Beiträge von Manius Tiberius Durus


    An diesem Tage feierte Rom die Tiberinalia, die zu Ehren der Gaia und des sagenhaften Königs Tiberinus Silvius stattfanden. Jener sollte einst der König Alba Longas, jener Ahnenstadt der Römer, gewesen sein, jedoch während einer Schlacht in den Strömen des Flusses Albula ertrunken sein sollte. Dieser war daraufhin in Tiber umbenannt worden und Tiberinus zum Genius dieses Flusses geworden. Doch nicht nur die sagenhaften Gründer Roms, sondern auch alle Tiberier führten ihre Gens den dritten Sohn jenes sagenhaften Königs, Tiberius Allodius, zurück.
    Aus diesem Grunde war es Manius Tiberius Durus eine besondere Ehre, als Pontifex jenem rituelle Opfer zu Ehren seines Ahnen vor. Oft hatte sein Vater ihm von der ruhmreichen Vergangenheit seiner Gens erzählt, von einem Tiberius Allodius, seiner Niederlassung in Misenum, über all jene Geschichten, die schließlich dazu geführt hatten, dass die Tiberier letztendlich mit den anderen Nachkommen der anderen Ahnen des Tiberinus zusammenkamen und sich in Rom niederließen.


    Um diese alten Geschichten und Legenden kreisten seine Gedanken daher, als er an den mit Blumen geschmückten Kai auf der Tiberinsel trat. Hinter sich spürte er die Anwesenheit einiger Priester und Opfergehilfen, während auf der linken Tiberseite bereits die Gladiatoren und anderen Teilnehmer der Pompa für die Spiele bereit standen, denn nach dem Opfer würde direkt ein Zug zum Amphitheatrum Neronis gehen, wo die Tiberier zu Ehren ihres mythischen Ahnen Spiele ausrichteten. Doch zuerst musste dieses Opfer unter Dach und Fach gebracht werden, um den Tiber auch für den kommenden Frühling milde zu stimmen und Hochwasser zu verhindern.

    Durus war relativ zufrieden. Er hatte sich Arbeit gespart und Avarus zumindest einen Aufschub erzwungen - wenn nicht eine Abfuhr. So ließ sich doch Politik machen!


    Auf die Frage des Rex Sacrorum konnte er jedoch tatsächlich etwas erwidern. Er hatte Post vom Palatin erhalten. Er war besonders stolz, dass er von Callidus angeschrieben worden war - aber vielleicht lag es daran, dass der Verein von einem seiner Verwandten gegründet worden war.


    "Ich hätte noch einen wichtigen Punkt. Der a libellis hat mich wegen der Neugründung eines Kultvereines kontaktiert. Es geht um die Wiederbelebung der Germanitas Quadrivii. Gemäß der Lex Communitatis liegt es an uns, eine solche Bruderschaft zu genehmigen.


    Ich habe die Satzung der Vereins gleich mitgebracht:"


    Er las die Abschrift der Satzung laut vor:


    Germanitas Quadrivii


    Zweck des Vereins


    Der Verein Germanitas Quadrivii widmet sich dem Bau und dem Erhalt von Schreinen für die Lares Compitales an den Kreuzungen Roms.


    Mitgliedschaft


    Neue Mitglieder werden vom Magister oder in seiner Abwesenheit vom Pro Magister ernannt. Einen Ausschluss kann nur der Magister nur durch eine mehrheitliche Abstimmung erwirken.

    Struktur des Vereins


    Der unterste Rang innerhalb des Vereins ist der eines Sodalis Minor. Jedes neue Mitglied beginnt als Sodalis Minor. Drei Monate nach dem Eintritt wird durch eine Abstimmung der Sodalis Maior entschieden ob er in ihre Reihen aufgenommen wird. Sklaven bleibt dieser Aufstieg allerdings verwehrt. Geleitet wird der Verein von einem Magister und dessen Stellvertreter einem Pro Magister, die alle drei Monate durch eine Wahl bestimmt werden. Kandidaten für diese beiden Ämter müssen Sodalis Maior sein. Bei der Wahl des Vorstands und auch bei anderen Wahlen haben alle Sodalis, außer Sklaven, das Stimmrecht. Falls es notwendig sein sollte, kann der Magister einen Sodalis zum Scriba ernennen.


