Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Im Hortus angekommen, bot Durus den Gästen Platz auf einer kleinen Bank, die vor dem Zierteich stand, an. Er selbst setzte sich auf den Lehnstuhl daneben und streckte die Füße aus.


    Lupus setzte sich auf die rechte Seite, woraufhin sich Mehaf an die linke Seite der Bank drückte und Casetorix dazwischen ließ. Durus begann das Gespräch, während er einen Sklaven herbeiwinkte, um etwas zu Trinken zu ordern.


    "Und, was haben uns diese beiden Prachtkerle gekostet, Lupus?"


    Lupus wirkte plötzlich etwas niedergeschlagen und blickte verlegen auf den Teich.


    "4100. Casetorix 600, Mehaf 3500."


    Durus riss die Augen auf. Sein Procurator hatte ihm etwas um die 3000 versprochen, nun waren die beiden ein ganzes Stück teurer geworden, als erwartet! Doch er hatte sich rasch unter Kontrolle, denn auch, wenn die beiden Aurigae im Prinzip seine Untergebenen waren, so musste man deswegen ja nicht gleich unhöflich werden.


    Eine Weile herrschte Schweigen. Casetorix blickte sich ein wenig um, während Lupus wie ein hässliches Insekt betrachtete. Dann fragte er plötzlich


    "Muss ich mit dem da zusammenarbeiten?"


    Der Tiberier war überrascht. Normalerweise stellten junge Fahrer keinerlei Ansprüche, wenn sie in Rom fahren durften. Aber offensichtlich hatte der Rennstallbesitzer in Alexandreia ihm ein wenig zu viel Honig ums Maul geschmiert.


    "Natürlich, ihr werdet teilweise gemeinsam antreten!"


    antwortete Durus. Die beiden anderen, die offensichtlich kein Griechisch sprachen, blickten von einem zu anderen. Mehaf legte den Kopf schief und betrachtete Lupus kritisch.


    "Der ist doch viel zu fett zum Fahren!"


    Nun erst verstand Durus, dass es sich um ein Missverständnis handelte.


    "Habt ihr euch nicht bekannt gemacht? Das ist Caius Lupus, der Geld-Verwalter der Factio Veneta."


    Mehaf verschränkte die Arme vor der Brust.


    "Er hat mich beleidigt. Ich will nichts mit ihm zu tun haben."


    Durus zog eine Augenbraue hoch. Lupus beleidigte normalerweise niemanden - vielmehr war er eher ein vorsichtiger, freundlicher Mensch - zumindest wenn er nicht gerade verhandelte.


    "Du wirst so viel mit ihm zu tun haben, wie jeder andere Fahrer. Er zahlt dir deinen Lohn aus und verteilt Prämien. Ansonsten wünsche ich, dass ihr eure Probleme selbst klärt - ich habe keine Lust, mich damit herumzuärgern."


    Mehaf wirkte beleidigt und lehnte sich zurück, während er feindselig auf Lupus starrte. Das ging ja gut los...

    | Stesichoros


    Wie üblich um diese Jahreszeit litt Stesichoros, der Ianitor der Villa Tiberia, an einer Frühjahrserkältung, die auf seine Laune drückte und seine Gesundheit, um die es ohnehin nicht sonderlich gut bestellt war, weiter verschlechterte.


    Dennoch schlurfte er zur Tür, öffnete und blickte den Sklaven mit trüben Augen an.


    "Was willst du?"


    fragte er dann.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Eigentlich sah er es wie sein Patron - es hatte sich niemand beklagt, also war die Amtsführung der Magistrate wohl auch nicht sonderlich aufsehenerregend gewesen. Folglich machte es nichts aus, dass niemand die Männer mit Ehren be- oder auch nur darüber nachgedacht hatte.


    Zu den aktuellen Auszeichnungen hingegen konnte er wirklich etwas sagen, da er der Dienstherr des Mannes gewesen war, der ihm darüber hinaus auch im Cultus Deorum positiv aufgefallen war.


    "Ich beantrage,m Flavius Aquilius für seine Arbeit als Tresvir Capitalis auszuzeichnen. Er hat seine Arbeit tadellos und mit großem Einsatz verrichtet, wie ich als sein übergeordneter Magistrat, feststellen konnte."

