Beiträge von Manius Tiberius Durus

    | Caius


    Caius war froh, dass sein neuer Herr wieder eingetroffen war und suchte ihn auf, sobald dieser sich frisch gemacht hatte. Er fand ihn in dessen Officium.


    "Salve, Domine! Wie du vielleicht schon auf der Anreise bemerkt hast, hat die Kirschernte begonnen. Wir haben bereits den nördlichen Hain abgeerntet."


    Etwas erwartungsvoll sah er zu Antoninus, während er auf neue Anweisungen wartete.





    SCRIBA VILICI – MANIUS TIBERIUS DURUS

    Durus hatte bereits vor kurzem auf einem Gastmahl von diesem Entwurf gehört und jetzt, da er ihn wortwörtlich hörte, kam er ihm gar nicht so schlecht vor. Dennoch meldete er sich sogleich zu Wort


    "Ich hätte ein paar Fragen an den Einbringer dieser Lex.


    Wie darf ich mir die Regelung in § II vorstellen? Italia besitzt mehr als zwölf Städte. Soll es dann für jede Regio eine 'Hauptstadt' geben, die alles bestimmt?


    Und wozu dient der Curator Kalendarii? Reicht nicht ein Posten, den der Kaiser bestimmen kann?"


    Wieso sollte ein Ritter so etwas übernehmen? Senatoren waren ja wohl viel besser für solch eine wichtige Aufgabe geeignet wie so ein Aufsteiger!

    Langsam fragte sich Durus, ob irgendjemand an seiner Meinung interessiert war. Und was dem Ferrier einfiel, hier den Senat auch als Haufen dekadenter alter Männer zu betrachten. War jeder, der kein einfacher Bürger war, verdorben? Naja, jetzt sagte er lieber nichts mehr, sondern trank einen Schluck.


    Und wo steckte eigentlich der vielversprechende "Wagenlenker", den Ferrius versprochen hatte?

    Auch Durus wusste nicht so genau, was Ferrius an der direkten Kontrolle jeder Stadt über ihr Land nicht gefiel.


    "Aber man könnte es auch so betrachten: Die Städte müssen sich nicht von fremden Stadträten in ihre Sachen hineinreden lassen! Ich selbst war einst ihr Mitglied und ich muss sagen, dass das meiste, was dort diskutiert wird, die Verwaltung der Curia selbst ist: Neumitglieder, Wahlen von Comites, Princeps Curiae et cetera. Eigentlich würde das Gesetz einen Verwaltungsabbau erzeugen und jeder Duumvir müsste sich nicht mehr mit allen anderen streiten, wenn er dies oder das plant.


    Eine Aufsicht muss natürlich dennoch gegeben sein. Aber anscheinend ist dafür ja ebenfalls ein Posten gedacht. Ich denke nicht, dass er die Kompetenzen eines Statthalters erhalten würde, nur eben eine Aufsicht."


    Nun betrachtete auch Durus das Essen. Da er keine Flamingozungen mochte (er hatte sie als Jugendlicher einmal auf einem Gastmahl gegessen), bediente er sich vorerst lieber am Brot und dem Wein.

    Nach einigem Warten (zugegebenermaßen war der Tiberier etwas früh erschienen) kam eine Sänfte aus der Porta Viminalis, die seine Aufmerksamkeit erregte. Mit seinem Blick verfolgte er sie, bis sie vor ihm hielt und der alte Neu-Augur mit Hilfe seines Sklaven ausstieg.


    "Salve, Claudius! Nein, nein, nicht besonders!"


    log er, denn etwas anderes wäre doch etwas unhöflich gewesen - ein alter Mann war schließlich kein Eil-Kurier, wie Durus wusste.


    "Natürlich, sofort."


    erwiderte er und drehte sich zu seinem Reisewagen um. Aus der Nähe konnte man erkennen, dass Schnitzereien mit Darstellungen von Luchsen, andere aus der Mythologie rund um die Göttin Minerva in das dunkle Kirschholz geschnitten worden waren. Ein Sklave öffnete die Tür und der Tiberier deutete mit einer Geste an, dass Claudius einsteigen solle. Er selbst folgte und nahm gegenüber von ihm Platz. Durch ein Fensterchen - wie alle mit weinroten Vorhängen ausgestattet - konnte man den Kutscher erkennen. Daneben saß ein Mann, unter dessen Pallium sich deutlich ein Kurzschwert abzeichnete - Sicherheit ging vor!


