Beiträge von Manius Tiberius Durus


    Als nächstes rief der Nomenclator einen leicht nervös wirkenden Mann mit Stirnglatze herein. Nach einer kurzen Begrüßung nach er Platz und der Nomenclator unterrichtete Durus flüsternd, dass es sich um den Libitinarius Bonius Vesper aus Misenum handelte. Vor Jahren war er Durus' Klient in der Hafenstadt gewesen, doch alles, was die Informanten des Tiberius herausgefunden hatten, war, dass der Bonier sich vor geraumer Zeit nach Rom begeben hatte, dennoch jedoch nie zur Salutatio erschienen war.


    "Ich liebe Rom. Rom hat mir mein Vermögen gegeben. Ich habe ihr Freiheit gegeben, aber ich habe ihr beigebracht, niemals die Familie zu entehren. Sie hat einen Freund gehabt - keinen Kampanier. Sie ging mit ihm in den Circus, sie blieb Abends lange weg - ich habe mich nicht beschwert. Vor zwei Monaten hat er sie mit einem anderen Freund zu einer kleinen Reise mitgenommen. Sie haben ihr ungemischten Wein gegeben und dann versucht, sie zu vergewaltigen."


    Er blickte einen Augenblick zu Boden.


    "Sie hat sich gewehrt, sie hat ihre Ehre bewahrt. Dann haben sie sie geschlagen wie ein Tier. Als ein Medicus sie nach Hause brachte, war ihre Nase gebrochen, ihr Kiefer war zerschmettert. Sie konnte nicht einmal weinen wegen des Schmerzes."


    Er wurde immer angerührter und seinen Augen wurden feucht.


    "Aber ich habe geweint. Warum habe ich geweint?"


    Er machte eine kleine Pause.


    "Sie war das Licht meines Lebens. Sie war ein hübsches Mädchen. Jetzt wird sie nie wieder hübsch sein."


    Er begann zu weinen und entschuldigte sich verhalten. Auf einen Blick von Durus brachte ein Sklave einen Becher mit verdünntem Wein. Bonius trank einen Schluck.


    "Ich ging zu den Vigiles wie ein guter Römer. Die zwei Burschen wurden vor Gericht gestellt. Der Richter hat sie mangels Beweisen freigesprochen!"


    Ein zorniges Funkeln zeigte sich in den Augen des Mannes.


    "Sie waren am gleichen Tag frei! Ich stand in der Basilica wie ein Idiot! Diese zwei Bastarde haben mich ausgelacht! Und dann sagte ich zu meiner Frau: 'Wenn du Gerechtigkeit willst, müssen wir zu Dominus Tiberius.'"


    "Warum bist du zu den Vigiles gegangen? Warum bist du nicht gleich zu mir gekommen?"


    fragte Durus mit ruhiger Stimme. Er erinnerte sich dunkel an den mann.


    "Was verlangst Du von mir? Sag mir, was es ist, aber tu, worum ich Dich bitte!"


    "Was soll ich tun?"


    Vesper erhob sich und stellte den Becher auf dem Schreibtisch ab. Dann kam er um den Tisch herum und flüsterte Durus ins Ohr:


    "Ich will sie tot."


    Durus machte einen leicht angewiderten Gesichtsausdruck und schwieg eine Weile. Er kratzte sich kurz an der Wange und meinte dann kurz


    "Das kann ich nicht tun."


    "Ich gebe dir alles, was du willst!"


    "Wir kennen uns jetzt seit vielen Jahren und dies ist das erste Mal, dass du mich um Hilfe bittest. Ich kann mich nicht an deine letzte Salutatio erinnern, obwohl meine Mutter die Patrona deines einzigen Kindes ist.
    Aber lass uns offen sein: Du hast nie meine Freundschaft gewollt und hattest Angst in meiner Schuld zu stehen. Ich verstehe. Du hast in Rom das Paradies gefunden: Du hattest ein gutes Leben, Schutz durch die Cohortes Urbanae und Vigiles und Gerichte. Du hast keine Freund wie mich gebraucht!"


    Er blickte auf seine Hände und sah dann auf.