    Als er am Ende angekommen war, sah er in die Runde und stellte dann die Frage:


    "Welche Meinung besitzt also das Collegium zu dieser Gründung? Schon zur Förderung der pietas innerhalb unseres Volkes befürworte ich eine solche Gründung."


    gab er dann auch noch gleich seine Meinung kund.





    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Durus wusste nicht, wie er das Gespräch weiterbringen konnte, daher sah er einfach zwischen den beiden Damen hin und her, zwischendurch auch einen Blick auf die beiden Herren an der Kline riskierend. Auch sie schienen nicht gerade vor Ideen zu sprudeln.


    Zum ersten Male seit Jahren ärgerte er sich über seine mangelnde Erfahrung mit Frauen. Das hieß, er hatte schon welche gemacht, aber da hatte er sich entweder mit seinen Schwestern gestritten oder es waren Sklavinnen...mit denen hatte er eigentlich nicht sprechen müssen. Sonst hatte er seine Jugend leider größtenteils in Gerichten, der Rednerschule oder sonstigen Einrichtungen verbracht - wenn es hoch kam auch in Tavernen der gehobenen Gesellschaft.


    So musste er hinnehmen, dass die Damen wieder verschwanden - das würde sicher nicht dafür sorgen, dass sie ihrem Vater begeistert von sich erzählten...


    So zwang er sich zu einem Lächeln.


    "Es war wahrlich eine Freude, Eure Bekanntschaft zu machen. Man sieht sich gewiss noch einmal."


    ...obwohl er das bezweifelte, denn die beiden sahen nicht so aus, als würden sie sich in Gerichtshallen herumtreiben und bei religiösen Feierlichkeiten schickte es sich im Allgemeinen nicht, Smalltalk - insbesondere mit Damen - zu betreiben. Eigentlich schade...





    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Durus war ein höchstinteressierter Mann, was die römische Stadtverwaltung betraf. Daher konnte er natürlich auch prompt den Namen des zuständigen Beamten nennen.


    "Meines Wissens ist das Lucius Minicius Natalis."


    Er sah in die Runde. Nach kurzem Schweigen räusperte sich der Rex Sacrorum und fragte


    "Wäre einer von euch bereit, ihn zu kontaktieren?
    Ich schlage vor, dass wir Germanicus Avarus nehmen, wenn er uns niemanden nennen kann - der Tempel ist schon viel zu lange in schlechtem Zustand - ich fürchte um den Zorn des Mars!"


    Durus sah zu Boden. Er musste so auf den Wahlkampf konzentrieren und hatte ohnehin wenig Zeit.





    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Der Viator des Prätors, der dieses Schreiben brachte, bemerkte, dass dieses Schreiben sehr wichtig wäre und möglichst rasch an den Imperator weiterzuleiten sei - oder aber zumindest an die kaiserliche Justizabteilung.


    Palatium Augusti - Roma - Regio Italia - Provincia Italia


    EPISTVLA PRAETORIS VRBANI
    NON DEC DCCCLVII A.U.C.
    (5.12.2007/104 n.Chr.)


    Praetor Urbanus M' Tiberius Durus Imperatori Caesari Augusto L Ulpio Iuliano s.p.d.


    Es liegen zwei Anträge auf Strafverfahren für das Iudicium Imperialis vor.


