Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Was Durus da hörte, gefiel ihm gar nicht und er war schnell genug, sich als erster zu Wort zu melden.


    "Verehrter Decimus.


    Ich erachte die Idee einer Ehrensenatorenschaft für...nunja...nicht notwendig und zwar aus folgenden Gründen:


    Senatoren, die Ämter in fernen Städten bekleiden - wie etwa Du, Decimus, tun dies für gewöhnlich vielleicht maximal drei bis vier Jahre. In dieser Zeit besuchen sie den Senat höchst selten, das ist richtig. Dennoch wäre es für die wenigsten erstrebenswert, seinen Senatssitz aufzugeben - immerhin haben sie sich diesen hart erkämpft!


    Kommen wir zur nächsten Frage: Was passiert, wenn ein Senator 'Ehrensenator' wird? Rückt dann ein anderer junger Mann nach, der dann wieder 'aktiv mitarbeiten' kann? Nun ist doch die Zahl der Senatoren auf 300 beschränkt, soweit ich weiß. Kämst beispielsweise Du, verehrter Decimus, von deinem Legionskommando zurück, würdest Du zu Recht diesen Sitz zurückfordern - dazu müsste man jedoch wieder jemanden ausschließen.


    Folglich könnte niemand für die 'Ehrensenatoren' einspringen und es gäbe trotzdem keine neuen, aktiven Mitarbeitert in diesen Hallen.


    Für wesentlich sinnvoller halte ich es, ein strengeres Auge auf die Senatoren zu haben und ihnen beispielsweise vorzuschreiben, an den Sitzungen teilzunehmen, beziehungsweise ihren Wohnsitz in Rom zu wählen. Wenn ein Senator alt wird und lieber auf sein Landgut in...Africa oder Hispania oder sonstwo ziehen will, kann er ebensogut seinen Platz gänzlich räumen - dann kann auch ein junger Mann - vielleicht der Sohn des alten Senators - nachrücken."


    Er setzte sich und wartete auf Kommentare.

    Nach der Sitzung erhoben sich die Auguren und verabschiedeten sich. Verginius Esquilinus, der Magister Augures, jedoch erhob sich ächzend und ging auf Durus zu, der gerade im Begriff war zu gehen. Mit einem etwas finsteren Gesichtsausdruck - sicher waren dem Oberauguren gerade sehr teure Geburtstagsgeschenke durch die Lappen gegangen - wandte er sich an den Tiberier.


    "Ich denke, dass diese Angelegenheit deine Sache ist, Tiberius. Trage du das dem Senat vor."


    Auch der Magister Augures war natürlich Senator, jedoch hatte er ganz offensichtlich keine Lust, sich mit dem Nominierten weiter auseinanderzusetzen.


    "Natürlich, Verginius!"


    antwortete Durus, dann verabschiedete er sich und verließ das Haus.

    In ähnlicher Weise wurde auch noch der Sohn des Aemilius vorgestellt, wobei hier die Kritik des Verginius hauptsächlich die Jugend des jungen Mannes traf.


    Schließlich kam Durus an die Reihe.


    "Galeo Claudius Myrtilus ist ein verdienter Römer. Er zählt siebzig Jahre, in denen er nicht nur dem Kaiser, sondern auch den Göttern gedient hat. Vom einfachen Probatus der Flotte diente er sich hoch bis zum Praefectus Classis in Misenum - eine erstaunliche Karriere! Nebenbei wurde er Mitglied der palatinischen Salier.


    Vor kurzem schließlich amtierte er als Duumvir. Somit verbürge ich mich für seine Person und möchte Euch, verehrte Collegae, bitten, ihn unserem Gremium hinzuzuwählen."


    Wieder entbrach ein heftiger Streit, der jedoch keiner Erwähnung wert wäre. Es stellte sich jedoch heraus, dass Nautius unter keinen Umständen Chancen hatte, die Mehrheit der Auguren zu gewinnen.


    Schließlich kam es zur Abstimmung. Der Magister begann selbstverständlich.


    "Ich spreche mich für Galeo Claudius Myrtilus aus, verehrte Collegae."


    Aemilius betrachtete ihn mit einem bösen Blick und fügte an.


    "Ich bin für meinen Sohn, Caius Aemilius Pansa Minor."


    Horatius Felix meldete sich nun zu Wort - er stand im Rang der Anwesenden als Dritter:


    "Ich bin für Claudius Myrtilus."


    Die folgenden Auguren gaben ebenfalls ihre Stimme ab. Schließlich stand es VII zu VII zwischen den beiden Kontrahenten. Doch Durus war übrig und seine Wahl stand fest:


    "Ich spreche mich ebenfalls für Galeo Claudius Myrtilus aus."


