Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Durus lächelte. Jede Bürokratisierung war ihm verhasst, obwohl er Jurist war. Abgesehen davon war es ihm völlig egal, wenn ein Bauarbeiter vom Gerüst fiel - was er zweifelsohne eher tat, weil er bereits am Frühstück unverdünnten Wein trank als daran, dass der Architekt das Baugerüst falsch aufgestellt hatte...


    Er erhob sich.


    "Also jetzt muss ich mich aber doch noch einmal einmischen: Der überwältigende Anteil an Unfällen im Baugewerbe entsteht doch, weil die einfachen Arbeiter nicht aufpassen, weil ein Gerüst schlecht steht, weil ein Seil reißt oder sonstetwas. Ich frage mich, wie daran etwas durch eine Zertifikatspflicht für Architekten oder Bauleiter geändert werden sollte. Sie sind meist ohnehin nicht auf der Baustelle. Den Kolonnenführern einen derartigen Kurs vorzuschreiben. Außerdem würde dies einen gewaltig höheren Verwaltungsaufwand bedeuten.


    Folglich halte ich diese Sache für schwerlich durchführbar, beziehungsweise nicht sinnvoll."

    Glücklicherweise wurde das Opfer angenommen, denn der Haruspex verkündete die


    "Litatio!"


    Durus atmete auf und war überzeugt, dass die Aufwandsentschädigung für den Priester doch kein herausgeworfenes Geld gewesen war. Nun wurde es Zeit, das Opferfleisch zu verteilen und am Spieß zu braten. Da es hier jedoch keinen Tempel gab, musste diese Angelegenheit verschoben werden.


    Durus nahm die Toga vom Haupt und sah in die Runde. Das Opfer war erfolgreich beendet, das Opferfleisch würden die Brüder von den Tempeldienern freihaus geliefert bekommen.


    "Gehen wir!"


    sagte er deshalb und gemeinsam wandten die Männer sich zum Gehen.

    Hatte er gerade noch mit zahlreichen Senatoren gesprochen, erschien nun ein Mann, der möglicherweise einflussreicher als ein Großteil der Senatoren war. Aelius Callidus betrat das Triclinium und kam direkt auf ihn zu. Mit einem entschuldigenden Blick wandte er sich von Commodus ab, wobei er feststellte, dass dieser ohnehin etwas indisponiert wirkte.


    "Aelius Callidus! Wie schön, dass Du kommen konntest."


    Auf die Bemerkung über seine Feier, die noch gar nicht begonnen hatte, musste er ein beschämtes Gesicht aufsetzen, das er auch schon eifrig geübt hatte.


    "Du übertreibst doch - aber man tut natürlich, was man kann!"


    fügte er dann jedoch hinzu und grinste.

    | Echion


    Der Sklave kannte den Aelier nicht, aber da er auf der Gästeliste stand, meinte er freundlich.


    "Dein Herr möge dem Knaben ins Triclinium folgen. Die übrigen Gäste und mein Herr warten bereits."


    Die Soldaten der Stadtwache saßen inzwischen nur noch mit zwei Knaben beisammensaßen. Diese hatten sich bereits aus der Küche ein Stück Brot geholt, auf dem sie begeistert herumkauten.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Offensichtlich hatte Aurelius Sophus den Verstand verloren. Daher beschloss Durus, nicht meher weiter zu sprechen, sondern ihn mit Ignoranz zu strafen. Stattdessen sah er sich um, wie die anderen votierten.

    Zitat

    Original von Flavius Aurelius Sophus
    "Du aber stimmst dafür, Durus? Wo ich dich belehrt habe? Du ergehst dich in unrichtigen Ausflüchten? Stehe, worum du dich verdient gemacht hast! Ich fordere dein gutes Gewissen, deine gute Erziehung, deine Einsicht in Notwendigkeiten! Bekenne dich zum aufrechten Manne, den ich noch in deiner Faulheit erkenne!"


    Das genügte. Er war immerhin ein Senator Roms! Er musste sich nicht von einem Aurelier, der trotz seines Standes die Karriere eines einfachen Soldaten gewählt hatte, nichts von Faulheit erzählen lassen. Er umgriff fest die Lehnen seines Stuhles und beugte sich vor.


    "Aurelius, es ist deine Sache, gegen den Beitritt eines jungen Mannes zu sein. Auch sei es dir gestattet, dies kund zu tun! Was ich mir aber verbitte, ist diese Beleidigung gegen mich! Du wagst es mich faul zu nennen? Du, der Du seit einem Jahr nichts leistest, als von deinen Ländereien zu leben?


