Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Der Cellarius ließ nun eine Fuhre feinen Wein bringen, während Durus einen etwas unsicheren Gesichtsausdruck aufsetzte.


    "Ich weiß es nicht. Quintus erwähnte in seinem Brief nichts davon. Aber jetzt, wo Du es sagst...es ist tatsächlich überraschend. Möglicherweise wurde er in eine andere Legion versetzt..."


    "Nunja, das wird sicher später mit den nächsten Acta Diurna bekannt werden, mein lieber Tiberius."


    erwiderte Vibulanus lächelnd und nahm sich etwas vom hispanischen Roten, den die Tiberier ständig aus ihren Weingütern importieren ließen - besonders die Südhänge lieferten einen hervorragenden Wein für laue Sommer-Abende. Solche gab es aber zur Zeit nicht, daher schlug der tiberische Senator vor


    "Soll ich den Wein etwas temperieren lassen?"


    "Nein, danke."


    antwortete der fabische Familienvater, während seine beiden Begleiterinnen ein


    "Oh, sehr gerne - Fabia?"


    "Für mich bitte auch."


    vernehmen ließen.
    Sofort winkte Durus einen Sklaven herbei und gab die Wünsche der Gäste bekannt. Neben seiner hervorragenden Weinkenntnis hatte Oinophlyx auch ein sehr gutes Händchen beim Mischen von Würzweinen, die Durus besonders im Winter gern zu sich nahm.


    "Warst Du eigentlich beim Bona-Dea-Ritus beteiligt?"


    beschloss Durus nach längerem Schweigen direkt die Tochter anzusprechen, um zumindest die Stille zu unterbrechen, die nach dem Gespräch entstanden war. Außerdem wollte er gern ein wenig mehr über sie erfahren...


    "Nein, nein - vielleicht im nächsten Jahr."


    "Ich wurde geladen. Aber ich bin sicher, dass die Neue Fabia hinzuziehen wird, wenn sie erst verheiratet ist - du musst wissen, dass die meisten Anwesenden verheiratet sind - soweit sie keine Vestalinnen sind zumindest."


    Durus wusste, dass er nicht weiterzufragen brauchte - der Bona-Dea-Ritus war seit Jahrhunderten ein geheimes Ritual, bei dem nur Frauen zugelassen waren. Daher war es schon fast geschwätzig, wenn Aemilia etwas von der Gästeliste erzählte...und eigentlich auch etwas neugierig für den Pontifex, weiter nachzufragen.


    "Werdet ihr die Saturnalien in Rom sein? Vielleicht gemeinsam mit den Fabii Antistes feiern?"


    Der Rex Sacrorum war bekanntermaßen ein Verwandter des Fabius Vibulanus...soweit er wusste, handelte es sich um den Vetter. Allerdings war der Opferkönig beiweitem älter als Vibulanus...


    "Nein, wir bleiben natürlich zu Hause. Schließlich wollen wir unseren Sklaven die Freude gönnen. Außerdem können wir so unsere Verwandtschaft - eben auch Gnaeus - besuchen. Er hat übrigens lobend von dem neuen Flavier und dir gesprochen."


    Durus lächelte geschmeichelt. Gracchus war tatsächlich ein tatkräftiger und erfahrener Priester, aber er war sich nicht sicher, ob seine Erwähnung dem Rex Sacrificulus nur von Vibulanus in den Mund gelegt wurde, um ihm zu schmeicheln.


    "Entrichte ihm meine Grüße, wenn Du ihn wieder siehst."


    meinte er schließlich. So plauderten die beiden Senatoren noch ein wenig weiter, tranken den Wein - auch Durus hatte sich inzwischen für die warme, gewürzte Variante entschieden und politisierten ein wenig vor sich hin. Schließlich kam ein Sklave und füllte die Öl-Kandelaber auf, deren Leuchten um diese Zeit die einzige Lichtquelle war.


    "Quintus, es ist spät."


    meinte Aemilia Lepida bei diesem Anblick und auch die Augen von Fabia Vibulana wirkten etwas müde. Fabius, der gerade mit Durus über die Frage der Marstempel-Renovierung diskutiert hatte, hielt inne und sah zu den beiden Damen.


    "Oh, nunja..."


    Dann lächelte er Durus entschuldigend an.


    "Wie Du siehst, sind die Damen müde. Vielleicht führen wir das Gespräch ein andermal fort. Ich wäre froh, Dich in den nächsten Tagen in meinem Haus bewirten zu dürfen."


    "Es wäre mir eine Freude."


    erwiderte Durus und lächelte ebenfalls. Gleichzeitig stellte er aber insgeheim fest, dass Fabia Vibulana offensichtlich nicht besonders durchhaltefähig war - dies war eine Eigenschaft, die für eine Frau in der Gesellschaft manchmal wichtig war. Schließlich war eine Frau dazu da, Kontakte zu halten, zu denen der Ehemann keine Zeit hatte!