    "Aber jetzt kommst du zu mir und sagst: 'Dominus Tiberius, gib mir Gerechtigkeit!' - aber du fragst ohne Respekt! Du bietest mir keine Freundschaft an, du nennst mich nicht einmal Patronus! Du kommst während der Megalesia und bittest mich, jemanden für Geld zu töten."


    Er ließ die Worte ein wenig wirken.


    "Ich bitte um Gerechtigkeit! Das ist keine Gerechtigkeit - Deine Tochter lebt!"


    Einen Augenblick wirkte der Libitinarius überrascht, dann meinte er jedoch


    "Dann lass sie leiden, wie sie leidet. Wie viel soll ich zahlen?"


    Durus spielte inzwischen mit einem silbernen Stilus auf seinem Tisch und sah auf. Langsam erhob er sich und legte das Schreibgerät beiseite. Er blickte aus das Fenster hinter ihm, das in den Garten des Anwesens wies.


    "Bonius Vesper, Bonius Vesper..."


    Dann drehte er sich wieder um und breitete die Arme aus.


    "Was habe ich getan, dass du mich so respektlos behandelst? Wenn du in Freundschaft gekommen wärst, würde der Abschaum, der deine Tochter ruiniert hat noch am heutigen Tag leiden."


    Er ging auf Vesper zu und kam dicht an ihn heran.


    "Wenn ein ehrenhafter Mann wie du sich Feinde machen würde, wären es meine Feinde. Dann würden sie dich fürchten."


    Er deutete nun mit dem Zeigefinger auf ihn und setzte eine unheilverheißende Miene auf. Vesper schluckte und rang nach Worten.


    "Möchtest du...mein Freund sein...Patrone?"


    fragte er dann kleinlaut und neigte sein Haupt, während Durus weiterhin die ände hinter dem Rücken verschränkte. Dann jedoch gab er dem Libitinarius die Rechte und dieser küsste sie.


    "Bene."


    erwiderte Durus schließlich und legte den Arm um die Schulter des etwas kleineren Mannes.


    "Eines Tages, vielleicht auch niemals, werde ich dich um einen Gefallen bitten. Aber bis dahin..."


    Der Tiberier machte eine kleine Pause und klopfte dem Bonier auf die Schulter.


    "...nimm diese Gerechtigkeit als ein Geschenk zu den Megalesia."


    Er Lächeln malte sich auf die Lippen des Klienten und er ergriff die Hand seines Patrons. Auch Durus lächelte freundlich.


    "Danke, Patrone!"


    "Bitte."


    Bonius Vesper verließ das Tablinium und Durus wandte sich an seinen Scriba Personalis, der still in der Ecke gesessen hatte. Einen Augenblick kratzte er sich am Kopf, dann meinte er


    "Gib die Sache an Clemens weiter - ich will Leute, die von so etwas nicht mitgerissen werden. Wir sind keine Mörder, egal was dieser Libitinarius sagt."

    Durus errötete ein wenig. Das hatte er vollkommen vergessen. Und tatsächlich kam nun bruchstückhaft die Erinnerung, dass er damit beauftragt worden war. Und was hatte er getan? Nichts! Seine Amtszeit war vor kurzem abgelaufen und er hatte sein imperium abgeben müssen - wie peinlich!


    Doch dem Rex Sacrorum war es offensichtlich selbst wieder gekommen, denn er wandte sich an den Tiberier. Natürlich wusste er, dass Durus nicht mehr Praetor war. Dennoch fragte er


    "Wolltest du diese nicht einholen?"


    Nun war es an Durus, zu antworten. Etwas langsam und leicht gedehnt meinte er


    "Ich muss mich entschuldigen, verehrtes Collegium. Unter meinen Pflichten habe ich es übersehen, diese Aufgabe rechtzeitig wahrzunehmen. Nun habe ich nicht mehr die Vollmacht, derartige Auspizien einzuholen."


    Er senkte ein wenig betreten sein Haupt und Fabius Antistes bedachte ihn mit einem strengen Blick. Unzuverlässigkeit schätzte er nicht! Einen Augenblick herrschte betretenes Schweigen, dann fragte der Rex Sacrorum.


    "Würdest du, Flavius Gracchus, dich bereit erklären, an jenem Termin den Willen der Götter zu erkunden?"


    Sim-Off:

    Sorry, hab ich total vergessen gehabt! Ich frage Sophus schonmal und wenn er nicht antwortet, würde ich den Augur simmen.

