    L Aelius Quarto
    Domus Aeliana
    Roma



    Senator M' Tiberius Durus Consuli L Aelio Quartoni s. p. d.


    Vor Tagen lud ich Dich zu einem Gastmahl ein. Leider erkrankte ich, doch nun bin ich gesundet, was ich den Göttern danke. Daher möchte ich Dich zur Feier meiner Gesundung für den heutigen Abend in die Villa Tiberia einladen.



    Vide ut valeas
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    | Servus Tiberiorum


    Erneut erschien ein Sklave der Villa Tiberia vor dem Haus, um bei den geladenen und später wieder ausgeladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihm geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Mein Herr Tiberius Durus schickt mich! Ich soll die Einladung, die er gegenüber dem ehrenwerten Senator Decimus Meridius ausgesprochen hat, für heute Abend erneut aussprechen! Er freut sich auf sein Kommen!"


    Damit hatte er seine Pflicht getan und zog wieder ab.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Erneut erschien ein Sklave der Villa Tiberia vor dem Haus, um bei den geladenen und später wieder ausgeladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihm geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Mein Herr Tiberius Durus schickt mich! Ich soll die Einladung, die er gegenüber dem ehrenwerten Senator Purgitius Macer ausgesprochen hat, für heute Abend erneut aussprechen! Er freut sich auf sein Kommen!"


    Damit hatte er seine Pflicht getan und zog wieder ab.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Erneut erschien ein Sklave der Villa Tiberia vor dem Haus, um bei den geladenen und später wieder ausgeladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihm geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Mein Herr Tiberius Durus schickt mich! Ich soll die Einladung, die er gegenüber dem ehrenwerten Senator Flavius Gracchus ausgesprochen hat, für heute Abend erneut aussprechen! Er freut sich auf sein Kommen!"


    Damit hatte er seine Pflicht getan und zog wieder ab.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Ein Sklave der Villa Tiberia machte erneut die Runde durch die Stadt, um bei den geladenen und später wieder ausgeladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihnen geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Mein Herr Tiberius Durus schickt mich! Ich soll die Einladung, die er gegenüber dem ehrenwerten Senator Aurelius Corvinus ausgesprochen hat, für heute Abend erneut aussprechen! Er freut sich auf sein Kommen!"


    Für dieses Haus hatte er allerdings noch eine spezielle Botschaft zusätzlich erhalten, die er zwar nicht so recht verstand, dennoch vorlas.


    "Außerdem soll ich sagen, dass die Disputationen keinerlei spezielle Richtungsvorgaben haben, folglich wohl nicht ausschließlich politischer Natur sein werden."


    Damit hatte er seine Pflicht getan und zog wieder ab.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    Einige Tage später ging es Durus weiterhin schlecht - allerdings nicht wegen der schmerzenden Gesichtshälfte, sondern weil er seit Tagen in der Villa eingeschlossen war. Mit dem auffälligen Feilchen hatte er es nicht gewagt, sein Haus zu verlassen. Dieses war zwar groß und bot zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten: Vom Bad über eine Bibliothek bis hin zu einem Garten, dennoch fehlten Durus die Straßenzüge, lange Spaziergänge oder auch nur Freunde und Bekannte.


    Doch an diesem Morgen war alles anders: Als er sich im Spiegel betrachtete, stellte er fest, dass sein Feilchen ziemlich gut abgeheilt war. Man sah schon fast nichts mehr und wenn er sich ein wenig schminkte...


    "Hol' eine Ornatrix!"


    befahl er seinem Leibsklaven, der neben dem Bett stand und ihm den Spiegel hielt. Der Sklave gab Durus den Spiegel und lief los. Es dauerte erneut nicht besonders lange und das gleiche Mädchen, das ihm vor Tagen die Diagnose gestellt hatte, dass es nicht zu überschminken wäre, tauchte auf. Diesmal wirkte sie erleichterter, denn die Arbeit war diesmal möglich.


    "Herr?"


    "Kann man das hier einigermaßen überschminken?"


    "Ja, Herr! Das ist nicht schwierig."


