Beiträge von Iulia Helena

    Der Lärm wurde ohrenbetäubend und schluckte zumindest für Helena die Teile der Unterhaltung zwischen Constantius und der jungen Frau, die sie gern verstanden hätte - an ein Mitwirken im Gespräch war nicht mehr zu denken, Diocles' Sieg ließ die Veneta-Anhänger brüllen, als müssten sie mit ihren Gesängen und Siegesschreien den Circus Maximus zum Einsturz bringen. Sie jubelte einfach mit, ließ sich von dem rauschhaften Gefühl der geteilten, übermächtigen Freude tragen, das sich in der Südkurve sammelte und von dort aus in alle anderen Bereiche der Rennbahn abstrahlte, als schiene die Sonne heute nicht golden, sondern blau. Frenetisch feiernde Fans rissen die Arme in die Höhe, und das gebrüllte VENETA VICTRIX! beherrschte für lange Momente diesen Abschnitt der Rennbahn übermächtig. Sie konnte nicht anders, sie brüllte einfach mit, während Wonga die Fahne schwenkte, als müsse er damit Diocles in der Endrunde zum Sieg wedeln.


    "Wir stimmen heut ins Siegerliedchen ein,
    Gewinner muss die Veneta sein!"


    Hinter ihnen gröhlte eine Gruppe junger Männer diese Schlagworte laut heraus und Helena vermutete insgeheim, dass sie schon ein bisscheng getrunken haben mussten, denn sie artikulierten nicht mehr ganz sauber, was sie sangen. Aber es tat der guten Stimmung keinen Abbruch, vielmehr stimmten nun auch noch andere in diese Sätze ein und ließen sie einer Welle gleich durch die Fankurve laufen. Lächelnd winkte sie Quintus Tiberius Vitamalacus zu, als sie bemerkte, dass er zu ihnen hinauf blickte, um dann wieder zu Minervina und ihrem Bruder zu blicken, die sich noch immer unterhielten - Constantius schien wirklich Freude an der Unterhaltung zu haben, umso besser. Es wurde auch Zeit, dass er von sich aus mit Frauen zu sprechen begann, und diese junge Dame schien freundlich und gut erzogen zu sein, was wollte man schon mehr?


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    "Wunderbar," sagte sie und griff schon nach der nächsten Akte, was den Stapel auf ihrem Tisch zwar kurz zum Wanken, aber nicht zum Einsturz brachte, sie beherrschte wie die meisten Beamten des Imperiums die Kunst des vorsichtigen Aktenhervorziehens inzwischen sehr gut. "Dann sehen wir uns morgen Mittag zur cena. Ich freue mich darauf, Helvetius Caesonius, und ich hoffe, dass Du bis dahin noch eine angenehme Zeit in Ostia verbringst. Die Scriba hier im Haus können Dir sicher auch noch andere Orte empfehlen, wenn Du das Nachtleben kennenlernen möchtest."

    "Morgen, zur Mittagszeit. Wenn Du möchtest, kannst Du mich hier abholen," sagte sie und musste innerlich darüber lachen, wie gnädig und herablassend es klingen musste, ganz als sei sie eine Patrizierin und er nur einer von hundert möglichen Verehrern. Die Welt war schon sehr verrückt bisweilen, überlegte sie und milderte den arroganten Beiklang der Worte mit einem leichten Lächeln. Zudem war es einfach nur amüsant zu beobachten, wieviel Wert er auf sein Aussehen zu legen schien - ob er irgendwann noch Puder und Kohlstift auspacken würde wie die Ägypterinnen?

    Sanft berührten seine Lippen ihre Stirn, und dann war der Moment vorüber - die Vertrautheit schon eine Erinnerung, wenngleich eine, die sie sachte lächeln ließ. Auch jetzt konnte sie noch keine Schuld empfinden und lauschte vergebens auf eine innere, sie selbst verdammende Stimme, die ihre für eine römische Frau höchst lästerlichen Alleingänge mokieren sollte. Aber sie konnte sich nicht ausschimpfen, dafür war es einfach nur zu schön gewesen. Schön auf eine sehr berührende, persönliche Weise, an der sie nichts bedauerte. Ein Geschenk, das im richtigen Zeitpunkt gegeben worden war - so musste sie es sehen, um ihren Weg weiter gehen zu können. Mit ein wenig Wehmut blickte sie unter die Klippe zurück, als sie sich davor aufgerichtet hatte, noch immer in seinen Umhang gehüllt.


