Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Zitat

    Original von Aulus Octavius Avitus
    Grundstücke gehen an Agrippa.


    Dazu äußere ich mich jetzt mal.
    Sofern SimOn kein Testament hinterlegt bzw. eines in der Charakterbeschreibung verlinkt ist, welches deinen Nachlass regelt, geht dein sämtlicher Besitz (also auch die Grundstücke) an den regulären Erben. Was mich jetzt verwundert, ist dass auf deinen Namen kein Land vermerkt ist und Agrippa die Liste plötzlich anführt. Sollten die Ländereien also per WiSim ohne SimOn-Transaktion verschoben worden sein, liegt hier wohl ein Verstoß vor, so leid es mir tut, das zu sagen.


    Mach's gut.

    Bitte folgende, sich im Besitz der Aurelia befindlichen Betriebe, auflösen:


    Cave pecos, Metzger (I)
    Dolce et Gabania, Schuster (I)
    Die Göttin der Biere, Brauerei (I)
    Sägewerk No. IV, Sägewerk (I)
    Theatri Culinari Mantuana, Taberna (I)


    Manche davon sind WiSim-technisch in Aurelia Helenas Besitz. Mit ihr ist abgesprochen, dass wir die Betriebe abgeben (Stichwort lex mercatus).


    Danke sehr im Voraus. :]

    Bedachte man die Zeit, die Cadhla nun schon dort saß und meinen Arm wusch, so musste dies nun der sauberste Arm in ganz Rom sein. Durch vermeintlich geschlossene Augenlider hindurch bemerkte ich Cadhlas regelmäßige Blicke, konnte sie jedoch nicht recht deuten. Wollte sie sich nur vergewissern, dass ich noch wach war, wollte sie sichergehen, dass ich sie nicht packen und mir nehmen würde, wonach es mir gelüstete, oder war es einfach Neugier, die sie zu diesen flüchtigen Blicken veranlasste? Eines kleinen Schmunzelns konnte ich mich nicht erwehren, erst recht nicht, als ich sah, wo manche ihrer Blicke hinführten.


    Zwanzig Jahre alt war sie also. Sie wirkte auf mich reifer, zumindest vom Körperbau her, wenn man das überhaupt so banal behaupten konnte. Ihre Art zu reden hatte indes eine sowohl amüsante als auch infantile Art, doch womöglich spiegelte dies nicht ihr Wesen wieder, sondern resultierte einzig und allein aus dem Grund, dass sie meine Sprache noch nicht entsprechend gut beherrschte. Alles in mir dürstete nach einer kurzen Episode der Dominanz, und ich vergrößerte den Hautkontakt ein weiteres Mal, bis Schaum durch mein Gesichtsfeld flog und sich watteweich anderenorts außerhalb des Beckens niederließ. Dieich sah Cadhla an und verstand meinen Denkfehler bei ihren Worten. Eine Schildmaid war also nicht einfach eine Kriegerin, sondern vielmehr eine Art, hm, barbarische Vestalin. Diese Umschreibung an sich war schon ein Paradoxon, doch die gezogenen Verbindungen halfen mir, zu verstehen, was Cadhla war. Nachdenklich ruhte mein Blick auf ihrem sonnengeröteten Gesicht. Sie mochte alle Römer für Menschen halten, die ihnen Fremdes nicht achteten und mit Füßen traten, wenn sie es nicht unterdrücken können, doch ich war nicht gewillt, ihr diese vermeintliche Annahme zu bestätigen. Als Römer wusste ich selbstverständlich um die Vestalinnen und ihr Gelübte, und auch wenn die römischen Götter jedwede barbarische Gottheit unterdrücken konnten, so respektierte ich doch den (Irr-)Glauben anderer Kulturen. Mein Vater hatte es bereits so gehandhabt, und ich führte dieses Denken für mich fort, weil ich es für sinnig hielt.


