Durus folgte dem Sklaven und sah sich ein wenig um, während er sich überlegte, was genau er Commodus nun sagen wollte.
Beiträge von Manius Tiberius Durus
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Durus begrüßte die ebenfalls eintreffenden Senatoren persönlich mit Namen - lange hatte er geübt, um sich möglichst viele Gesichter mit dem dazugehörigen Namen einzuprägen. Zu den wichtigsten unter ihnen hatte er sich auch Interessen und Abneigungen gemerkt, um auch ohne einen Nomenclator nicht aufgeschmissen zu sein.
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"Es geht um eine persönliche Angelegenheit...gewissermaßen ein Missverständnis!"
schaltete sich Durus nun selbst ein und schob seinen ebenfalls ägyptischen Sklaven beiseite.
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Durus war seine Aufgabe gedanklich mehrmals durchgegangen, sodass er nun seinen Blick nach Süden wendete, wo sich die wuchtige Basilica Iulia ins Gesichtsfeld drängte.
Mit einer theatralischen Geste hob er seinen lituus und begann ein Rechteck in den Himmel zu zeichnen. Leise murmelte er das Gebet, mit dem er seinen Standpunkt, der wie der Himmelsausschnitt als templum bezeichnet wurde, zu einem heiligen Ort wurde: "O Iove Optime Maxime, domine noster, pater..."
Höchstens die vorderste Reihe der Zuschauer konnte diese Anfangsworte hören, den Rest vernahm bestenfalls der Consul neben ihm. Noch immer herrschte ehrfürchtiges Schweigen.Der Blick des Tiberiers war nun auf das fiktive Rechteck gerichtet, das er direkt in den südlichen Himmel gezeichnet hatte. Nichts tat sich. Weder ein Adler, noch eine Krähe oder ein Rabe und nicht einmal eine der zahlreichen Tauben Roms war zu sehen. Minuten vergingen und langsam trat Durus Schweiß auf die Stirn. Sein erstes Auspicium sollte ein Erfolg werden - die Menschen um ihn herum erwarteten das!
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Der calator auguri, der private Ausrufer des Auguren, trat hervor und verkündete laut:
"Tacete!
Ein jeder, der an einem Gebrechen leidet und jeder fehlerhafte Gegenstand möge das Forum Romanum verlassen, aufdass der Augur den Willen Iovis Optimi Maximi erfahre!
Tacete!"
Er trat zurück und tatsächlich rappelte sich ein Bettler mit einem Krückstock auf und humpelte davon. Für die Einholung von Auspizien war es von entscheidender Bedeutung, dass nichts unvollkommenes anwesend war - auch Kranke und Behinderte galten hierbei als unvollkommen, weshalb dies jedesmal extra ausgerufen werden musste.
Schweigen breitete sich über die Versammelten und mit ernstem Blick trat der Augur hervor... -
Durus zuckte mit den Schultern.
"Ich werde mir nicht die Mühe machen, um dann festzustellen, dass ich der einzige auf weiter Flur bin, der dieser Meinung ist. Deshalb wollte ich mich eben ein wenig umhören."
Als dann Furianus einen kleinen Scherz machte und eine philosophische Anspielung machte, lächelte Durus
"Eher zu blanken Hedonisten. Epikur würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das sehen könnte!"
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Der Sklave antwortete für seinen Herrn, der hinter ihm stehen blieb.
"Der Augur Manius Tiberius Durus will mit Prudentius Commodus sprechen."
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"Nunja, dann möchte ich Dich nicht weiter aufhalten. Wir sehen uns ja demnächst in der Schola!"
sagte Durus schließlich und verabschiedete sich freundlich, um anschließend den Palatin zu verlassen...
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Durus nickte verständnisvoll, fragte sich jedoch zugleich, ob es nicht die Formalie war, die ritterliche Posten für Patrizier verpönt machte als viel mehr der Umstand, dass dies abhängige Verwaltungsposten waren...
"Jaja, das ist alles überaus löblich, aber dennoch...selbst wenn ich ihn vorschlagen würde, müsste ich die anderen Augures überzeugen. Gerade Verginius Esquilinus, der Magister Augures, ist ein äußerst standesbewusster Mann und missbilligt ständig derartige Dinge..."