    "Dann wünsche ich Euch einen guten Abend und einen sicheren Nachhauseweg!"


    So verabschiedeten sich die drei Fabier schließlich von Durus und er geleitete sie noch zur Tür, wo ein paar kräftige Sklaven mit einer Sänfte warteten.

    Hm, auch von mir Gratulation an meinen "Erzfeind" zum Jubilaeum. Es ist tatsächlich nett, wenn man manchmal jemanden hat, den man kategorisch ablehnen darf und seine Arroganz voll zur Geltung bringen kann :D


    Auf weitere vier Jahre glühenden Hass :)
    (diesen nicht persönlich nehmen ;))

    Durus musterte das Mädchen und lächelte. Der Umstand, dass Vibulanus seine Tochter mitgebracht hatte, konnte nur bedeuten, dass er der Möglichkeit einer Verbindung nicht abgeneigt war.


    "Herzlich willkommen in der Villa Tiberia. Ich freue mich vielmehr, dass Du gekommen bist."


    Mit einer Handbewegung bat er die drei, am Triclinium Platz zu nehmen. Er selbst legte sich auf dem Platz des Hausherrn.


    "Nun, Tiberius: Wie gefällt Dir Deine neue Stellung als Praetor? Du scheinst Dich ja schon frisch ans Werk gemacht zu haben."


    begann der Fabier die Unterhaltung, während seine Frau mit ihrer Tochter tuschelte, woraufhiin diese ziemlich schnell ziemlich genervt aussah. Doch Durus bemerkte dies nur am Rande, denn wesentlich wichtiger als die Aufmerksamkeit für eine potentielle Gattin war die Aufmerksamkeit für deren Vater - zumindest in seinen Kreisen.


    "Oh, sie ist höchst interessant. Zuerst muss ich allerdings ein wenig Ordnung in die Verwaltung bringen. Die Archive wurden teilweise etwas konfus geführt."


    "Ja, es ist schwierig heutzutage. Viele nehmen ihr Amt nicht ernst."


    "Wie ist es eigentlich mit Dir? Hast Du nicht auch Interesse, nächstes Jahr mein sauber geführtes Amt zu übernehmen?"


    fragte Durus dann mit einem Augenzwinkern. Vibulanus war Aedilier und das schon länger als Durus. Sicherlich lag es in seinem Interesse, dass er eines Tages den Weg zum Consulat fortsetzte.


    "Nunja, zur Zeit ist es etwas schwierig. Wie ich hörte, sind viele Senatoren der Meinung, dass es eher Zeit für einen Plebejer als Urbanus wäre."


    wich er aus, doch Durus war sich sehr sicher, dass Vibulanus nur Ambitionen zeigen musste um gewählt zu werden. Er entstammte einer Familie, deren traditionelles Amt das Consulat war. Bereits die Urväter der Fabier hatten in der Frühzeit abwechselnd das Consulat bekleidet, praktisch jeder Römer erlebte ein Consulat dieser Familie. Für ihn war es da wesentlich schwieriger gewesen und hatte einiges an Geschenken zu den Saturnalien und sonstigen Feierlichkeiten gekostet.


    "Wir werden sehen."


    Nun begann das Mahl. Durus hatte erneut nicht alles aufgefahren, was die Küche bot, aber auch nicht geknausert. So gab es Schwein vom hauseigenen Gut in Misenum, dazu verschiedene Soßen und Brot. Nach dem Essen ergriff Aemilia


    "Habt ihr schon von der Hochzeit des Minicius Rufus gehört? Es soll ja ein geradezu gewaltiges Fest gewesen sein."


    Der Fabier schien nicht ganz so glücklich zu sein, dass seine Gattin das Thema Heiraten anschnitt. War doch zu offensichtlich, dass sie gewisse Absichten bezüglich ihrer Schwester hegte. Durus antwortete dennoch.


    "Ja, ich habe davon gehört. Allerdings war ich nicht eingeladen - ich kenne Minicius nur sehr periphär."


    "Wir auch nicht, wir auch nicht. Es scheint auch ziemlich übertrieben worden zu sein. Die Braut scheint mehrere Landgüter als dos erhalten zu haben. Ich meine, natürlich sollte eine dos einer Frau angemessen sein, aber der Tochter eines Aufsteigers das italische Land nachzuwerfen...also ich weiß nicht."


    Rasch schaltete sich Vibulanus ein.


    "Aemilia hat zwar mit der dos Recht, aber ich denke nicht, dass Marius Trogus Probleme damit hätte, das Land für einen Senatssitz aufzubringen."