    Dass es sie einiges an Überwindung kostete, diese versteckte Drohung zu äußern - wenn du mir die Unschuld nimmst, nehme ich dir das Leben - bemerkte ich. An sich war es ungeheuerlich, diese Worte von einer Sklavin zu hören. Ich ließ einige Sekunden verstreichen und ließ die Linke dann hinter den Strähnen vorbei an ihre Wange gleiten. So zog ich sie nur eine Winzigkeit näher an mich heran und fuhr dann mit dem Daumen über ihren Wangenknochen. "Ich respektiere deinen Glauben, Cadhla, und ich werde nichts tun, was den Zorn deiner Götter heraufbeschworen mag. Darauf hast du mein Wort. Im Gegenzug möchte ich dafür etwas von dir", sagte ich und fuhr langsam und beständig mit dem Daumen weiter hin und her. "Sei da, wenn ich dich brauche. Das ist alles, was ich wünsche." Ein schlichter Wunsch, und mir schwebte sogar schon etwas im Kopf herum, wenngleich ich in der heutigen Nacht besser allein war. Angesichts dieser ganzen aufgestauten Anspannung hätte ich sonst nicht garantieren können, dass mir germanische Götter plötzlich doch ganz schnurzpiepegal waren, und Cadhla hatte vorhin ja recht eindrucksvoll gezeigt, dass sie sich mit Gewalt etwas auskannte.


    Ich ließ den Arm wieder ins Wasser sinken und lehnte mich zurück, meine kleine Rothaarige musternd. Ob sie mich wirklich umbringen würde? Ein riskantes Spiel, an dem ich, wenn ich genauer darüber nachdachte, Gefallen finden würde. Vielleicht war es ganz amüsant, es darauf ankommen zu lassen? Schief grinsend ließ ich mich weiter säubern und genoss sichtlich jedweden Handgriff.

    Schon hatte er sich herumdrehen und davongehen wollen, da riss der Bewohner des Zimmers die Tür auf und zitierte ihn zurück. Brix hielt im Gehen inne, knirschte ertappt mit den Zähnen, wandte sich dann aber gehorsam um und kam zu Ursus zurück. "dominus", begann er und wägte Für und Wider ab. Jetzt zu lügen, brächte nichts ein, doch wenn er die Wahrheit sagte, wäre die junge Dame vermutlich umsonst gekommen. "Sie ist ein Geschenk des Corvinus. Er wünscht, dass du..." ...endlich erwachsen wirst, und allmählich kann ich sogar nachvollziehen, warum er sich das wünscht. "...dich etwas amüsierst", schloss Brix steif und rug dabei eine unbewegliche Miene zur Schau.


    An Ursus' Rücken fuhr eine graziöse Hand hinab - Kareena war hinter ihn getreten, strich über seine tunica und wartete darauf, dass er sich ihr zuwandte. Doch scheinbar gab es Probleme...

    Brix hatte seine Anweisungen bekommen, und die besagten, dass das Geschenk das wichtigste und der Wohltäter zweitrangig war. Ursus schien gerade versucht zu haben, sich selbst in Schale zu werfen - und das bei einer toga, das konnte ja nicht klappen. "Eh", machte Brix und kratzte sich nachdenklich hinter einem Ohr. "dominus, wenn ich dir raten dürfte, damit vielleicht noch eine halbe Stunde zu warten? Es ist... Nun ja, dein Geschenk hat damit zu tun. Ich werde es dr sofort holen, einen Moment bitte."


    Brix nickte kurz steif und trat sodann wieder aus dem Zimmer hinaus und zu Kareena, die neben der Tür wartete. "Du kannst jetzt hineingehen, und ich rate dir, das Geld wert zu sein, das man für dich ausgegeben hat", flüsterte er der lupa zu. Kareena, nickte, etwas eingeschüchtert, und verschwand sodann mit einer katzenhaften Bewegung im Inneren des Zimmers. Brix sah mit Zufriedenheit, wie sie die Tür leise ins Schloss zog.


    Die junge Frau blinzelte gegen die dieser Tage schwache Sonne ein, die den Raum durchflutete. Es kam nicht oft vor, dass man ihre Dienste so früh am Tage in Anspruch nehmen wollte. Flink wie ein Wiesel huschte sie zu Ursus und nahm ihm die Stoffenden seiner toga aus den Händen. Ein scheinbar verlegenes Lächeln folgte auf den flüchtigen Blick, den sie ihm zuwarf. So viele Männer hatte sie mit ihrer Grazie und diesem koketten Augenaufschlag bereits bezirzt...