    Es ist eine Schande, dass du hier, im Tempel der Concordia, Zwietracht zu sähen versuchst! Ich möchte dich an deine Erziehung erinnern, an die Regeln des Umgangs unter Männern!"


    So etwas brauchte er sich nicht bieten zu lassen? Hielt er sich für den großen Weisen, der hier jeden belehren durfte?

    Zitat

    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    [...]


    Von einem Knaben wurden Tilla und ich nach der Hürde des ianitor zum Ort des Geschehens geführt. "Ich möchte, dass du dich benimmst, Tilla. Mache dich nutzlich, unterhalte dich oder gehe den anderen Sklaven bei ihrer Arbeit aus dem Weg", wies ich sie leise an, ehe wir das triclinium betraten. Sogar ein kurzes Lächeln schenkte ich ihr, dann aber galt meine Aufmerksamkeit allein dem momentanen Hausherren, auf welchen ich nun zutrat. "Durus, mein Freund, wie lange ist es her? Es müssen fast drei Jahre sein, wenn nicht sogar mehr. Es freut mich, dich zu sehen. Und ich danke dir herzlich für diese unverhoffte Einladung", begrüßte ich ihn und reichte ihm die Hand. Eine Umarmung wäre vermutlich zu viel des Guten gewesen, und außerdem hätte ich Alexandros' Arbeit so gleich am Anfang zunichte gemacht.


    Durus hatte inzwischen seine königsblaue Synthesis angelegt, die er gern zu Gastmählern trug. Die Vestispicii hatten viel Arbeit darauf verwendet, das Kleidungsstück, aber auch die darunterliegende Tunica candida, die gewissermaßen eine Andeutung seiner heutigen Pläne war, ordentlich zurechtzumachen. Als erster erschien Aurelius Corvinus. Als dieser auf das letzte Treffen anspielte, kam ihm dieses gar nicht so lange vor und. Damals war das ganze eher schwierig geworden, weshalb ihn die Bezeichnung "Freund" etwas wunderte. Aber sein Gast durfte diese Gelegenheit durchaus als Friedensangebot werten. Abgesehen davon hatte Durus das Gefühl, dass Corvinus noch einmal ein einflussreicher Mann werden würde...


    "Salve, Aurelius Corvinus! Die Freude ist ganz auf meiner Seite!"


    Zu der Unverhofftheit der Einladung konnte er wenig sagen, sodass er es einfach unterließ. Der Sklavin schenkte er keine Aufmerksamkeit - er war sich nicht mal sicher, ob sie zu seinem Hausstand gehörte oder von Corvinus mitgebracht worden war.


    Zitat

    Original von Tiberia Albina
    [...]
    Leichten Schrittes bewegte sie sich auf die beiden zu und begrüßte beide gleichermaßen freundlich, wenn auch nicht überschwenglich.


    "Salve, Durus. Und auch dir Salve, Corvinus." Sie blickte den Aurelier musternd an. "Es ist ein Weile her, dass ich dich das letzte Mal sah und es freut mich dich wieder zu sehen." fügte sie dann hinzu.


    Auch Albina war gekommen, wie er sie gebeten hatte (;)).


    "Salve - du siehst bezaubernd aus!"


    Freundlich lächelte er auch sie an und sah zwischen Corvinus und ihr hin und her.


    "Ihr kennt euch?"



    Bevor er jedoch eine Antwort erhalten konnte, tauchte auch schon Decimus Meridius, der Veteran aus zahlreichen Schlachten in Germania, auf und begrüßte ihn.


    "Salve, Senator Decimus! Ich freue mich über Dein kommen und Dein Lob. Ich werde es meinem Maiordomus ausrichten."


    Durus hatte natürlich über die wenigsten Möbel und Dekorationen hier entschieden, eher über den Gesamtausdruck. Folglich konnte er ruhig seinen treuen Hausverwalter als wahren Addressaten nennen - der Raum war wirklich schön!


    "Das ist Tiberia Albina, eine Verwandte meinerseits. Sie lebt zur Zeit hier."


    stellte er Albina vor, wie es der Anstand gebot.