    I. handelt es sich um ein Strafverfahren gegen den Peregrinus Finn Kylian, dem Mord in Täterschaft gem. §§ 73, 48 I CodIur sowie Freiheitsentziehung gem. § 79 CodIur, Erpresserischer Menschenraub gem. § 80 CodIur und Nötigung und Bedrohung gem. § 81 CodIur zur Last gelegt werden.


    II. handelt es sich um ein Strafverfahren gegen den Senator Publius Matinius Agrippa, dem Missbrauch der Amtsgewalt in Täterschaft gem. § 113 CodIur sowie Bestechlichkeit gem. § 115 CodIur zur Last gelegt werden.


    Ich bitte darum, einen Vertreter für Dich als Iudex Prior zu bestimmen und biete an, mich für Deine Vertretung in diesen Fällen zur Verfügung zu stellen, falls Du dies wünscht.


    gez.
    [Blockierte Grafik: http://img478.imageshack.us/img478/2835/siegelmtdpraetormc8.png]


    EDICTVM PRAETORIS VRBANI
    NON DEC DCCCLVII A.U.C.
    (5.12.2007/104 n.Chr.)


    Der Termin der Hauptverhandlung zwischen dem Imperium Romanum und dem Senator Publius Matinius Agrippa wird auf ein Datum, welches vom Gericht zu späterer Zeit festgestellt werden soll, aufgrund der Verhinderung des Iudex Prior Imperator Caesar Augustus Lucius Ulpius Iulianus verschoben.


    gez.
    Manius Tiberius Durus


    EDICTVM PRAETORIS VRBANI
    NON DEC DCCCLVII A.U.C.
    (5.12.2007/104 n.Chr.)


    Der Termin der Hauptverhandlung zwischen dem Imperium Romanum und dem Peregrinus Finn Kylian wird auf ein Datum, welches vom Gericht zu späterer Zeit festgestellt werden soll, aufgrund der Verhinderung des Iudex Prior Imperator Caesar Augustus Lucius Ulpius Iulianus verschoben.


    gez.
    Manius Tiberius Durus

    Als erste Amtshandlung sah sich Durus die Anträge auf Strafverfahren durch, die teilweise bereits seit Urzeiten auf die lange Bank geschoben worden waren, wie ihm schien. Kein Wunder, denn hier war das Kaisergericht gefragt und dessen Hauptrichter war zur Zeit leider verhindert...


    Folglich galt es, Briefe an den Kaiser zu verfassen. Und zwar eilige...

    Gemeinsam mit seinen neuen Liktoren marschierte Manius Tiberius Durus direkt vom Comitium die Straße zum Trajansforum hinunter. Er betrat die Basilica Ulpia und sog langsam die Luft ein. Sie war leicht staubig, denn es war unmöglich, so eine riesige Halle sauber zu halten. Seine Schritte hallten durch die Halle, als er ganz nach vorn zur Apsis marschierte, während einer seiner Viatores ihm seine Sella Curulis nachtrug. Im Zentrum der Apsis wurde der Stuhl vor dem Altar aufgestellt und Durus nahm Platz. Jetzt war er der Praetor Urbanus, der Wächter über das römische Recht! Sein Vater wäre so stolz auf ihn gewesen!

    Am Tage nach der Vereidigung der Magistrate geschah das, was seit Gründung der Republik (und eigentlich schon vorher) nach jeder Wahl geschehen war: Die Comitia Curiata traten zusammen!


    Diese älteste Versammlung waren die Quiriten ursprünglich geordnet nach Curia aufgetreten, um über Anträge des Königs oder später der Magistrate abzustimmen, religiöse Belange zu regeln oder eben das heilige imperium zu vergeben. Heute jedoch war diese Versammlung nur noch ein schwacher Abglanz jener goldenen Zeit, denn nahezu alle Kompetenzen waren auf die anderen Versammlungen beziehungsweise den Senat verlegt worden, sodass es auch niemand mehr für nötig befand, zu einer solchen Versammlung zu erscheinen.
    Doch die findigen Römer hatten sich abzuhelfen gewusst und schlichtweg Männer dafür bezahlt, hier zu erscheinen. Aus diesem Grunde erschienen an jenem Morgen nach der Einholung der Auspizien der scheidende Consul, der am heutigen Tage das Imperium auf seinen Nachfolger übertragen würde. Zuerst jedoch galt es für Seppius Septimus, die Comitia zu eröffnen.


