Ich schmunzelte und legte die Hand nachdenklich ans Kinn. Er hatte sich also für eine Ritterlaufbahn entschieden und bat im gleichen Atemzug um das für eine Standeserhebung obligatorische Stück Land. "Hm", machte ich und nickte langsam. "Das Grundstück stellt hierbei ein weitaus geringeres Problem dar, ich kann dir problemlos ein Stück Land überantworten. Letztenendes liegt die Entscheidung jedoch nicht bei mir, auch wenn ich dir verspreche, mich für dich einzusetzen." Nochmals nickte ich. Es machte Sinn, wenn Albinus nun etwas höheres anstrebte als die Rolle eines kleinen Provinzbeamten. Da der Kaiser selbst nicht greifbar war, würde ich um ein Gespräch mit seinem magister officiorum bitten, welcher die Angelegenheit dann weiterleiten könnte. "Ich werde mit mit Aelius Callidus treffen und ihm antragen, dass ich dich für geeignet halte, zum Ritter erhoben zu werden. Alles weitere sehen wir dann."
Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus
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Gespielt grollend reckte Brix den Kopf vor, sodass er aussah wie ein Stier. Er verhielt jedoch nicht lang in dieser Stellung, sondern richtete sich bald wieder auf und zuckte mit den Schultern. Niki betrachtete Tilla liebevoll - sie mochte das Mädchen sehr - und nickte. "Natürlich, geh nur. Ich werde das Brot zuletzt backen, Liebes. Vielleicht bist du bis dahin schon wieder da, dann kannst du die Fladen formen", sagte sie freundlich und zwinkerte Tilla zu. Dann sah sie zu Brix und machte eine wegschickende Bewegung. "Na los, ihr zwei. Raus aus meiner Küche", sagte sie fröhlich und erntete dafür von Brix einen lieben Blick. Die Griechin war sich sehr wohl der Wirkung bewusst, die sie auf den Germanen hatte. Schmunzelnd wandte sie sich wieder ihrer Schüssel zu. Brix sah sie noch einen Moment lang verträumt an, dann deutete er mit dem Kinn hinaus.
"Na dann komm, Tilla", sagte er und ging voraus. "Eine Landsmännin ist... Ach weißt du, sie ist auch Germanin und kann noch nicht so gut Latein. Und sie müffelt, weil sie frisch vom Markt kommt. Du weißt doch, wie dreckig es bei den Händlern ist..." erklärte ihr Brix, während er mit Tilla zurück zur Sklavenunterkunft der Frauen ging.
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[Blockierte Grafik: http://img70.imageshack.us/img70/2005/sklave9vv4.jpg] | Brix
Schnell wandte Brix den Kopf. "Ach." Er blinzelte. "Da bist du ja..." Niki grinste spöttisch und rührte weiter in ihrer großen Schüssel herum. Zu schade, fand Brix, dass sie mit diesem Miesepeter von scriba liiert war. Irritiert betrachtete er Tilla dabei, wie sie mit den Händen fuchtelte. Er hatte einfach keinen Sinn dafür, diese gezeigten Worte zu erlernen. Außerdem gefiel ihm Niki, weswegen er lieber sie angeschaut hätte als Tillas Gebärden. Aber er musste sie ja ansehen, um sie zu verstehen - was er auch tat, wenn auch er nicht ganz verstand, was sie ausdrücken wollte. Tilla deutete auf den Teig und machete eine knetende Bewegung. Brix verstand das allerdings anders.