    [Blockierte Grafik: http://img70.imageshack.us/img70/2005/sklave9vv4.jpg| Brix


    Brix seufzte und sah Siv mit einem gewissen Mitleidsgefühl an. Er kannte das ja alles. Die meisten waren zuerst vom Zorn erfüllt. Es gab nur selten Sklaven, die sich von Anfang an zuverlässig verhielten und nicht bei der kleinsten Gelegenheit aufbegehrten. Darüber hinaus war sie Chattin und entstammte damit einem germanischen Stamm, der selbst unter den Germanen für seine halsstarrige Sturheit bekannt war. „Ich kann ja verstehen, dass der Zorn dein Herz erfüllt, Siv. Ich möchte dir gern mal eine Frage stellen: Hast du zu Hause immer gewusst, wann es die nächste Mahlzeit gab? Ob sie üppig oder dürftig ausfallen würde? Hast du dir nicht manchmal gewünscht, dass alles leichter würde?“ fragte Brix gleich mehr als eine Frage. Die Germanen waren zwar kein Haufen unkoordinierter Trampel, aber er wusste aus eigener Erfahrung, dass es im Winter auf Glück ankam, ob und was man von der Jagd heim brachte. In seinem Dorf, da erinnerte er sich noch genau, waren nach einer schlechten Ernte und einer Rattenplage gut zwei Fünftel der Dorfbewohner den Hungertod gestorben. „Es mag dich jetzt noch zürnen, was die Römer dir angetan haben, aber du wirst dich daran gewöhnen. Hier darfst du essen, so viel dir gut tut, und obendrein wirst du erlesene Kleider bekommen. Du wirst einmal wöchentlich baden können - glaubst gar nicht, wie sehr die Römer auf Reinlichkeit bedacht sind – und wenn der Herr dir eine besondere Aufgabe zuteilt, sogar öfter. Hier gibt es nicht nur Arbeit und Strafen, wenn du das denkst. Mitunter wirst du sogar belohnt werden, mal mit besonders gutem Essen, mal mit ein paar Stunden Zeit für dich selbst.“ Brix schwärmte. Er hatte auch allen Grund dazu, denn von Cadhla hatte er gehört, was die flavischen Sklaven so alles erdulden mussten. „Wenn du Zeit für dich hättest, Siv, was würdest du am liebsten tun?“ fragte Brix versonnen.


    „Nicht alle Römer sind das. Besonders ihre Soldaten müssen es aber sein, denn im Grunde sind sie nichts anderes als Sklaven ihres Kaisers, die für ihn kämpfen und sterben. Sie sind nicht wie wir, das stimmt. Wir kämpfen nur, wenn unsere Familien bedroht sind, oder unser Land und unser Vieh. Oder wenn ein befreundeter Stamm angegriffen wird. Die Römer indes reißen sich das Land unter den Nagel, obwohl sie es weder brauchen noch bedroht werden. Das bedeutet aber nicht, dass alle so sind“, erwiderte Brix und zeigte damit zumindest noch ein Fünkchen an Germanengeist.


    Als Siv allerdings erneut bockig ablehnte, sich zu waschen und neue Kleidung anzulegen, musste Brix neuerlich schallend lachen. Sein Bart zitterte dabei. „Siv, ja, wahrhaftig, du bist Thors Braut!“ spielte er auf ihren Namen an. Als das Lachen verklungen war, sprach er weiter. „Siv – ganz ehrlich – du siehst gerade scheußlich aus. Wenn du dich schon nicht für einen Römer waschen willst, dann tu es für mich.“ Er zwinkerte ihr zu und grinste. „Sonst klaue ich einfach deine tunica...“

    Kareena war ihr Name, und ihr war ganz und gar nicht wohl dabei, dass sie diesen Sklaven begleitete. Aber So viel Geld! Sie würde eine Woche lang nicht arbeiten müssen, mindestens. Und dann war da noch der gute Name der Aurelier, einer mehr oder minder bekannten Familie, von der sie bisher nichts Grausames gehört hatte. Dieser Umstand und das viele Geld hatten sie schließlich dazu bewogen, die zwielichtige Gasse zu verlassen, in der sie sich sonst anbot. Sie folgte dem aurelischen Sklaven namens Brisx durch die Stadt zur villa. Er hatte ihr versichert, dass ihre Anwesenheit im Grunde nur dazu dienen sollte, jemandem den Kopf zu waschen, wem auch immer und wie auch immer das ausgehen mochte.


    "Wir sind gleich da", sagte Brix in die nur von Schritten durchdrungene Stille. In der Ferne konnte man die Gesänge der Vestalinnen hören. Kareena erwiderte nichts auf die Worte, sondern bereitete sich gedanklich auf ihre Arbeit vor. Ob es ein sehr unansehnlicher Römer war, dem man ihre Dienste zuteil werden lassen wollte?