    Ein letztes Mal riefen die Herolde symbolisch die Versammlung zusammen und die dreißig Liktoren traten ein wenig vor. Einige Schaulustige beobachteten das Ritual aus gebührendem Abstand, während der Consul zu sprechen begann (selbstverständlich ließ er sich die Worte von einem Souffleur einsagen - immerhin musste jeder Consul diese Versammlung nur einmal pro Amtszeit einberufen).


    "Hiermit eröffne ich die Comitia Curiata des populus Romanus Quiritum. Am heutigen Tage wollen wir das Imperium und das Ius Auspicii auf die neuen Magistrate, die im folgenden Jahr unser Volk führen und über die Pax Deorum wachen werden, übertragen, wie es seit der Vertreibung des schändlichen Tarquinius Superbus die mos unserer Väter ist."


    Er sah kurz auf, als wolle er sich versichern, dass die Liktoren noch anwesend waren. Dann fuhr er fort.


    "Zuerst werden wir nach alter Sitte losen, welche Curia die Ehre hat, als erste ihre Stimmen abzugeben."


    Durus stand hinter dem Consul, neben sich den neuen Consul und den Praetor Peregrinus Peducaeus Priscinus, mit dem er gemeinsam sein Amt versehen würde. In diesem Augenblick wurde ihm klar, warum viele Politiker diese Versammlung für lächerlich hielten. Die Comitia waren ein bloßes Ritual und Durus wunderte sich, dass der Kaiser es noch nicht abgeschafft hatte...


    Unterdessen ergab die Verlosung, dass die Curia Calabra beginnen durfte und so konnte der Consul fortfahren. Zuerst beantragte er die Verleihung des Imperiums an die beiden neuen Consuln, dann war jedoch schon der Tiberier an der Reihe.


    "Im Namen des römischen Volkes der Quiriten beantrage ich, dass der Quirite Manius Tiberius Durus mit dem Imperium Praetorium ausgestattet wird.
    Ich beantrage, dass es ihm gestattet werde, Comitia einzuberufen und vor ihnen zu sprechen, dass er den Senat einberufen und mit ihm verhandeln darf.
    Ich beantrage, dass er Gerichte einsetzen darf und Edicta verfassen, wie es seit jeher die Sitte in unserem Volk ist."


    Da er noch wusste, wer als erster abstimmen durfte, fragte er sofort


    "Ich frage also die Curia Calabra, ob sie meinem Antrag zustimmt."


    Der Lictor trat hervor und sah den Consul mit ernstem Blick an, als spreche er für ein Dreißigstel des Volkes, wie es der Curio in alter Zeit getan hatte.


    "Uti rogas!"


    "Ich frage die Curia Titia, ob sie meinem Antrag zustimmt."


    "Uti rogas!"


    "Ich frage die Curia Tifata, ob sie meinem Antrag zustimmt."


    "Uti rogas!"


    So ging Seppius Septimus auch die Curia Faucia, die Curia Foriensis, Rapta, Veliensis und wie sie alle hießen durch und jeder Lictor, der den Repräsentanten der Curia darstellte, stimmte mit dem alten Wort zu, sodass die Lex Curiata de Imperio schließlich einstimmig verabschiedet werden konnte - wie auch bei den übrigen Imperiums-Trägern, die folgten. Am Ende löste der Consul, der nun gar keiner mehr war, die Versammlung auf und Durus ging, um seinen neuen Dienstort aufzusuchen...

