Aber ich glaube kaum, dass der Maiordomus nebenbei noch einen anderen Job wie Leibwächter hat - Hausverwalter ist sicherlich zeitaufwendig genug...
Beiträge von Manius Tiberius Durus
-
-
-
| Canis
------------------------------------Als Canis am nächsten Morgen erwachte und von seiner Pritsche kroch, hätte er Laris beinahe ins Gesicht getreten. Glücklicherweise bemerkte er aber noch den kleinen Jungen, hangelte sich an ihm vorbei und trat...genau auf seine Tunika. Es dauerte einen Augenblick, bis er dies realisierte. Aber es kam noch schlimmer: Er spührte auch, dass sie feucht war und als er an sich hinabsah, entdeckte er einen umgefallenen Becher. Wenn seine Tunika auch nur einen Flecken hatte...rasch nahm er sie hoch und tatsächlich. Ein großer, hellroter Weinfleck mitten auf der Vorderseite! Das war...aber wie kam sie denn auf den Boden? Welcher...der Blick von Canis ging zu der Pritsche, auf der der schlafende Laris lag. Rasch rüttelte er an dessen Schulter.
"Wach auf!"
-
Nun ging die heiße Phase des Prozesses los: Die Beweisaufnahme. Als sein ehemaliger Vorgesetzter ihn fragend ansah, bestätigte er kurz.
"Selbstverständlich."
Das zu leugnen war auch Unsinn - schließlich war es von den Prätorianern selbst festgestellt worden und selbst wenn es anders gewesen wäre, hätte der Richter dies nicht anerkannt.
Nun war er allerdings auf den Auftritt des Strabo gespannt. -
Muss mich bis Donnerstag mal gemeinsam mit Petronius Crispus und Leonidas abmelden.
-
-
Tiberius Durus erhob sich und zupfte rasch seine Toga zurecht. Dies war wohl die schwierigste Verteidigung, die er je übernommen hatte. Genaugenommen war er nur hier, damit jemand pro forma für den Angeklagten stand. Dieser wurde offensichtlich weiter unter Verschluss gehalten. Aber das war im Prinzip auch schon egal.
Durus sah noch einmal hinüber zu Mattiacus, der eine äußerst kurze Rede zu einem Fall dieser Wichtigkeit gehalten hatte - genaugenommen zu kurz. Normalerweise hätte der Tiberier noch einmal nachgefragt, aber er sparte sich besser die Details, denn nach seinen Untersuchungen würde sich dort kaum etwas für ihn finden. Er hatte sich daher einen anderen Schwerpunkt gewählt...
"Verehrte Iudices, verehrter Accusator und verehrte Zuschauer,
zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass mir diese Pflichtverteidigung, die ich bereitwillig übernommen habe, um die Rechtmäßigkeit dieser Verhandlung zu sichern, erst wenige Tage vor Beginn dieser Sitzung übertragen wurde.
Folglich war es mir nicht möglich, die Schauplätze jener Verbrechen zu besichtigen und muss mich ausschließlich auf die Akten und Berichte der Cohortes Praetoriae und die Aussagen des Beklagten stützen.Dennoch will ich versuchen, Euch allen näherzubringen, was in dem Beklagten, jenem Decimus Pompeius Strabo vorgeht.
Wie uns die Anklage bereits geschildert hat, hat Pompeius Strabo bereits eine lange Karriere hinter sich, auf die ich kurz eingehen möchte.
In jungen Jahren kam Pompeius als Fremder hier her nach Rom und heuerte bei den Vigiles an. Kurz vor der Ernennung von Manius Pompeius Trimalchio zum Quaestor wurde der jungen Vigil von diesem adoptiert. Offensichtlich war dies die letzte Formalität, die ihn von einer Beförderung trennte, denn noch am selben Tage wurde er zum Optio ernannt.
Anschließend engagierte sich auch der jüngere Pompeius in der Politik, wurde Quaestor und scheint auch Decimus Meridius, dem Kriegshelden und damaligen Statthalter Germanias, ins Auge gefallen zu sein.
Denn ebendieser machte Pompeius zu seinem Magister Officiorum, ein Amt, in das zweifelsohne nur Vertrauenspersonen eingesetzt werden. Seine Arbeit war so gut, dass ihm nach Ende des Dienstes ein Diploma verliehen wurde.
Erst zu diesem Zeitpunkt ging er nach Hispania und engagierte sich erneut politisch. Doch von diesem Zeitpunkt an scheint irgendetwas nicht mit ihm zu stimmen, denn was er nun tut, ist höchst seltsam.Drei Tage vor dem Kalenden des November letzten Jahres tritt er in einer Sitzung der Curia Provincialis auf und stellt die Berechtigung des Kaisers in Frage, ruft sogar zum Boykott senatorischer Beschlüsse auf!