Einen Moment strich er sich übers Kinn
"Hast Du sonstige Referenzen?"
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Ad
Decemvir litibus iudicandis M' Flavius Gracchus
Villa Flavia Felix
Roma, ItaliaM' Tiberius Durus Decemviri litibus iudicandis M' Flavio Graccho s.p.d.
Hiermit erbitte ich die Durchführung des letzten Willens von Tiberia Claudia. Ihr Testament befindet sich an diesen Brief angefügt. Ich bitte Dich, die Übertragung des Grundstücks und des Vermögens auf die Erben zu überwachen.
Vale
[Blockierte Grafik: http://img157.imageshack.us/img157/6083/siegelmtdsenatorhc0.gif]PRIDIE NON MAI DCCCLVII A.U.C. (6.5.2007/104 n.Chr.)
TESTAMENTVM TIBERIAE CLAUDIAEHiermit erkläre ich, Tiberia Claudia, Tochter des Marcus Tiberius Fabianus, was nach meinem Tode mit meinem Vermögen geschehen soll. Dies soll von Manius Tiberius Durus, Sohn des Manius Tiberius Ahala, als Testamentsvollstrecker überwacht werden.
Ein Drittel des Barvermögens soll dem Staate zufallen zum Dank für den Schutz und die Hilfe des Imperator Caesar Augustus, des Senates und des Volkes von Rom.
Ein weiteres Drittel spreche ich Rediviva Minervina, Tochter des Publius Tiberius Maximus, zu.
Das letzte Drittel des Barvermögens soll von Quintus Tiberius Vitamalacus, Sohn des Marcus Tiberius Fabianus, zugunsten der Familia Tiberia Romae verwaltet werden.Mein gesamter Landbesitz hingegen soll Manius Tiberius Durus, Sohn des Manius Tiberius Ahala, zufallen.
Dies alles verfüge ich im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte und freiwillig.
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Zitat
Original von Gaius Prudentius Commodus
"Du solltest nicht Fragen der Strafen und der Ermittlungen vermischen. Die Anzahl der Straftaten mag zwar auch durch die, zugegebenermassen nicht sehr abschreckenden, Strafen bedingt sein, doch wird sie sicherlich auch durch die häufigen Misserfolge der ermittelnden Einheiten erhöht. Notwendig wären vielleicht Änderungen an beiden Enden, sowohl in der Rechtssprechung, als auch bei den Ermittlungsinstanzen."
"Ich halte es für schlichtweg unmöglich, die Aufklärungsrate für Verbrechen bedeutend zu erhöhen. Also bleibt nur der Weg der Abschreckung, den auch unsere Ahnen gegangen sind."erklärte er und verleibte sich ein weiteres Ei ein.
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"Dankesehr. Valete!"
verabschiedete er sich und machte sich daran, zum Decemvirn litibus iudicandis zu eilen, um das Testament zu vollstrecken.
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Am Morgen des Wahltages betrat der amtierende Consul die Stufen hinauf zum Senat. Gefolgt wurde er von Manius Tiberius Durus, dem neuesten Auguren im Collegium, denn dieser hatte die ehrenvolle Aufgabe erhalten, für die Wahlen zum Cursus Honorum Auspizien einzuholen - beziehungsweise den Consul dabei zu beraten.
All das musste vonstatten gehen, ehe die Senatoren zur Wahlurne schritten.
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Direkt nach der Senatssitzung hatte Durus sich nicht nach Hause, sondern zur Casa Prudentia begeben. Der Sonnenuntergang hatte die Debatte aprupt beendet und den Tiberier nicht mehr zu Wort kommen lassen. So musste er jetzt Missverständnisse aus dem Weg schaffen, ehe sie ihm Steine in den Weg legten.
*KLOPF KLOPF*
klopfte einer der Sklaven des Tiberiers an die Porta der Casa.
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Decemviri litibus iudicandis
Basilica Ulpia
Roma, ItalaM' Tiberius Durus Decemviro litibus iudicandis s.d.
Hiermit erkläre ich mich bereit, das Erbe der Tiberia Honoria anzutreten.
gez.