    Durus verzichtete darauf, seinen Patron darauf hinzuweisen, dass das Collegium Pontificium eben nur Gutachten erstellen konnte und nicht in der Position war, Befehle zu erteilen. Aber im Grunde war eine Bitte des Collegium Pontificium ja so etwas wie ein Befehl, wie auch ein Senatus Consultum praktisch ein Gesetz war.


    Doch dann kehrte die Aufmerksamkeit wieder zu der Sachfrage des heutigen Tages zurück und auch Durus beschloss, einen Vorschlag abzugeben. Aber eigentlich hatte er keine Idee...die Tempel waren den Göttern vorbehalten, die übrigen Gebäude hatten bereits die ein oder andere Funktion. Innerhalb des Pomeriums war es ohnehin nicht gestattet...diesmal musste sich der Tiberier wundern, dass Iulianus in diesen Belangen nicht vorausschauend gehandelt hatte.


    ""Vielleicht wäre es sinnvoll, in der Saepta Iulia ein repräsentatives Grabmahl zu errichten. Im Augenblick finden dort häufig Märkte statt, aber ich denke, man könnte dort leicht einen Steinsarkophag und einige Figuren errichten, sodass es ein würdiges Grab für einen Kaiser würde."


    Die Saepta Iulia hatte zudem einen republikanischen Beigeschmack - hatten doch dort einstmals die Wahlen stattgefunden! Dort einen Kaiser zu bestatten, war auch ein Machtsymbol des Senates, wie er fand...

    Bei der Erwähnung eines Fürsten, der nach einer Frau suchte, kam Durus plötzlich wieder seine eigene Situation in den Sinn. Für ihn würde es nicht so leicht sein - er konnte niemanden losschicken. Andererseits hatte er ja bereits jemanden im Auge, obwohl Fabius Vibulanus den Termin für eine Verlobung ständig verschob. Mal war er auf Reisen um seinen Sohn bei der Truppe zu besuchen, dann wieder lagen irgendwelche Festtage im Wege. Inzwischen zweifelte der Tiberier sogar schon daran, ob es jemals etwas werden würde mit Vibulana und ihm.


    Seine negativen Gedanken wurden jedoch wieder aufgehellt, als er voller Spannung auf die Vorführung blickte. Was würde wohl nun passieren? Normalerweise war der Held in einer Tragödie ein reiner Recke, der mit edlem Mut durch das Land zog - ob dieses Stück mit dem Satyr etwa eine Persiflage darauf darstellen sollte? Wie dem auch war - es versprach, unterhaltsam zu werden...

    | Caius Lupus


    Diesmal hätte Lupus fast aufgelacht. War das hier ein Spiel? Er musste alle Ausgaben vor dem Plenum verantworten und dieser Rufus rechnete ihm vor, dass sein er ihm nicht entgegenkam? Und das, während er selbst ein unverschämtes Angebot machte?
    Er zuckte mit den Schultern.


    "Hm, ich bin dir schon 200 Sesterzen entgegengekommen und du nur 100. Beschwere ich mich?"


    Einen Augenblick überlegte er und meinte dann nicht ohne einen Anflug von


    "Aber gut, 2800 sind mir auch recht."

    | Caius Lupus


    Lupus wusste jetzt schon, dass er diesen hochmütigen Ägypter nicht mögen würde. Dennoch wusste er, dass es ihm nicht gerade das Wohlwollen des Princeps Factionis einbringen würde, wenn er Mehaf links liegen ließ. Also musste er weiterverhandeln.


    Rufus kam ihm entgegen, aber auf geradezu lächerliche Weise.


    "Die Praesina scheint zu viel Geld zu haben. 4900 ist Wucher für die beiden. 2700 liegen da ja wohl definitiv näher dran."