    Bereits direkt nach den Consuln war es an Durus, den Eid auf das römische Reich zu sprechen. Daher trat er vor und wiederholte die Worte, die er bereits zweimal an dieser Stelle gesprochen hatte.


    "EGO, MANIUS TIBERIUS DURUS, HAC RE IPSA DECUS IMPERII ROMANI ME DEFENSURUM, ET SEMPER PRO POPULO SENATUQUE IMPERATOREQUE IMPERII ROMANI ACTURUM ESSE SOLLEMNITER IURO.


    EGO, MANIUS TIBERIUS DURUS, OFFICIO PRAETORIS URBANI IMPERII ROMANI ACCEPTO, DEOS DEASQUE IMPERATOREMQUE ROMAE IN OMNIBUS MEAE VITAE PUBLICAE TEMPORIBUS ME CULTURUM, ET VIRTUTES ROMANAS PUBLICA PRIVATAQUE VITA ME PERSECUTURUM ESSE IURO.


    EGO, MANIUS TIBERIUS DURUS, RELIGIONI ROMANAE ME FAUTURUM ET EAM DEFENSURUM, ET NUMQUAM CONTRA EIUS STATUM PUBLICUM ME ACTURUM ESSE, NE QUID DETRIMENTI CAPIAT IURO.


    EGO, MANIUS TIBERIUS DURUS, OFFICIIS MUNERIS PRAETORI URBANI ME QUAM OPTIME FUNCTURUM ESSE PRAETEREA IURO.


    MEO CIVIS IMPERII ROMANI HONORE, CORAM DEIS DEABUSQUE POPULI ROMANI, ET VOLUNTATE FAVOREQUE EORUM, EGO MUNUS PRAETORI URBANI UNA CUM IURIBUS, PRIVILEGIIS, MUNERIBUS ET OFFICIIS COMITANTIBUS ACCIPIO.


    Dann überließ er das Feld den übrigen Magistraten, die ihren Eid zu leisten hatten.

    Bald war es so weit. Sowohl Durus, als auch zahlreiche seiner Angestellten und Helfershelfer hatten sich in der Stadt umgehört, die Ludus Magnus aufgesucht und Gladiatoren zusammengekauft. Die Tiberier würden in diesem Jahr ihren offiziellen Familienfeiertag öffentlich begehen - schon allein weil Durus gerade zum Praetor gewählt worden war. Daher hatte er tief in die Familienkasse gegriffen, denn neben einer Tierhatz waren Gladiatorenkämpfe und kostenlose Brotspenden vorgesehen.


    Nun erschien einer der Schreiber und brachte einen Entwurf der Werbeaufschrift.


    LVDI GLADIATORES
    TIBERIA GENS ROMAE INVITAT


    IN HONOREM DIS MANIBVS


    VENATIO
    LEONES AFRICANI


    XL PARES GLADIATORVM


    FRVMENTATIO
    PRO OMNIBVS


    IN AMPHITHEATRO NERONI
    AD TIBERINALIAS


    Durus sah sich den Werbeschriftzug an. Eigentlich nicht schlecht...andererseits


    "Gibt es auch etwas seriöseres, was die besseren Leute anspricht?"


    fragte er den Sklaven kritisch. Doch dieser zog ein weiteres Papyrus hervor und meinte


    "Doch, doch, natürlich."


    Durus entrollte das Papyrus und sah sich die seriöse Version des ganzen an.


    Die
    Gens Tiberia Romae
    lädt ein


    zu den
    LUDI GLADIATORES


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    anlässlich der


    TIBERINALIA


    im


    AMPHITHEATRUM NERONIS


    PROGRAMM:


    Venatio
    mit afrikanischen Löwen
    ~
    Vierzig Gladiatorenpaare
    treten gegeneinander an
    ~
    Brotspenden
    für jedermann
    gestiftet von der
    Gens Tiberia Romae



    BEGINN:
    direkt nach dem Opfer zu Ehren des
    Tiberinus


    Durus befand, dass er bereits bessere Werbeschriften gelesen hatte, aber wenigstens war es nicht die schlechteste. Also nickte er das ganze ab.