    Viele Ornatrices waren geschickt im Hämatome-Überschminken, da arrangierte Ehen die Ehemänner nicht gerade zu einer solchen emotionalen Nähe mit ihren Gattinnen führten, dass sie es nicht gewagt hätten, diese in Zornesanflügen zu schlagen (was allerdings durchaus höchstens bei besonders cholerischen Zeitgenossen ab und an geschah).


    Vor Freude ließ Durus sofort den Spiegel fallen und ein Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht. Der Spiegel fiel zu Boden, doch glücklicherweise war er aus Metall und mit einer Silberschicht überzogen, sodass er deshalb nicht kaputt war.


    "Holt meinen Sekretär! Er soll alle Gäste von den Ludi für heute Abend zu mir einladen!"

    Bei juristischen Themen war Durus selbstverständlich wie üblich ganz vorn dabei. So lauschte er Aelius Quarto interessiert über das Wahlrechtsgesetz, das er selbst vor einiger Zeit angeschnitten hatte. Nun ging es also um die nachgeordneten Gesetze - endlich!


    "Es ist die Frage, ob nicht auch kommunale Wahlen wie die der Duumviri und Magistraten in den Städten Italias und den Provinzen dazu gehört. Auch für diese Stellen sollte das Gesetz etwas regeln."


    bemerkte er an angebrachter Stelle. Außerdem hatte er noch andere Ideen, aber zu diesen wollte er später kommen.

    Die Idee einer Finanzierung auf dem Rücken des Patriziats lehnte Durus natürlich sofort rundheraus ab - doch er musste sich nicht einmal zu Wort melden, denn ein anderer Pontifex kam ihm schon dazwischen.


    Dann meldete sich Flavius Gracchus zu Wort und Durus erschrak ein wenig. Er hatte schon gehört, dass er etwas krank war. Doch er schien ja kaum Worte herauszubringen! Das war ziemlich schade, denn er mochte den Patrizier, der es stets geschafft hatte, sich überall größter Beliebtheit zu erfreuen. Außerdem hatte er doch einen Sohn bekommen - wie sollte er den denn vernünftig aufziehen, wenn er ihn nicht einmal zurechtweisen konnte?


    "Das Vermögen des Cultus Deorum ist dazu da, um die Tempel zu finanzieren, nicht die Priesterschaft!"


    warf plötzlich ein Pontifex ein und brachte Durus wieder auf die Diskussion zurück. Das war natürlich wahr, andererseits erinnerte sich Durus ebenfalls an die hohen Summen, die in den Tempelschätzen der Stadt lagerten. Dafür konnte man wohl so manchen Tempel aus purem Gold bauen! Dennoch...


    "Dafür wurde dieses Geld dem Cultus Deorum überlassen, da muss ich meinem Collega Recht geben. Dennoch wäre es möglicherweise doch besser, zuerst festzustellen, ob eine Gehaltserhöhung notwendig ist und dann überlegen, wie diese finanzierbar wird."


    Die Debatte schien langsam vom eigentlichen Problem ab und hin zu einer theoretischen Diskussion über die Finanzierung zu gehen. So musste Durus wieder zurückrudern.


    "Ich gehe nicht davon aus, dass ein Sacerdos Publicus unserer Tage Not leiden muss - vielmehr steht ihm ein stolzes Gehalt zur Verfügung, das das unserer Väter beiweitem übertrifft. Deswegen muss also niemand Hunger leiden. Darüber hinaus ist der Dienst als Sacerdos als Ehre zu verstehen - wo sonst hat man die Möglichkeit, dem Staat zu dienen ohne sich abhängig zu machen? Dies ist eine der wenigen Tätigkeiten, die eines freien Bürgers würdig sind! Und das ist meiner Meinung nach schon eine Menge wert!"


    Er vermied einen Blick zum Augustus, denn er hatte genau das gemeint: Seitdem der Princeps über allem stand, wurde die meiste Verwaltung des Reiches von abhängigen Procuratores organisiert, die wiederum hierarchische Verwaltungen unter sich hatten. Vorbei war die Zeit, in der Staatsdienst ein Privileg war und von freien Senatoren mit ihrer Anhängerschaft ausgeführt wurde. Nur der Cultus Deorum genoss noch weitestgehende Freiheit - besonders, wenn der Pontifex Maximus so wenig Interesse zeigte, wie Valerianus. Durus mochte ihn einfach nicht.