    Nur wenig später bedeutete Brix der Frau, vor dem Zimmer des Herren zu warten, während er alles vorbereitete. Kareena tat, wie ihr gehießen, und lehnte sich neben der Tür an die Wand. EIn großes Haus. Kein Wunder, dass sie einem kleinen Licht wie ihr so viel Geld zahlten. Vermutlich mussten die Bewohner klotzen oder wussten einfach nicht, dass sie für fünfzig Sesterzen auch schon mitgegangen wäre. Aber nun hatte sie das Vierfache!


    Brix klopfte und trat ein. "dominus", grüßte er und neigte ehrerbietend den Kopf. Es war früh, aber doch nicht mehr so früh, dass der Herr noch im Bett liegen würde. "Bitte verzeihe mir meine frühe Störung, Herr. Ich habe die Aufgabe, dir ein Geschenk zu überbringen." Brix war selbst nicht ganz wohl dabei, denn er wäre wohl der erste, gegen den sich Ursus' Zorn richten würde, wenn er erfuhr, wer ihm das Mädchen geschickt hatte - und warum.

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    Während Caecus das Ding hoch hielt und über die Schwelle ins Haus trat, folgten ihm seine beiden Begleiter mit ihren formbaren Päckchen hinein. In einem Knisterte es leise, das zweite hingegen ließ gelegentlich ein ganz leises, edel klingendes Klacken hören.


    Den Weg zum Festsaal zu finden war nicht schwer. Viel mühsamer war es, bis zum Brautpaar zu gelangen. So viele Gäste waren geladen, dass sich sechs sklavische Augen zuerst einen Überblick über die dicken und dünnen Römer und Römerinnen machen mussten, ehe sie die Braut anhand der unverkennbaren Beschreibung ihres Herren ausmachten. Caecus nickte in die entsprechende Richtung, und schon wackelten die drei von der Aurelia los, um ihre Gaben darzubrringen. Flankiert von zwei schmächtigen Jünglingen marschierte Caecus mit feierlicher Miene direkt auf Lucilla zu. Abrupt blieb er stehen und stellte sein unförmiges Etwas behutsam auf dem Boden ab. Unter dem schlichten, dunkelgrünen Tuch erklang ein seltsames Knarzen, dann war alles still. Caecus zückte eine Schriftrolle und begann zu lesen.



    Nach sieben Jahr'n Verlobungszeit,
    ist es endlich heut' soweit,
    die Zukunft ist jetzt himmelblau,
    ab heute seid ihr Mann und Frau.


    Du Frau bist ja dafür geschaffen,
    aus einem Haus ein Heim zu machen.
    Und bist du klug, verstehst du's dann
    durch List zu fesseln deinen Mann.


    Nimm Anteil stets an seiner Klage
    und unterlasse nie die Frage:
    wie er den Arbeitstag verbracht
    und dass du oft an ihn gedacht.


    Willst du ihn auch mal bestechen,
    lass ihn nie fühlen seine Schwächen.
    Lass ihn erkennen durch 'ne List,
    dass er der Herr im Hause ist.


    Sei nie bestrebt in dem Gelingen,
    den Mann stets in die Knie zu zwingen.
    Eins willst du nicht um alle Welt
    - einen Mann dann als Pantoffelheld.


    Zum bösen Spiel erlern das Lachen,
    freundliche Miene auch zu machen,
    befolge diesen guten Rat,
    so macht's genau ein Diplomat.




    Nun Mann, lass auch der Frau ihr Recht,
    da sie gehört zum schwachen Geschlecht.
    Doch lass darunter sie nicht leiden,
    so wirst du manchen Streit vermeiden.


    Und sag ihr oft, dass du sie liebst,
    dein Leben wohl für sie auch gibst.
    Vor Eifersucht sollst sie verschonen,
    dafür wird sie dich belohnen.


    Vermeide jeglichen Verdruss,
    leb mit der Frau auf gutem Fuß.
    - und damit es auf die Dauer hält,
    erhöhe ihr das Haushaltsgeld.


    Sag nie, dass faltig ihr Gesicht,
    ja, so etwas verzeiht sie nicht.
    Wird deine Frau auch älter dann,
    treu bleib ihr stets als Ehemann.