    Somit gewann Claudius mit einer knappen Mehrheit in der Contio des Collegium Augurum die Nominierung zum Auguren - musste die Sache nur noch durch den Senat...

    Nun versuchte Horatius Felix, der angeblich ein direkter Nachfahre des berühmten Horatius Cocles war, die Situation zu retten, da es sonst wohl erneut zu einer leicht polemischen Streitigkeit gekommen wäre, die der Versammlung nicht angemessen war.


    "Meine Herren, wir sollten sachlich bleiben. Haben wir also drei Anwärter: Caius Aemilius Pansa Minor, Spurius Nautius Vindex und Galeo Claudius Myrtilus. Vielleicht sollte einfach jeder der Nominatoren kurz seinen Schützling vorstellen und dann stimmen wir ab - so hat das doch keinen Sinn!"


    Durus atmete auf. Er hatte ohnehin keine Lust, sich mit Aemilius anzulegen. Dieser eigentlich ehrenwerte und eben auf seine Familie bedachte Mann hatte in gewissen Kreisen nicht zu unterschätzenden Einfluss.
    Der Magister schnappte kurz nach Luft - dass ihm einfach so das Heft aus der Hand genommen worden war! - und stimmte dann zu.


    "Korrekt. Dann beginne ich gleich:


    Spurius Nautius Vindex ist ein Spross der ehrenwerten Gens Nautia. Bereits in jungen Jahren arbeitete er in der Stadtverwaltung, wie es in den angesehenen Familien Roms der Brauch ist. Anschließend bestieg er die ehrenwerte Ämterlaufbahn und machte sich um verschiedene Dinge verdient."


    Aemilius lachte freudlos auf.


    "Beispielsweise um eine Nota Censoria, die ihn wieder aus dem Senat geworfen hat!"


    Diese Geschichte war bereits am Rande während des Streites erwähnt worden, trotzdem schienen einige Auguren diese Tatsache erst jetzt zu realisieren und reagierten mit einem erschrockenen Blick. Verginius hingegen blickte Aemilius wie ein Insekt an, räusperte sich und fuhr fort.


    "Jedenfalls hat er sich seit jeher durch pietas ausgezeichnet, weshalb ich Euch, verehrte collegae, dazu rate, diesen hervorragenden Mann in unsere Reihen aufzunehmen!"


    Durus erwiderte das freundliche Nicken. Ihre Frisur war wirklich...interessant...


    "Es ist mir eine Freude, Flavia Leontia!"


    Als er wieder aufblickte, stellte sie gleich weitere Fragen. Diese warf Erinnerungen an die Brautschau-Feier in Mantua auf. Damals hatte Aristides eindeutig den ein oder anderen Becher zu viel erwischt - wahrscheinlich hatte sich der Nomenclator mehr an seinen Namen erinnert als der Flavier selbst. Bei all den aufkommenden Erinnerungen dauerte es eine Weile, bis er antwortete


    "Ich habe ihn bei einer Feier in Mantua kennen gelernt. Er scheint ja ein ausgesprochener Jagdfreund zu sein."


    Dies wiederum erinnerte Durus an seine eigenen, weniger erfreulichen Jagderfahrungen. Die Löwin hatte ihm tatsächlich einiges an Schmerz bereitet.


    Plötzlich verstummte die Musik und alles drehte sich zu dem Paar. Durus reckte ebenfalls den Hals, doch da alle gleichzeitig versuchten, den Stein des Anstoßes zu erblicken und da auch noch die Frisur der Flavierin im Wege war, konnte er wenig außer einem Stück Wachsmaske erkennen. Was war das nur? Alle wirkten furchtbar erschrocken. Hatte etwa jemand ein geschmackloses Geschenk gemacht? Senator Purgitius schien nicht der Typ für derartige Scherze, ebenso die übrigen Gratulanten...


    Noch bevor er wirklich etwa erkennen konnte, verabschiedete sich Leontia und der Tiberier war noch immer so erschrocken von ihrer Reaktion, dass der fremde Flavier, der sich der Tochter des Aristides angenommen hatte, Leontia vor ihm abfangen konnte. Sofort bückte sich nun jedoch auch Durus, sodass die synthesis völlig verrutschte, aber das registrierte er überhaupt nicht, sondern hiefte Leontia gemeinsam mit dem Unbekannten auf die Bank. Etwas ratlos und zugleich besorgt blickte er hin und her - wo blieb denn der zuständige Sklave?

