Mit ernstem Blick hörte Durus die Worte seines Verwandten.
"Zweifelsohne. Laut und bunt, aber dennoch wunderschön."
Bei den weiteren Worten hatte er fast das Gefühl, vor sich selbst zu sitzen. Auch er hatte einen militärisch tätigen Vater gehabt, auch er hatte weiterkommen wollen. Und auch er hatte einst in den Senat einziehen wollen. Fast wurde der Tiberier ein wenig melancholisch!
"Nun, du erinnerst mich an meine eigene Jugend, als auch ich nach Rom kam um meinen Ahnen gerecht zu werden.
Und selbstverständlich werde ich dir in allen Dingen behilflich sein. Du kannst gerne hier wohnen, Geld sollte auch keine Rolle spielen."
Politisch ambitionierte Tiberier unterstützte Durus noch lieber als ganz normale Tiberier.
"Das Problem zur Zeit ist wohl, dass der Kaiser nicht anwesend ist und dich folglich auch nicht bemerken kann. Und ich habe keine Ahnung, wie lange der Feldzug dauert.
Bis dies gelingt, wäre es vielleicht sinnvoll, anderswo seine politischen Fähigkeiten zu erproben - wenn dies ohnehin dein Ziel ist."
Da auch er sich seinerzeit Gedanken darüber gemacht hatte, konnte er sogleich Ratschläge erteilen.
"Wir Tiberier haben eine traditionell starke Bindung nach Misenum - vielleicht warst du schon einmal dort. Ich unterhalte dort eine Villa Rustica und war selbst einmal Magistrat in dieser schönen Stadt.
Eine ebenfalls sehr ehrenvolle Aufgabe wäre hingegen auch der Einstieg in eine religiöse Karriere. Die Priester-Collegien Roms stehen uns ja glücklicherweise noch immer offen.
Ansonsten könntest du natürlich auch vorerst Privatier bleiben. Ich hätte sicherlich auch die eine oder andere Aufgabe für dich. Bliebest du in Rom, hätte es außerdem den Vorteil, dass ich dich mit der Gesellschaft hier bekannt machen könnte, was dir zweifelsohne von Nutzen wäre."
Nach diesem langen Monolog sah er wieder zu Valens. Hoffentlich hatte er ihn nicht mit alledem erschlagen!
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