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PRIDIE NON MAI DCCCLVII A.U.C. (6.5.2007/104 n.Chr.)
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Durus hörte zu und wunderte sich immer mehr. Ein Selbstmörder, der zuvor das Kommando der Classis an sich gerissen hatte? Ein Tribun, der einfach verschwand? O tempora, o mores!
Langsam erhob er sich."Vielleicht ist es gerade notwendig, einen weiteren Quaestor Classis zu ernennen, der diese Missstände untersucht. Der Aedil wäre damit meiner Meinung nach überfordert - er muss schließlich schon innerhalb Roms für Ordnung sorgen!"
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Zitat
Original von Gaius Prudentius Commodus
"Eine durchaus interessante These. Ich glaube, dass bei der Schaffung des aktuellen Codex Iuridicalis sicherlich gute Gründe vorgelegen haben, die Strafen so festzusetzen, wie sie festgesetzt wurden. Es ist sicherlich eine Frage des Standpunktes zu entscheiden, was in unseren heutigen Zeiten eine angemessene Strafe ist. Für die einen, die ihre Existenz hauptsächlich durch materielle Dinge stützen, wird eine Geldstrafe sicherlich ebenso hart sein, wie eine Entehrung es für ein Mitglied einer altehrwürdigen patrizischen Familie ist."
"Aber wenn wir sehen, wie viele Straftaten jeden Tag in Rom begangen werden und wie wenige von die Stadtkohorten erwischt werden, dann muss man doch daraus schließen, dass es notwendig ist, abzuschrecken.
Und eine Geldstrafe ist wohl kaum ein Risiko, das einen Mann vom Diebstahl abhält."fuhr er fort, da es seiner Meinung nach kaum etwas interessanteres als die Juristerei gab - natürlich nach der Politik!
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Unter der Sonne Roms, die im Mai bereits hoch und gnadenlos am Himmel brannte, bewegte sich auch die tiberische Sänfte, umstellt von ägyptischen Sklaven zum flavischen Amphitheater. Ihr entstieg Senator Tiberius Durus, nicht zu verwechseln mit seinem militärverwandten Cousin Tiberius Vitamalacus, der schon wieder fast im Felde stand.
Durus hingegen hatte beschlossen, die Spiele seines Freundes Furianus zu sehen, weshalb er sich in die Senatorenloge eskortieren ließ und dort an den besten Plätzen des Theaters den Tänzerinnen in der Arena zusah. Sie tanzten hübsch und erinnerten ihn daran, dass sein eigenes Bett wohl wie jeden Abend leer war, wenn er nach Hause kam...
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"Kommandeur der Flotte? Ein Ritter also? Ich dachte, er sei Patrizier?"
Noch einmal warf er einen kritischen Blick auf die Sichelmonde an den Schuhen des Alten. Flottenpräfekten waren nach Durus' Wissen stets Equites...
"Theoretisch könnte ich euch vielleicht ein kleines Stück weiterbringen, wenn der Name Claudius in der nächsten Contio fiele..."
Allerdings für einen Patrizier, der ein ritterliches Amt bekleidet hatte?
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Das musste Durus natürlich erwidern, weshalb er sich wieder erhob.
"Es ist seit jeher für einen Senatoren unschicklich, sich im Handel zu betätigen. Zwar gibt es kein Gesetz, das dieses direkt verbietet - dieses wurde wohl abgeschafft - , jedoch verbietet es meiner Meinung nach der gute Ton, Gewinn daraus zu ziehen, einem Menschen Dinge zu verkaufen, die man selbst gekauft hat. Und genau das verstehe ich unter einem Händler.
Eine solche Tradition kann ein Freigelassener oder ein Grieche aus dem Osten haben, aber mit Verlaub gesagt: Ich halte dies für einen Senatoren Roms höchst unschicklich, selbst wenn sein Vater oder der Vater seines Vaters dies getan hat!"
erklärte Durus. Zwar würde er damit vielleicht den ein oder anderen in Handelsgeschäften beteiligten Senatoren vor den Kopf stoßen, jedoch war dies notwendig, wenn der Tiberier sich selbst treu bleiben wollte.