    Durus erschien ebenfalls frühzeitig zu dem gemeinsamen Mahl. Er trug die traditionelle Tracht der Arvalbrüder, die er jedoch auch unter dem Jahr trug: Die Toga Praetexta, jedoch nicht den Ährenkranz - im Hause war dies doch nicht notwendig. Da Quintus nicht kommen würde, übernahm Durus als Rangnächster im Hause die Begrüßung der Gäste.


    "Salve, Appius!"


    Er war natürlich kein richtiger Gast, da er im Hause wohnte, trotzdem konnte er ja nicht grußlos an ihm vorübergehen.

    Als neuer Princeps Factionis besuchte Durus natürlich auch den Stall, wo die Trainer und Lenker bereits auf den Besuch vorbereitet worden waren. Sie alle standen sauber aufgereiht in ihren blauen Tuniken an der Seite der Rennbahn und Durus in einer ebenfalls blauen, aber zweifelsohne teureren Tunika und einem passenden sagum nahm die "Formation" ab. Am Ende der Reihe stand Campus Callidus, der Trainer der Lenker.


    "Salve, Callidus."


    begrüßte Durus ihn lächelnd.


    I]"Wie läuft der Betrieb? Seid ihr bereit für das Rennen in Germania?"[/I]


    fragte Durus den Trainer. Dieser lächelte breit


    "Wir sin' in bestem Zustand! Mach' Dir keine Gedanken!"


    Auch Durus lächelte.


    "Sehr gut. Wie geht es den Fahrern?"

    Ad
    Decemvir litibus iudicandis M' Flavius Gracchus
    Villa Flavia Felix
    Roma, Italia



    M' Tiberius Durus Decemviri litibus iudicandis M' Flavio Graccho s.p.d.


    Ich trete mein Erbe, das mir Tiberia Claudia anvertraut hat, an und bitte auf eine Übereignung des Grundstückes, sowie die Zustellung des Besitznachweises in die Villa Tiberia Roma.


    Vale
    [Blockierte Grafik: http://img157.imageshack.us/img157/6083/siegelmtdsenatorhc0.gif]

    ANTE DIEM XVII KAL IUN DCCCLVII A.U.C. (16.5.2007/104 n.Chr.)

    | Caius


    Nachdem der alte Vilicus endlich entlassen war, schien sein Herr in Rom einen neuen Herren in Misenum gefunden zu haben, denn der Mann, dessen Nachfrage ans Ohr des Scriba gelangte, konnte dies glaubhaft behaupten - gehörte er doch zur Familie!


    "Salve, Tiberius Antoninus! Welch eine Ehre, dass Du uns beehrst!"


    begrüßte er den neuen Vilicus mit seiner Lieblingsbegrüßungsformel.


    "Wir warten schon sehnsüchtig auf jemanden, der hier wieder ein wenig die Leitung übernimmt!"


    Denn Caius hasste es, den Oberchef zu spielen und Sklaven wie Arbeiter zu koordinieren und zu schikanieren.





    SCRIBA VILICI – MANIUS TIBERIUS DURUS

    Durus lächelte geschmeichelt, als seine Gäste auf ihn tranken - und natürlich trank er selbst mit. Dann sah er sich kurz um - alle schienen sich an der Vorspeise bedient zu haben und da auch Durus glaubte, wenn er mehr äße, würde kein Platz mehr für die Nachspeise bleiben, gab er das Zeichen zum zweiten Gang.
    Jakobus erwiderte das Signal und die Tür öffnete sich. Zuerst erschienen Sklaven mit leeren Händen und nahmen die halbleeren bis leeren Platten vom Tisch. Direkt darauf folgten Sklaven mit bedeckten Platten. Als sie diese abgestellt hatten, öffneten sie:


    Es wurden Muscheln und Fisch kredenzt - schön zu einem kleinen Bild drapiert. Durus war zwar kein Muscheln- und Meeresfrüchtefreund, aber soweit er wusste, mochte Quintus diese widerlichen kleinen Kraken und was die Fischer sonst noch aus dem Meer zogen...


    Er selbst nahm sich daher nur vom Fisch, bei dem aus Design-Gründen die Haut wieder auf das entgrätete und kleingeschnittene Fleisch (was ja bei Fisch eigentlich nicht korrekt ist) gelegt worden war.