    Keine Hilfe? Damit war der Fall für ihn vom Tisch. Gehaltserhöhungen kosteten immer Unsummen, die man erst haben musste. Er runzelte die Stirn.


    "Dann sehe ich im Augenblick keine Möglichkeit, eine Gehaltserhöhung zu finanzieren. Man könnte bestenfalls für das Opfern in Tempeln eine eigene Gebühr erheben - aber das würde sicher so manchen Bürger ärgerlich werden lassen."


    Natürlich zahlten auch Bürger ungern Geld - drückten sie doch schon die üblichen Steuern, von denen Durus als Patrizier ja glücklicherweise befreit war. Aber andererseits konnte man möglicherweise mit derartigen Gebühren dafür sorgen, dass fleißige Sacerdotes besser, faule hingegen schlechter entlohnt wurden und damit mehr Gerechtigkeit eintrat.

    Durus fand, dass Corvinus besser gar nichts dazu hätte sagen sollen, denn diese Andeutung machte ihn nur umso neugieriger darauf, was Annaeus Modestus getan hatte. Andererseits wurde Durus klar, dass Corvinus ja der Auctor der Acta Diurna war, folglich wohl genau dies beabsichtigt hatte, denn so würde der Tiberier umso begieriger auf die neue Ausgabe warten.


    Als der Consul sich zu Wort meldete, entschloss sich Durus, wieder nichts dazu zu sagen. Sein Nachbar hingegen wirkte, als wäre er sich nicht sicher und endlich erhob er sich doch. Auch Durus dachte daran, dass dies seine ersten Worte in diesen Hallen waren (abgesehen von seinem kleinen Dankeschön). Zwei Diplomae und eine Inscriptio waren allerdings tatsächlich beachtlich...andererseits war natürlich stets die Frage, von wem man ein Diploma erhielt - von seinen eigenen Untergebenen ausgezeichnet zu werden (was hier wohl der Fall war), war keine sonderliche Leistung.

    Durus war zufrieden. Crista hatte tatsächlich schon eine Weile in Rom gelebt und schien sich außerdem gut mit Arvinia zu verstehen. Er selbst hatte eine so gute Beziehung nur zu Jakobus, seinem Sklaven aus Kindertagen gehabt. Leider hatte er diesen jedoch zur Verwaltung eines Landguts versand. Seitdem ging es ihm vermutlich deutlich besser (er hatte eine ganze Schar Sklaven unter sich), dennoch vermisste Durus ihn zeitweilig.


    "Das beruhigt mich."


    erwiderte er schließlich und wurde nicht nur von Arvinias Worten, sondern auch einem Tropfen auf seiner Tunika daran erinnert, dass er gerade aus dem Bade gekommen war.


    "Ich hole den Maiordomus. Er wird dir ein Zimmer zuweisen."


    Wie es das Glück so wollte, erschien der alte, gestrenge Mann in diesem Augenblick im Atrium. Offensichtlich hatte er gehört, dass ein Tiberier eingetroffen war. Durus winkte ihn herbei.


    "Gib Tiberia Arvinia ein Zimmer, sie ist ein Mitglied der Familia - etwas, das sie länger bewohnen kann!"


    Damit erhob er sich und stellte fest, dass er sich ziemlich schlecht abgetrocknet hatte, denn an seinem Rücken klebte die Tunica ein wenig fest.


    "Dann wünsche ich dir eine gute Erholung! Wenn du etwas an deinem Zimmer ändern willst, kannst du es dem Maiordomus mitteilen - er wird sich um alles kümmern!"


    Damit ging Durus zurück in Richtung Bad. Er wollte es noch ein wenig fortsetzen und außerdem eine Massage. Der Maiordomus hingegen deutete eine kleine Verneigung in Richtung Arvinia an und führte sie dann zu einem der Zimmer.