    "Wir wären dann so weit!"


    erklärte Durus im Befehlston und mit einem Ruck setzte sich das Gefährt in Bewegung. Nun blickte der Tiberier freundlich zu Myrtilus.


    "Warst Du schon einmal bei einer Tempeleinweihung, Claudius?"


    fragte er, um einen entspannten Smalltalk zu beginnen.

    In seiner großen, ägyptischen Sänfte hatte auch Manius Tiberius Durus sich auf hinaus zum Marsfeld gemacht, um der Fetialfeier zur Kriegserklärung beizuwohnen - immerhin war dies auch im Senat vereinbart worden. Folglich konnte er, sobald seine Sklaven ihm einen guten Platz in den vorderen Reihen gesichert hatten, zahlreiche Mitsenatoren entdecken. Doch kaum hatte er das ein oder andere Grußwort verloren, als die Zeremonie bereits begann.


    Wie er wusste, übernahm ein Fetial namens Siculus Dorso, ein eher unscheinbarer Senator, die Aufgabe des Verbenarius. Dieser war jedoch weniger von Interesse für Durus. Vielmehr reckte auch er den Hals nach dem Kaiser, der schon bald die offizielle Kriegserklärung vollziehen würde.

    Ritter waren dekandente Aufsteiger? Balsam für die Seele eines Patriziers, die sonst die üblichen Zielscheiben für dekadente Lebensführung waren! Fast musste er lächeln, dann jedoch erhob er wieder die Stimme.


    "Er muss nicht, aber da er ohnehin dort sitzt, wird er seine Augen offen halten. Außerdem wird es dem Kaiser schon auffallen, wenn die Curia Wege geht, die sie nicht gehen soll."


    Dann ging er auf die Worte des Decimers ein.


    "Italia - das sind die Städte! Die Curia ist nur eine Zusammenkunft der einzelnen Städte, die aber sicherlich glücklich sind, autonomer zu leben. Ich denke, eine Selbstbestimmung der Städte zuungunsten des gesamten Gebiets wird eher positiv als negativ sein.


    Die Frage, wer dann das Zusammenleben zwischen den einzelnen Städten fördert und überwacht, ist natürlich eine andere Frage. Ich denke, dass dieser Posten nur in Notfällen in Erscheinung treten, denn die Autonomie sollte stets bei den Städten liegen. Dass dies kein Ritter sein wird, steht für mich außer Frage - der Senat würde derartiges mit Sicherheit nicht billigen."


    Ritter als Statthalter - wo gab es denn sowas (außer in Aegyptus und ein paar Kleinstprovinzen vielleicht)?

    | Maiordomus
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    Gemeinsam mit drei grobschlächtigen, breit gebauten Sklaven (oder waren es Ex-Gladiatoren?) spazierte der Maiordomus der Villa Tiberia über den Sklavenmarkt, um jedes Schnäppchen sofort einkaufen zu können. Hierbei kam er vor Titus Tranquillus zum Stehen. Dieser hatte schon öfters ein paar gute und günstige Angebote bei sich gehabt. So blieb er stehen und wartete. Erst warten, dann zuschlagen war seine Devise.





    MAIORDOMUS VILLAE ROMAE - GENS TIBERIA

    Aber was tat man nicht alles, um ein paar Menschen glücklicher zu machen. Da sie alle kaum Auspizien verlangten, sah Durus seine Aufgabe hauptsächlich darin, dem gesunden Menschenverstand eine Stimme zu verleihen.


    Als erster trat Fufius Afer ein, ein Mann, der ganz offensichtlich sogar die Haarfarbe besessen hatte, die der Name vorgab. Er wirkte ziemlich aufgebracht, nahm sogleich seinen Sonnenhut ab und stellte sich vor


    "Fufius Afer, Augur."


    Durus sah ihn ernst an. Für Familienstreitigkeiten stand im gerade nicht der Sinn.


    "Dein Anliegen, Bürger?"


    "Mein Eheweib...ich habe es mit meinem Haussklaven erwischt. Und jetzt habe ich vor, sie zu verstoßen."


    Oh, eine überaus gewöhnliche Geschichte. Wie viele Hausherren hatten ihren Sklaven als Nebenbuhler? Durus nicht, aber das lag wohl daran, dass er kein Eheweib hatte, das ihn betrügen konnte.