    "Ja, er hat ja schon genügend alte Familien um ihr Land gebracht...."


    erwiderte die Frau des Fabiers daraufhin scharf und sah plötzlich auf den Tisch, wo die Sklaven gerade die Reste abräumten. Währenddessen verfolgte Durus ein wenig belustigt, wie Vibulanus zum Reden ansetzte, dann doch lieber nichts sagte und etwas peinlich berührt seinen Gastgeber ansah.


    "Nunja, ich stimme Euch zu. Aber im Prinzip muss es ja nicht unsere Sorge sein. Der Imperator ist schließlich auch Censor und wird wissen, was zu dulden ist und was nicht."


    Mit dem Hinweis auf den Imperator ließen sich die meisten Diskussionen rasch beenden und der Frieden retten.


    "Wie geht es eigentlich Deinem Sohn, Fabius? Beneidet er schon seine Kameraden in Parthia?"


    Der Fabier schien sichtlich froh, das Thema Heiraten abgeschmettert zu haben und antwortete mit erleichtertem Unterton.


    "Ja, es geht ihm bestens. Er kommandiert die Legionsreiterei und scheint schon einiges an militärischer Erfahrung gewonnen zu haben. Aber der Sieg in Edessa zwingt mir die Frage auf, ob ich ihn nicht doch besser nach Iudaea hatte schicken sollen. Die Fretensis ist ja mit dem Kaiser...da hätte ich ihn vielleicht auch untergebracht."


    "Nunja, das konntest Du ja nicht wissen. Sein Tribunat dauert ja bereits viel länger als der Krieg, oder?
    Aber andererseits...meinem Vetter Quintus hat es bereits Erfolg gebracht. Er wurde zum Legaten der I. ernannt. Aber damit habe ich ohnehin schon lange gerechnet."


    Vibulanus wirkte recht überrascht. Aber tatsächlich war die Beförderung ja noch nicht in den Acta bekannt geworden und auch Durus hatte nur durch einen Brief davon erfahren.


    "Und was ist mit Decimus Livianus? Ist er gefallen? Oder hat er Fehler gemacht?"

    Offensichtlich war seine neue Scriba ein wenig schreckhaft. Naja, solange sie dabei nicht seine Dokumente durch Schreck-Striche verunstaltete...


    "Ich würde dich gern als Hilfe in der Basilica haben...die Korrespondenz verwalten und Ähnliches...daher hätte ich gern, wenn du ab morgen in der Basilica für mich arbeitest."

    IUDICIA ANNI DCCLVII A.U.C.


    Hauptverhandlung Iud Imp II/DCCCLVII - Imperium Romanum vs. Appius Helvetius Sulla
    § 65 Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens
    § 70 Staatsfeindliche Verunglimpfung von Reichsorganen
    § 81 Nötigung und Bedrohung
    § 96 Brandstiftung
    § 103 Landfriedensbruch
    § 102 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten
    § 104 Bildung krimineller Gruppen
    § 107 Nötigung von Reichseinrichtungen oder -organen
    Iudex Prior: Gaius Caecilius Crassus (i.V.d. Imperator Caesar Augustus)
    Iudex: Gaius Octavius Victor
    Urteil: Schuldig
    Strafmaß: Tod durch Erdrosseln


    Hauptverhandlung Iud Imp I/DCCCLVII - Imperium Romanum vs. Decimus Pompeius Strabo
    § 64 Hochverrat
    § 65 Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens
    § 70 Staatsfeindliche Verunglimpfung von Reichsorganen
    § 81 Nötigung und Bedrohung
    § 103 Landfriedensbruch
    § 102 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten
    § 104 Bildung krimineller Gruppen
    § 107 Nötigung von Reichseinrichtungen oder -organen
    Iudex Prior: Gaius Caecilius Crassus (i.V.d. Imperator Caesar Augustus)
    Iudex: Gaius Octavius Victor
    Urteil: Schuldig
    Strafmaß: Tod durch Erdrosseln


    Hauptverhandlung IUD MIN V/DCCCLVII - Quintus Tiberius Vitamalacus vs. Edictum Praefectus Urbi
    § 3 (5) Lex Mercatus, Anfechtung eines Edikts
    Iudex Prior: Manius Ateius Crassus
    Iudex: Lucius Epidius Trabea
    Urteil: Stattgegeben, Strafzahlung aufgehoben


    Hauptverhandlung IUD MIN VI/DCCCLVII - Tiberius Caecilius Metellus vs Medicus Germanicus Avarus
    § 3 (5) Lex Mercatus
    Iudex Prior: Manius Ateius Crassus
    Iudex: Lucius Epidius Trabea
    Urteil: Schuldig
    Strafmaß: 20.000 Sesterzen Geldstrafe

    IUDICIA ANNI DCCLVI A.U.C.