    Durus fand diesen Tagesordnungspunkt höchst interessant, denn hier ging es schließlich um seine eigene Amtszeit. Andererseits war seine Amtszeit ziemlich ereignislos gewesen - abgesehen vielleicht von seiner Aktualisierung der Anwalts-Liste. Aber das war wohl wirklich nicht besonders...


    An Geschehnisse, die drei Jahre zurücklagen, konnte er sich allerdings nicht erinnern. Prudentio consule - daran hätte er sich noch erinnert, aber weitere Magistrate? Das Gedächtnis des Tiberiers war nicht besonders!


    So wartete er, bis es tatsächlich um die Verleihung ging.

    "Allerdings."


    bestätigte Durus, obwohl er nicht einmal genau wusste, wie man einen Spaten am besten bediente - er hatte für so etwas immer Personal gehabt! Aber man musste seine mangelnde Erfahrung mit praktischer Arbeit nicht so heraushängen lassen - besonders nicht an Tagen, an denen alle das einfache Landleben feierten! Allerdings sehnte er sich trotz der angenehmen Lage wieder einmal, sein Landgut in Baiae zu besuchen, ein paar frische Pflaumen zu essen und einfach die Seele baumeln zu lassen.


    "Besitzt du eigentlich ein Landgut am Golf von Neapolis?"


    beinahe hätte er gefragt, ob er überhaupt eines besaß - aber das war ja gänzlich unvorstellbar, dass ein Senator kein Landgut besaß - von irgendwoher musste ja sein Land bestellt werden.

    Also in meinem Stadium ist es teilweise so. Viele Aufgaben werden zwar die meiste Zeit von der SL wahrgenommen, weil schlicht keine Magistrate vorhanden sind, die das machen können. Nichtsdestotrotz haben die Magistrate, wenn sie aktiv sind, diese Aufgaben während ihrer Amtszeit.


    Meines Wissens nach wurde eigentlich nur die Aufgabe der Chronik-Führung weggenommen, weil es dann etwas unübersichtlich werden könnte. Allerdings denk ich, dass die Quaestoren z.B. auch dem Chronisten helfen können...

    Durus hatte gerade gelangweilt das Getränk betrachtet, das auf seinem Rasensoden-Tischchen stand. Er mochte Milch nicht sonderlich - das war doch eher ein Barbarengetränk! Aber was tat man nicht alles für die Tradition...


    Plötzlich wurde er aus seiner Langeweile gerissen, als Purgitius Macer erschien, den er vor "kurzem" bei den Megalesia gesehen hatte. Er musste die Augen leicht zusammenkneifen, denn die Sonne blendete ihn, dennoch antwortete er prompt mit einem alten Sprichwort


    "Fortes fortuna adiuvat! Servi fortes habeo*!""


    Dann grinste er ein wenig. Soweit er wusste, hatten seine Sklaven tatsächlich ein Pärchen Verliebter von diesem Baum verjagen müssen. Aber zu diesen Zeitpunkt waren ja noch genügend übrig gewesen...
    Dann wies er auf eine zweite Grassoden-Kline


    "Nimm Platz und genieße meine Gastfreundschaft!"


    Sim-Off:

    * Den Starken hilft das Glück. Ich habe starke Sklaven.

    Auch Tiberius Durus hatte sich aufgemacht, um auf offener Wiese den Geburtstag der Stadt zu feiern, während im fernen Misenum die Schaf-Ställe gereinigt werden würden. Natürlich hatte er nichts selbst machen müssen, stattdessen waren ihm Sklaven vorausgeeilt, hatten einen besonders mächtigen Baum besetzt, mit einem weiten Sonnensegel ausgestattet und "eingerichtet". Mehrere Meter vom Baum weg hatten die Sklaven Rasensoden ausgestochen und aufgestapelt, sodass Durus ein wenig erhöht auf einer Decke liegen und dem Treiben zusehen konnte.


    Auf dem Tisch stand bereits das klassiche Getränk aus Apfelmost (vom eigenen Gut) und Milch (ebenfalls vom eigenen Gut). Später würde es noch gebratenes Lamm geben, das zum gegebenen Zeitpunkt jedoch noch auf einem tragbaren Ofen gegrillt wurde.


