Beiträge von Manius Tiberius Durus

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    Original von Spurius Purgitius Macer
    Während auf dem Forum immer mehr Soldaten der Stadteinheiten auftauchten und das Geschrei der Demonstranten etwas leiser wurde, waren die mehr oder weniger freiwilligen Zuschauer gedanklich schon ein ganzes Stück weiter.


    "Du scheinst kein großes Vertrauen in unsere Justiz zu haben", warf Macer nach dieser Bemerkung ein. Er hatte dabei insofern leicht Reden, weil er selber noch nie Prätor war. "Ich denke schon, dass die Teilnehmer an dieser Randale ihre gerechte Strafe finden werden."


    Durus lächelte.


    "Die Justiz ist nicht das Problem. Eher die Gesetze. Eine Geldstrafe für Diebstahl halte ich doch für etwas gering. Und für den Verstoß gegen das Vereinigungsverbot...hm...ein paar Monate dem Staat auf der Tasche liegen? Ich denke, man sollte sie zumindest in die Steinbrüche schicken oder - wenn es um so etwas wie Einbruch in einen Tempel geht - weitaus härter bestrafen."

    Zitat

    Original von Flavia Calpurnia
    Sie grinste und schaute Durus an.


    "Also doch zurück zur Kreuzigung? Auch wenn es Römer sind?", frage sie ironisch ihren Begleiter.


    "Nunja, Kreuzigung hätten sie verdient, aber das Recht ist da ja etwas milder...aber darüber lohnt es sich nicht zu streiten. Die Richter machen ohnehin, was sie wollen."


    antwortete er und zuckte mit den Schultern. Die Justiz war auch völlig verweichlicht!

    Durus klopfte an die Tür des Domus und wartete, dass jemand öffnete, während er sich das Gebäude näher ansah. Es wirkte ein wenig offener als die Häuser in der Stadt, da es ja rund um die Uhr bewacht wurde.


    Sim-Off:

    wild phantasiert ;)


    "Sie hatte einen Orakelspruch bei sich. Aber der war mehr als rätselhaft. Vielleicht gab es Probleme mit Furianus - ich werde mit ihm sprechen. Nunja, sie hat auch einmal erwähnt, dass sie Probleme mit dem Imperator hätte - aber das wäre eigentlich auch kein wirklicher Grund..."


    Durus rieb sich das Kinn und fixierte einen imaginären Punkt in der Ferne, wobei sein Blick Titus, den groben Klotz, streifte. Dann sah er wieder Appius an.


    "Nein, ich habe keine Ahnung - aber wir müssen damit leben."

    Durus war etwas überrascht.


    "Sie haben den Tempel des Saturnus gestürmt! Dort liegt der Staatsschatz! Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Prätorianer sie nicht schnell genug herausgeholt hätten!"


    Dann beruhigte er sich schnell.


    "Ich denke schon, dass so etwas strafwürdig ist."

    "Das sind römische Bürger, keine Banditen! Das ist ja der halbe Plebs von Rom!"


    Wieder sah er zum Geschehen auf dem Forum.


    "Zugegebenermaßen - die Tempelschänder sollte man hinrichten, aber die Menge dort..."


    Er zeigte auf den Platz vor der Basilica, wo die Stadtkohorten gerade aufräumten.


    "...mag rebellisch sein - aber nur, wenn der Praefectus Annonae seine Arbeit nicht macht! Vielleicht sollte man ihn kreuzigen!"

    Zitat

    Original von Flavia Calpurnia
    Calpurnia machte sich etwas größer, um genauer zu sehen, was dort vor sich ging. Als sie aber hörte, was Durus sagte, schaute sie zu ihm hinüber.


    "Schonen?", fragte sie erstaunt. "Kreuzigen oder sie dem Circus zur Verfügung stellen ... das würde mir mehr zusagen!"


    Durus blickte Calpurnia belustigt an. Eine überaus überzeugte Patrizierin.


    "Aber meine liebe Flavia, wir können doch nicht eine solche Menschenmenge kreuzigen - vielleicht die Anführer! Sie wissen es doch nur nicht besser!"

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Macer schüttelte den Kopf. "Das hier hat nichts mit Heerführung zu tun. Selbst wenn für die Cohortes das Kriegsrecht gilt, ist das hier kein militärischer Einsatz sondern eine Polizeiaktion."


    Dann blickte er noch einmal über den Platz, auf die Männer auf der Mauer und auf jene, die in den Tempel flüchteten. "Ein paar werden entkommen, aber nicht viele. Das Forum scheint inzwischen abgeriegelt zu sein."