    Hauptverhandlung IUD MIN I/DCCCLVI - Anfechtung: Q. Matinius Cicero vs. Edictum Aedilis Curulis
    §7 (4) Lex Mercati, verbilligtes Anbieten von Waren
    Iudex Prior: Tiberia Livia
    Iudex: Gaius Octavius Victor
    Urteil: Einspruch wurde nicht stattgegeben
    Strafmaß: Die vorher verhängte Strafe von 11378,57 Sesterzen ist zu zahlen.


    Hauptverhandlung IUD MAI I/DCCCLVI - Imperium Romanum vs. Medicus Germanicus Avarus
    §84 Cod. Iur. Üble Nachrede
    Iudex Prior: Tiberia Livia
    Iudex: Lucius Aelius Quarto et Marcus Vinicius Hungaricus
    Urteil: nicht schuldig.


    Hauptverhandlung IUD IMP I/DCCCLVI - Imperium Romanum vs. Caius Helvetius Tacitus
    § 105 Codex Iur. Volksverhetzung
    § 113 Codex Iur. Mißbrauch der Amtsgewalt
    Iudex Prior: Lucius Ulpius Iulianus
    Iudex: Marcus Vinicius Lusianus et Lucius Aelius Quarto
    Urteil:
    § 105 Codex Iur. Volksverhetzung - schuldig
    § 113 Codex Iur. Mißbrauch der Amtsgewalt - nicht schuldig
    Strafmaß: 2500 Sesterzen Geldstrafe

    Nachdem es Durus endlich geschafft hatte, sich etwas freie Zeit in seinem neuen Amt zu beschaffen, hatte er eine Einladung an die Fabier ausgesprochen und Quintus Fabius Vibulanus gleich mit seiner ganzen Familie zum Essen geladen. So erschien der Senator in einer wunderbaren roten Synthesis, während seine Frau ein passendes Kunstwerk aus Stoff gewählt hatte. Ihnen folgte mit leicht gesenktem Haupt Fabia Vibulana. Durus schätzte sie - obwohl er kein besonders guter Schätzer war - auf jünger als Zwanzig, aber wohl dennoch dringend verheiratungsbedürftig.


    "Salvete! Welch eine Freude, dass Ihr kommen konntet!"


    begrüßte der Hausherr sie überschwänglich, woraufhin Vibulanus lächelnd erwiderte:


    "Die Freude ist ganz auf unserer Seite. Darf ich Dir übrigens meine liebreizende Tochter vorstellen: Fabia Vibulana."


    Er ergriff ihre Hand und zog sie ein wenig nach vorn. Das Mädchen wirkte sehr schüchtern und sah erst etwas zögernd auf.


    "Salve, Tiberius."


    meinte sie dann mit einer etwas höheren, ängstlichen Stimme. Ihre Mutter sah etwas missbilligend drein und lächelte Durus dann mit einem aufgesetzten Lächeln an.


    "Vibulana hat sich sehr über Deine Einladung gefreut, Tiberius."

    "Verzeih, ich habe Neuigkeiten für Iuvenalis."


    Er drehte sich zu seinem Gentilen um und grüßte ihn persönlich.


    "Salve, Appius! Ich habe gute Neuigkeiten: Der Kreuzwegverein wurde von Kanzlei und Collegium Pontificium genehmigt. In Kürze werde ich im Auftrag des Rex Sacrorum bei der Kanzlei vorstellig werden."

    Durus war geradezu glücklich gewesen, die Tiber-Insel zu verlassen, so sehr hatte ihn der Gestank des Flusses gegen Ende belastet. Glücklicherweise hatte er ordentlich gezahlt, dass der Haruspex eine Litatio verkündete - nicht dass es am Ende auf ihn zurückfiel! Allerdings hatte er sich auf der Tiber-Brücke zu ihm gedrängt und bemerkt, dass die Milz nicht 100% richtig gewesen wäre...das beschäftigte den Tiberier nun doch. Eigentlich glaubte er nicht, dass die Götter es nötig hatten, ihre Meinung mittels der Veränderungen von Vieh kundzutun - ihm war zumindest praktisch noch nie eine negative Eingeweideschau im öffentlichen Bereich begegnet (allerdings konnte das auch einfach bedeuten, dass Haruspices unfähig waren). Aber in den aktuellen Zeiten war es doch etwas anderes...während er also unbewegt die Pompa angeführt hatte, ware ständig die Erinnerungen an die Sitzung des Collegium Pontificium in Erinnerung...all die Morde? Nun Probleme beim Opfern? War Rom verflucht? Wollten die Götter Rom vor irgendetwas warnen?