    Nun ärgerte es ihn, dass er nicht herausgefunden hatte, was die Praesina für Alexandros bezahlt hatte - so hätte er zumindest einen Vergleichswert gehabt. Die Veneta hatte lange nicht mehr eingekauft, weshalb es tatsächlich schwierig war, einen adäquaten Preis nach heutigen Maßstäben zu finden.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Ein wenig hatte Macer gezögert, ob er ins Theater gehen sollte oder nicht. Die meisten Vorstellungen, die in den mehr oder weniger großen Spielstätten zu mehr oder weniger wichtigen Anlässen von mehr oder weniger wichtigen Leuten veranstaltet wurden, ließ er aus, denn allzu viel konnte er dem Theater nicht abgewinnen. Aber diesmal war der Veranstalter nichts weniger als ein amtierender Aedil und die Spielstätte das Marcellustheater, da hatte Macer sich dann doch auf den Weg gemacht, einen der senatorischen Plätze zu besetzen. Immerhin sollte eine Komödie gegeben werden, zumindest erschien es Macer nach der Ankündigung so, auch wenn ihm der Titel nichts sagte. Aber das musste nichts heißen.


    "Salve, Tiberius Durus", grüßte er den ehemaligen Prätor, bevor er Platz nahm, kurz nach vorne auf die Bühne blickte und dann schaute, wer noch alles anwesend war.


    "Salve et tu, Purgitius!"


    Durus grüßte Macer zurück. Obschon dieser nach den bekleideten Ämtern im Cursus Honorum unter ihm stand, gehörte er als verdienter Soldat und Legatus Augusti pro Praetore zu den wichtigsten Senatoren Roms - vermutlich wichtiger als Durus selbst. Er konnte sich zweifelsohne auch unter die Consulare setzen, wenn er wollte.


    Dann begann das Schauspiel und alle Augen richteten sich auf die Scena, wo auch schon der Erzähler auftauchte. Es versprach eine lustige Geschichte zu werden - genau das richtige, um den zur Zeit eher tristen Alltag des Tiberiers aufzuheitern. Immerhin war er nun fast allein in seiner großen Villa (von den Sklaven und Iuvenalis abgesehen) und ohne ein Amt gab es doch weniger zu tun, als Durus sich manchmal wünschte.


    Immer wieder wunderte sich Durus, wie geschickt die Architekten dieses Theater erbaut und mit welch klarer Stimme die Akteure sprachen, sodass man sie selbst in den hintersten Reihen verstand - mehr oder weniger. Im wahren Leben hätte er diesen Kresh wohl nicht gemocht - unpolitisch und außenseiterisch, wie er war. In diesem Stück versprach er jedoch, sein Liebling zu werden.

    Offensichtlich saß Ferrius Minor einem kleinen Irrtum auf, wie Durus bei der Verfolgung des Gesprächs feststellte. Ein leider allzu verbreitetes Übel unserer Zeiten: Der Kaiser war für alles zuständig, der Senat zu einem Kronrat herabgewürdigt. Natürlich wurde dies durch die unsäglichen Gesetze des Iulianus untermauert, dennoch musste er eingreifen, ehe ein falscher Eindruck entstand.


    "Du irrst dich, Ferrius! Der Status eines Eques hat in erster Linie nichts mit dem Imperator Caesar Augustus zu tun, was du allein daran erkennen kannst, dass es bereits vor dem göttlichen Octavianus Augustus solche gab. Zwar hast du recht, wenn du behauptest, die Kaiser hätten ihnen mehr politisches Gewicht gegeben - wie beispielsweise als Steuerbeamte - , dennoch hat das nichts damit zu tun, wer sie einsetzt.


    Der Imperator Caesar Augustus steht lediglich aufgrund seiner Auctoritas teilweise über den Proconsuln, ansonsten hat er dem Senat jedoch wenig in der Verwaltung der Provinzen, in denen er nicht Proconsul ist, hereinzureden. Du kannst das ganze auch im Codex Universalis nachschlagen. Paragraph Neun, wenn ich mich nicht irre."


    Als Jurist hatte Durus natürlich einige Gesetze im Kopf, dennoch war sein Gedächtnis beim Staatsrecht weniger vertieft - es gab praktisch keine Verhandlungen zu diesen Gesetzen. Überhaupt waren sie gänzlich überflüssig: Jedes Kind wusste, wie eine Provinz zu verwalten war. Und wenn nicht, konnte es nachschauen, wie es die Väter getan hatten.

    Ad
    Proconsul
    L Flavius Furianus
    Villa Flavia apud Tarraconem
    Hispania Tarraconensis



    M' Durus Furiano s.p.d.


