Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Ein eifriger Bote der Tiberier verteilte Briefe in ganz Rom.


    Ad
    L Aelius Quarto
    M Aelius Callidus
    Domus Aeliana
    Roma, Italia



    M' Tiberius Durus Senatori L Aelio Quarto et M Aelio Callido s.p.d.


    Ich möchte Euch zu einer kleinen, verspäteten Feier anlässlich meiner Erhebung in den Senat einladen. Das Gastmahl wird ante diem VIII kal Mai DCCCLVII A.U.C. (24.4.2007/104 n.Chr.) in der Villa Tiberia stattfinden.


    Valete
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    ANTE DIEM X KAL MAI DCCCLVII A.U.C. (22.4.2007/104 n.Chr.)

    Durus stand aufrecht da und lauschte andächtig den Worten seines Patruelis avitus*. Einen Moment dachte er darüber nach, ob Quintus irgendetwas vergessen hatte, aber ihm kam nichts in den Sinn, sodass er am Ende sehr zufrieden war mit der Präsentation seiner Ahnen und Familienmitglieder.


    Jetzt ging die Beerdigung auch schon ihrem Ende entgegen...


    Sim-Off:

    * Großcousin

    Durus hielt Quintus' Blick stand. Er sah sich in keinster Weise im Unrecht. Aber vielleicht war es nur eine leichte Überreaktion angesichts der Trauer.


    "Da könntest du Recht haben...der Selbstmord könnte sehr viel unangenehmes Gerede in Umlauf bringen."


    Aber die Männer mussten es wissen!


    "Ich habe zwar auch noch nie das Orakel aufgesucht, jedoch möchte ich mir diese Option offenhalten, auch ohne deine Zustimmung."


    bemerkte er noch und nahm sich vor, später unter vier Augen mit Quintus zu sprechen.

    Das war zu viel. DIESER MANN wollte ihm erklären, was pietas ist?


    "Ich halte den Dienst als Sacerdos durchaus für ehrenwert und erstrebenswert. Aber deine Bemerkungen zeigen wieder einmal, wie es um dein Wissen und deine Einstellung zu den Göttern ist.


    Ein Augur hat den Vogelflug zu deuten, oder aber das Verhalten von Tieren. Ein Sacerdos hingegen opfert und betrachtet bestenfalls die Innereien - eine Aufgabe, die für den Auguren höchstens im privaten Hauskult, aber niemals in der Öffentlichkeit notwendig ist.
    Du könntest ebensogut fordern, dass ein Aedilis Händler gewesen sein muss - natürlich haben beide mit den Märkten zu tun, aber die Aufgaben beider sind grundverschieden."


    Nun fixierte er den vorlauten Senator mit einem finsteren Blick.

    Die Gedanken des Tiberier schweiften zurück in jene glückliche Zeit, als er gemeinsam mit Fabia spazieren gegangen war, sie zusammen gescherzt hatte. Das alles war so lange her und doch tat die Erinnerung wieder weh, als hätte sich das Mädchen erst gestern sang- und klanglos verabschiedet. Er hatte nie wieder von ihr gehört. Einen Moment schwieg er, dann räusperte er sich.


    "Nun, diese Sache hat sich zerschlagen. Seitdem habe ich scheinbar kein Glück mehr mit Frauen..."

    Da nun alle versammelt waren und Quintus offensichtlich nichts sagen wollte, setzte Durus ein weiteres Mal an. Eigentlich seltsam - hatte Quintus nicht einmal Antoninus informiert?


    "Nun, ich werde kurz berichten, was mir der Scriba des Cultus Deorum erzählt hat: Claudia wurde vor dem Tempel der Minerva gefunden. Sie hat sich selbst den Tod gegeben - mit einem Dolch. Außerdem hatte sie Briefe an Quintus und Minervina bei sich. Und den Orakelspruch, den ihr schon kennt, nehme ich an."

    Durus lächelte. Auch ihm entging das Kompliment nicht, trotzdem antwortete er


    "Bis dahin wird aber noch viel Wasser den Tiber hinabfließen."