    All diese Zweifel nagten nun an Durus, auch wenn er problemlos sein Politiker-Lächeln aufsetzen konnte, als er an die Brüstung trat und den Jubel entgegennahm. Doch kaum war er wieder aus dem Winkel, sanken seine Mundwinkel nach unten und leichte Falten gruben sich auf seine Stirn...

    Ludi Gladiatores zu den Tiberinalia
    ~ Die Ankündigungen ~


    [Blockierte Grafik: http://img166.imageshack.us/img166/5573/deuspetulansnk5.jpg]



    Als sich die Ränge des Amphitheaters gefüllt hatten, betrat Deus Petulans, der bereits bei Durus' letzten Spielen durch das Programm geführt hatte, die Kommentatoren-Loge. Wie immer war eine riesige bronzene Flüstertüte installiert worden, um die Worte des Mannes im ganzen Theater hörbar zu machen. Mit klarer Stimme setzte er an.


    "Quirites, ich begrüße Euch zu den Ludi Gladiatores! Ich bin Deus Petulans und werde Euch heute durch das Programm führen!
    Die Spiele zum heutigen Tage werden euch präsentiert von der Gens Tiberia. Da der heutige Tag auch ihren Ahnen gewidmet ist, möchte ich euch zuerst um eine kleine Gedenkpause für diese bitten. Viele von ihnen haben tapfer und klug für die Republik gearbeitet und viele Steine in das Bauwerk Rom eingesetzt."


    Er wartete einen Augenblick, während dem es im Amphitheater kaum ruhiger wurde, da es den Plebs herzlich wenig interessierte, in wessen Andenken die Tiberier die Spiele abhielten - Hauptsache, sie waren kostenlos und beeindruckten! Dann fuhr Petulans fort.


    "So, nach dem ernsten Teil geht's gleich weiter zum interessanten Teil. Zuerst begrüßen wir unsere und insbesondere meine Sponsoren: Meine Damen und Herren! Begrüßt die Gens Tiberia!"


    Seine Stimme war in den letzten Worten angeschwollen und nun trat Tiberius Durus an den Rand der Ehrenloge, in der er Platz genommen hatte, sodass alle ihn sehen konnten. Wer in der Nähe saß, konnte sehen, dass er etwas lächelte und seine Lippen bewegte.


    "Wer den Praetor nicht verstanden hat: Ich wiederhole es kurz: Die Spiele mögen beginnnen!"


    Nun erhob sich ein großer Jubel, der insbesondere von den Klienten der Gens Tiberia unterstützt wurde, da diese am heutigen Tag besonders üppige Sportulae erhalten hatten. So ging es fast unter, als Petulans ein letztes Mal das Wort ergriff:


    "Zu Beginn geniiiiießt mit mir...die wildeeee Löwenjagd!"

    Durus stimmte ebenfalls zu. Noch immer waren seine Gedanken bei seinen politischen Planungen und der Frage, wie er die Aurelier am besten dazu brachte, eine ihrer Töchter an ihn zu verheiraten.


    "Gern, danke."


    Dann plauderte er noch ein wenig mit den beiden, um kurz darauf seinen Platz zu wechseln, um mit weiteren Senatoren und wichtigen Persönlichkeiten zu plaudern...


    Sim-Off:

    sorry, muss mal bisschen Überblick in meine zahlreichen Threads bringen :(





    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Ludi Gladiatores zu den Tiberinalia
    ~ Die Pompa ~


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    Direkt nach dem Opfer begann die Pompa zu den Spielen, die nun im Amphitheatrum Neronis stattfinden würden. Praktischerweise lag dieses nur gute tausend pedites von der Tiberinsel entfernt. So hatte Durus als hauptsächlicher Geldgeber beschlossen, die Prozession zuerst den Tiber entlang bis zum Tempel des Portunus auf dem Forum Boarium und dann über das Forum Romanum und auf der Via Flaminia wieder aus der Stadt herauszuführen, sodass die glanzvollen Bauwerke den Gladiatoren als Kulisse dienen konnten.


    Die Spitze des Zuges bildeten Musikanten, die eine düstere, aber zugleich feierliche Melodie auf ihren Instrumenten spielten. Ihnen folgte eine Fercula mit der Statue des Tiberinus, liegend und mit einem Füllhorn in der Hand. Dieses Abbild wurde getragen von acht muskelbepackten Sklaven mit glatt rasierten Schädeln. Als nächstes gingen die Priester, die am Opfer beteiligt gewesen waren - allen voran Tiberius Durus, noch immer in seine Toga praetexta gehüllt. Daran schloss sich schließlich ein kleiner, von Männern gezogener Wagen mit der Kultstatue der Minerva, die die Hausgöttin der Tiberier war. Aus diesem Grund trugen Sklaven in Togen mit breitem Purpursaum die Imagines Maiorum hinter dieser her, wie es bei Leichenzügen üblich war. Besonders die Maske des Lucius Tiberius Allodius, der der erste Praetor der Tiberier gewesen war, wurde von prächtig ausgestatteten Liktoren begleitet. Später im Zug folgten jedoch auch Publius Tiberius Maximus, Aulus Tiberius Celus und zuletzt Tiberia Honoria, die Schwester des Tiberius Durus. An die toten schlossen sich die lebenden Familienmitglieder - die gewissermaßen zugleich die Sponsoren dieser Feier waren - an.