    "Es ist kaum zu glauben, dass es eben noch so sehr geregnet hat," meinte sie verblüfft und blickte zum Himmel auf, an dem sich die Sonne bereits ihren Platz zurück erobert hatte und sie mit einer enormen Hitze von oben herab verwöhnte. Wahrscheinlich würden sie ganz von selbst wieder trocknen, so als hätte es den Regenguss gar nicht gegeben - wenn sie noch ein wenig draußen bleiben würden. Keine peinlichen Ausziehorgien oder dergleichen, wenn sie ehrlich zu sich selbst war, war ihr das nur Recht. Denn unter der Klippe war es noch möglich gewesen, das vage Sehnen ihres Körpers so gut wie möglich zu ignorieren, aber unter der Sonne würde es ungleich schwerer werden - und ihn zu begehren würde alles schwerer und komplizierter machen, als es ohnehin war. Sie war sich seiner Gegenwart ohnehin zu deutlich bewusst, je mehr sie ihn hier am Sonnenlicht betrachten konnte.


    Auf seine Worte über Ajax hin blickte sie sich nach dem Ausreißer um und schmunzelte. "Würdest Du Dich denn nass regnen lassen, wenn Du wüsstest, dass Du nicht unter die Klippe passt, unter die sich Dein Herr geflüchtet hat? Also ich würde mir da auch ein trockenes Plätzchen im Wald suchen, anstatt am Strand zu sehen und mir vielleicht noch einen Blitz einzufangen," neckte sie ihn schmunzelnd und deutete in Richtung des Strands. "Ajax hat es deutlich leichter, der läuft sich gerade einfach trocken." Und tatsächlich, in der Ferne galoppierte der mächtige, schwarze Hengst umher wie ein wildes Füllen.

    "Ich weiss nicht, ob Dir bewusst ist, dass eine Witwe sehr wohl auf ihren Ruf zu achten hat," entgegnete sie gelassen und mit einem leichten Lächeln. "In sofern ist ein Abendessen mit einem fast völlig Fremden in einer der Tavernen Ostias einfach indiskutabel." Ach, diese Männer, sie versuchten es eben immer wieder, dachte sie schmunzelnd, aber es war durchaus amüsant. Ob er noch weiter versuchen würde, seinen Willen durchzusetzen? Die Iulier konnten vielleicht derzeit nicht mit einem Senatoren in der Familie aufwarten, aber sie waren stur genug für mindestens zehn.

    Der Blick ihres Bruders entging ihr nicht, denn er war so typisch für ihn, so still, ohne aufdringlich zu sein, und sie ahnte in diesem Moment auch, was er wohl denken mochte. Ihren Kummer über den Tod ihres Mannes kannte er nur zu gut, und auch wenn sie diesen oft vor ihm zu verbergen versuchte, insgeheim hatte sie doch sehr oft das Gefühl, dass er sehr genau wusste, wann sie traurig war und keinen Trost fand und wann sie in ihren Erinnerungen lebte, ohne zu weit in die Zukunft zu blicken. Zehn Jahre konnte man schließlich nicht einfach wegwischen und schon gar nicht vergessen. Dafür war zu vieles geschehen. Während sie sich kurz in Gedanken verlor, betrachtete sie ihren Bruder voll stiller Zärtlichkeit und ohne darüber nachzudenken, hob sie die Hand zur Brust an, dorthin, wo unter dem Stoff ihres Kleides das Lederband mit dem hölzernen Taubenanhänger ruhte, den er einst für sie geschnitzt hatte. Es hatte sich vieles in ihrem Leben verändert, aber diese Liebe zu ihrem jüngsten Bruder war stets geblieben, und es war gut, wie es war.


    "Deine Verwandte Tiberia Livia habe ich vor einer Weile kennengelernt," sagte sie sinnierend in die Richtung des Vitamalacus und lächelte dann. "Sie ist wirklich eine sehr angenehme und intelligente Frau, bei der ich sehr gut nachvollziehen kann, wieso ihr Weg in die Politik so erfolgreich verlaufen ist. Ich hoffe, dass sie nicht beim Amt des Praetors aufhört und sich nicht von den vielen bösen Worten entmutigen lässt, die über Frauen gesprochen werden." Sie ließ kurz eine Pause entstehen, denn eigentlich wollte sie nicht zum Thema der Frauen in der Politik zurückkehren, es war in den letzten Wochen wahrlich genug besprochen worden, dafür hatte sie einige andere Fragen, die ihr schon seit einiger Zeit auf den Nägeln brannten.
    "Kannst Du uns vielleicht etwas von Mogntiacum berichten, quaestor? Unser Vater dient der Stadt als Magistrat, und er schreibt in seinen Briefen leider sehr wenig über seine Arbeit, ich fürchte, er hat sehr viel zu tun - Du aber kennst das Land und die Menschen dort aus eigener Erfahrung. Ich würde einfach gern etwas mehr über die Umgebung wissen, in der unser Vater seine Zeit verbringt."