    "Wird so etwas nicht auch auf der Academia Militaris gelehrt? Es scheint doch wohl koordiniert und nicht so einfach. Immerhin ist der 'Feind' hier eigentlich zu schonen."


    fragte er nach, während er aus den Augenwinkeln den Fortgang der Straßenschlacht verfolgte, um sofort darauf zu Calpurnia zu schielen, wie sie auf das Geschehen reagierte.

    Nach und nach erschienen die Sklaven des Hauses: Nicht nur die bekannten Diener, der Maiordomus und die Verwalter, sondern auch Stallknechte, der Heizer und junge Frauen und Männer, die Durus in seinem Leben noch nicht gesehen hatte.
    Neben den Sklaven hatten sich auch viele Freigelassene eingefunden, die im Haushalt verschiedene Aufgaben versahen und der Gens als Klienten verbunden waren.
    Schließlich war auch Iuvenalis anwesend und nur Flaccus fehlte noch - vermutlich war er in einem Tempel und betete für seine Cousine.


    Nun trat Durus an das Lararium und verhüllte sein Haupt mit der Trauertoga. Daraufhin murmelte er leise ein Gebet für die Totengeister, die Manes und Lares, aufdass sie Tiberia Claudia aufnahmen und die Familie weiterhin schützten.


    Als er schließlich die Toga vom Kopf nahm, drehte er sich um und begann eine kurze Ansprache:


    "Liebe familia,


    Lange habe ich Euch nicht mehr so versammelt gesehen, doch der traurige Anlass eint uns in der Stunde der Trauer. Tiberia Claudia, Eure Herrin und Verwandte, hat sich den Tod gegeben."


    Ein leises Flüstern ging durch die Menge, aber Durus ließ sich nicht beirren. Auch wenn manche es vielleicht noch nicht gehört hatten - früher oder später hätten es die Sklaven, die Claudia entgegengenommen und hergerichtet hatten, weitererzählt.


    "Voller Trauer müssen wir sie nun dem Fährmann anvertrauen. Und doch gibt es etwas zu tun:
    Viele Probleme könnten aufkommen, wenn sich die Gerüchte über den Selbstmord verbreiten, möglicherweise könnte es unserer Familie zum Ärger gereichen. Deshalb bitte und ermahne ich Euch alle, die Ihr hier versammelt seid: Sprecht zu niemandem über die Ursache des Todes von Tiberia Claudia. Zu gegebenerzeit werden die Umstände dieses schlimmsten Ereignisses offenbar werden, doch können und werden wilde Spekulationen weder der Toten, noch uns Lebenden von Nutzen sein."


    Wieder machte er eine Pause und ließ seinen Blick über die Sklaven und die Familienmitglieder schweifen.


    "Dies ist mir ein großes Anliegen und ich erwarte von Euch, dass Ihr dieses Anliegen respektiert. Sollte ich erfahren müssen, dass Ihr das Ehre und das Ansehen der Gens Tiberia in den Dreck zieht, werde ich nicht nur bitter enttäuscht, sondern auch voller gerechten Zornes sein."


    Sein Blick traf nun die Sklaven. Er würde keine Strafe aussetzen müssen, denn es war bekannt, dass Durus nicht scherzte, wenn er derartiges sagte.


    "Nun geht zurück an Eure Arbeit und gedenkt der Toten, die unserer Familia viel Ehre und Freude gebracht hat."


    endete er. Erst in einigen Tagen, wenn Claudia das Haus wieder verlassen würde, würde eine solche Menschenmenge um den Leichnam versammelt sein.


    Mit langsamen Schritten trat er auf Iuvenalis zu.


    "Appius, gut, dass Du gekommen bist. Es ist wichtig, dass die Gens bei solchen Anlässen Geschlossenheit zeigt."

    ich würde das nur machen, wenn ich Zeit dafür habe - es heißt ja nicht, dass ich beide Ämter gleichzeitig ausführen muss, sondern kann...oder man schraubt einfach seine Arbeit in einem Amt etwas zurück (was ja historisch auch so war)...
    Und sein wir mal ehrlich: In den Priesterkollegien mit einem Augur und einem Septemvir nimmt niemand jemand anderem die Plätze weg ;)
    Also ich seh nicht, warum es bei Pontifices und den Flamines (die auch noch ne Menge Sachen haben, wo sie unbedingt teilnehmen müssen, weil es eben nur je einen Flamen gibt) möglich sein soll und bei Auguren oder Septemviri, wo nie alle gleichzeitig beschäftigt sind, man also auch sagen kann: Ich mach das jetzt nicht, sondern besuche lieber meine SimOff-Freundin, während der NSC-Kollege die Sibyllinischen Bücher befrägt...


