Still maß sie den Prätorianerpräfekten mit ihrem Blick und sann darüber nach, ob er einfach nur einen teuren Geschmack hatte oder ob dieses Geschenk beeindrucken hatte sollen. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem, entschied sie für sich und lächelte leicht vor sich hin. Eine Sklavin betrat das Atrium mit leisem Schritt und stellte sowohl einen Glaskrug mit Wein als auch einen mit Wasser auf dem kleinen Tisch neben den beiden ab, eine weitere junge Frau brachte eine Glasschale mit Früchten darin - praktischerweise waren die Melonen- und sonstigen Fruchtstücke darin auf eine angemessene Größe zurechtgeschnitten, sodass man sie leicht mit den Fingern nehmen und bequem essen konnte.
"Ich nehme an, Du möchtest Wein unverdünnt?" fragte sie lächelnd und griff nach der Glaskanne, um ihm selbst einzuschenken. Das erste Getränk des Abends sollte noch von der Gastgeberin selbst eingeschenkt werden, danach mochten das die Sklaven erledigen - sie hielt diesen Brauch einfach für etwas persönliches, vielleicht antiquiert, aber ein Gast sollte sich im Haus der gens Iulia willkommen fühlen können. "Es dürfte bald abkühlen, glücklicherweise - aber bei dieser Hitze derzeit musste ich auch schon in der Curia Ostiae eine allgemeine Arbeitspause anberaumen, die täglich drei Stunden umfasst - solange man das Gefühl hat, das Hirn könnte einem im Kopf schmelzen, lässt sich einfach nicht richtig arbeiten. Wie haltet ihr Prätorianer nur das dauernde Helmtragen aus?"