    Nach dem "Kult-Teil" folgte dann endlich die Hauptattraktion des Tages: In einem Wagen mit einem Käftig wurden mächtige Löwen transportiert, denen berittene Jäger folgten. Diese für die Venatio gedachten Teilnehmer führten dann endlich die Schar der eigentlichen Gladiatoren an. Angeführt wurde der Zug von Corpulus, der ganz allein die Gladiatorenschar anführte. Den Helm, den er in Kampf trug, trug ein Bursche für ihn, sodass er beide Hände frei hatte, um den jubelnden Massen zuzuwinken.
    Dann erschienen in Zweierreihen mehrere Retiarii, deren Armschienen blank poliert unter den über die Schulter geworfenen Netze hervorblitzten. Der milde Herbsttag ermöglichte es glücklicherweise, dass ihre Dreizacke höchstens vor Aufregung, nicht aber vor Kälte zitterten.
    Nach diesen marschierten mit wuchtigen Schritten einige Thraces, deren kleine Schilde gegen die überhohen Beinschienen schlugen.
    Als letztes erschienens schließlich die Murmillones, unter ihnen Nubius, eine Berühmtheit unter den stadtrömischen Gladiatoren. Als Spezialisten der vorhergehenden Gruppe schlossen sich schließlich noch zwei Scissores an.
    Einer dieser mit den aufsehenerregenden Klingen versehenen Gladiatoren erhielt besonderen Beifall: Es war Barbatus, der Held zahlreicher Kämpfe! Dieser Gladiator hatte sich aus der germanischen Provinz in vielen Duellen bis ins flavische Amphitheater gekämpft. Man vermutete, dass er in Kürze das hölzerne Schwert erhalten würde, doch heute schien er wie immer geradezu kampfesdurstig durch die Straßen zu ziehen.


    Langsam schlängelte der Zug sich den Tiber entlang, auf dem Forum sahen sowohl Durus, als auch wenig später Barbatus hinauf zum Capitol - Durus aus Stolz auf sein Römertum, Barbatus aus trotzige Geste: Ihn hatten die Römer nicht bezwungen! Doch schließlich erreichten die Gladiatoren das Amphitheater. Die Tiberier eilten rasch hinauf zur Ehrenloge, während die übrigen Parade-Teilnehmer eine große Runde durch die Arena zogen und dann vorerst wieder in den Gängen des Gebäudes verschwanden.

    Ad
    Legatus Legionis
    Quintus Tiberius Vitamalacus
    Castra Aestiva, Parthia



    M' Quinto s.p.d.


    Mit größter Freude höre ich von deiner Ernennung zum Legaten. Ich beglückwünsche dich, dass dein Traum eine Legion Roms zu führen, nach all den Jahren in Erfüllung gegangen ist.


    Doch auch von der Heimatfront gibt es Gutes zu berichten: Ich habe in den Wahlen triumphiert und wurde als Praetor Urbanus inauguriert. Als mein Amtskollege agiert Peducaeus Priscinus als Praetor Peregrinus. Viele Sprosse römischer Patrizierhäuser haben es außerdem in die untersten Ämter des Cursus Honorum geschafft.


    Appius Iuvenalis wurde weiterhin zum Magister des Kreuzwegvereins gemacht, Tiberia Camilla hat sich als Discipula dem Cultus Deorum verschrieben. Wie du siehst, geschieht vieles in Rom.


    Allerdings muss ich dich auch warnen: Vor kurzem wurde die Virgo Vestalis Maxima durch einen hinterhältigen Akt auf den Stufen des Vesta-Tempels ermordet. Die Götter scheinen ernsthaft erzürnt: Zuerst der Consul, dann der Praefectus Urbi (obwohl dieser wieder bei Kräften erscheint und erfolglos zum Consulat kandidierte) und jetzt sie! Wie es der Senat tun wird, solltet auch ihr den Göttern opfern, aufdass sie euch auf eurer gefährlichen und zugleich wichtigen Verteidigungsmission für das Reich nicht verlassen.



    Siehe, das es dir wohlergeht!


    [Blockierte Grafik: http://img504.imageshack.us/img504/8783/unterschriftmtdrk3.png]
    ANTE DIEM V ID DEC DCCCLVII A.U.C. (9.12.2007/104 n.Chr.)