    Ich freue mich sehr, nun doch noch eine Antwort auf meinen Brief zu erhalten. Dass es ein wenig dauerte, braucht dich nicht zu grämen: Ich hatte während meine Amtszeit ohnehin kaum Zeit, meine private Korrespondenz zu bearbeiten.


    Tatsächlich blicke ich zufrieden auf das vergangene Jahr zurück: Dass ich sogar den Kaiser bei verschiedenen Verhandlungen über Kapitalverbrechen vertreten durfte, erfüllt mich dabei besonders mit Stolz.


    Tatsächlich geht es mir sehr gut, obschon mich gelegentlich Kopfschmerzen plagen. Meine Familie ist seit der Rückkehr der Armee nach Italia kleiner geworden: Quintus hat die Frauen des Haushaltes mit sich nach Mantua genommen, um ein besseres Auge auf sie zu haben. Dennoch musst du dir keine Sorgen um meinen Haushalt machen: Der Maiordomus und sein Sklavenheer sind bis jetzt ebenso effizient wie unter den wachsamen Augen der Damen des Hauses.


    Aber nun zu den großen Problemen unserer Zeit: Ich teile deine Ansicht, dass Aelius Quarto zum wichtigsten Berater des neuen Augustus werden wird. Ich gehe jedoch kaum noch davon aus, dass irgendetwas die Machtergreifung durch Valerianus verhindern wird. Zwar ist er noch nicht in Rom eingetroffen und wir haben lange nichts von ihm gehört, dennoch gehe ich davon aus, dass er in den kommenden Monaten im Senat auftreten wird und sich die notwendigen Vollmachten übertragen lassen wird. Er verfügt über mehrere Legionen und auch mein Patron und Praefectus Urbi Hungaricus, sowie Quintus und die Legio I sind auf seiner Seite.
    Wie es derzeit um die Aelier bestellt ist, ist in Rom kaum festzustellen, da außer Aelius Callidus kein einflussreicher Mann hier ist. Dennoch habe ich wenig Sorgen bezüglich unserer Lage unter der neuen Regierung: Ich bin mit Callidus befreundet, kenne Quarto aus der Factio Veneta und bin bisher hervorragend mit ihm zurecht gekommen.


    Dein Bruder kann mich gerne besuchen. Ich möchte ihn gern persönlich kennen lernen, ehe ich mich für ihn verbürge. Wenn er jedoch genauso vortrefflich ist wie du, habe ich keinen Zweifel, dass die Arvales ihn gern in ihre Reihen kooptieren. Auch wenn er sonst Empfehlungen benötigt, kannst du ihn gern an mich verweisen.


    Im Übrigen kann ich dir Hoffnung darauf machen, dass du in Kürze einen Procurator an die Seite gestellt bekommst. Zwar ist die Abstimmung noch nicht vonstatten gegangen, dennoch nehme ich an, dass der Senat die Entsendung befürworten wird. Dennoch empfehle ich dir, in nächster Zeit wieder einmal einen Bericht nach Rom zu senden - einige Senatoren äußerten sich negativ über dich in diesem Punkt.


    Ich wünsche dir in jedem Falle viel Erfolg. Berichte mir weiter aus deiner Provinz!


    Vale bene!


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    Sim-Off:

    Familien-Wertkarte ;)

    Nachdem Durus schon nicht zu den Rennen der Equirria erschienen war, da er an jenem Tag mit Kopfschmerzen erwacht war, hatte er entschieden, zumindest zu den Megalesia zu erscheinen - schließlich lebte die High Society vom Sehen und Gesehen-werden. So erschien er in einer leuchtend weißen Toga Praetexta und nahm in der ersten Reihe Platz. Er war bereits sehr gespannt, wie der Aedil, den er aus dem Collegium Pontificium kannte, die Spiele gestaltet hatte...

    | Caius Lupus


    Lupus erschrak, als Mehaf sich selbst zu Wort meldete und dann auch noch so wild. Langsam wischte er sich die Spucke aus dem Gesicht und fragte sich dabei, ob es all den Aufwand wert war. Dann sah er den Ägypter ernst an. Natürlich wusste er, dass Mehaf ein wertvoller Fahrer war, aber offensichtlich war er nicht gerade mit Bescheidenheit gesegnet...es war doch immer am besten, wenn man nur mit den Agenten der Aurigae verhandelte...