    Sim-Off:

    WISIM natürlich: Fisch und Brot

    Zitat

    Original von Flavia Arrecina
    Dann sah sie einen anderen Mann, Tiberius Durus, den sie gar nicht kannte, zumindest nicht bewusst. Ihr Blick kreuzte sich einen Moment mit dem seinen. Sicher auch ein Patrizier kam es ihr in den Sinn, war sich aber nicht sicher, aber vielleicht könnte daraus irgendwann ein nettes Gespräch werden wenn sie denn jemals hier weg kam.


    Gerade, als er das Mädchen so musterte, blickte diese ihn an. Sie kam ihm tatsächlich...nunja, er wusste nicht, ob er sie mögen sollte. Wie eine römische Dame wirkte sie nicht wirklich, aber wie auch, wenn der Vater Centurio in der Legion war? Aber wer war der Mann, der sie hier so durch die Gegend führte? Ein Bekannter, wie ihm schien, denn sie hatten vorhin ein paar Worte gewechselt. Vielleicht ein Verlobter? Hatte Aristides seine Tochter auch noch schnell jemandem an die Hand gegeben, ehe er in den Osten aufbrach?


    Auch eine weitere junge Dame fiel dem Tiberier ins Auge. Es war eine Schönheit in einem wunderbar blauen Gewand mit silbernen Stickereien darauf. Das erinnerte den Princeps Factionis in Durus natürlich sofort an die Veneta. Die Frisur rundete das Gesamtbild ab, sodass Durus sie einen etwas längeren Augenblick betrachtete. Scheinbar fühlte sie sich auch etwas deplatziert...
    So trat der Senator auf das Mädchen zu, das fast schon seine Tochter sein konnte - nunja, noch nicht ganz vielleicht...


    "Salve! Ich bin Manius Tiberius Durus, darf ich fragen, wer Du bist?"


    Das war nicht gerade der beste Einstieg zum Flirten, aber das war ja hier auch nicht angebracht, befand Durus.

    Durus hörte sich alles ruhig an. Er hatte all das bereits in seiner Kindheit gehört, aber da er kaum noch dazu kam, Reden zu halten, vieles auch wieder vergessen. So notierte er sich hin und wieder etwas und gab ein sehr leises


    "Ach jaa...stimmt."


    von sich, woraufhin er wieder etwas auf der Tabula niederschrieb.


    Durus lachte, als Flavius diese Frage stellte. Er kannte den Flavier bereits vom Convivium bei Claudius Vesuvianus, den Aristides sogleich anschließend begrüßte, nachdem Durus ein


    "Nunja, wenn man sich ein Kissen mitnimmt, nicht!"


    geantwortet hatte. Er erinnerte sich an sein Festmahl und wusste nur zu gut, dass die zahlreichen Gäste, die nun erschienen, ebenfalls sogleich begrüßt werden wollten. Darum machte er sich keine Hoffnungen, weiter mit Aristides plaudern zu können und ging ein wenig umher und betrachtete den prächtigen Blumenschmuck. Da er auf Anhieb niemanden fand, der nicht in ein Gespräch vertieft war oder darauf wartete, sich auf den Verlobenden stürzen zu können, blieb er stehen und begutachtete die Gäste. Purgitius Macer war erschienen, ebenso natürlich die flavische Familie. Das Mädchen, das nicht wirklich sonderlich zurechtgemacht wirkte, musste Aristides' Tochter sein - seltsam eigentlich, vielleicht war ein Vater, der im fernen Mantua weilte, doch nicht das beste für die Erziehung - aber jetzt würde ja wieder eine Frau ins Haus kommen...

    Tiberius hatte gerade noch rechtzeitig die Einladung erhalten, um dieses gesellschaftliche Ereignis wahrnehmen zu können. Natürlich musste er bei der Zusammenführung zweier Patrizier-Familien anwesend sein - vielleicht brauchten sie ja noch einen Augur für die Eheschließung.
    So ließ Durus sich durchwinken und betrat das Peristyl, das Allerheiligste eines römischen Hauses.


    "Salvete!"


    grüßte er gut hörbar die anwesenden Flavier - war er der erste?

    Die beiden Auguren verloren beinahe ihre Würde bei der folgenden Debatte, bei der nicht nur Details oberhalb der Gürtellinie beider Kandidaten zur Sprache kam. Die anderen Auguren inklusive Durus hielten sich vornehm zurück - entweder war niemand an sie herangetreten oder sie hielten ihren Kandidaten ohnehin nicht für zukunftsfähig. Als die beiden eine Pause machte und Pansa gerade dazu ansetzte, die Häufigkeit der Tempelbesuche seines Sohnes aufzuzählen, meldete Durus sich endlich zu Wort - und zwar mit aller gravitas und dignitas, die ihm möglich war, in der Stimme.