    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    [...]
    "Salve, Senator Tiberius! Es ist mir immer eine überaus große Freude, deinen Einladungen zu folgen, und ich möchte dir für diese Dank sagen."
    In seiner üblich defätistischen Art ging Gracchus nicht davon aus, ob seiner selbst Willen geladen zu sein, denn viel mehr als derzeitiger Repräsentant der Flavia in Rom, würden die Stimmen der senatorischen Flavia doch maßgeblich von dem abhängen, was ihnen brieflich aus der Hauptstadt oder auch persönlich bei der Rückkehr in jene würde zugetragen werden.
    [...]


    Als nächstes musste er auch gleich Flavius Gracchus begrüßen. Diesen schätzte er schon seit dem letzten Gespräch und dem Gastmahl im Hause der Flavier. Dass Flavius Felix ihn nicht als Klienten akzeptiert hatte, trübte seine Sicht auf die Flavier inzwischen kaum mehr - Vinicius war sicherlich sowieso ein mächtigerer Fürsprecher.


    "Salve, Flavius Gracchus. Ich freue mich, dass Du gekommen bist."


    erklärte er freundlich.


    Zitat

    Original von Lucius Aurelius Commodus
    [...]
    Nach wenigen Augenblicken hatte er sich wieder gefasst und seine kühle Haltung wieder errungen. Er grüßte Durus und die anderen höfflichst, ohne Albina auch nur einen Blick zu schenken. Viel zu viel Angst hätte er, sie könnte jenen Blick nicht erwidern. Ihn dastehen lassen wie einen dummen Schuljungen. „Salve Durus, ich bedanke mich für deine Einladung.“


    Als nächstes tauchte auch Commodus auf, den er aus dem großen Stammbaum der Gens Tiberia kannte.


    "Salve, Aurelius Commodus. Es ist doch selbstverständlich, einen ehemaligen Tiberier zu einem Essen zu laden. Bisher war es mir leider nicht vergönnt, Dich persönlich kennen zu lernen."


    antwortete er deshalb. Damit hatte er alle Gäste begrüßt - abgesehen vielleicht von Camilla, aber vorerst wollte er für einen kleinen Smalltalk ansprechbar sein - Camilla konnte er später vorstellen.

    Die Übernachtung bei Vibius Papus wurde für Durus die reinste Tortur. Nicht nur, dass der Duumvir sehr aufdringlich war, nein, er langweilte den Tiberier auch noch mit seiner gewaltigen Bibliothek. Ein wenig in seinem Enthusiasmus konnte er nur gedämpft werden, als Durus ein Buch, das der Duumvir als Original des Platon ausgab, direkt als Fälschung enttarnte. Zwar hatte der Augur auch keine allzugroße Ahnung von derlei Dingen, aber er wusste, dass Pergament in der Zeit des Platon noch nicht erfunden war.
    Auch das Essen war eher mäßig und hauptsächlich ausgefallen, aber dafür war das Bett wenigstens äußerst weich.


    So konnte er am nächsten Morgen ausgesprochen ausgeschlafen, als er von einem Viator geweckt wurde. Es wurde Zeit, das Tempelgrundstück von den innewohnenden Geistern zu befreien. Folglich stieg er gemeinsam mit Vibius Papus in eine Sänfte und ließ sich hinaus zum Hercules-Heiligtum tragen, wo ein kleinerer Tempel des Iuppiter errichtet werden sollte.


    Als sie die Sänfte verließen, musste selbst Durus staunen. Er hatte bisher nur von dem Heiligtum gehört, aber als er es vor sich sah, war es weitaus größer, als er erwartet hatte. Es war etwa ein Stadium lang und 46 Perdica* breit. Vorn befand sich ein Theater, dahinter thronte das eigentliche Tempelgebäude. Das gesamte Areal war von einem breiten Säulengang umgeben, auf den man einen zweiten gesetzt hatte. Links und rechts führten gewaltige Treppen hinauf zu dem Tempel- und Marktplatz.


    "Ziemlich beeindruckend, nicht wahr?"


    fragte Papus stolz, als er Durus' Staunen sah. Der Tiberier war zwar große Gebäude gewohnt, aber einen Tempelbezirkt dieser Ausmaße hatte er in Italia selten gesehen, weshalb er anerkennend nicken musste.


    In diesem Augenblick erschien Marcus Catillius, gefolgt von Claudius Myrtilus. Der Claudier hatte die Nacht offensichtlich bei den anderen Duumvirn verbracht - wie verabredet. Schweigend grüßte Durus die beiden, dann gingen die vier - gefolgt von einer Schar Diener, aber auch Schaulustigen, wie es dem Tiberier schien, die Treppen hinauf.