    Sim-Off:

    Familie(-nkarte) zahlt ;)

    Durus saß nach einem Tag in der Basilica im Tablinium und stellte fest, dass Quintus sich endlich einmal wieder gemeldet hatte. Mit größtem Erstaunen - und zugleich großer Freude - stellte er fest, dass er endlich sein langersehntes Legionskommando erhalten hatte. Das würde bedeuten, dass er wohl auch nach dem Feldzug in Mantua leben würde und er der uneingeschränkte Herr im Hause Tiberia Roma sein würde.
    Da musste er doch gleich zurückschreiben...


    Ad
    Legatus Legionis
    Quintus Tiberius Vitamalacus
    Castra Aestiva, Parthia



    M' Quinto s.p.d.


    Mit größter Freude höre ich von deiner Ernennung zum Legaten. Ich beglückwünsche dich, dass dein Traum eine Legion Roms zu führen, nach all den Jahren in Erfüllung gegangen ist.


    Doch auch von der Heimatfront gibt es Gutes zu berichten: Ich habe in den Wahlen triumphiert und wurde als Praetor Urbanus inauguriert. Als mein Amtskollege agiert Peducaeus Priscinus als Praetor Peregrinus. Viele Sprosse römischer Patrizierhäuser haben es außerdem in die untersten Ämter des Cursus Honorum geschafft.


    Appius Iuvenalis wurde weiterhin zum Magister des Kreuzwegvereins gemacht, Tiberia Camilla hat sich als Discipula dem Cultus Deorum verschrieben. Wie du siehst, geschieht vieles in Rom.


    Allerdings muss ich dich auch warnen: Vor kurzem wurde die Virgo Vestalis Maxima durch einen hinterhältigen Akt auf den Stufen des Vesta-Tempels ermordet. Die Götter scheinen ernsthaft erzürnt: Zuerst der Consul, dann der Praefectus Urbi (obwohl dieser wieder bei Kräften erscheint und erfolglos zum Consulat kandidierte) und jetzt sie! Wie es der Senat tun wird, solltet auch ihr den Göttern opfern, aufdass sie euch auf eurer gefährlichen und zugleich wichtigen Verteidigungsmission für das Reich nicht verlassen.



    Siehe, das es dir wohlergeht!


    [Blockierte Grafik: http://img504.imageshack.us/img504/8783/unterschriftmtdrk3.png]
    ANTE DIEM V ID DEC DCCCLVII A.U.C. (9.12.2007/104 n.Chr.)

    Erfreut stellte Durus fest, dass Furianus - kaum war er in Rom - auch wieder seine Pflichten als Arvalbruder erfüllte und erschien. Nebenbei zeigte sich natürlich auch der treue Iuvenalis. Doch ehe er ihn ansprechen konnte, antwortete er dem Proconsul.


    "Salve, Furianus! Ich danke Dir für Deine Glückwünsche. Aber wo wir gerade dabei sind: Ich beglückwünsche Dich zu Deiner wundervollen Verlobten!"

    Durus stellte zufrieden fest, dass alle anwesenden Pontifices seiner Meinung waren, sodass der Rex Sacrorum am Ende nur noch zusammenfassen musste:


    "Damit betrachten wir diesen Kultverein als gestattet. Tiberius, es ist deine Aufgabe, der kaiserlichen Kanzlei Bescheid zu geben."


    Durus war ganz der Meinung des Rex Sacrorum. Er war immerhin benachrichtigt worden und abgesehen davon hatte er ja beste Kontakte zu Iuvenalis...damit war diese Sache auch abgehakt und man konnte sich weiteren Problemen rund um den Cultus der Götter widmen...

    So legte Durus einen Zipfel seiner Toga praetexta er den Kopf und nahm einem der Opferdiener einen Strauß wunderbarer, blauer Blumen ab. Langsam hob er die Pflanzen in die Höhe, dann ließ er das wunderbare Gesteck plötzlich fallen, sodass es in die Ströhmung des Tibers fiel. Während der Strauß nun rasch der Strömung in Richtung Meer folgte, sprach der Pontifex mit lauter Stimme.


    "O Tiberine, Genius dieses Flusses! Durch das Opfer dieser Blumen bitte ich Dich um Deine Gunst für das römische Volk der Quiriten."


    Er drehte sich langsam nach rechts, wo ein weiterer minister erschienen war, der eine auf Hochglanz polierte Bronzekanne an den Opfernden reichte. Dieser nahm das Gefäß und hob es ebenfalls hoch. Während der rote Wein sich dann im schmutzigen Grau des Tibers verlor, sprach Durus weiter.