    So blieb Durus nichts anderes als zu warten, ob er ein bekanntes Gesicht sehen würde, das ebenfalls hier zur Feier des Stadtgeburtstages erschienen war.

    Ich weiß jetzt nicht, wo das hingehört, aber kann es sein, dass der Titel eines Factio-Vorsitzenden nicht Princeps Factionis, sondern Dominus Factionis ist?
    edit: Las ich nämlich in einem Buch zur Spiele-Kultur in Rom (weiß allerdings grad den Titel nicht)


    Und bei der Gelegenheit: Weiß jemand, was "Trainer" auf Latein heißt?

    An diesem Nachmittag wurde Lupus, der Procurator im Haus der Tiberier erwartet. Er würde die beiden neuen Fahrer mitbringen, die er für die Factio eingekauft hatte und Durus war gespannt, wie sie sich machen würden. Es waren zwei Männer, die Campus Calidus auf dem Rennen in Alexandreia gesehen hatte. Beide sollten recht gute Fahrer sein. Es war wirklich ein Jammer, dass er während der Equirria nicht selbst zugegen gewesen war - die Veneta hatte auf ganzer Linie gesiegt, wenn auch Dareios wegen einer Verletzung, die nun doch nicht ordentlich geheilt war, seine Karriere beendet hatte. Dort liefen bereits Verhandlungen, ob der alte Fahrer nicht als neuer Auriga-Trainer übernommen werden sollte.


    Endlich erschien Caius Lupus, gefolgt von zwei Männern. Der eine war ein junger, blonder Gallier - vermutlich Casetorix. Daneben ging ein hochgewachsener Ägypter, dessen Kinn vor Stolz leicht nach oben gereckt war. Vielleicht betrachtete er aber auch nur die Verzierung am Rand der Decke...


    "Princeps Tiberius, salve!"


    begrüßte der Procurator seinen Princeps Factionis. Der Tiberier trat vor und reichte ihm die Hand, dann ging er zu dem Gallier.


    "Du musst Casetorix sein, nicht wahr?"


    Der Angesprochene nickte und verneigte sich leicht. Er wirkte weitaus bescheidener als der Mann neben ihm. Doch der Tiberier ging bereits weiter zu Mehaf.


    "Mehaf, nehme ich an?"


    Der Ägypter sah ihn stumm an. Durus sah zu Lupus.


    "Ist er stumm?"


    "Er spricht kein Latein!"


    erwiderte dieser und Durus versuchte es erneut, diesmal auf Griechisch - das beherrschte er noch aus seiner Zeit in Alexandria.


    "Chaire, Mehaf! Wie geht es dir?"


    "Gut. Aber etwas kalt hier."


    antwortete er dann, ohne im Geringsten verunsichert zu wirken. Durus lächelte. Vermutlich kam der Bursche geradewegs aus dem Süden von Aegyptus. Dort herrschte ständig eine sengende Hitze. Andernfalls wäre er sicher nicht auf die Idee gekommen, die Frühlingswärme Roms als kalt zu bezeichnen. Andererseits war es im Atrium wirklich etwas kühl...


    "Gehen wir in den Hortus."


    meinte Durus und bedeutete den Männern zu gehen.

    Durus Blick schweifte über die versammelten Männer. Flavius Gracchus war erschienen, was den Tiberier freute. Vielleicht konnte er ihm nach dem Opfer zu seinen Spielen gratulieren. Auf den jungen Discipulus nahm er wenig Rücksicht.
    Doch nun stand zuerst die Arbeit an. Die ministri brachten die Tiere in die Mitte, wo man sie an den im Boden eingelassenen Ringen festband. Zugleich erklangen die Tibices einiger Musikanten aus dem Hintergrund - ein vertrautes Nebengeräusch für Durus.


    Die Opfermetzger knieten sich zu den Köpfen der drei Rinder und sahen ihre jeweiligen Opferherren an.


    "Agone?"


    fragten sie fast gleichzeitig und ebenso gleichzeitig antworteten Durus und seine Collegae mit "Age!"