    "Meine ehrenwerten collegae! Ich muss Euch doch sehr zur Würde mahnen. Ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre, jemanden in dieses Gremium zu wählen, den ein anderes ehrenwertes Mitglied dermaßen ablehnt.


    Ich würde euch daher einen Kompromiss vorschlagen. Ein Spross des ehrenwerten Geschlechtes der Claudier ersucht ebenfalls um Aufnahme ins Collegium. Galeo Claudius Myrtilus ist sein Name und er weißt eine beachtliche Karriere in kaiserlichen Diensten auf."


    Die beiden Streithähne blickten ihn ungläubig an. Beide hatten wohl fest damit gerechnet, dass sie sich nur gegen ihren Kontrahenten durchsetzen mussten.


    "Sag, Tiberius, wer glaubst du, bist du? Du bist gerade erst in dieses Collegium gewählt worden und ich denke nicht, dass du derjenige bist, der den nächsten Auguren bestimmen sollte!"


    erwiderte schließlich Pansa in höhnischem Ton. Esquilinus sah aus, als hätte er ähnliches sagen wollen und sich dann erinnert, dass er Durus hier hinein gebracht hatte.


    "Vielleicht meines Alters wegen, Aemilius? Aber dein Sohn, er bräuchte dann ja Jahre, bevor er überhaupt etwas sagen dürfte - oder dürfte er dir nur zustimmen? Ich denke nicht, dass ein solcher Augur dem römischen Volk von großem Nutzen wäre!"

    Durus schwieg zu der Sache. Er hatte zwar alles angehört, war jedoch noch etwas von der letzten Rüge beleidigt und außerdem hielt er es nicht für so bedeutend, ob der Quaestor jetzt dem neuen Legatus Augusti half oder sich mit den innerstädtischen Problemen auseinandersetzte. Dass sein handelsfreudiger Lieblingskandidat die Stelle als Quaestor Consulum bekam hatte ebenfalls keine unmittelbaren Auswirkungen auf ihn oder seine Interessen, folglich hielt er den Betrieb lieber nicht auf.

    Caius Aemilius Pansa, noch lange nicht im Alter des Magisters, aber doch auch nicht mehr der jüngste, meldete sich zu Wort.


    "Nautius Vindex? Hatte dieser Nautius nicht eine Affäre mit einer Peregrina und wollte sie heiraten?"


    Pansa nahm einen Apfel vom Tisch und biss hinein.


    "Ich möchte meinen Erstgeborenen, Aemilius Pansa Minor vorschlagen. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen und er besitzt eine tiefe Religiosität."


    Der Magister blickte Pansa erschrocken an, als dieser ihm widersprach. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet und es dauerte einige Sekunden, bis er antwortete:


    "Vindex..."


    Er räusperte sich.


    "Nautius hat möglicherweise tatsächlich in Jugendjahren über die Stränge geschlagen. Aber wer will ihm denn diese Jugendsünden vorwerfen?"


    Langsam wunderte sich Durus ein wenig. Dass der Magister einen Mann mit unmoralischem Lebenswandel vorschlug war doch höchstverdächtig - es blieb nur eine Erklärung: Nautius Vindex hatte Esquilinus gut bezahlt!


    "Und im Übrigen ist Dein Sohn gerade mal neunzehn Jahre alt - seine Liberalia sind kaum vergangen und du willst ihn diesem ehrenwerten Gremium hinzufügen?"


    Offensichtlich hatte er Angst, dass ihm das schöne Geschenk von Nautius durch die Lappen ging. Die Erwähnung des Alters des Jungen erinnerte Durus außerdem daran, dass Pansa sich nach vielen Jahren von seiner Frau getrennt hatte, weil diese ihm keine Kinder geschenkt hatte. Die neue Frau - so jung, dass sie auch seine Tochter sein konnte - hatte dies prompt getan und dieser Sprössling hatte es nun bereits bis ins Mannesalter geschafft und war Papas ganzer Stolz. Der Senior hielt deshalb weiter gegen die Worte des Magisters:


    "Mein Sohn mag jung sein, aber waren wir nicht alle einmal jung? Wenn wir immer nur alte Männer hinzuwählen, dann gibt es keine Möglichkeit für Kontinuität! Wir sterben weg, ehe wir unser Wissen weitergeben können!"


    "Dir fehlt der Respekt vor dem Alter, Aemilius!"


    erwiderte Verginius mit erhobener Stimme. Langsam verlor der Alte scheinbar die Nerven. Langsam sah Durus die Möglichkeit kommen, seinen eigenen Kandidaten in den Raum zu werfen...