Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Sim-Off:

    WiSim ;)


    Da Albina alles nötige regelte (was Durus glücklich machte, denn sie wirkte wirklich schon wie eine routinierte Hausherrin, was Furianus sicher glücklich machen würde), blieb Durus nur ein Lächeln und Nicken übrig.


    "Vale, Optio!"


    verabschiedete auch er sich dann und machte sich daran, seine Liktoren zusammenzupfeifen. Wenn Quintus mit einer Armee kam, wollte er wenigstens mit Rutenbündeln entgegentreten :D

    Durus bemühte sich eher, Würde zu bewahren und ließ Albina den Vortritt. Ein fröhliches Lächeln umspielte seine Lippen, als er sah, mit welcher Begeisterung und Emotionalität Albina auf Quintus zustürmte. Sie gehörte ganz offensichtlich zu jenem Typen Römer, der in vielen hundert Jahren einmal das Klischee von den emotionalen Italienern prägen würde. Doch davon wusste Durus nichts, als er, nachdem Albina abgelassen hatte, ebenfalls seinen Gruß entrichtete.


    "Quintus! Herzlich willkommen zurück in Rom!"


    Er musterte seinen Vetter. Seine Rüstung wirkte strahlend, aber dennoch nicht übermäßig prunkvoll. Wie er ihn kannte, war es seine einfache Kriegsrüstung. Er war nicht übermäßig gealtert, obwohl sich vielleicht die ein oder andere Furche der Erfahrung auf seinem Gesicht etwas vertieft hatte. Zumindest war er jedoch von Kriegsnarben verschont geblieben - kurz: Er sah für einen Kriegshelden geradezu passend aus!

    Durus war etwas irritiert, dass der Legionär sich kaum von seinen Liktoren beeindrucken ließ, sondern sie grußlos mit sich nahm. Nur dank seiner guten Laune rechnete er es dem jungen Mann nicht negativ an, sondern nahm an, dass er einfach sehr im Stress war und rasch den Wünschen eines Praetor Urbanus nachkam...


    So folgte er dem Mann ins Lager hinein und vor das Zelt. Ein freundlicher Blick zu Albina, die glücklich wie ein kleines Kind wirkte, dann fixierte der Tiberier den Zelt-Eingang.

    Tiberius Durus betrat an diesem Tag früh die Regia. Er hatte sein Amt als Praetor gerade erst niedergelegt, sodass er sich voll auf seine Aufgaben als Pontifex konzentrieren konnte. Am Schrein des Mars stand bereits der Rex Sacrorum mit bedecktem Haupt, ebenso weitere Pontifices und Opferhelfer.


    Er stellte sich unauffällig dazu und wartete ab. Diesmal hatte Durus die Ehre, das Opfergebet zu verlesen, weshalb er sich von einem der Helfer eine Schriftrolle reichen ließ. Weihrauchkörner wurden auf den Altar gestreut und sofort verbreitete sich der betörende Duft in der Regia.


    Nach einer Weile der Besinnung trat der Fabier vor und begann, sich und den Widder, den man zum heutigen Tage in die Regia gebracht hatte, rituell zu reinigen. Unter Flötenmusik sprach er die uralten Formeln, mit denen das Tier und er für Mars, den heute geehrten Gott, gereinigt wurde.


    Dann ging der Blick hinüber zu Durus und er begann mit lauter Stimme:


    "Mars, Herr über Felder und Waffen!
    Dir weihen wir unsere heiligen Riten,
    Unsere Gebete und Entsühnungen, erhabenste Gottheit,
    Für alle Tage welche du uns Nahrung und Sicherheit geschenkt hast.
    Dein Schild ruht über unserer Stadt,
    Dein strahlender Segen schenkt unseren Felder Früchte im Übermaß,
    Mannigfaltiger, nimm Du unsere Gabe,
    Glückverheißender, hör unser Gebet, gib uns schuldloses Heil,
    Mit Frieden, Göttlicher, und dem notwendigen Wohlstand."