    "Verbreitet es in ganz Rom."


    befahl er dem Sklaven, woraufhin dieser sich aufmachte, den Befehl seines Herrn auszuführen.

    Die
    Gens Tiberia Romae
    lädt ein


    zu den
    LUDI GLADIATORES


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    anlässlich der


    TIBERINALIA


    im


    AMPHITHEATRUM NERONIS


    PROGRAMM:


    Venatio
    mit afrikanischen Löwen
    ~
    Vierzig Gladiatorenpaare
    treten gegeneinander an
    ~
    Brotspenden
    für jedermann
    gestiftet von der
    Gens Tiberia Romae



    BEGINN:
    direkt nach dem Opfer zu Ehren des
    Tiberinus

    Auch Durus hatte bis zum Capitol geschafft, obwohl ihm unter der Toga ein wenig warm wurde und er daher beschloss, wieder etwas mehr Sport zu machen - reine juristische Arbeit gefährdete eben doch die Kondition und was wirkte lächerlicher als ein dicker Anwalt?


    So verfolgte er die Zeremonie und stellte fest, dass der junge Aurelius sich sehr gut machte bei seiner Arbeit als Septemvir. Glücklicherweise verlief alles nach Plan und so konnte Durus währenddessen darüber nachdenken, wie man wohl am besten die Tiberinalia begehen würde. Seit jeher war es das Fest der Tiberier, aber diesmal sollte es etwas besonderes werden...


    Er das 'Age!' riss den Tiberier wieder aus den Gedanken und leicht missbilligend stellte er die Verspätung des Aemiliers fest. Das würde ihm später sicherlich noch peinlich sein: Langsamer als der blutige Anfänger (tatsächlich hatte Durus das Gefühl, dass Corvinus ein paar Blutspritzer abbekommen hatte - aber das Sauberhalten der Toga war wohl das schwierigste bei einem jeden Opfer).


    Milde lächelnd verfolgte er dann die Untersuchung der Organe. Dass die Vögel nichts zu bedeuten hatten, war ihm klar: Er hatte im Archiv des Collegium Pontificium die Rechnung für die Tauben gesehen!

    Durus lächelte mit tröstendem Blick. Genaugenommen hatte er nicht erwartet, dass die beiden jungen Damen eine Einladung der Frau des Consuls erhalten hatten. Allerdings hatte er zumindest erwartet, dass sie sie kannten - immerhin waren die Aurelier doch ein angesehenes Haus! Aber vermutlich hatte die starke Verringerung der aurelischen Präsenz im Senat auch die Kontakte jener alten Patrizierfamilie gemindert...


    Wenn eine Iulierin der alten Matrone unter die Arme greifen würde, dann war es höchst unwahrscheinlich, dass der Tiberier diese kannte, denn abgesehen von der Dame, die sein verehrter Cousin hinter seinem Rücken zu seiner Verlobten gemacht hatte (inzwischen hatte er es tatsächlich mitbekommen und er ärgerte sich noch immer ein wenig), kannte er keine Vertreterin dieser Gens.


    "Nunja, so lange seid ihr ja auch noch nicht hier, nicht wahr? Ich bin überzeugt, dass ihr eines Tages auch diese Ehre erlangen werdet - wenn ihr dieses Ritual nicht gar selbst führt."


    Bei der aktuellen Lage hielt Durus es gar nicht für so unmöglich, dass Corvinus die beiden Damen an vielversprechende Männer verheiraten konnte...am Ende gar an ihn selbst? Zumindest hatte er die Ambition, eines Tages dafür sorgen zu können, dass seine Gattin den Ritus der Bona Dea leitete. Ein kurzes, zufriedenes Lächeln huschte bei diesem Gedanken über sein Gesicht.