    Wie selbstverständlich er ein 'wir' aussprach - als könnte er sich nichts anderes denken, als dass man ihn natürlich auch an einer genaueren Planung beteiligen wüde, was das Pferderennen anbelangte. Nein, an Selbstbewusstsein schien es dem Helvetier wirklich nicht zu mangeln, dachte sich Iulia Helena und wider Willen stellte sie fest, dass es ihr gefiel. Sie setzte sich gern auseinander, wenn es auf einer Ebene stattfand, die sie nicht grundsätzlich nur in Frage stellte, und er hatte es bisher verstanden, ihr Interesse wach zu halten.


    "Wenn es der Stadt nützt, ist meine Zeit nur ein sehr geringer Preis für eine vielversprechende Idee," sagte sie lächelnd und betrachtete den Besucher durchaus wohlwollend - umso besser, dass er Ostia so wichtig zu schätzen schien. Vielleicht würde er nach der Wahl als Scriba für die Stadt interessiert werden können, überlegte sie, ein wenig zusätzliche Tatkraft schadete sicher nicht. "Es tut mir leid, aber ich habe derzeitig sehr viel Arbeit zu bewältigen, sodass mir ein Ausgehen nach der Arbeit nicht möglich ist. Aber wenn Du noch einige Tage hier verbringst, kannst Du mich gerne morgen mittag zur Cena begleiten." Es winkte ein unterhaltsames Mittagessen, das konnte ja nicht verkehrt sein. Und vielleicht gab es hier einen nützlichen Kontakt zu knüpfen und zu pflegen.

    Mit einem dankenden Nicken legte sie den zusammengerollten Plan auf den Aktenstapel neben sich und konstruierte damit eine Art des fast schiefen Turms von Ostia, wenngleich sich dieser Turm sicherlich deutlich schneller abtragen würde als nachfolgendere Gebilde, die dem ehrgeizigen Willen späterer Generationen folgen würden. "Ich werde mich damit beschäftigen und wenn ich Fragen habe, wende ich mich wieder an Dich. Diese Idee ist zu gut, um sie verkommen zu lassen - und ich bin Dir dankbar, dass Du sie hierher gebracht hast und nicht in eine der anderen Städte der Regio Italia."


    Sanft legte sie die beiden Hände ineinander und ließ ihren Blick über sein Gesicht schweifen. "Ah, einige entspannte Tage hier in Ostia sind sicher nichts Verkehrtes, auch wenn Du in Rom die großen Spiele verpasst ..." Etwas hoben sich ihre Brauen an, dann schüttelte sie den Kopf. "Ich fürchte, als Führerin für die lokalen Gasthäuser kann ich Dir nur sehr schlecht dienen, aber die meisten Gäste der Curia übernachten im Haus 'Zum Sonnenuntergang' - es liegt am Forum und ist kaum zu verfehlen. Bisher habe ich darüber noch keine Klagen gehört, also denke ich, wird es Dir sicherlich gute Dienste leisten können."

    Das Schmunzeln war nun deutlicher auf ihren Lippen zu erkennen, aber sie ließ sich nicht anmerken, ob sie sich nun über seine Reaktion freute oder nicht. Gemächlich rollte sie den Plan zusammen und blickte zu ihm, die Brauen sanft erhoben.
    "Darf ich das vorerst behalten? Ich möchte mir einige Gedanken dazu machen, und das geschieht am besten immer in Ruhe."


    Sie richtete sich etwas auf und begegnete seinem Blick abermals, bevor sie sich gemächlich wieder auf dem Stuhl niederließ. "Nun, im Circus wäre es doch ein wenig zu langweilig, aber eine Strecke, welche die Reiter hier durch die Stadt führt, dürfte sicherlich zur Spannung beitragen. Auch für die Zuschauer, nicht nur für die Reiter allein. Wie kann ich Dich erreichen, wenn es darum geht, diese Planung in eine konkrete Tat umzuformen?" Mit sanfter Geste zog sie sich ihre Notier-Wachstafel heran und blickte ihn erwartungsvoll an.