    "So, so, und nun soll Iuppiter, der Herr des Olymp für Dich entscheiden? Du weißt, dass er neben solchen Schiedssprüchen auch noch einen ganzen Himmel zu regieren hat?"


    Zuerst blickte der Mann den Auguren ungläubig an, dann sah er zu Boden.


    "Ähh...ja."


    Nun sah Durus den Mann an wie ein Lehrer, der den Schüler beim Schwätzen erwischt hatte.


    "Du solltest lieber selbst nachdenken, Bürger. Kannst du deinem Weib verzeihen, dann tu es, kannst du es nicht, dann schicke sie in die Ehrlosigkeit."


    Nun war der Mann keineswegs mehr aufgebracht, vielmehr eingeschüchtert. Durus sah ihn weiter mit tadelnder Patrizier-Miene an.


    "Dann...gehe ich lieber wieder..."


    Durus sah ihn unverändert an, bis er sich langsam rückwärts zurückzog.


    "Vale, Bürger."


    sagte Durus noch, dann zog er erneut die Tafel zurate. Wie konnten Menschen nur mit derartig bedeutungslosen Dingen zu ihm kommen? Glaubten die, er hätte nichts besseres zu tun, als den Würfel um die Beziehung zu spielen?

    | Pullo


    Es wurde Sommer und auf den Wiesen rund um die Stadt ächzten die knorrigen Stämme der Kirschbäume unter ihrer gewaltigen Früchtepracht. Dieses Jahr war überaus ertragreich gewesen und so wurden zahlreiche Sklaven - unter ihnen Pullo - in die Obstfelder geschickt.


    Getrieben von den Aufsehern, die jede Ruhepause sofort mit der Peitsche straften (denn die "Mitarbeiter-Theorie" des neuen Vilicus war nicht bis zu ihnen durchgedrungen).


    So stand der ältere Sklave auf der Leiter und befüllte die Weidenkörbe, die an die oberste Leitersprosse gehängt waren, mit den roten Früchten. Hin und wieder fand auch eine ihren Weg in den Mund des Sklaven, doch zum Glück hatte er genügend Blattwerk unter sich, um eine Entdeckung zu verhindern.
    Es dauerte nicht lange, da war der Korb voll und Pullo hob vorsichtig die Astgabel, die an den Korbgriff gebunden war und damit das Behältnis an der Leiter hielt und begann langsam mit dem Abstieg.


    "Da häng'n ja tausende!"


    erklärte er dem Transportsklaven, der einen weitaus größeren Korb auf einem Karren hatte. Dort wurden die Früchte gesammelt und dann weitertransportiert.


    Während er anschließend wieder hinaufkletterte, fragte er sich, woher diese Kirschen eigentlich kamen. Sie waren nicht besonders häufig und fast nur in größeren Landgütern reicherer Männer zu finden. Anscheinend eine Importfrucht...





    SKLAVE – MANIUS TIBERIUS DURUS

    | Canis
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    Der kleine Sklave mit dem klangvollen Namen Canis betrat seine Schlafstätte. Er hasste diesen Raum, in dem es stank, weil neben ihm auch verschiedene dreckige Arbeitssklaven hier wohnten. Sorgsam entledigte er sich seiner guten Tunika, die er während der "Dienstzeit" trug und verstaute sie auf einem Brett unter seiner, der untersten Pritsche. In einen Lendenschurz gehüllt legte er sich schließlich hin und schlief schnell ein. Wohl als einziger in diesem Raum war er satt, denn er arbeitete als Bedienung und da konnte man immer ein paar Essensreste aus der Culina stibitzen.





    SKLAVE – GENS TIBERIA

    Irgendwie war Durus automatisch davon ausgegangen, dass es sich um Italia handeln musste - schließlich waren alle anderen Provinzen ja schon von "kaiserlichen Gesandten", die für ihn die Statthalterschaft ausübten, regiert. Zumindest die eine Hälfte...


    "Das haben sie im Allgemeinen für die Provinz. Kontrolliert allerdings werden sie kaum. Bestenfalls vom Comes der Kernregion Italia - ihr würdet wohl Nomarch sagen. Der wird vom Kaiser eingesetzt. Ansonsten sitzt jedoch auch der Praefectus Praetorio in der Curia und kann dem Kaiser jederzeit berichten. Und dieser wiederum kann ja prinzipiell auch die städtischen Gesandten entlassen und einsetzen."