    Ein leiser Seufzer entfuhr dem Rex Sacrorum, als er dann das Tier rituell von seinen Wollbinden entkleidete und dann packte. Die Agonalia waren ein besonderes Opfer, denn heute musste der Opferkönig höchstpersönlich das Tier töten. Da er dies jedoch schon seit vielen Jahren tat, bereitete es ihm keine Schwierigkeiten, die dargereichte Klinge durch die Kehle des Widders zu ziehen, der daraufhin rasch zusammenbrach.


    Damit war den Kultvorschriften genüge getan und Opferhelfer eilten herbei, um den Widder zu zerlegen und die warmen Eingeweide herauszuholen. Antistes selbst begutachtete mit sicherem Blick das Herz, die Leber und übrigen Organe. Ob Mars ihnen gewogen war?


    Unterdessen hatte Durus seine Rolle wieder eingerollt und mit einem leichten Augenbrauenzucken festgestellt, dass der Rex Sacrorum mit seiner unsachgemäßen Schlachtung Blutspritzer auf den Saum seiner Toga gebracht hatte.

    Auch Tiberius Durus verließ die Sänfte. Überall standen Soldaten und Schaulustige herum, sodass er froh war, dass seine Liktoren Albina und ihm Platz verschafften.


    Einer der Sklaven zupfte ihm noch einmal den Toga zurecht, während er selbst sich gedanklich darauf vorbereitete, Quintus wieder zu treffen. Wie er feststellen konnte, war beiweitem nicht die gesamte Legion erschienen, dennoch prangte der goldene Adler der Prima auf dem Feld.


    Wo nur Quintus steckte?

    Als Albina auflachte, musste Durus einstimmen, obschon sein kleiner Reim tatsächlich der Wahrheit entsprach. Nicht nur ein Tiberius hatte Rom wegen irgendeines Kaisers verlassen müssen, aber mehr noch waren zurückgekehrt. Er selbst hatte es bis zur Praetur geschafft und sicher würde er eines Tages sogar an die Spitze des Staates gewählt werden - er hatte noch viel Zeit vor sich!


    "Quintus ist eher ein lakonischer Mensch. Ich frage mich, ob sein leiblicher Vater kein Spartiate war."


    Es war bekannt, dass Quintus adoptiert war - ein alter Mann bekam keinen Sohn! Und an Ernsthaftigkeit, glühendem Militarismus und Kürze war der gute Quintus kaum zu übertreffen!


    "Rom ist wirklich der angenehmste Ort auf Erden - solange man nicht in der Subura unterwegs ist."


    Tatsächlich waren sie gerade an der Subura vorbeigekommen und passierten nun die unsichtbare Linie, an der früher die Stadtmauer Roms gestanden hatte. Man hatte sie einstmals eingerissen, um besseren Durchgang zum Marsfeld zu schaffen - jener Ort, der vom Aufmarschplatz der Republik zum Vergnügungsviertel des modernen Rom geworden war.


    "Es ist nicht mehr weit!"

    Durus nickte. Wie sehr doch Albinas kindliches Herz - Durus glaubte nicht, dass junge Frauen wirklich verstehen konnten, was so in der Politik vorging - intuitiv richtig lag. Der Schreiberling in den Acta würde dafür sicher bezahlen, denn das Vertrauen in den neuen Imperator hatte das sicher nicht gestärkt...


    "Aber sorge dich nicht:
    Kaiser kommen, Kaiser gehen,
    die Tiberia bleibt bestehen!"


    antwortete er mit aufmunterndem Tonfall.


    "Wir sollten uns lieber Quintus zuwenden. Er wird auf seiner Reise möglicherweise mehr erfahren haben!"

    Durus zog den Vorhang leicht beiseite und sah zum Himmel. Das Wetter war...passabel. Als er wieder zurück zu Albina sah, kontrollierte er auch gleich, ob jemand Verdächtiges neben der Sänfte ging. Dann zog er den Vorhang zu und senkte die Stimme.


    "Fortes Fortuna adiuvat*. Die Götter begünstigen, wer die Macht hat - und das Volk wird das glauben, solange er fest im Sattel sitzt. Und solange er die Legionen aus Illyricum mit sich hat, wird ihn wohl niemand so schnell aus diesem werfen."