    Damit sanken die großen Hämmer herab, die die Kühe betäuben sollten. Kaum sackten die Tiere in sich zusammen, stachen die drei Metzger zu. Warmes Blut schoss aus den Halswunden und floss auf den Tempelvorplatz. Sofort eilten Knaben mit Schalen herbei und fingen das Blut auf, sodass es später auf dem Altar verbrannt werden konnte.


    Durus hingegen wartete mit versteinertem Blick, bis man begann, die Tiere aufzuschneiden. Auch drei Vestalinnen eilten herbei. Jede würde einen toten Fötus an sich nehmen, aus dem man das begehrte Sühnemittel für die Parilia gewann. Der Tiberier konnte es nicht lassen und sah zu, wie man per Kaiserschnitt die drei Tiere aus dem Bauch schnitt, wie man einst auch der erste Iulius Caesar auf die Welt gebracht hatte (zumindest Gerüchten zufolge). Man packte die Tiere, während auch die Innereien zutage gefördert wurden...


    Sofort war ein Haruspex bereit, die Vitalia zu untersuchen. Solange konnte Durus nur warten.


    Am späten Vormittag versammelten sich wie jedes Jahr die Pontifices und Vestalinnen auf dem Capitol. Doch nicht nur hier, in der gesamten Stadt traten heute die Curien zusammen, um der Erde zu opfern. Doch für Durus war es dieses Jahr etwas Besonderes: Er durfte das Opfergebet auf dem Capitolium leiten.


    Reich mit Bändern geschmückte Rinder standen bereits auf dem Platz vor dem Tempel. Die Bäuche der Tiere wirkten aufgebläht, denn alle drei erwarteten ein Kalb, das sie jedoch nie gebären würden. Sie wirkten nervös, doch die Opferdiener hielten sie sicher an ihren Stricken. Eines der Tiere war bereits ausgetauscht worden: Die Kuh hatte gestern bereits gekalbt. Man hatte sich im Collegium Pontificium gestritten, ob dies als negatives Zeichen zu werten wäre, dann jedoch beschlossen, dass das Opfer trotzdem wie gehabt stattfinden würde.


    So war auch Durus leicht nervös, als er aus dem Kreis der Priester trat, um das Opfer zu beginnen. Zuerst prüfte er die drei Kühe auf ihre Unversehrtheit und vollzog die rituelle Händewaschung. Dann war alles bereit. Gemeinsam mit zwei anderen Pontifices trat er vor. Ein minister trat hinzu und rollte eine Papyrus-Rolle auf, auf der das alte Gebet zu diesem Anlass festgehalten war. Durus begann zu lesen:


    "O Tellus, Älteste aller Götter, Wächterin der Saaten, Beschützerin der Ehen, Herrin über die Fruchtbarkeit!
    Durch das Orakel des Faunus und das Wort der Egeria hast Du dem Numa Pompilius dieses Opfer aufgetragen und so die Dürre von unserer Stadt genommen.
    Seit diesen Tagen bieten Du jedes Jahr in allen Curiae der Stadt trächtige Kühe für die Fruchtbarkeit unserer Äcker an.
    Nimm also auch diese Kühe als gerechtes Opfer an und lass unser Korn aufgehen, aufdass unsere Felder reiche Frucht tragen und unser Volk sättigen und es uns wohlergehe.
    Dann mögen wir Dir weitere Opfer bringen im nächsten Jahr und in alle Ewigkeit."

    Mit Begeisterung verfolgte Durus den zweiten Teil des Schauspiels. Es gefiel ihm besser und besser. Eine Geschichte aus einer Welt, die nichts mit der Realität zu tun hatte! Aber dennoch einfach schön, diese sagenhaften Geschichten!


    So spendete er zum Ende ebenfalls Applaus, obschon es üblicherweise nicht angebracht war für einen Senator.


    :app:


    Er würde Gracchus noch gratulieren müssen, wenn er ihn wieder bei einer Sitzung des Collegium sah. Da hatte der Flavier wirklich einen hervorragenden Dichter ausgewählt. Vielleicht konnte der auch mal seine Symposia versüßen...

    | Caius Lupus


    Als Rufus ihn noch einmal so ansah und dann rasch bestätigte, hatte Lupus sehr schnell das Gefühl, doch nicht verhandlungsfreudig genug gewesen zu sein. Er hätte doch härter sein sollen!