    "O Tiberine, Genius dieses Flusses! Durch das Opfer dieses Weines bitte ich Dich um Deine Gunst für das römische Volk der Quiriten."


    Wieder hüllte Schweigen den Platz (abgesehen von dem Klirren einiger Gladiatoren-Rüstungen, das aber nur aus der Ferne herüberklang). Durus aber war völlig konzentriert und ließ sich von einem minister die Hände waschen, während er leise das Purgations-Gebet sprach. Dann sah er plötzlich wieder auf. Ein weiterer Helfer brachte einen Schafbock herbei, dessen Hörner wie üblich vergoldet worden waren. Durus hingegen trat etwas zurück, sodass vor ihm genügend Platz war, um den Widder seiner Bestimmung zuzuführen. Doch zuerst galt es, das Gebet zu sprechen. Daher meldete sich der Herold zu Wort:


    "Favete linguis!"


    Dann endlich konnte der Pontifex das Gebet sprechen:


    "O Tiberine,
    Genius dieses Flusses,
    Gatte der Rhea Silvia,
    der Du Romulus und Remus gefunden hast,
    der Du die beiden der Wölfin gabst, die sie säugte,


    indem wir Dir am heutigen Tage,
    wie auch in jedem Jahre opfern,


    bitten wir Dich, o Tiberine,
    dass Du das Volk der Quiriten beschützen mögest,
    es nähren mögest mit den Früchten deiner Wellen,
    dass Du Deine Fluten nicht über die Ufer treten lassen mögest
    und Schaden fernhalten mögest von uns.


    So Du uns dies gewähren mögest,
    werden wir Dir danken, nicht nur heute,
    sondern in alle Ewigkeit und Deinen Kult pflegen!


    Damit hatte er die rituelle Anrufung des Genius beendet, auch wenn er in Gedanken manche Bitte für seine Gens und Familie anfügte, die jedoch nicht in ein öffentliches Opfer gehörten. Daher trat er nach kurzem Innehalten auf den Widder zu und nahm das prunkvolle culter aus seinem Gürtel (denn dort trug es der Pontifex üblicherweise). Langsam strich er über den Rücken des Widder, der ängstlich blökte - aber wer würde das nicht tun angesichts des Todes und der Versenkung in den ungemütlichen Wellen des Tibers? Mit weiterem Wein und Mola Salsa wurde die weiße Wolle des Bockes nun leicht rötlich gefärbt und er damit den Göttern geweiht. Dann kam auch schon die obligatorische Frage des Opferschlächters:


    "Agone?"


    und Durus erwiderte


    "Age!"


    Schon setzte der Mechanismus ein, der Hundertemale pro Jahr in zahlreichen Tempeln im ganzen Reich vollzogen wurde: Ein Messer wurde durch die Kehle des Tieres gezogen, sodass sich sofort das warme Blut über die Hand des Opfermetzgers und dann auf den leicht abgeschrägten Boden ergoss. Langsam floss das Blut in Richtung des Kais, über dessen Kante es direkt in den Tiber hinabfloss.
    Nun wurde gewartet, während immer mehr Blut seinen Weg auf den Marmorboden und dann in den Tiber fand. Erst als das Tier gänzlich entfärbt war, trat ein Haruspex heran und man begann, das Tier auszuweiden.


    Mit konzentriertem Blick betrachtete der Mann etruskischer Abstammung die Leber des Schafbocks, ehe er mit zufriedenem Blick zu Durus, dann zum Herold sah und leicht nickte.


    "Litatio!"


    rief dieser und obwohl es in den seltensten Fällen diese nicht gab, ging ein leichtes Aufatmen durch die Reihen der Priester und des Opferherren Tiberius. Nun konnte der angenehme Teil des Familienfestes folgen. Langsam nahm er die Toga vom Kopf, während die Opfermetzger den Schafbock zerlegten und einige, besonders schmackhafte Teile für das Abendessen im Hause Tiberia einpackten, während die Innereien und einige andere Teile von Priestern aufgehoben und ebenfalls in den Tiber geworfen wurden. In einem kurzen Anflug von Impietas am Durus der Gedanke, dass verrottendes Fleisch den Tiber nicht gerade gesünder und sauberer machte, aber dann kehrte seine Ernsthaftigkeit zurück und er verließ zu Fuß die Tiberinsel in Richtung Pompa...

    Wieder einmal wurden die Arvalbrüder zur Contio in den Tempel der Concordia geladen, denn es standen erneut Feiertage an, für die diese Priesterschaft zuständig war.


    So erschien Durus in seiner Funktion als "Promagister" (eigentlich war er das nicht offiziell, aber in Abwesenheit von Quintus übernahm er diesen Dienst gern). Etwas ungeduldig wartete er dann, dass die übrigen Brüder erschienen...