    Sim-Off:

    * Den Starken hilft das Glück/Fortuna

    Durus nickte langsam. Es war unendlich viel passiert. Große Schlachten - im fernen Parthia, wie in den Hallen des Senates. Er hatte es geschafft, das Imperium zu erringen! Aber auch privat hatte sich einiges entwickelt. Die Ehe mit Fabia Vibulana war abgesprochen und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Sponsalia stattfanden!


    "Wird es zweifelsohne. Das Problem ist, dass Iulianus kein Grabmahl besitzt. Vielleicht bestattet man ihn bei seinem Vater..."


    Traian lag ja unter seiner gleichnamigen Säule auf dem gleichnamigen Forum...da war sicher noch ein wenig Platz für einen weiteren großen Feldherrn...


    "Der neue Imperator wird sicher bald hier erscheinen. Das einzige, was ihn aufhalten könnte, ist seine Krankheit - ich weiß nicht genau, was es ist, aber manche behaupten, er wäre todkrank."


    Einen Augenblick überlegte er, dann fügte er an.


    "Andere behaupten allerdings, das wäre alles Quatsch und er hätte nur vor einigen Monaten eine kleine Erkältung gehabt - ich würde also warten, bis er hier ist!"

    "Du kannst gern deinen Sklaven mitschicken. Je mehr Vertraute wir in seiner Umgebung haben, desto sicherer ist das ganze."


    antwortete Durus. Dann musste er keine weiteren Spitzel entbehren und konnte sie ganz auf die schmutzigen Ränke im Herzen des Imperiums konzentrieren :D


    "Gut, in welchem Zustand ist er? Kann er das schon durchstehen?"

    Durus musste einen ganzen Moment überlegen. Er selbst war ebenfalls angenehm überrascht worden. Obwohl er ständig das Gefühl hatte, im Schatten von Quintus zu stehen - egal, was er tat - war er doch glücklich, dass er wieder hier war. Und vor allem in welchem Zustand! Er war der Kommandeur einer siegreichen Armee - nunja, einer relativ siegreichen. Er hatte es tatsächlich geschafft, eine rasante Karriere hinzulegen. Vielleicht hatte das auch etwas Standesbewusstsein in seinen Kopf gespühlt!


    "Ich weiß es nicht...es ist in jedem Fall länger als ein Jahr. Ich war damals noch nicht einmal designierter Praetor und jetzt ist meine Amtszeit praktisch vorüber!"

    Auch Durus ergriff wieder die Last, die irgendein unwürdiger Mörder ihm aufgebürdet hatte. In Gedanken verfluchte er diesen Burschen und beschloss - sollte man jemals herausfinden, wer es gewesen war - dafür zu sorgen, dass er einen langsamen und qualvollen Tod erlebte.


    Mitten in diesen schönen Gedanken wurde Durus von Maevius wieder in die Realität zurückkatapultiert. Solange er es noch konnte, reckte er sich, um die Ursache dieses "Malheurs" zu finden, doch sofort musste er in die Grundstellung zurückkehren. Und dann roch er es auch schon. Widerlich! Womit hatten sie das verdient?


    Doch er hatte keine Zeit für weiteres Selbstmitleid, denn die Bewegungen, die es jetzt auszuführen galt, waren überaus konzentrationsbedürftig. Neben dem korrekten Heben musste er außerdem dafür sorgen, dass die ekelhafte Brühe auf dem Brett nicht auf ihn zukam!


    Doch dann endlich hatten sie es geschafft und die Exkremente platschten auf die Straße. Zwar stank es immer noch penetrant nach Tier, aber Durus tröstete sich, dass es auch viel früher hätte passieren können - dann erinnerte er sich, dass er diese Selbstvertröstungen hasste.


    "Ihr Götter! Warum?"


    murmelte er vor sich hin, während die Schulter wieder begann, trotz aller Polsterung einen leisen Schmerz in den Körper zu senden und sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten...

    "Bitte, bitte! Wir wollen dem Militär nicht im Wege stehen, wenn es sich weiterbilden will!"


    antwortete Durus lächelnd. Dann wandte er sich an Albina.


    "Gemeinsam gehen ist eine gute Idee, Albina!"


    Er rief einen Sklaven herbei.


    "Mach' eine Sänfte bereit!"