"Du willst jemanden mit dem Teig erwürgen", stellte er nüchtern fest und blinzelte ungläubig. War das Abwischen an der Schürze nun auch eine Geste oder einfach ein Abwischen? Mit gerunzelter Stirn und gequältem Ausdruck sah er Niki an, die sich an Tillas Ausdrucksweise längst gewöhnt hatte, wie annähernd jeder Sklave in der villa. Während sie Gewürze in ihre Schüssel warf, übersetzte sie sinngemäß, und Brix nickte. "Ahso. Also, nein, haben sie nicht. Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du Zeit hast, dich um eine Neue zu kümmern." Niki hielt im Rühren inne und sah fragend zu Brix. "Eine Neue?" fragte sie. "Jupp. Heißt Siv und ist eine Landsmännin. Bisschen eigenwillig noch, aber ich gehe davon aus, dass sich das legen wird..." Er wandte sich wieder Tilla zu. "Jedenfalls braucht sie dringend ein Bad, sie müffelt nämlich. Und neue Klamotten braucht sie auch, genauso wie jemanden, der ihr das Haus zeigt. Hast du nicht Lust, Tilla? Sonst gehe ich Cadhla fragen. Oder ihr tut euch gleich zusammen."
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Albinus musste nicht lange warten, bis ich erschien. Grinsend grüßte ich.
"Albinus, na sowas, so schnell hätte ich dich nicht zurück vermutet." -
Träge umschwappte mich das Wasser, angestoßen durch die Bewegungen der Sklavin, während ich selbst gänzlich ruhig verharrte und schlichtweg genoss. Bedauerlicherweise würde selbst der dreckigste Körper einmal blitzblank sein. Äußerlich ruhig musterte ich Cadhla. Die zusammengepressten Lippen, die verstohlenen Blicke und das feuchte Haar Cadhlas regten die Gedanken an, während die Atmosphäre, die im Bad herrschte, zum Dösen verführte.
"Du hast recht, es kann alles zu jeder Zeit bedeuten", bestätigte ich leise und sah Cadhla aus nur halb geöffneten Augen an. "Ich weiß, dass viele uns Römer für Tyrannen halten, die sich ohne Nachfrage nehmen, wonach es ihnen gelüstet. Das mag in vielen Fällen sogar stimmen oder zumindest so erscheinen. Unser Reich ist nicht zuletzt deswegen zu solcher Größe gelangt. Der Ruf eilt uns voraus." Ich legte nun meinerseits ebenfalls den Kopf schief. "Ich befehle es dir nicht und ich werde dir auch das Versprechen nicht abnehmen, Cadhla. Ich habe dich um etwas gebeten und es liegt ganz allein in deinem Ermessen, ob du dieser Bitte entsprichst." Vermutlich kam ihr diese Freistellung seltsam vor, weil sie zuvor nur andersartige Römer kennengelernt hatte? "Ich werde dir nicht immer die Wahl lassen, meinen Worten Folge zu leisten, Cadhla", fuhr ich fort. "Und ich wäre enttäuscht, würdest du meinem Wunsch nur aus Angst vor Strafen entsprechen. Lass uns nicht weiter darüber reden, aber denke über meine Worte nach. - Und das ist ein Befehl." fügte ich schließlich an und schloss die Augen wieder zur Hälfte.
Unter dem Aspekt ihrer Familie konnte ich ihr nicht einmal verdenken, skeptisch zu sein. Vielleicht hielt sie meine Worte für einen äußerst klugen Schachzug? Eine Erpressung, die offiziell keine war? Ich nahm mir vor, auf das Spiel einzugehen. Ihre unwillkürlichen Reaktionen auf mich waren mir schließlich nicht entgangen. Zudem war es besser, wenn sie von selbst kommen würde, weitenstgehend zwanglos. Besser und vor allem einfacher. Das weitere Waschen nahm ich nicht wirklich zur Kenntnis, sondern ließ die Schmeicheleien und Säuberung meiner Haut einfach über mich entgehen, halb anwesend, halb abwesend. Das Wasser kühlte allmählich ab, und zudem war mir die Lust am Bad bald vergangen. Ich war müde und wollte mich ruhen und schlafen, bis der Mittag des nächsten Tages anbrach. Schließlich erhob ich mich und entstieg dem Becken. Ohne auf Cadhla zu warten, schritt ich tropfend und triefend auf ein Tuch zu, nahm es auf und rubbelte fahrig über das Haar, ehe ich es mir locker um die Hüfte schlang. Für Cadhla lag ebenfalls ein Tuch bereits. Mit Blick fiel auf ihre tunica. "Hat man dir bereits etwas Anständiges zum Anziehen verschafft?" fragte ich sie.