    Aber man kann ja sein Amt auch für eine Legislaturperiode aufgeben und danach weitermachen, np ;)

    Zitat

    Original von Flavia Calpurnia
    "Da stimme ich zu. Mir stellt sich dabei die Frage, sehen sie das nicht? Sieht diese blinde Meute nicht, das sie ins Verderben rennt?"


    Nichts würde Calpurnia auch nur im entferntesten auf die Seite des Pöbels bringen. Schon gar nicht, nach dem sie gesehen hat, was blinde Wut anrichten kann. Ihrer Meinung nach, müsste jeder der Teilnehmer streng bestraft werden.


    Durus verfolgte das Geschehen immer weiter. Kurz räusperte er sich.


    "Was meinst Du, Purgitius? Du bist doch ein erfolgreicher Heerführer - werden viele entkommen?"

    Durus kam in seiner braunen Trauertoga in einer Sänfte, die eher ein tragbarer Stuhl war, zum Forum hinunter und bis an das Atrium Vestae. Hier stieg er ab und suchte nach einer Vestalin, die ihm das Testament seiner Cousine übergeben würde - auch, wenn der Tiberier den Inhalt bereits kannte.


    Man hatte Tiberia Claudia auf einer pompösen, rot bezogenen Kline direkt vor dem Lararium der Familie aufgebahrt. Die angeheuerten Pollinctores hatten die Tote geschminkt und in eine teures Gewand, das mit Goldfäden durchwirkt war. So konnte auch niemand den Stich erkennen und es wirkte fast so, als schliefe sie einen tiefen Schlaf.
    Die Füße Claudias steckten in Calcei patricii, deren Sichelmondanhänger sorgfältig poliert worden waren. So lag sie - die Füße zur Tür gerichtet und wurde von zwei Sklavinnen in dunklen Schleiern bewacht.


    Durus trat aus dem Tablinium ins Atrium. Er hatte Sklaven losgeschickt, um die gesamte Belegschaft des Hauses (inklusive der Verwandtschaft, die in Rom weilte) zusammenkommen zu lassen, denn es gab Anweisungen.


    Sim-Off:

    d.h.: Alle Tiberier - adeste!

    Zitat

    Original von Flavia Calpurnia
    Calpurnia grüßte den Senator mit einem kurzem Kopfnicken. Sie schaute befriedigt zu, wie mit diesem kleinen Aufstand umgegangen wurde.


    "Mir scheint es eher so zusein, das gewisse Kreise keinen bestimmten Grund benötigen, um sich in einer solchen Weise aufzuführen."


    Einen Augenblick verfolgte Durus den kleinen Aufstand, bevor sein Blick auf dem Tempel gegenüber stehen blieb. Ungläubig sagte er


    "Die...die stürmen den Saturntempel! Ist denen denn gar nichts heilig?"


    Beruhigt stellte er fest, dass nun das unvergleichliche Geräusch ertönte, wenn auf dem ganzen Forum Schwerter gezogen wurden.


    "Das wird böse enden..."


    Sein Blick ging weiter zum Tempel der Concordia, in dessen Vorhalle er noch vor kurzem mit mit seinen Mitarvalbrüdern getagt hatte. Daneben stannten ein paar schäbig wirkende Männer (zumindest wirkten sie aus der Entfernung so) auf der Mauer. Hoffentlich wurden sie bald heruntergeschossen!

    Durus trug inzwischen eine tiefbraune Toga, kombiniert mit einer schwarzen Tunika, um die Trauer über den Tod seiner Cousine Ausdruck zu verleihen. Auch hatte er wenig gearbeitet und schreckte auf, als die Tür so unwirsch aufgeschlagen wurden.
    Natürlich, nur dieser Klotz von Titus konnte die andächtige Ruhe, die ihm Hause herrschte, stören!


    "Und was sagt der 'Tribun'?"


    fragte er, wobei er das Tribun besonders betonte - für Durus war Quintus einfach Quintus und es war ihm noch immer nicht lieb, dass dieser von seinem bäuerlichen Diener so auf seine militärische Funktion beschränkt wurde.

    Ein berittener Sklave der Gens Tiberia hatte einen dirngenden Brief für den Tribun abgegeben und der Wache ein derartiges Trinkgeld gegeben, dass diese den Brief sofort zur Casa des Tribuns brachte


    Ad
    Q Tiberius Vitamalacus
    Tribunus Laticlavius Legio I Traiana Pia Fidelis
    Mantua, Italia



    Manius Quinto sou s.p.d.