    Dann kam er wieder zurück zu Licinus. Wenn er zur Academia wollte, stand ihm möglicherweise eine große Zukunft bevor. Also sollte man doch ein wenig Dankbarkeit für die frohe Botschaft zeigen, wie der Tiberier fand.


    "Wenn du gleich aufbrechen möchtest, wäre es mir eine Freude, dir zumindest eine kleine Mahlzeit zum Mitnehmen anzubieten. Oder etwas Geld für die nächste Garküche? Du musst wissen, dass ich diese Nachricht lange erwartet habe!"

    "Eine Aufgabe...ja, wir werden ihm die Verwaltung der Güter überlassen - mein Vilicus wird ihm trotzdem auf die Finger schauen."


    Mit Widerstreben dachte er daran, was Caius ihm aus Misenum berichtet hatte. Sklaven nicht mehr schlagen? Freiwillige Arbeit? Waren die zum Arbeiten oder aus Freundschaft in seinem Sklaven-Gefängnis?


    "Nun, wir könnten ihn im Atrium noch einmal gemeinsam anhören und dann entscheiden und dann, wenn er keine absolut überzeugenden Beweise für seine Unschuld liefert, gemeinsam die frohe Botschaft verkünden.


    Oder wir suchen ihn gleich auf - ich habe kein Problem damit, ihm all das mitzuteilen."

    Gleich nachdem der Optio die Villa Tiberia aufgesucht hatte, wurde eine Sänfte bereit gemacht. Natürlich geschlossen, denn neben Tiberius Durus wurde eine Dame des Hauses, Tiberia Albina befördert. Wie üblich, wenn der Praetor Urbanus unterwegs war, gingen der Sänfte sechs Liktoren voran, zusätzlich das übliche Sklaven-Klienten-Sicherungspersonal.


    Hinter dem Vorhang jedoch saßen Durus und Albina gemütlich auf weichen Kissen und bekamen nichts davon mit, dass man draußen seine liebe Mühe hatte, den Weg zum Marsfeld zu bahnen...

    "Er geht auf keinen Fall auf eine Gladiatorenschule!"


    polterte Durus los. Der Alte beliebte wohl zu scherzen? Gladiatoren waren der Abschaum der Gesellschaft! Ein Tiberius bei diesem Pack?


    "Aber Hispania ist keine schlechte Idee...Furianus ist dort Statthalter, er wird vielleicht helfen, den Jungen zu erziehen..."


    Er schien kurz einen Augenblick nachzudenken, dann fuhr er fort.


    "Tatsächlich hat mein Bruder dort auf unserem Familiengut gelebt. Dorthin könnten wir ihn schicken. Als Verwalter, nunja...ich würde lieber meinem bisherigen Vilicus trauen, aber vielleicht kann er sich ja weitere Fähigkeiten aneignen."


    Noch einmal ließ Durus sich den Gedanken durch den Kopf gehen. Hispania war weit weg von Rom, vom Wahlkampf, von der Weltöffentlichkeit - ein perfekter Platz um missliebige Verwandte zu verstecken, ohne dass man sie verstoßen musste!


    "Also wenn du nichts dagegen hast, würde ich vorschlagen, wir schicken ihn dorthin, bis er zur Vernunft gekommen ist."

    Durus wunderte sich, dass der Mann ihn als Pontifex und nicht als Praetor ansprach. Dann erinnerte er sich jedoch, dass der Mann wohl direkt aus Parthia kam und daher wohl kaum wissen konnte, dass er in diesem Jahr das Amt bekleidete.


    Quintus war also zurück. Und mit ihm gleich die Urne des Iulianus. Man würde sie mit allen Ehren bestatten können. Wieder ein guter Anlass, den Pöbel zu beeindrucken...oder man konnte Quintus einen Triumph zuerkennen...im Prinzip war er ja als siegreicher Feldherr zurückgekehrt...


    "Sehr gut. Ich danke dir, Optio. Ich werde den Legaten gleich persönlich aufsuchen. Hat man dir bereits etwas zu Essen und zu Trinken angeboten?"


    Er sah kurz zu Albina - sie als Dame des Hauses war seiner Meinung nach dafür zuständig. Er selbst musste sehen, dass er auf Quintus traf - es gab viel zu besprechen!