    "Ich dachte eher an Parteien aller möglichen Städte, die gegeneinander bei dem Ritt antreten. Damit könnte man auch Besucher von weiter auswärts ansprechen, immerhin geht es um die Ehre ihrer Städte - und die meisten gutsituierten Familien besitzen Pferde." Nun gut, die Iulier nicht, aber sie hatte auch nicht unbedingt Constantius bei einem so halsbrecherischen Ritt zu Pferde im Kopf gehabt. Es würden sicherlich viele hitzige Jungspunde finden, die sich eine solche Herausforderung nicht würden wollen entgehen lassen, da war sie sich sicher.


    "Und wenn es ein Erfolg wird, vielleicht wollen andere Städte dann an dieser Idee teilhaben ... auf lange Sicht könnte es eine feste Einrichtung bei Städtefesten werden, die auch unseren römischen Tugenden und Werten entspricht," führte sie den Gedanken weiter aus und lächelte spitzbübisch. "Reiten ... können ja nun wirklich genug römische Männer." Eine vage Betonung erhielt das erste Wort, und sie blickte ihn verstohlen an, um zu sehen, wie weit er sie wahrgenommen hatte.

    "Du hast mich keineswegs gelangweilt," sagte sie lächelnd. "Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Du mich besucht hast und ich hoffe, es wird nicht das letzte Gespräch sein, welches wir miteinander führen werden, Octavius Dio. Für die Wahl wünsche ich Dir ebenso viel Erfolg - und vale bene!" fügte sie noch an und blickte ihm sinnierend hinterher, als er das Officium verließ. Ein weiteres Puzzlestück in dem gesamten Bild, und ein interessantes dazu.

    "Vielleicht hast Du bisher einfach nicht die richtigen Frauen kennengelernt," versetzte sie schmunzelnd und strich mit einer Hand den Plan glatt, der vor ihnen auf dem Schreibtisch lag. Dennoch regte sich auch der Gedanke, warum sich der Helvetier ausgerechnet nach Ostia gewandt hatte - ein solches Rennen wäre sicher in jedem Gelände möglich gewesen, nicht nur zwischen Rom und Ostia. Aber sie war recht froh darüber, wie die Entscheidung ausgefallen war, Ideen konnten sie in Ostia sicherlich brauchen, und sie wusste auch schon, wo diese Idee einen passenden Platz finden würde.


    "Im Augenblick bin ich in der Regio Italia die einzige Magistrata, aber ich denke, dass es nicht vom Geschlecht abhängt, wie weit jemand fähig ist, seine Arbeit gut zu erledigen, sehr viel mehr von den Geistesgaben der betreffenden Person. Sicher wird Dir Deine Verwandte Helvetia Fabia nicht viel anderes sagen." Sachte tippte sie mit einem Finger auf den Plan und meinte dann lächelnd: "Ich glaube, ich weiss auch schon eine passende Gelegenheit für dieses kleine Schauspiel römischer Reitertugend - wir planen ein Hafenfest für den September, und da könnte sich dies als eine sehr gute Ergänzung des Programms erweisen."

    Helena nickte still zu den Worten ihres Bruders, aber sie wollte mit ihrem Rückzug warten, bis sie sicher sein konnte, dass Livilla nicht vor Angst in ihrem cubiculum vergehen würde, bis sie Constantius erkannt hatte. Und dann galt es schließlich auch noch dafür zu sorgen, dass ihre Cousine einen guten Schlaftrank erhielt - mit einem Mal schien das beschauliche, fast ruhige Dasein der Iulier in Rom auf eine Weise durcheinander gewirbelt, der sie kaum wirklich folgen konnte. Aber es war nun einmal geschehen, nun mussten sie mit den Folgen klarkommen.


    "Ich komme gleich wieder, Constantius - und, Livilla: Er ist es. Du musst Dich nicht fürchten!" sagte sie deutlich lauter, damit die junge Frau im Inneren des Raumes sie auch hören konnte. Dennoch ahnte sie, dass auch ihre Worte an der Furcht Livillas nicht viel würden ändern können. Vielleicht würde aber Constantius' Beistand ein wenig die Folgen zu lindern wissen, die dieser Abend an Schmerz und Unsicherheit hinterlassen hatte. Und sie würde herausfinden müssen, wo Secundus Mela untergebracht war ... viel zu tun, wieder einmal.