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Der Germane hob eine Braue, als Siv derart schnell auf seine Frage antwortete. Demnach schien sie ein Faible für Pferde zu haben. Ob er die kleinen Stallungen erwahnen sollte, die sich ans Haus anschlossen? Vorerst entschied er sich dagegen, schließlich war sie gerade erst angekommen und ihr Augenmerk sollte zufürderst anderen Dingen gelten. Vielleicht durfte er Siv einmal mitnehmen, wenn er wieder einmal hinaus zum Gestüt ritt und die Finanzbücher abholte, damit Cotta sie prüfen konnte.
Brix hob seine Hand und stupste Siv leicht an der Schulter an, als sie ihre Sehnsüchte äußerte. "Wenn die Freiheit dein sehnlichster Wunsch ist, dann diene gut. Die Freiheit ist der Lohn, der dich dafür erwartet, Siv", sagte er ernst. Seine Stimme verriet, dass auch er auf die Freiheit hoffte. Er ließ sie wieder los, und nun trat ein wenig Spott in seine Augen. "Einen Wald kann dir in Rom keiner bieten, aber der Garten hier ist auch nicht schlecht." Er feixte und fuhr sich anschließend durchs Haar. Die Stimmung lockerte sich merklich, nicht zuletzt, da Siv auf seine Fopperei einging. "Das ist ein Wort", lachte er. "Ich sage gleich Tilla Bescheid. Sie wird dir alles zeigen und dir helfen - ehe du es dir noch einmal anders überlegst. In einem Punkt muss ich dich aber enttäuschen...deine tunica verbrennen wir. Sie starrt vor Schmutz. Und sie ist die Inkarnation eines Fetzens. Zumal du ja neue Kleidung bekommen wirst."
Er stand auf und streckte sich. Dann warf er einen Blick aus dem Fenster. "Schon so spät... Ich gehe eben Tilla suchen. Du kannst ja schon mal probeliegen", empfahl er Siv und zwinkerte ihr zu. Dann ging er raschen Schrittes hinaus und in Richtung culina. Tilla half hier manchmal aus und er hoffte, sie hier zu finden. Er spazierte hinein, grüßte Niki, die Köchin, und fragte sie: "Hast du Tilla gesehen?"
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@ Avitus: Das mit den eventuellen Negativgedanken steht eh nur als Vermutung da, die ich keineswegs als feststehende Tatsache ansah bzw. ansehe.

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Dazu fällt mir ein sehr treffender Kommentar von Meridius ein, denn daran mangelt es scheinbar in vielen Fällen, wie ich manches verstanden habe. Ich selbst kann mich bis dato nicht beklagen, habe aber schon von mehreren Seiten Klagen darüber gehört.
ZitatOriginal von Maximus Decimus Meridius
...ich stelle immer wieder fest, dass es letztlich auch oft an der Kommunikation liegt.Redet einfach miteinander.
Wichtig ist, dass es allen Spaß macht. Und damit es allen Spaß macht sind im Grunde nur zwei Dinge notwendig: Kommunikation und Respekt vor dem anderen. .
Ich kann mir kein Urteil über die Vorgehensweise der SL in diesem Punkt erlauben, könnte mir aber vorstellen, dass im Beispiel Avitus Negativa aufgrund der Unwissenheit entstanden sein können, die ja Fakt war, wie du sagtest, Lucidus. Und wenn man nur die Mitteilung macht, dass noch dran gearbeitet wird und nichts Konkretes mitzuteilen hat, dann hilft das bestimmt in den meisten Fällen, dass Ärger über "die da oben" gar nicht erst entsteht.