    Oben angekommen erwartete bereits ein gewaltige Menschenmenge die Auguren und die beiden Duumvirn. Auf den Stufen des Hercules-Tempels stand bereits der Aedituus, umringt von einigen Sacerdotes. Sie alle trugen die Tracht der Hercules-Priester: Löwenfelle schmückten ihre Schultern, sie trugen die fremdartigen Kappen, wie sie bei Phöniziern bekannt waren.


    Der Aedituus trat hervor.


    "Salve, Augures! Ich bin Fabianus Cocles, der Aedituus dieses Heiligtums. Ich freue mich, Euch hier begrüßen zu dürfen."


    Durus setzte sein Politiker-Lächeln auf.


    "Danke."


    Er konnte bereits sehen, wo sich der Tempelplatz befand, den er einzuweihen hatte - gemeinsam mit Myrtilus. Auf dem Tempelplatz hatte man mit roten Bändern einen Kreis abgesperrt.


    Sim-Off:

    * 187,45 x 137,7 m

    | Echion


    Stesichoros, der normale Ianitor, war furchtbar krank und deswegen auch furchtbar schlecht gelaunt. Daher hatte der Maiordomus beschlossen, für das Fest einen Ersatz-Ianitor zu bestimmen. Seine Wahl war auf den jungen Echion gefallen. Festlich geschmückt empfing er so die Gäste an der Porta.


    "Salve, Domine!"


    grüßte er den Aurelier. Ein noch jüngerer Sklave trat heran - es saßen noch sechs andere auf der Bank im Vestibulum.


    "Folge bitte dem Knaben ins Triclinium. Dort wird Dich mein Herr erwarten."


    erklärte er.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Da keiner mehr etwas einzuwenden hatte, bat Durus


    "Valens, verlasse bitte die Halle. Wir werden Dir das Votum bekannt geben."


    Er seufzte und wartete, bis der Tiberier die Vorhalle verlassen hatte, dann sagte er


    "Wer für die Cooptatio des Caius Tiberius Valens ist, möge die Hand heben."


    Er selbst hob die Hand.

    Als der Senator nach seinem, zugegebenermaßen sehr kleinen Mittagessen im Triclinium erschien, war alles bereit. Zufrieden betrachtete er den Raum, der nicht nur mit Girlanden, sondern auch Kandelabern in allen Ecken geschmückt war. Das frischbezogene Triclinium sah auch recht bequem aus - die Gäste konnten kommen!

    Als schließlich alle erschienen waren, beschloss der Senator, das Opfer zu beginnen. Die Praefatio begann er mit den einfachen Worten


    "Iano pater, te hoc ture ommovendo bonas preces precor, uti sies volens propitius populo Romano Quiritum*"


    Ein Opferdiener reichte ihm Weihrauch, den er auf den bereits brennenden Opferaltar warf. Der wohlriechende Duft jenes Harzes erfüllte die Luft, während er fortfuhr.


    "Iano pater, uti te ture ommovendo bonas preces bene precatus sum, eiusdem rei ergo macte vino inferio esto.***"


    Damit nahm er das Füllhorn, aus dem der Wein langsam in die Glut des Altars floss. Ein Zischen und heftiger Dampf zeigte, dass das Opfer zum Himmel aufstieg. Das Voropfer war beendet, nun folgte die rituelle Reinigung.
    Der Opferdiener reichte ihm eine Schüssel mit Wasser, in die Durus seine Hände tauchte.


    "Haec aqua a corpore impuritates, modo simile plumbo mutando ad aurum, elluat. Purga mentem. Purga carnem. Purga animum. Ita est!**"


    murmelte er die alte Reinigungsformel, die schon die Maiores gesprochen hatten, ehe sie das Opfer begannen.


    "Vater Ianus, weil es rechtens für eine Schale Wein ist, Dir für das Wohl des römischen Volkes geopfert zu werden, sollst du um dieser Sache Willen in diesem Opfer geehrt werden."


    Der weiße Schafbock, der heute die Ehre hatte, für Ianus zu sterben, wurde herbeigeführt. Man hatte ihn wie üblich mit roten und weißen Bändern geschmückt, den Rücken mit einer Wolldecke belegt und die Hörner vergoldet.