    "Junge, entspann dich. Wenn du wegen jedem Mist auf die Palme kommst, wird hier in Rom nix aus der Auriga-Karriere! 2000 sind ein guter Preis für dich!"


    Offensichtlich hatte Mehaf trotz seiner südländischen Herkunft kein Verständnis für das übliche Herabwürdigen der Ware, um den Preis zu drücken.


    "Als Wiedergutmachung für die Beleidigung leg ich sogar nochmal 100 Sesterzen drauf, zufrieden?"

    Ad
    Tiberia Sabina
    Domus Tiberia
    Alexandreia, Aegyptus



    M' Durus Sabinae s.p.d.


    Ich freue mich sehr, dass es deiner Mutter und Rufinus gut geht. Tatsächlich muss ich gestehen, dass es mir erst in den letzten Wochen klar wurde, dass du gar nicht von dir berichtet hast - die zahlreichen Aufgaben in den letzten Amtstagen als Praetor Urbanus waren wohl schuld daran. Doch nun freue ich mich umso mehr, dass du dich von selbst gemeldet hast.


    Dass du Aelius Marcellus kennen gelernt hast, kann ich mich kaum entsinnen. Er ist jedoch ein honorabler Mann. Ich kenne ihn aus der Factio Veneta und verschiedenen Zusammentreffen. Das einzige, was mich an ihm verwundert, ist die Tatsache, dass er sich in eine plebejische Gens adoptieren hat lassen, obschon ihm der Weg in die politische Laufbahn offenstand. Aber da ich die näheren Hintergründe nicht kenne, möchte ich deshalb kein Urteil über ihn sprechen.


    Dein Bruder ist zwar angekommen, jedoch kurz darauf wieder abgereist wegen dringender Geschäfte. Nur seine Sklavin Crista ist noch hier in Rom. Wir machen uns etwas Sorgen um Lupus, jedoch gehe ich davon aus, dass er bald wieder nach seiner Sklavin sehen wird.
    Antoninus ist inzwischen verschwunden. Es wurde klar, dass er in den letzten Monaten seines Verschwindens auf Kosten der Familia gehurt und getrunken hat, weshalb er sich vor dem Familiengericht hätte verantworten sollen. Da er nun geflohen ist, kannst du ihm, falls du ihn siehst, mitteilen, dass er hier in Rom nicht mehr erwünscht ist.


    Aber zu weniger bedrückenden Themen: Quintus ist zurückgekehrt und mit ihm die Gebeine des Iulianus und Andronicus, der es zum Duplicarius gebracht hat. Sie kehren jedoch nach Mantua zu ihrem Standort zurück und mit ihnen Albina, die du ja kennen gelernt hast. Mir wird das Leben im Haus ein wenig fehlen, aber mach dir wegen mir keine Sorgen.


    Grüße Aelius Marcellus von mir und lerne viel über Aegyptus - es ist eine wunderbare Provinz!


    Mögen die Unsterblichen dich behüten!


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    Sim-Off:

    Tiberische Karte zahlt! Eil...nein, gibts ja nicht mehr ;)

    | Caius Lupus


    Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen des Procurator, als er das neue Angebot von Rufus hörte. Da war doch eine ganze Portion Entgegenkommen vorhanden! Da konnte man sicher auch noch ein wenig weiter testen...


    "Das klingt doch schon viel besser..."


    Dann erstarb sein Lächeln wieder und er fügte in überaus ernstem Ton hinzu


    "...wenn es sich um zwei etablierte Fahrer handeln würde. Es müsste nicht unbedingt nur Rom sein, aber ein Provinz-Kutscher, der noch nicht einmal außerhalb von Aegyptus von sich hören gemacht hat, ist wohl kaum mehr als 2000 wert. Und für Casetorix leg' ich noch 600 drauf. Das ist doch immer noch famos!"


    Nun fragte sich Lupus, ob er Casetorix nicht ein wenig zu teuer gemacht hatte...nun würde er weiter an Mehaf feilschen müssen...

    Dazu wiederum konnte Tiberius Durus etwas beisteuern. Dass Menecrates den Senat beinahe als inkompetent bezeichnete, belustigte ihn jedoch vorher ein wenig. Das klang ja fast wie der Pöbel auf der Straße! Aber dann war er doch wieder ernst - es gab wohl kaum ein ernsteres Thema als den Tod...