    Ich habe erschütternde Neuigkeiten für Dich, Quinte: Deine Schwester Claudia hat sich heute morgen vor dem Minerva-Tempel das Leben genommen. Scheinbar hat sie sich niedergestochen und die angefügten Briefe für Dich und Minervina hinterlassen.


    Der Grund für ihren Tod scheint ein rätselhafter Orakelspruch gewesen zu sein. Ob dieser auch den exponierten Ort ihres Todes erklärt, kann ich nicht sagen - zu mysteriös sind die Worte der Sybille - ich habe sie Dir abgeschrieben. Offensichtlich haben die Priester, die sie fanden, sich jedoch diskret verhalten - bis jetzt ist Rom auf jeden Fall noch nicht in Aufregung.


    Ich habe die nötigen Rituale in die Wege geleitet.
    Die Funus sollten wir möglichst bald abhalten, weswegen ich Dich bitte, so schnell wie möglich zu kommen, um Claudia das letzte Geleit zu geben.



    Mögen die Götter Dich schützen
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    KAL APR DCCCLVII A.U.C. (1.4.2007/104 n.Chr.)


    Quintus Tiberius Vitamalacus


    Geliebter Bruder,


    ich weiss, dass du mich für das, was ich getan habe verurteilen wirst, doch war es notwendig. Halte mich nicht für feige, denn ich tat es auch zum Wohle der Familie. Ich werde Nova einen Gruss von dir überbringen.


    Verzeih mir.


    Claudia

    Rediviva Minervina


    Meine kleine Minervina,


    bitte verzeih deiner alten Tante, dass sie dich verlässt, doch war es notwendig, um das Unglück, dass die Götter für mich und unsere Familie bereithalten abzuwenden. Als Trost bleibt mir nur zu sagen, dass ich so zumindest die Möglichkeit haben werde deinen Vater wiederzusehen.


    Claudia


    Dies sind die Worte der Sibylle:


    Dunkel wirds, der Mond scheint helle,
    Laufe Biest, verlier dich in der Schnelle!
    Denn nur das vorwärts wird dich retten,
    Verharren musst du längst in Ketten.
    Der Morgen verhangen, von Nebel schwarz,
    Wie Blut erscheint das Abendrot.
    Warte, nur warte,
    Und der Tag ist tot.
    Die Furien mit dir auf dem gleichen Schiff,
    Es steuert beharrlich auf das verborgene Riff.
    Haltlos entfesselt, voll rasender Gier,
    Wo ist das dort und wo ist das hier?
    Den Löffel hältst du fest in der Hand,
    Gräbst dir dein eigenes goldenes Grab,
    Warte, nur, warte,
    Und der Tag senkt sich herab.
    Nach vorn, zurück, im Kreis herum,
    Weise sind die Weisen, doch wer ist dumm?
    Schau in dich hinein, sieh dein wahres Gesicht,
    Wer ist schön, wer ist es nicht?
    Der Höllenhund ist nah und gierig,
    Der Odem des Hades ein kalter Hauch,
    Warte nur, warte,
    Dann spürst du es auch.

    Nachdem Quintus nun in der Fremde weilte, hatte Durus sein Officium von dem kleinen Seitenraum ins Tablinium verlegt. Hier hatte er die Familienakten näher und konnte außerdem auf repräsentativere Weise Besuch empfangen. Hierhin ging er nun, nachdem die Bestatter gegangen waren und setzte einen Brief auf.


    Ad
    Q Tiberius Vitamalacus
    Tribunus Laticlavius Legio I Traiana Pia Fidelis
    Mantua, Italia



    Manius Quinto sou s.p.d.


    Ich habe erschütternde Neuigkeiten für Dich, Quinte: Deine Schwester Claudia hat sich heute morgen vor dem Minerva-Tempel das Leben genommen. Scheinbar hat sie sich niedergestochen und die angefügten Briefe für Dich und Minervina hinterlassen.


    Der Grund für ihren Tod scheint ein rätselhafter Orakelspruch gewesen zu sein. Ob dieser auch den exponierten Ort ihres Todes erklärt, kann ich nicht sagen - zu mysteriös sind die Worte der Sybille. Offensichtlich haben die Priester, die sie fanden, sich jedoch diskret verhalten - bis jetzt ist Rom auf jeden Fall noch nicht in Aufregung.


    Ich habe die nötigen Rituale in die Wege geleitet.
    Die Funus sollten wir möglichst bald abhalten, weswegen ich Dich bitte, so schnell wie möglich zu kommen, um Claudia das letzte Geleit zu geben.



    Mögen die Götter Dich schützen
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    KAL APR DCCCLVII A.U.C. (1.4.2007/104 n.Chr.)