    Im Geiste jedoch hatte auch er selbst schon derartige Pläne vorbereitet, ohne sie irgend jemandem zu verraten (die Kandidatur zum Consulat musste sauber vorbereitet werden).


    "Und ist Dein Privatleben ebenso erfolgreich gewesen? Hast Du bereits eine junge Römerin in die Ehe geführt?"

    Durus interessierte dieser Tagesordnungspunkt kaum. Zum einen, weil es ein Amt von großer Arbeit, aber wenig Anerkennung war und zum andern, weil er niemanden kannte, der dieses Amt haben wollte. So hörte er mit halbem Ohr den Worten zu, die er in seiner Entfernung vom Stuhl des Vorsitzenden verstand - Lucilla redete nicht übermäßig laut - und befand, dass er eigentlich nichts dagegen zu sagen hatte.

    Zitat

    Original von Lucius Aelius Quarto
    Noch bevor der Vorgeschlagene wohlmöglich einen Rückzieher machen konnte, schaltete sich Aelius Quarto ein:
    “Oh ja, ein ganz ausgezeichnete Vorschlag! Ich unterstütze ihn!“


    "Nungut, wenn Du auch dieser Meinung bist..."


    antwortete und fragte sich, ob er sich gerade gewaltig viel Arbeit aufhalste...

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Eigentlich hatte Macer die Lage auf dem Forum inzwischen für kontrolliert gehalten, doch als er bemerkte, dass einige Soldaten begannen, mit Speeren zu werfen, schaute er doch ziemlich überrascht und auch ein wenig schockiert.


    "Da hinten scheinen es einige wohl auf ein Blutbad anzulegen", kommentierte er und zeigte in die Richtung. "Ihr könntet schneller zu einigen Toten kommen, als gedacht." Auch wenn diese Leute, die dort aus undurchsichtigen Gründen versuchten, eine Hauswand zu erklimmen, nicht zu den von seinen beiden Gesprächspartnern erwähnten Tempelschändern gehörten.


    Durus folgte dem Blick Macers und stieß verächtlich Luft durch die Nase aus.


    "Nichts anderes haben sie verdient. Die Jugend ist offensichtlich von Grund auf verdorben und pflichtvergessen."

    Durus, der als nicht einmal gewesener Praetor weiter hinten saß, reckte den Hals. Ein durchschnittlicher Typ, der nicht übermäßig reich wirkte und noch nicht einmal einen Ritterring trug.
    Als der Jurist den Kommentar weiterzureichen schien, erhob sich Durus.


    "Könnte der Senatsschreiber den Kommentar verlesen?"

    Durus erhob sich. Natürlich hatte er sich ein wenig vorbereitet, auch wenn er diese Frage nicht von Aelius Quarto erwartet hätte.


    "Nunja, es ist natürlich immer eine schwierige Frage, wer vakante Posten innerhalb der Priesterkollegien bekleiden darf. Die mos maiorum sieht vor, dass die verbleibenden Mitglieder selbst entscheiden, wer sich zu ihnen gesellen darf. In diesem Falle haben sie sich für mich entschieden, wie der Princeps Senatus bestätigen kann. Trotzdem möchte ich kurz erklären, warum ich mich für dieses Amt als geeignet erachte.


    Zuerst ist es natürlich die Frage, welche Voraussetzungen für dieses ehrenwerte Amt bestehen. Große Staatsmänner wie Tullius Cicero, Claudius Pulcher und zahlreiche Consuln, Praetoren und Heerführer gehörten diesem Collegium in der Geschichte an. Sie alle zeichneten sich durch ihren vorbildlichen Lebenswandel, die tiefe Verehrung der Götter - schlichtweg das, was wir heute pietas nennen.
    Ich möchte nicht überheblich erscheinen, aber ich möchte behaupten, dass ich bis zu diesem Tage stets ein tugendhaftes Leben gelebt habe und nicht nur den häuslichen Laren, sondern auch den Staatsgöttern geopfert habe. Auch der Staatsdienst im öffentlichen wie im privaten, in dem all diese bedeutenden Männer standen und der auch mir das wichtigste im Leben ist ist, ist eine wichtige Voraussetzung.