    "Was sicherlich das Ziel eines jeden Kurienmitglieds sein sollte, das für eine Stadt dort einen Sitz beansprucht. Ostia hatte sehr lange keine Stimme, da der ehemalige Duumvir sich ohne Abmeldung aus seinem Posten zurückgezogen hat und deswegen vieles eine lange Zeit fast unbeobachtet brach liegen musste. Das wird nicht noch einmal geschehen, nicht, solange ich hier wirke," erklärte sie entschlossen und reckte ihr Kinn etwas, eine gewisse kämpferische Grundhaltung andeutend.

    Sie hatte sich über die Pläne geneigt und betrachtete sowohl die Zeichnungen, als auch die Markierungen durchaus interessiert. Die Idee gefiel ihr, und nicht nur, weil es so etwas bisher noch nicht gegeben hatte. Es war einfach einmal etwas anderes als das dauernde Wagenrennen - so sehr sie Wagenrennen auch mochte! - und die ewigen Kämpfe in der Arena, bei denen Menschen oder Tiere oder beides zu Schaden kamen.
    "Es gibt genügend Römer, die sich ihrer Reitkünste rühmen," meinte sie nach eine Weile und hob den Blick zu dem Helvetier an, sodass sich beider Blicke kreuzen mussten - ein kurzes, fast sanftes Lächeln folgte.


    "Und es wäre sicher eine interessante Sache, eine Art Städtemeisterschaft auszutragen. Warum also nur zwischen Roma und Ostia? Man könnte es auf Mantua, Misenum und all die anderen Städte der Regio Italia ausweiten und vielleicht einen Siegerpokal stiften, der im folgenden Jahr dann wieder errungen werden kann ... ähnlich wie die olympischen Spiele mit ihren Siegerkränzen, nur eben früher und rein römisch." Dass der Klang des Wortes 'Startgeld' ausgesprochen süß in ihren Ohren klingelte, verriet nur das kurze Aufblitzen der Augen dem kundigen Beobachter.

    "Ich werde auf diese Angelegenheit meinen Blick behalten, dessen kannst Du Dir sicher sein," sagte sie sinnierend, um dann leicht zu lächeln. Zumindest war von den Vigiles bisher weder Klage noch Sorge zur Curia Ostia hinüber gedriftet, aber es konnte nicht schaden, sich selbst eines reibungslosen Ablaufs zu versichern. In sofern sollte sie diesem Fremden für die Anregung eigentlich dankbar sein. "Aber nachdem wir in absehbarer Zeit wieder einen regionarius in Ostia haben werden, sollte sowohl bei den Vigiles als auch im Bereich des Schutzes der Bürger genug Vorsorge getroffen sein. Der ehemalige regionarius, Hadrianus Subdolus, war ein sehr guter Mann."


    Sim-Off:

    Nun, engagierte Spieler tauchen eben nicht von heute auf morgen auf, da muss man sich zumindest für die Not behelfen ;)

    Er war es - der letzte Zweifel wurde durch den vertrauten Klang der Stimme ausgeräumt, und sie atmete merklich auf. Warum hatte sie eigentlich Angst gehabt? Es war dumm zu glauben, dass ein Feind an Wonga vorbei gekommen wäre, der Nubier hatte ihr seine Kampfkraft schon früher bewiesen und ihr Vertrauen damit erworben. Langsam trat sie näher zu Constantius und betrachtete ihn ihm Zwielicht des Ganges, bevor sie ihm leise antwortete:
    "Sie ist ziemlich durcheinander, aber nach einem solchen Abend darf das nicht erstaunen. Ich denke, es würde sie beruhigen, wenn sie Dich sehen würde, Caius, auch wenn ich fast befürchte, dass sie heute nacht nicht von alleine den Schlaf finden wird." Sie klang sorgenvoll, fast ebenso müde, wie er sich fühlen mochte, und tatsächlich fühlte sie sich fast hilflos. Livillas leidenschaftliche und gleichzeitig kalte Selbstanklage hatte sie tiefer erschüttert, als sie es zugeben wollte.

    "Dann warte hier, Livilla," sagte Helena sanft, aber bestimmt, bevor sie die Türe öffnete und hinaus trat, um sich auf dem Flur umzublicken. Wer auch immer die Casa betreten hatte, sie würde ihn zweifelsohne sehen, das Haus war schließlich nicht groß genug, dass ein Besucher einfach verloren ging oder sich verstecken konnte. Aber eigentlich war sie sich recht sicher, dass es Constantius war, sie kannte seinen Schritt gut genug dafür. Vor allem diesen etwas müde wirkenden Schritt, der nach vielen Stunden des Laufens in der Stadt zustande kam, wenn sich jede Faser seines Körpers eigentlich nach dem Bett und etwas Entspannung sehnte.
    "Constantius?"