    Hier kam ihm seine Bildung zugute. Er konnte sich noch gut erinnern, dass in Alexandria jeder stets griechische Begriffe verwendete!


    "Aber ich denke, dass es Aufgabe des Senates wäre, das Land zu überwachen. Wie gesagt - eigentlich sind wir die Repräsentanten des römischen Volkes."


    Dies war eine sehr altertümliche Sicht, wie Durus zugeben musste. Er verdankte seinen Sitz nur dem Kaiser und dieser überwachte de facto alles. Dennoch: Der Schein zumindest konnte ja gewahrt werden! Letztendlich war man auch nur Kaiser von Senates Gnaden.

    Das Gespräch, das sich entwickelte, überraschte Durus - nein, es erschrak ihn sogar! Der Senat stimmte über eine Umstrukturierung Italias? Und er wusste nichts davon? Eine derartig wichtige Veränderung würde sicherlich bekannt werden. Irgendwie hatte er wohl doch die falschen Informanten...


    "Der Senat tatsächlich der Stadtrat von Rom, mein lieber Theodoros, doch die halbe Welt ist Rom untertan. Folglich sind seine Weisungen nicht nur für Rom, sondern auch für die halbe Welt - also auch Italia - bindend.


    Aber ich denke, eine Stärkung der Städte als Verwaltungseinheit ist durchaus sinnvoll und entspricht ihrem Einsatz für Rom. Die Provinzkurie ist einzig und allein eine Degradierung Italias zu einer einfachen Provinz. Vielmehr sollte man Italia herausheben als Kernland, bestehend aus Rom, seinen Kolonien und Verbündeten.


    Und mit Verlaub gesagt: Der Senat wird wohl kaum einer Einsetzung eines Ritters als 'Praefectus Italiae' zustimmen, ganz zu schweigen von den Städten."


    Diese aktuelle Organisation, in der einfache Bürger aus allen möglichen Kleinstädten das Land verwalteten und ständig Aufsteiger das höchste Amt - das des Comes - erhielten, störte Durus bereits längere Zeit. Italia war keine Provinz, Italia war das Herz des Imperiums.


    Sim-Off:

    zu langsam :D

    An diesem Tage hatte Durus auf dem Auguraculum Dienst. Hier beantwortete er die Fragen der Bürger, aber auch die der Magistrate - falls diese Auspizien einzuholen gedachten. Jeder Pater Familias konnte sich an ihn wenden.


    So entstieg er auf dem Platz vor dem Iuppiter-Tempel seiner Sänfte und wurde sogleich von zwei Viatores empfangen. Noch einmal überprüfte er den Sitz seiner Toga praetexta, dann nahm er den Lituus entgegen und ging auf die kleine Hütte zu, die angeblich bereits zu Zeiten des Romulus gestanden hatte. Durus wusste es hingegen besser, denn in den augurischen Geheim-Archiven waren mehrere "Sanierungen" notiert.


    Kaum hatte er die Hütte betreten, reichte ihm sein Viator, Caius Perplex, eine Tabula mit Anfragen von treusorgenden Familienvätern.


    Q Fufius Afer - Scheidung von seiner Frau
    C Granius Rectus - Kauf eines Hauses
    L Poetelius Flamma - Verlobung des Sohnes
    Cn Naevius Tutor - Verlobung der Tochter
    T Geganius Papias - Adoption des Neffen (Waise)
    S Volscius Promotus - Berufswahl


    Durus musterte die Tafel und wunderte sich wieder einmal, wegen welchen Nichtigkeiten Bürger bereit waren, einen Obulus zu entrichten und den höchsten aller Götter zu befragen. Er war immerhin Staatspriester und musste sich um derartiges kümmern...unglaublich!

    "Dann sollten wir tatsächlich jemanden dorthin schicken."


    antwortete Durus und hörte die nächste Bemerkung. Eine Satzung war eigentlich ohnehin die Pflicht einer jeden Communitas!


    "Tatsächlich wäre es keine schlechte Idee, eine solche aufzusetzen und zur Abstimmung vorzulegen. Ich werde mich demnächst damit befassen."


    versicherte er. Es galt vorher, andere Satzungen zu sichten und dann zu ergründen, was man eigentlich wollte.