    "Bis zum Begräbnis empfielt das Collegium Pontificium, die Asche des Iulianus wie üblich in seinem Haus aufzubewahren, also in der Domus Augustana. Wir haben bereits einen Brief an den Praefectus Praetorio gesandt, um ihn darum zu bitten.


    Wir können uns also ganz der Zeit nach dem Begräbnis widmen."


    Die Ulpianums-Sache an sich wollte er gar nicht erst kommentieren. Inzwischen fragte er sich, ob dieses Bauwerk überhaupt tatsächlich gewollt war...

    An diesem Morgen war Durus weitaus besser gelaunt, daher beschloss er, zumindest eine gewisse Zahl seiner Klienten persönlich zu empfangen. Als er daher diesmal aus dem Tablinium kam, wo er am frühen Morgen einen wichtigen Brief erhalten hatte, winkte er seinen Nomenclator herbei und grüßte die Schar von Männern in Toga mit einem besonders freundlichen


    "Salvete!"


    Dann kehrte er ins Tablinium zurück, um die Klienten einzeln zu empfangen. Er selbst nahm auf einem Stuhl Platz, der gewisse Ähnlichkeit mit einer Sella Curulis hatte, während der jeweilige Klient zu stehen hatte.


    Als erstes wurde ein alter Mann vorgelassen, dessen Toga der Angustus Clavus zierte. Durus ließ sich den Namen von seinem Nomenclator ins Ohr flüstern und meinte dann


    " Have Antonius! Welch eine Überraschung!"


    Tatsächlich war der alte Ritter seit langer Zeit nicht mehr zur Salutatio gekommen, was vermutlich daran lag, dass er kein Bedürftigkeitsgefühl verspürt hatte. Nun schien ihm wieder der Schuh zu drücken.


    "Salve, Domine! Ich weiß, ich bin lange nicht mehr hier gewesen...das tut mir sehr leid."



    Er blickte etwas verschämt zu Boden, denn das Erscheinen zur morgendlichen Salutatio war eigentlich eine wichtige Klienten-Pflicht. Nun lag es an Durus, das Gespräch nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen - er hatte ja noch andere Männer zu empfangen! Daher log er


    "Aber das macht doch nichts, mein lieber Antonius! Was liegt dir auf dem Herzen?"


    Nun fuhr sich der Alte durch sein schütteres, graues Haar.


    "Nunja, wie du weißt, unterhalte ich gemeinsam mit ein paar Freunden eine Reederei. Und nunja, wir haben uns ein paar Probleme... Es ist etwas unverschämt, Dich nach so langer Zeit zu bitten, aber wir fühlen uns ungerecht behandelt und dachten, dass Du sicher ein offenes Ohr für uns hast."


    Durus horchte auf. Nun kam er scheinbar zum Kern des Problems. Er hatte allerdings keine Ahnung, wie er einem Schiffseigner helfen konnte - für ihn konnte es nur um Geld gehen.


    "Ich helfe doch gern, wo ich kann. Wo drückt der Schuh?"


    "Nunja, wir haben Probleme mit den Hafenzöllen. Der Procurator Aquarum verlangt völlig überhöhte Summen. Wir haben uns gefragt, ob sich da nichts machen ließe..."


    Das überraschte Durus nun doch. Es war allgemein üblich, dass man ab einem gewissen Stand Vergünstigungen im Zollgeschäft aushandelte, aber dass ein Klient, der so wenig zuverlässig war wie Antonius, ihn darum bat - das war schon dreist. Kein Wunder, dass er sich so zierte!


    "Soso, und du glaubst, dass ich da etwas machen kann? Die Zölle, die für alle Händler gelten und vom Senat und dem Volk von Rom gemacht wurden, damit die Anlagen auch erhalten werden können? Wie hoch sind sie denn?"


    Der Ritter war ein wenig blass geworden und nannte nun stockend die Zahl. Durus fand sie tatsächlich etwas unverschämt, wenn auch nicht übermäßig hoch. Aber zufällig kannte er jemanden, der den Praefectus Annonae ganz gut kannte - da würde sich zweifelsohne etwas machen lassen. Folglich meinte er


    "Nunja, ich kann dir nichts versprechen...aber ich werde sehen, was ich tun kann. Als Zeichen unserer Freundschaft."