    ~ CUBICULUM TIBERIA ARVINIA ~
    -Bitte vor dem Eintreten anklopfen-


    Der Maiordomus hat Arvinia zwei Zimmer zugewiesen, die eigentlich als Gästezimmer freigehalten wurden. Das größere ist als Schlafzimmer, der kleinere Vorraum als Ankleidezimmer und Schlafplatz für den Leibsklaven eingerichtet.

    | Servus Tiberiorum


    Ein Sklave der Villa Tiberia machte die Runde durch die Stadt, um bei den geladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihnen geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Der edle Herr Tiberius Durus muss leider verkünden, dass er durch Krankheit an sein Bett gefesselt ist und die Abendgesellschaft für den morgigen Tag leider absagen muss. Das Gastmahl wird nach seiner Gesundung nachgeholt werden!"


    Zu weiteren Details konnte er nichts sagen, daher ging er meist sehr schnell wieder - es sei denn, er bekam etwas zu Essen angeboten.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Ein Sklave der Villa Tiberia machte die Runde durch die Stadt, um bei den geladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihnen geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Der edle Herr Tiberius Durus muss leider verkünden, dass er durch Krankheit an sein Bett gefesselt ist und die Abendgesellschaft für den morgigen Tag leider absagen muss. Das Gastmahl wird nach seiner Gesundung nachgeholt werden!"


    Zu weiteren Details konnte er nichts sagen, daher ging er meist sehr schnell wieder - es sei denn, er bekam etwas zu Essen angeboten.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Ein Sklave der Villa Tiberia machte die Runde durch die Stadt, um bei den geladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihnen geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Der edle Herr Tiberius Durus muss leider verkünden, dass er durch Krankheit an sein Bett gefesselt ist und die Abendgesellschaft für den morgigen Tag leider absagen muss. Das Gastmahl wird nach seiner Gesundung nachgeholt werden!"


    Zu weiteren Details konnte er nichts sagen, daher ging er meist sehr schnell wieder - es sei denn, er bekam etwas zu Essen angeboten.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    | Servus Tiberiorum


    Ein Sklave der Villa Tiberia machte die Runde durch die Stadt, um bei den geladenen Gästen des Manius Tiberius Durus anzuklopfen. Wurde ihnen geöffnet, erklärte er folgendes:


    "Der edle Herr Tiberius Durus muss leider verkünden, dass er durch Krankheit an sein Bett gefesselt ist und die Abendgesellschaft für den morgigen Tag leider absagen muss. Das Gastmahl wird nach seiner Gesundung nachgeholt werden!"


    Zu weiteren Details konnte er nichts sagen, daher ging er meist sehr schnell wieder - es sei denn, er bekam etwas zu Essen angeboten.





    CURSOR – GENS TIBERIA

    Diesmal konnte der Bote den Brief ohne große Scherereien abgeben.


    Ad
    L Aelius Quarto
    Domus Aeliana
    Roma



    Senator M' Tiberius Durus Consuli L Aelio Quartoni s. p. d.


    Leider muss ich Dir mitteilen, dass ich heute überraschend erkrankt bin und deshalb leider verkünden, dass meine Einladung für morgen auf Unbestimmt verschoben wird. Ich bin untröstlich, doch meine Medici haben mir dringend abgeraten.



    Vide ut valeas
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    Tiberius Durus erwachte am Tag nach seinem kleinen Unfall und dem damit verbundenen Gespräch mit der Caecilierin früh. Am Tag zuvor hatte ein medizinkundiger Sklave seine Wunde versorgt und mit Wein ausgewaschen. Er hatte auch Blutegel empfohlen, doch Durus hatte dankend abgelehnt - er hasste die hässlichen kleinen, ekligen Tiere, die ihm den Lebenssaft aussaugen wollten.


    Trotzdem hatte er von ihnen geträumt: Er war mit Caecilia Calena durch einen See auf die untergehende Sonne zugeschwommen. Sie hatten fröhlich geredet und geschäkert, als plötzlich etwas seinen Fuß gebissen hatte. Als er nach unten gesehen hatte, war es ein menschengroßer Blutegel gewesen, der ihn langsam aufgefressen hatte. In seinem Kampf mit dem Tier war er plötzlich schweißgebadet erwacht.


    Sein Körper war schweißdurchnässt und sein Leibsklave, der mit ihm im Raum schlief, stand über ihm und blickte etwas besorgt drein.


    "Herr, du hast sehr unruhig geschlafen!"


    erklärte er, was sich Durus allerdings schon gedacht hatte. Er konnte sich sehr gut an seinen Traum erinnern, wollte aber nicht mit einem Sklaven darüber sprechen.