    Durus saß auf seiner Bank, lehnte sich zurück und hörte zu. Irgendwie klang das alles...alt! Ja, der Tiberier hatte mehr und mehr den Eindruck, dass Agrippa ein alter Mann geworden war. Er machte Fehler. War er vielleicht krank geworden in seiner warmen Provinz? Plötzlich hatte Durus Mitleid mit dem alternden Proconsul und flüsterte seinem Nachbarn ein


    "Ich glaube, Matinius ist die längste Zeit Proconsul gewesen..."


    zu. Ohne hämischen Blick, eher wie eine Feststellung.

    Noch ehe Theodoros antworten konnte, erschien Ferrius in der Tür und begrüßte seine Gäste nacheinander. Durus nickte dem Tribun zu und setzte sein hart geübtes Politikerlächeln auf, das in Wirklichkeit bei Freude, aber auch Gelangweiltheit aufgesetzt werden konnte. In diesem Falle war es sogar ein hoffnungsvolles Lächeln, denn wenn der Gastgeber erschien, würde es wohl bald losgehen.


    Interessiert nahm er wahr, dass der Grieche auch zur "Abendunterhaltung" geladen war - philosophische Dispute waren neben juristischen eine der Lieblingsbeschäftigungen des Tiberiers.


    Dann tauchte ein Mann auf, der Durus irgendwie bekannt vorkam...woher nur? Irgendwie verband er keine positiven Gefühle mit ihm... :D

    Am Morgen des dritten Tages nach der Contio der Auguren erschien eine kleine Sänfte an der Porta Viminalis, unweit der Castra Praetoria. Im morgendlichen Treiben konnte nur der breit gebaute Ägypter mit einer kurzen Peitsche dafür sorgen, dass das Gefährt überhaupt das enge Tor passieren konnte.


    Tiberius Durus saß in der Sänfte und beobachtete einen vorbeiziehenden Händler, der gerade noch versuchte, die Stadt zu verlassen, ehe die Cohortes Urbanae ihm eine saftige Strafe verpassten. Er hatte eine leichte Tunika gewählt und die Toga einpacken lassen - man musste schließlich standesgemäß in Tibur ankommen!


    Vor dem Stadttor wartete auch schon der tiberische Reisewagen: Holzgetäfelt, rote Vorhänge an den Fenstern, rappengezogen und mit aufwändigen Schnitzereien verziert. Einige Sklaven standen herum und stritten mit einem Stadtwächter, der wohl der Meinung war, dass diese Kutsche ein Verkehrshindernis darstellte.


    Doch als Durus der Sänfte entstieg und ihm klar machte, dass er als Senator und in offizieller Mission als Augur diese brauchte, konnte dieses störende Hindernis entfernt werden. Langsam ging er vor dem Wagen auf und ab und wartete auf seinen Kollegen im Amt, damit es endlich losgehen konnte.

    Durus hörte mehr oder weniger interessiert zu. Ein Alexandriner also - wie er auch. Nur, dass er eben nicht dort geboren war. Was ihn dann allerdings wieder wunderte, war die Reise des Sedulus nach Achaia.


    Plötzlich kam ihm, dass Ferrius ihm ja einen neuen Wagenlenker versprochen hatte. Da allerdings auch der füllige Orientale kein solcher war, schien dieser noch einzutreffen. Genaugenommen hätte Durus Ferrius auch sofort als Vicarius entlassen, wenn dieser so einen kleinen, dicken Griechen vorgeschlagen hätte.


    "Hast Du am Museion gelehrt, Theodorus?"


    fragte er schließlich, um nicht ganz so distanziert zu wirken, wie er sich fühlte.

    Sim-Off:

    hab ich - kaum hat man kein Latein mehr... :D


    Durus zuckte mit den Schultern, als Myrtilus den Vorschlag unterbreitete. In drei Tagen wäre er sehr gut vorbereitet und tatsächlich gefiel ihm die Idee, ein wenig durch Tibur zu spazieren. Dort gab es ein großes Hercules-Heiligtum, das sicher einen Besuch wert war.


    "Gut, dann treffen wir uns in drei Tagen frühs an der Porta Viminalis?"


    Auch Durus erhob sich, als Esquilinus sich und seine Stimme noch einmal erhob. Der Augur, der in Hispania weilte hatte sich offensichtlich zu Wort gemeldet. Er hatte schon bei Durus' Antrittsmahl gefehlt, aber bald würde er ihn offensichtlich kennen lernen. Als der Magister daraufhin von einem Sklaven einen Becher Wein entgegennahm, sah Durus wieder zu Myrtilus.