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Caecus war natürlich das Kichern nicht entgangen, also schien das Gedicht bei der Dame schon mal gut angekommen zu sein. Der Frischgebackene hingegen reagierte....gar nicht. Caecus suchte nach grauen Haaren. Jemand hatte ihm einst erzählt, dass mit jedem grauen Haar mehr Stumpfsinn ins Gemüt Einzug hielt. Und Avarus....ja, tatsächlich, da spross das ein oder andere. Beruhigt, weil er sich keine weiteren Gedanken machen musste, fuhr er also fort und erwiderte zunächst etwas auf Lucillas Worte hin. "Eben jener, edle Dame. Ich werde mir die größte Mühe geben, den Wortlaut nicht zu verfälschen", versprach er und nickte dem Sklaven zu, der das kleinere der beiden flexiblen Päckchen hielt. Der Sklave beugte sich vor und überreichte der Dame im weißen Kleid mit größter Sorgfalt das Päckchen. Caecus räusperte sich und setzte eine Miene auf, wie sie sein Herr wohl aufsetzen würde. "Der Aphrodite gleich, macht sie selbst diese Gabe genaugenommen wertlos. Ich hoffe dennoch, dass sie ihr gefällt." Caecus nickte dem anderen Geschenketräger zu, der nun das größere der Päckchen an den Frischvermählten reicht. "Senator, du hast es wahrlich nicht nötig, doch dies ist für dich." Caecus grinste nun breit. Was übrig war, war das unförmige Etwas zu seinen Füßen...
Der aurelische Sklave griff nach dem grünen Tuch und verhielt kurz, um die Spannung zu schüren. "Liebe Lucilla, dies ist ein zweites Geschenk für dich. Ich hoffe, du wirst mit diesem kleinen Kerlchen viel Freude haben. Mein Sklave wird dir vorführen, über welche unterhaltsamen Kunststücke er verfügt." Damit lüftete Caecus das Tuch. In einem goldenen Käfig, dessen Boden seitlich mit altägyptischen Zeichen verziert war, saß ein Sittich und sah sich aus kleinen schwarzen Knopfaugen neugierig um. Caecus betrachtete Lucilla kurz, ließ ihr einen Moment Zeit und öffnete dann den Käfig. Die Schwungfedern des Vogels waren soweit gestutzt, dass er nicht sonderlich weit würde fliegen können. Caecus zauberte einen Marskeks hervor und nahm den Vogel auf die Hand. Er hiel ihn samt Keks Lucilla hin, dabei freudig grinsend. "Er hat noch keinen Namen. Nubien war seine Heimat, weißt du. Und er kann schon ein paar Worte sagen", erzählte der Sklave stolz. In diesem Moment krächzte der Vogel: "Kussikussikussi! Germani-Kussikussikussi!"
Sim-Off: WiSim

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> Die Ladung der Gäste <
Während die einen sich noch fragten, was genau Sinn und vor allem Ziel dieser langen Menschenkolonne war, hatten die ersten selbiges bereits erreicht: Den Tempel der kapitolonischen Trias, sozusagen das Zuhause der drei weißen Marmorfiguren. Mit größter Sorgfalt wurden die Sänften der Statuen in einem begrenzten, geschmückten bereich auf dem Vorplatz des Tempels abgesetzt und Fulvius Frugi trat vor, um die Götter symbolisch zu laden.
"Iuppiter Optimus Maximus, geliebter Vater der du bist heute zu Gast in unserer Mitte, göttliche Iuno, Wächterin der mulieres, und weise Minerva, Hüterin des Wissens, seid uns herzlich willkommen! Allmächtige Göttertrias, erweist uns die Gunst, euch ehrerbietend angemessen bewirten zu dürfen."