Nebenbei stellt er außerdem in seiner Regio ein Heer auf und unterdrückt die Bürger, die sich gegen seine Pläne stellen.An dieser Stelle musste ich stutzen. Hatte jener Strabo nicht einige Monate zuvor ein Diploma für seine Verdienste erhalten? Hielt Decimus Meridius nicht offensichtlich große Stücke auf ihn? Dieser Senator jedoch ist nicht nur der Statthalter des Kaisers, sondern auch dessen Freund, sodass ich es für schwer möglich halte, dass er einen Feind des Imperiums lobt. Auch seine Karriere entspricht bis zu seinem Erscheinen in Hispania einem gewöhnlichen, kaisertreuen Civis Roms - nicht umsonst wurde er vom Kaiser persönlich in den Ordo Senatorius erhoben.
Auch sein Verhalten gegenüber den Bürgern ist bemerkenswert: Hatte er sich noch in Germania volksnah gezeigt, ließ er seine Truppen nun plündernd durch die eigene Stadt ziehen!Betrachten wir einen weiteren Punkt: Strabo stellte in Corduba eine Streitmacht von tausend Milizionären auf. Bekanntermaßen lag und liegt aber gleichzeitig eine Auxiliarenkohorte mit etwa 500 Mann nur etwa 60 Doppelmeilen entfernt in Emerita. Das mag auf den ersten Blick eine überlegene Situation bedeuten, als ehemaligem Vigil muss es Strabo jedoch klar gewesen sein, dass seine Horde dahergelaufener Bauern und Handwerker gegen eine halb so starke Truppe aus Berufssoldaten keine Chance haben konnte, zumal diese innerhalb weniger Tage in Corduba sein konnten.
Diese beiden Punkte lassen mich zu folgendem Schluss kommen:"
Er sah zu Mattiacus, dann zu den Richtern.
"Decimus Pompeius Strabo, der Hauptangeklagte, kann nur dem Wahnsinn erlegen sein. Andernfalls hätte er die Sinnlosigkeit seines Unterfangens sehr schnell erkennen müssen und seine weiteren Taten wären dem Selbstmordversuch eine Wahnsinnigen gleichgekommen. Insbesondere liegen mir Berichte vor, dass der Angeklagte plante, das gesamte Imperium zu erobern. Diese Pläne können nur dem Geiste eines Verrückten entsprungen sein.
Folglich kann man Pompeius Strabo kaum als zurechnungsfähig bezeichnen. Durch eine Unzurechnungsfähigkeit jedoch muss seine Schuldfähigkeit in Frage gestellt oder ihm vielmehr abgesprochen werden."
Nach dieser durchaus langen Rede sah der Tiberier auf ein kleines Täfelchen, das er aus dem Sinus seiner Toga zog. Nein, er hatte alles gesagt. So nahm er Platz und sah hinauf zu den Richtern.
-
Durus lauschte den Worten und sah ihn mitleidig an. Dass man den Cursus Iuris nicht mehr abhielt, war doch auf für ihn eine Neuigkeit - sogar eine sehr überraschende!
Doch bevor er etwas dazu sagen konnte, erschien Albina, die wieder einmal zauberhaft aussah.
"Salve, das ist Caius Tiberius Valens - der Sohn von Tiberius Germanus."
stellte er rasch den jungen Mann vor, dann deutete er auf die Kline neben sich.
"Nimm doch Platz - oder auch dort, wenn es dir lieber ist."
Er winkte einen Sklaven heran, der sofort verstand und den zweiten Korbsessel, der in der Ecke gestanden hatte, herbeiholte.
-
Durus hatte sich nach dem Empfang der Klienten ins Tablinium zurückgezogen, um das ein oder andere schriftliche Ansuchen entfernterer Klienten zu studieren, als es klopfte.
Er sah auf und rief
"Herein!"
-
Da Durus ohnehin nicht in Betracht kam, meldete er sich zu Wort.
"Wir könnten auch einfach zu der traditionellen Verlosung der Provinz zurückgehen."
Natürlich war dem Senator auch klar, warum sich keiner wirklich um den Posten riss, also fügte er hinzu.
"Ich meine damit eine jährliche Verlosung, an der alle amtierenden Consuln, Praetoren und die möglichen Consulare und Praetorier für alle Provinzen mit Ausnahme von Asia und Africa teilnehmen. Sollte der gewählte Proconsul dann Vorhaben haben, die länger als das Amtsjahr dauern, könnte sein Imperium mittels Senatsbeschluss prorogiert* werden."
Er sah in die Versammlung.
"Damit könnte der Streit um die Provinzen dauerhaft beendet werden."
Bekanntermaßen wurde um die attraktiveren Provinzen wie besagtes Asia stets heiß gestritten. Vermutlich wollte sich auch kein Consular für Hispania hergeben, weil er dann nicht mehr für Asia in Frage kommen würde.
Sim-Off: *verlängert
-
Auch Durus tauchte nun auf. Da heute eine Senats-Sitzung anstand, hatte er bereits die weiße Tunika mit dem breiten Purpurstreifen gewählt. Übrigens war dieser dreimal gefärbt und gehörte somit zum wertvollsten, was man so als Senator in der Curia tragen konnte.
Nun grüßte er Valens
"Salve, Valens!"
und legte sich auf die Kline neben ihn. Dass dieser in einem Sessel Platz nahm, verwunderte ihn etwas. Andererseits hatte man im Korbsessel einen besseren Überblick...