    Aber nun blieb ihm nichts anderes übrig. Er ergriff zur Bestätigung die Hand von Lupus und meinte


    "Wir werden auf dich zurückkommen!"


    Damit wandte er sich an Mehaf und Beriolix.


    "Du und Casetorix sollen bitte morgen im Domus Factionis vorbeischauen."


    Sim-Off:

    Bezahlt

    "Sehr gut. Dann werden wir dort Näheres erfahren."


    erwiderte der Rex Sacrorum und sah noch einmal missbilligend zu Durus. Für ihn war der Cultus Deorum wichtiger als alle Staatsgeschäfte, dessen war sich der Tiberier sicher.


    So wurde die Sitzung schließlich nach ein paar anderen Besprechungen für beendet erklärt und alle machten sich davon. Der Rex Sacrorum hingegen würde einen Auguren beauftragen, sodass Flavius Gracchus entspannt seine Auspizien einholen konnte.

    Durus war ebenfalls ziemlich überrascht. Er hatte gehört, dass der Kaiser aus Hispania kam, daher war er davon ausgegangen, dass dort auch seine Toten begraben waren. Wenn seine Familie allerdings in Rom bestattet war, war es natürlich einleuchtend, ihn ebenfalls dort aufzubewahren. Und Gracchus würde so etwas sicher nicht sagen, ohne zu wissen, dass es dieses Grabmahl auch gab.


    "Ich stimme ebenfalls zu."


    Und bei dieser Gelegenheit sah er gleich zu seinem Patron und meinte


    "Er wird bestattet, sobald der Caesar in Rom eintrifft. Es ist das traurige Vorrecht des Sohnes, seinen Vater zu Grabe zu tragen."

    | Caius Lupus


    Sein Unsicherheitsanflug hatte Rufus offensichtlich ziemlich zuversichtlich gemacht. Dennoch hatte Lupus nicht die Absicht, weiter klein beizugeben.


    "Möchtest du nicht das Rennen der Profis sehen?"


    meinte er und grinste. Dass ein Auriga-Agent sich die Equirria entgehen ließ, war doch etwas ungewöhnlich. Also wohl nur der Versuch eines Druckmittels.


    "4100 für beide und wir sind im Geschäft."

    | Caius Lupus


    Langsam hatte Lupus das Gefühl, dass er möglicherweise doch in der falschen Kategorie gespielt hatte. Wenn er nicht bald etwas unternahm, würde Mehaf noch tatsächlich verschwinden. Andererseits gab es zahlreiche andere Fahrer, die geradezu darauf warteten, unter Vertrag genommen zu werden...


    Einen letzten Versuch war es aber vielleicht doch noch wert.


    "Na gut, was ist mit 3400?"

    Durus hätte beinahe Szenenapplaus gespendet, als er sah, wie Kresh gegen das Ungetüm kämpfte - es sah wirklich ulkig aus! Und dann kam er auch schon die Szene des Treffens zwischen ihm und Ofina, die geradezu komisch war. Im Gegensatz zu den üblichen Mythen und Sagen wirkte Kresh geradezu wie ein Anti-Held, der damit die ganze Geschichte, die möglicherweise an sich eine eher standard-mäßige Mär gewesen wäre, ins Lächerliche zog aber damit überhaupt erst interessant machte.


    Der Tiberier fragte sich, wer dieses Stück geschrieben hatte. Es musste ein Menander-gleicher Komödiendichter sein - auch wenn seine Reime teilweise etwas holprig waren. Dafür wog dies die Geschichte völlig auf!

    Durus fand die Idee an sich nicht schlecht, nur kam ihm ein Bedenken...


    "Und wie stellst du dir diese Ruhestätte vor? Die meisten Stadttore liegen doch noch immer an wichtigen Straßen - soll man die Grabstätte dann über dem Durchgang errichten? Ich fürchte nämlich, dass an einem Ort, den täglich tausende Menschen passieren, die Voraussetzungen für eine Ruhestätte nicht unbedingt gegeben sind."


    An dieser Stelle kam ihm, dass dies bei der Saepta Iulia ebenfalls kaum der Fall war - andererseits konnte man diesen Markt wohl leichter verlegen als den Verlauf einer Straße.