Derweil wurde flink die Kuh ausgetauscht, welche sich während der Prozession so seltsam verhalten hatte. Zumindest war dies der Plan, doch wer schon einmal versucht hat, eine Kuh flink irgendwo auszutauschen, der weiß, dass das meistens schief geht. Nun ja. Alles gute Zureden des Treibers hatte nichts geholfen, das Tier rollte mit den Augen und scharrte mit den Hufen, und obwohl gut genährt und prächtig gediehen, war sie ihres Verhaltens wegen ungeeignet für das Opfer, welches gleich stattfinden würde. Die Epulonen - darunter auch ich selbst - verteilten sich an den drei parat stehenden Altären, welche ebenfalls geschmückt waren. Nun führte man auch die drei Opfertiere an die Altäre heran, den Ochsen für Iuppiter in den der Mitte und je eine Kuh für jede Göttin an die der Seiten. Der Blick der Statuen auf das Geschehen wurde nochmals etwas korrigiert, dann setzte bereits verwunschenes Flötenspiel ein.
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Die lupa stand noch eine Weile verwirrt vor der Zimmertüre herum. Hatte der sie eben hinauskomplementiert? Sie war sich nicht sicher, ob sie entrüstet oder froh sein sollte. Und noch weniger wusste sie, was sie nun am besten tat. Der Sklave, der sie hergeholt hatte, war nirgends zu sehen, der Patrizier in dem Zimmer wollte sie nicht und auch sonst schien keiner Notiz von ihr zu nehmen. Etwas veralbert kam sie sich dabei schon vor. Aber für zweihundert Sesterzen... Sie seufzte. Was tat man nicht alles?
Einen Moment später klopfte sie am Arbeitszimmer des Hausherren an. Eine vorbeieilende Sklavin mit rotem Haar hatte ihr geflüstert, wo sie den Onkel dieses seltsamen Kauzes fand. Scheinbar war er für diese hohe Summe verantwortlich. Ein Murren aus dem Inneren ließ due lupa eintreten.
Bereits kurze Zeit später war das vernehmliche Klirren von Münzen zu hören, die haltlos über den Boden purzelten. Etwas rumpelte, etwas scharrte. Deutlich war zu vernehmen, dass sich jemand aufregte. Dann plötzlich wurde es still. Einige Moment verflogen, in denen sich gar nichts tat. Dann war plötzlich eine Art Klopfen zu hören, dessen Rhythmus sich beständig beschleunigte. Nicht lange danach war es wieder still. Keine Viertelstunde war vergangen, als die lupa hastig das Zimmer verließ, froh darüber, für wenig Arbeit ihr Geld erhalten zu haben, und zwar die volle Summe. Sie floh beinahe aus der villa.
~*~
Als sich mein Atem wieder etwas beruhigt hatte, zupfte ich die tunica zurecht und verließ mein Arbeitszimmer. Zwar war der größte Ärger über Ursus verflogen, doch hatte ich neuen: Zweihunder Sesterzen für eine Hure, deren Dienste ich nicht einmal nötig gehabt hätte! Ich leitete meine Schritte in den Garten und ließ mir verdünnten Wein bringen. Dieser Neffe machte mir noch einmal graue Harre.
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"Warum es verschweigen, wo du weißt, dass du nicht fürchten müsstest, ich könnte dich auslachen oder verurteilen? Gerade ich, Caius?" fragte ich postwendend auf seine eigene Frage, schüttelte aber sofort den Kopf. "Nein, sage nichts. Ich kann es nachvollziehen. Manches macht man lieber mit sich allein aus, ganz gleich, wie nahe einem jemand steht." Ich dachte daran, wie nahe mir meine Familie stand. Und dennoch hatte ich bisher keinen von dem Entlöbnis mit Deandra erzählt. Ich ging davon aus, dass Aquilius wusste, dass ich sein nicht ganz freiwillig gestandes Geheimnis und damit sein Vertrauen nicht missbrauchen würde. Dennoch hatte ich das Bedürfnis, ihn gleichsam in etwas einzuweihen, das niemand sonst bisher wusste. Nicht einmal Deandra. Später. Nur zu gern schob ich dieses Thema vor mir her.