    Vor den Augen des Arvalbruders wurde die Decke nun abgenommen und Durus nahm den Aspergill, der ihm hingehalten wurde. Damit wurde der Rücken des Bocks mit Mola Salsa besprengt, anschließend goss Durus mit der patera ein wenig Wein über den breiten Kopf des Tieres. Offensichtlich hatte man das arme Vieh stark mit beruhigenden Dämpfen und Kräutern vorbereitet, denn es zeigte überhaupt keine Reaktion. Auch als das culter das Rückgrat entlanggezogen wurde, passierte nichts.


    Dann begann auch schon die Opferung. Der Opfermetzger sah zu Durus.


    "Agone?"


    und Durus bestätigte mit einem


    "Age!"


    woraufhin der Hammer niedersauste. Man hörte das Krachen des Schädels der Bocks, der jedoch viel zu überrascht war, um einen Laut auszustoßen. Gleichzeitig stach der Cultrarius zu und warmes Blut ergoss sich aus der Halsschlagader über den Boden.


    Durus wandte sich nach rechts und trat zurück in den Kreis der Arvalbrüder, während die Ministri herbeieilten, den toten Schafbock wendeten, aufschnitten und die Innereien hervorholten. Man hatte auch einen Haruspex herbeigeholt, der die Innereien nun überprüfte - wie immer ein spannender Augenblick, denn wenn sie negativ war, würde es die Bruderschaft einen weiteren Schafbock kosten.


    Sim-Off:

    * "Vater Ianus, durch das Opfern des Weihrauches bete ich ein gutes Gebet, damit du dem römischen Volk der Quiriten günstig gestimmt bist."


    ** "Vater Ianus, wie ich durch das Opfern des Weihrauches ein gutes Gebet gebetet habe, möge dir für dieselbe Sache dieses Trankopfer angeboten werden."


    *** "Möge dieses Wasser alle Unreinheit von meinem Körper waschen wie das Verwandeln von Blei in Gold. Reinige den Verstand. Reinige das Fleisch. Reinige den Geist. So ist es."

    Senator Tiberius Durus hatte zur Cena geladen, folglich lief der Haushalt der Tiberier auf Hochtouren. Man hatte zahlreiche illustre Gäste geladen und die meisten hatten sogar bereits zugesagt.


    Der Maiordomus persönlich führte diesmal die Aufsicht, da Jakobus auf ein Landgut in der Fremde verschickt worden war - als neuer Vilicus. So stand er inmitten des Raumes, in dem seine Untergebenen herumwuselten.


    In einer Ecke war eine Leiter angelegt worden und Marcus hängte eine Girlande auf, während zwei Fleischberge die Klinen hereinschleppten. Sie waren frisch mit weißem Leinen bezogen - allerdings nur oben, denn die Seiten erstrahlten noch von der letzten Renovierung in strahlendem Rot.


    Gleichzeitig waren zwei Sklavinnen damit beschäftigt, den Staub zusammenzukehren.

    | Stesichoros


    Stesichoros, noch immer leicht verschnupft (oder schon wieder?), öffnete die Tür und musste zuerst verärgert feststellen, dass es regnete - das würde seine Heilung nicht beschleunigen! Dann war da der Bursche, der seine Erklärung abspulte. Stesichoros nickte - hereinzubitten brauchte er ihn wohl nicht.


    "Ich werd's ausrichten!"


    antwortete er daher und beschloss, eine Notiz für den Herrn zu hinterlassen...





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Während der Wagen noch im Flaminia Domus stand, war Durus nach seinem eigenen Opfer bereits zum Capitolium aufgebrochen. In seiner Sänfte kämpfte er sich durch die Mengen an ärmeren Bürgern, die darauf hofften, an diesem Tag mit etwas Brot beschenkt zu werden.


    Der Tiberier hingegen entstieg auf dem Berg der Sänfte und ließ sich von seinen Sklaven einen Weg nach vorn bahnen. Dort in den vordersten Reihen blieb er stehen und sah sich nach Bekannten um.

    "Er kann es jedoch nicht beeinflussen, ob die Henne Eier legt. Er pflegt die Henne, das ist klar, aber es gibt Hennen, die legen auch mit Pflege keine Eier, andere Hennen dafür bei gleicher Pflege deutlich mehr. Folglich ist es einfach ein Nebenprodukt.


    Ebenso entstehen die Hölzer bei der Urbarmachung des Landes, also bei dem Anlegen der Felder und Weinberge. Auch hier kann der Bauer nicht beeinflussen, wie viel Holz dabei entsteht. Folglich sehe ich keinen Unterschied."