    Er reichte Antonius die Hand und erklärte ihn somit für entlassen. Der Ritter küsste Durus den Siegelring und machte sich dann unter vielen Respektsbezeugungen davon, während der nächste bereits eintrat.

    Manius Tiberius Durus, Praetorius, Pontifex und Senator, ließ sich gerade in einer Sänfte über das Forum tragen, als er seinen angeblichen Vicarius auf der Rostra entdeckte, wo er offensichtlich Reden schwang. Er gab einem Mann aus seiner Klienten-Schar einen Wink, woraufhin dieser sich aufmachte, herauszufinden, worum es ging. Kurz darauf kam er wieder


    "Es geht um die Besetzung ritterlicher Posten durch den Senat. Der da scheint etwas dagegen zu haben, Domine!"


    Der Tiberier zog eine Augenbraue hoch und blickte zweifelnd abwechselnd zu seinem Klienten und dem Redner. Ferrius Minor kämpfte gegen den Senat an?


    "Finde mehr heraus!"


    befahl der Senator. Mit diesem spärlichen Wissen konnte man wohl kaum in die Debatte einsteigen. Daher wartete er ab und ließ sich währenddessen von einem Sklaven etwas Wein bringen. Schließlich kehrte der Klient zurück.


    "Scheinbar geht es um einen Procurator und Steuern. Der Redner wettert scheinbar ziemlich gegen den Senat. Er behauptet, er würde machtversessen sein oder so."


    Der Klient versuchte, alles eher beiläufig klingen zu lassen, doch Durus war erzürnt. Was erdreistete sich dieser Bursche? Der Senat war seit jeher die Führung des Staates. Die Familien dort hatten über Generationen bewiesen, dass sie die Lenkung des Staates hervorragend beherrschten! Und dann kam dieser Niemand hier!


    Er kletterte aus seinem Tragestuhl und scharte seine Klienten und Sklaven um sich, dann trat er näher an die Rostra heran, um das Gespräch weiter zu verfolgen...

    | Caius Lupus


    "6000 für beide also..."


    murmelte er und blickte kurz nachdenklich auf die Menge. Er wusste, dass dieser Preis für die Factio inakzeptabel war. Aber was sollte er als Gegenangebot setzen? War es zu hoch, gab er unnötig Geld aus. War es zu niedrig, konnte sein Verhandlungspartner rasch unkooperativ werden...


    Er blickte kurz zu Beriolix. Was er nun sagte, würde den alten Mann möglicherweise beleidigen.


    "Das soll keine Beleidigung sein, aber ich sehe kaum einen Preisnachlass. Casetorix hat weitaus weniger Erfahrung als Mehaf und der ist schon ein Jungspund. Er wird uns eine ganze Menge kosten. Man muss bedenken, was die Factio noch alles in sie investieren muss, um sie zu formen. Ich denke, dass..."


    Er sog tief Luft ein und meinte dann rasch


    "2500 Sesterzen schon realistischer sind."

    Da niemand seine Sententia abgeben wollte, beschloss Durus doch, sich zu Wort zu melden. Dieser Octavier schien bereits einige Erfahrung in der Verwaltung zu haben und hatte sich hochgedient. Dass er dann auch noch zwei so mächtige Protegés hatte, machte ihn noch sympathischer.


    "Ich befürworte den Antrag des Proconsul Flavius und die Einsetzung des Octavius Augustinus zum Procurator der Provinz Hispania."


    meinte er schlicht.

    Da Durus inzwischen zu den Praetoriern gehörte, saß er nun nicht mehr neben Macer im Senat, wo alles streng nach Rangfolge aufgestellt wurde. Als Gracchus das Wort ergriff, stimmte er zu, hatte jedoch noch eine Idee zusätzlich.


    "Da das Ulpianum nicht gebaut ist, wäre es vielleicht sinnvoll, vorläufig eine alternative Grabstätte zu suchen, die wir dann dem Caesar anbieten könnten. Später könnte man ihn ja immer noch in das Ulpianum umbetten."


    Da noch immer alle Tempel standen und nicht einmal das Fundament des Ulpianum gelegt waren, war das wohl die beste Lösung, wie Durus fand.