Durchaus irritiert über ein wahrlich ohrenbetäubendes Niesen und das anschließende, urplötzliche Erscheinen der Sklavin von zuvor, hob ich dann den Kopf und blickte in ihre Richtung. Darauf, dass sie womöglich das bisherige Gespräch belauscht hatte, kam ich nicht einmal ansatzweise. Mit gerunzelter Stirn ließ ich die Sklavin links liegen und wandte meine Aufmerksamkeit erneut Aquilius zu, wenngleich ich nun auch etwas leiser sprach, sodass die Sklavin ein Lauschen schwer haben würde. "Ich kenne die Strafen", bestätigte ich. "Aber sie können nur verhangen werden, wenn der Umstand publik ist.“ Was natürlich der Tatsache entsprach. Selbst wenn die Familie davon wüsste und diese anrüchige Beziehung aufs schärfste verurteilte – ob man dabei wahrhaftig von Inzest sprechen konnte? Immerhin bestand hier nicht die Gefahr, jemandem einen Kuckuck ins Nest zu legen. Ein Seitenblick verriet mir, was Aquilius davon hielt. Entgegen meiner durch den vorherigen Wutausbruch bedingten Gemütslage verspürte ich das Bedürfnis, ihn gleichwie zu berühren. Ich seufzte und unterdrückte den Drang danach. Er hatte seinen Kopf immer noch an mich gelehnt, wandte sich mir zu. Die Sklavin war längst vorbeispaziert. Er war mir so nah. Die Situation hatte etwas Unwirkliches. Ich holte tief Luft und hielt sie an. Im denkbar schlechtesten aller Momente kam das nun wieder aus dem entlegensten aller Winkel zum Vorschein! Das Herz schien mit jedem Schlag die angehaltene Luft mehr zu stauen, und als ich schließlich antwortete, tat ich es mit einem langgezogenen Seufzer. „Du musst dich nicht für Selbstverständlichkeiten bedanken, Caius. Es gibt also nichts zu verzeihen.“ Kurz darauf fügte ich an „Mir ist es selbst schon oft genug so ergangen. Zuletzt in Ostia. Ich habe die Verlobung aufgelöst. Es ist sogar bereits amtlich“, gestand ich nun, weil es einerseits ohnehin aus mir heraus wollte, andererseits die Situation abrupt umgestaltete und meine Gedanken damit etwas von dem warmen, duftenden Körper an meiner Seite ablenkte.
Ich pickte einen Holzsplitter vom Boden auf und drehte ihn gedankenverloren in der Hand. Da saßen wir inmitten des zerschlagenen Tisches und gleichsam inmitten der vermeintlichen Scherben der Liebe. Der eine eifersüchtig und verzweifelt, der andere resigniert und zornig, die Situation gewürzt mit ein wenig Selbstmitleid und einer nicht zu unterschätzenden Tragikomik, die schließlich auch mir auffiel. Ich schnippte den Splitter fort und legte meine Hand auf die von Aquilius. „Manchmal frage ich mich, ob die Götter nicht herabschauen auf uns Menschen und sich prächtig amüsieren. Stell dir nur mal ein Drama mit Elementen dieses Lebens vor. Das ist lachhaft und zum Heulen zugleich.“ Ich grinste schief und knuffte Aquilius in die Seite. „Ich habe heute festgestellt, dass ich deinen Willen unterschätzt habe. Ich wage sogar zu behaupten, dass ich niemanden kenne, der einen stärkeren besitzt als du, Caius. Solange er dir eigen ist, wirst du weder in Zorn noch Raserei vergehen, davon bin ich überzeugt. Jetzt stehen erst einmal die Wahlen an, in denen du mit Sicherheit die Bestätigung dessen erhalten wirst, was ich dir eben gesagt habe.“
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Zitat
Original von Medicus Germanicus Avarus
Spielverderber.

@ Macer: Bei mir wird die Taverne noch angezeigt, auch wenn ich keine Sklaven mehr drin rumschieben kann.