    "Bring mir...einen Becher Wasser!"


    meinte er und grub seinen Kopf ins Kissen, als er erneut den von gestern vertrauten Schmerz fühlte. Er rappelte sich etwas auf und betastete vorsichtig sein Gesicht.


    "Bring mir einen Spiegel mit!"


    rief er seinem Sklaven hinterher, denn eine böse Ahnung hatte ihn ergriffen. Der Sklave kam rasch wieder, einen Becher mit klarem Wasser, sowie einen Silberhandspiegel in der Hand. Durus riss ihm den Spiegel aus der Hand.


    "Mach' die Vorhänge auf!"


    befahl er und der Sklave gehorchte prompt. Als das Licht ins Zimmer trat, wurde seine Ahnung zur Gewissheit: Er hatte ein blaues Auge. Der gestrige Sturz hatte offensichtlich zu Blutergüssen in einer Gesichtshälfte geführt. Wie sah er nur aus? Damit konnte er sich ja niemals unter Leute begeben! Und ausgerechnet heute, wo die Ludi Romani stattfanden!


    "Hol' sofort Capsa!"


    Es dauerte nicht lange, da kam der Hausarzt tatsächlich angerannt. Er hatte wie üblich seine Capsa mitgebracht und wirkte etwas besorgt.


    "Was ist das da?"


    fuhr Durus ihn an und zeigte auf seinen großen blauen Flecken. Capsa legte den Kopf schief und betrachtete das ganze.


    "Sieht wie ein blauer Fleck aus, Herr. Ich habe Dir ja geraten, Blutegel zu setzen, aber-"


    Durus schnitt ihm nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit einer Geste das Wort ab.


    "Ja, ja - wie kriege ich das wieder los?"


    fragte er ärgerlich. Er sah es überhaupt nicht ein, seinen Fehler von gestern einzugestehen - dann hätte sein Sklave sich eben eine andere Methode ausdenken müssen!


    "Abwarten, Herr. Du hättest es gestern etwas kühlen sollen, dann wäre es nicht so schlimm geworden."


    Noch sehr genau erinnerte sich Durus, den Rat gestern schon gehört zu haben. Er hatte es auch einige Zeit gekühlt, dann jedoch war es ihm zu blöd geworden und er hatte den feuchten Lappen auf seinen Schreibtisch gelegt. Doch 'Abwarten' war genau die falsche Lösung. Er wollte heute die Ludi besuchen - und morgen gab er ein Gastmahl! Wie sah er denn jetzt aus?


    "Wie lange dauert das?"


    fragte er leicht säuerlich. Der Arzt sah sich Durus' Gesicht genauer an, dann schien er zu überliegen.


    "Mindestens eine Woche, wenn nicht zwei."


    erklärte er dann. Durus stöhnte auf und sank in sein Bett. Eine Woche? Die Ludi konnte er ausfallen lassen, das Mahl war jedoch schwieriger zu verschieben. Vielleicht war es ja möglich, das ganze zu überschminken...


    "Holt eine Ornatrix!"


    befahl er und blieb reglos liegen, bis sich die Tür wieder öffnete und eine junge Sklavin hereinkam. Sie wirkte etwas nervös und verwirrt - vermutlich hatte ihr niemand erklärt, was sie hier tun sollte. Mit einem Ruck setzte er sich auf und deutete auf sein Gesicht.


    "Kann man das hier überschminken?"


    Die Ornatrix wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. Dann jedoch meinte sie zaghaft.


    "Nuja, Herr - das geht schon. Aber nur so, dass man es sieht..."


    Durus wollte sich enttäuscht über das Gesicht streichen, ließ es jedoch sofort los, als hätte er sich verbrannt. Es tat weh, die blauen Flecken auch nur zu berühren! Es war zum aus der Haut fahren! Er seufzte laut und meinte dann knapp.


    "Los, los - alle raus! Sag meinem Sekretär, dass er alle Gäste ausladen soll. Das Mahl wird verschoben - er soll sich etwas ausdenken!"


    Er sank wieder nieder. Alle seine Pläne zunichte gemacht - wegen einem blöden blauen Flecken! *O Fortuna, was habe ich dir getan?*, fragte er sich still...