"Warst du bereits bei der Schola?"
-
Eines anderen Tages trugen erneut Sklaven allerlei Reste vom Vorabend - kalten Braten - , aber auch extra bereitetes Brot, Eier, Früchte...eben alles, was man für ein gutes, reichhaltiges Frühstück brauchte.
Nicht mehr lange würde es dauern, dann würden die Familienmitglieder zum Essen erscheinen.
Sim-Off: an die gesamte Familia: Kommet zuhauf und beteiligt euch!
-
Durus lehnte sich zurück. Hoffentlich war Rufinus nicht auch so ein Militär-Narr wie Quintus...aber das lag sicher daran, dass Quintus adoptiert war...
"Soso, sie ist hinten, soweit ich weiß...hast du vor, länger zu bleiben? Dann lasse ich Dir ein Zimmer einrichten..."
Er winkte einen Sklaven herbei, um dies bei Bedarf sofort zu befehlen.
"Wohin genau willst Du übrigens? Auch zur Prima? Oder hier in Rom?"
Wie würde Rufinus eigentlich einsteigen? Sein Vater war nicht senatorischen Ranges, soweit er wusste...
-
Auch Durus wusste nichts zu sagen, kannte er doch den Claudier praktisch nicht. Nach einer Weile fragte er deshalb um die Stille zu überbrücken.
"Wie lange bist Du eigentlich schon in Rom? Hast Du nach Deiner Praefectur erst einmal eine Pause auf dem Lande gemacht?"
-
Ich muss sagen, ich wäre eher dafür, dass man die Bezeichung "VIlla" durch "Domus" ersetzt, weil praktisch alle "Villen" Stadthäuser sind...aber ist eigentlich nicht soo wichtig...
-
Durus erwiderte die Umarmung und deutete einen Begrüßungskuss auf die Wange an. Das war zwar zur Zeit eher eine Mode, aber wenn man ständig geküsst wurde, übertrug sich das eben...
Kaum konnte sich Durus an Rufinus erinnern. Genaugenommen hatte er ihn wohl auch noch nie gesehen...oder doch, er hatte die Tiberia Albina ja als kleiner Junge besucht - da war der Gute aber noch sehr, sehr klein gewesen...
"Was treibt Dich nach Rom?"
-
Tiberius Durus war gerade erst von seiner Verteidigung informiert worden, als er auch schon von einem Herold abgeholt worden war. So hatte er kaum Informationen zusammentragen können. Aber da das Kaisergericht bereits tagte, kam er eben - zwar zu spät, da er sich erst noch seine Toga Praetexta hatte anlegen lassen müssen, aber immerhin. So meldete er sich.
"Die Verteidigung ist anwesend."
Naja, im Prinzip war es völlig egal - bei diesem Prozess hätte sogar der Sklave am Ofen die Verteidigung führen können - der Angeklagte hatte aber auch überhaupt gar nichts ausgelassen!
-
Durus rieb sich das Kinn. Was Ferrius da von sich gab, fand er schon irgendwie...eigenartig.
"Mit Verlaub gesagt, Ferrius, aber ich glaube, dass mehr als gute Reiter-Erfahrung zu einem Spitzen-Wagenlenker gehört. Du kannst gerne mittrainieren, aber wenn du nur 'schonmal' mit dem Streitwagen unterwegs warst, sehe ich keine großen Chancen..."
Irgendwie klang das für Durus eher wie 'Wenn ich mal groß bin, dann werde ich so wie Diokles!' - Rennfahrer war wohl neben Centurio und Consul eines der Träume jedes kleinen Jungen...
"Aber wie gesagt...sprich mit Campus Callidus."
-
| StesichorosTatsächlich kannte der Ianitor den Vater des Mannes. Es war doch ein...Bruder des Vaters des Herrn? Also ein Cousin von dem Harten...
"Oh, dann folge mir - ich werde den Hausherrn herbeiholen!"
-
Zitat
Original von Caius Ferrius Minor
"Ich, Caius Ferrius Minor, Sohn des Aulus Ferrius Theodores, werde, sowahr ich hier stehe, bei den allerheiligsten Göttern vor meinen Freunden bekannt tun, daß ich zu den nächsten stattfindenden Wagenrennen als tapferer Kämpfer antreten werden, als Fahrer..."und dabei sah ich zu dem Tiberier
"der Factio Veneta, der einzig wahren Factio, dem Rennstall des göttlichen Augustus."
Zuerst war Durus gespannt, was kommen würde und rührte den Nachtisch nicht einmal an. Als es dann heraus war, war er zuerst erstaunt, dann hüstelte er (übertünchte er damit ein Auflachen?). Ein Eques, der in die Arena stieg? So etwas lächerliches hatte es seit Nero nicht mehr gegeben! Aber schnell gewann er die Fassung zurück."Du willst also Auriga werden...inwieweit bist du denn im Umgang mit dem Wagen bekannt?"
Vom Vicarius Principis zum Auriga...eine interessante Karriere...
| Caius