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Als sich am heutigen Tage die Tür öffnete, war ich nicht wenig erstaunt, dass Aquilius eintrat. Hätte er aufgesehen, wäre er wohl ebenso erstaunt gewesen, statt Opimius Nase nun mich hier sitzen zu sehen, doch er ging geradewegs auf einen freien Platz zu. Ich grinste und sagte vorerst nichts. Sein Name stand auf der Liste der Prüflinge für den Fortgeschrittenenkurs, wie ich nach einem flüchtigen Blick festgestellt hatte. Ich erhob mich grinsend hinter dem Schreibtisch, kam herum und legte zwei tabulae vor ihm auf den Tisch, den stilus daneben. "Möge Fortuna dir hold sein, mein Freund", sagte ich schmunzelnd, klopfte ihm zweimal auf die Schulter und begab mich dann wieder nach vorn. Im Raum befanden sich noch andere Prüflinge, daher war es fehl am Platze, sich lange zu unterhalten. Dafür wäre anschließend noch Zeit.
Sim-Off: PN gibt's heute Abend, hab die Unterlagen zu Hause und bin auf Arbeit.
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"Die" hätten den potentiellen Nachteil, dass sie ihr Erbe nicht mehr "verteilen" könnten, da nach meiner Erbschafts-Bearbeitung nur noch die 4 letzten verstorbenen IDs vermögend sind. Alles andere ist bereits verteilt worden.
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Zitat
Original von hungi @ work
Hehe, Corvinus is schon wieder langsamer gewesen.
[SIZE=7]Verdammt![/SIZE]
He, du sollst arbeiten!
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Das ist schon eine Weile in den Spielregeln vermerkt.
Ich will ja nur ungern kleinlich sein, aber nachträglich sowas einzufügen wäre unfair denjenigen gegenüber, die vor ihrem Tod an ein Testament gedacht haben.
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Mist, da war Hungi doch tatsächlich schneller.

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Der eigentliche Erbe wäre ein Octavier, kein Matinier (ohne in den Stammbaum zu schauen).
Wo wurde denn die Landübergabe ausgehandelt? Würde mich interessieren.
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Sim-Off: Mogontiacum: Servius Artorius Reatinus
Ad
Servius Artorius Reatinus
legio II Germanica in Mogontiacum
GermaniaM. Aurelius Corvinus S. Artorio Reatino s.d.
Dein Brief, Reatinus, hat mich aufrichtig gefreut. Nach einem guten Jahr wieder etwas aus Germanien zu hören, habe ich nicht erwartet, und umso überraschender traf mich auch die Anfrage deinerseits, auf deren Antwort du sicherlich wartest. Ich erkläre mich gern bereit, dich als meinen Klienten anzunehmen - sofern der nächste Brief aus Germanien sich nicht erst wieder nach einem Jahr in italische Gefilde verirrt. (;))
Wie ergeht es dir und den deinen? Ich hörte, in Germanien treibe eine Bande Gesetzloser in Unwesen? Hast du eigentlich deine wohlverdiente Beförderung erhalten? Ich erinnere mich noch gut an den Nachmittag, den wir mit centurio Petronius in den Thermen verbracht haben. Ich stehe zu meinem damals gegebenen Wort, lasse es mich nur wissen, falls du Hilfe benötigst.
Ich selbst bin vor kurzem überraschend zum septemvir kooptiert worden. Damit geht meine Tätigkeit als decemvir litibus iucandis nahtlos in das religiöse Amt eines Epulonen über, was mich verständlicherweise freut.
Anbei sende ich dir eine Kleinigkeit, von der ich hoffe, dass du Gefallen daran findest. Bis zu deinem nächsten Brief verbleibe ich mit freundschaftlichem Gruß.
Vale.
[Blockierte Grafik: http://img100.imageshack.us/img100/2062/siegelmacdliwx8.gif]
ROMA, ANTE DIEM XII KAL DEC DCCCLVII A.U.C. (20.11.2007/104 n.Chr.)
Sim-Off: WiSim