    Weiterhin sieht die Tradition vor, dass das Collegium stets zu gleichen Teilen von Patriziern und Plebeiern besetzt ist. Der ehrenwerte Fabius Acer, der vor kurzem zu den Göttern gegangen ist, gehörte dem meinigen Stand an, weshalb es auch sinnvoll ist, wieder einen Patrizier als seinen Ersatz einzusetzen.


    Des weiteren gehört natürlich Wissen über die Religio Romana, ihre Vorschriften und Gebräuche weit über den Hauskult hinaus zu den Voraussetzungen für das Augurenamt - schließlich haben sie den Willen des Iuppiter Optimus Maximus selbst zu deuten! Ich habe seit jeher ein reges Interesse an der Religion und vor kurzem zur Bestätigung dessen die beiden Probationes rerum sacrarum an der Schola Atheniensis Phoebi Apollonis Divinis abgelegt.


    Schließlich habe ich auch das Vertrauen des Collegium Augurum gewonnen, sodass dieses sich wünscht, mich in ihren Reihen aufzunehmen. Doch wie es die Tradition verlangt, liegt es nicht nur an ihnen, sondern auch an diesem ehrenwerten Gremium, dem der göttliche Augustus diese Stellvertreterrolle für das gesamte Volk anvertraut hat, ihre Wahl zu bestätigen.


    Ich bitte Euch, patres conscripti, deshalb, das Collegium rasch zu ergänzen, sodass wieder genügend Augures Publici Populi Romani Quiritium bereit stehen, um all die Zeichen, die tagtäglich entstehen, zu deuten und damit dem Staate zu dienen."


    Er setzte sich wieder, zu Quarto blickend, ob ihm diese Worte genügen würden.

    Durus war in seiner besten Senatorentoga zu dieser Senatssitzung erschienen und hatte gespannt darauf gewartet, dass dieser Punkt angesprochen wurde. Seine Augen hingen an den Lippen seines Patrons, bis dieser seinen Namen nannte. In diesem Augenblick sah er ernst in die Runde. Einige Senatoren wirkten überrascht, andere - sicherlich Freunde von Vinicius - sahen so aus, als würde sie derartiges in keinster Weise überraschen.

    Durus kam der Rostra immer näher. Langsam war die Tragestange ein wenig unangenehm - nicht wegen des großen Gewichtes, sondern schlichtweg aufgrund der Härte des Holzes. Er war etwas dankbar, dass Jakobus ihn anwies, denn er konnte sich kaum an das letzte öffentliche Begräbnis erinnern, dem er beigewohnt hatte.
    So lenkte er das Totenbett zwischen den Maskenträgern hindurch vor die Rostra und gab Zeichen, abzusetzen. Langsam und vorsichtig stellten sie das feretrum parallel zu der Rednertribüne, die Quintus gleich besteigen würde.


    Durus gab seinen Verwandten Zeichen, sich hinter die Maiores zu begeben und ging mit gutem Beispiel voran.

    Durus lauschte zuerst eher ruhig und gelassen. Claudias Tod nicht zu veröffentlichen...nunja...aber der letzte Satz!


    "Bei allem Respekt, aber ich denke nicht, dass ich Deine Zustimmung einholen werde, wenn ich in einer persönlichen Sache das Orakel befrage, Quinte."


    Ernst und hart blickte er hinüber auf den Platz, den er in letzter Zeit eingenommen hatte und auf dem Quintus saß. Er würde sich nicht herumkommandieren lassen wie sein Halbaffe.

    "Korrekt."


    antwortete Durus und richtete eine Falte seiner Toga. Vielleicht würde sie bald Auguren-safrangelb sein...


    "Das wäre vorerst alles von meiner Seite. Gibt es irgendetwas, mit dem ich Dein Engagement vergelten kann?"


    fragte er dann. Immerhin war die Beschaffung eines derartigen Postens für Durus eine wichtige Sache...