    Lass dich von keiner je berauschen,
    sie für 'ne Junge einzutauschen.
    Sie ist dir mehr als nur 'ne Frau,
    was sie wohl tut, du weißt's genau.


    Dies alles dann für wenig Geld,
    macht sie zur besten Frau der Welt.
    Dass sie auch Krankenschwester ist
    und Koch, im Falle, du vergisst's,
    hilft dir so manche Bürde tragen
    - Mädchen für Alles, sozusagen.



    Nun, dies Rezept wird sich bewähren,
    bei dem, der es gebraucht in Ehren:
    Nach Zank und Streit sich zu verstehen,
    das ist die Würze aller Ehen.


    Caecus ließ die Schriftrolle sinken, rollte sie zusammen und steckte sie wieder weg. Er schmunzelte. Natürlich wusste der Herr nicht, was genau er hier niedergeschrieben hatte, er hatte schließlich nur den Auftrag gegeben, irgendetwas zu verfassen, das sich reimte und passte. Nun, Caecus war der Auffassung, dass der Text zutraf. Und das Versmaß stimmte auch. Zufrieden räusperte er sich.


    "domina Decima, dominus Germanicus, mein Herr, Aurelius Corvinus, sendet euch die besten Wünsche zu eurem Ehrenfest. Er lässt ausrichten, euch von ganzem Herzen alles Gute zu wünschen, und gleichsam sendet er euch die folgenden Gaben mit seinen Worten." Jetzt wartete Caecus doch erstmal ab, wie die Reaktion sein würde, ehe er die Geschenke überreichte. :D

    "Nun ja", entgegnete ich und neigte den Kopf, "sicher sein kann man sich da wohl nie. Gerade jüngst hatten wir einen Fall zu bearbeiten, in welchem ein tot geglaubter Erbe plötzlich aufgetaucht und den beinahe bereits verteilten Nachlass für sich beansprucht hat. Ich bin allerdings guter Dinge, dass es nicht mehr viele solcher nachträglichen Erbansprüche geben wird." In der Tat hoffte ich, dass der Brief des Redivivers der einzige seiner Art bleiben würde, für einen Fall, in welchem ich verantwortlich gezeichnet hatte.


    Auf die zweite Frage hin musste ich schmunzeln. "Ja, es war schon ein großer Auflauf, da ist das nachzuvollziehen", pflichtete ich bei und setzte mich etwas bequemer. "Mein Ziel liegt zunächst darin, die mir übertragenen Ämter zur Zufriedenheit Roms auszufüllen, Senator. Ich arbeite natürlich dahingehend darauf hin, selbst einmal die Senatorenwürde zu erlangen. Bis dahin ist es allerdings noch ein Stück des Weges, schließlich ist erst das Ende der Amtszeit als vigintivir in Sicht. Aber ich habe es nicht eilig", erzählte ich. "Vor einigen Tagen erhielt ich die überraschende Mitteilung, zum septemvir inauguriert zu werden, was für mich eine neue Herausforderung darstellt. Noch trat das gremium seit der inauguratio zwar nicht zusammen, doch vermute ich, dass ich wohl der jüngste dort sein werde." Das stellte mich zwar vor kein Problem, würde aber sicherlich dennoch seltsam werden, wenn die Epulonen wieder zusammenkamen und ich diesmal mit von der Partie sein würde. "Zu meiner Familie gibt es im Prinzip nicht viel zu sagen. Meine Eltern weilen beide nicht mehr unter den Lebenden, ebenso meine beiden Onkel. Derzeit habe ich die Vormundschaft über meine beiden Cousinen und meine Nichte inne, eventuell zeichnet sich dort eine Verbindung mit der gens der Flavier ab. Mein Neffe Ursus beabsichtigt, in der kommenden Amtszeit ebenfalls zum decemvir zu kandidieren, mein Vetter Cotta ist sich noch uneins mit sich selbst und überlegt, zunächst weitere Kontakte zu knüpfen. Ich selbst schätze meinen derzeitigen Bekanntheitsgrad eher als gering ein, auch wenn ich diesen Umstand natürlich zu ändern versuche." Ein flüchtiges Schmunzeln zeichnete sich auf meinen Zügen ab. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, ob ich bekannt in Rom war oder nicht. Gab es noch etwas Erwähnenswertes? Zumindest mir fiel auf Anhieb erst einmal nichts ein.

    Zitat

    Original von Cnaeus Flavius Lucanus


    Keine Frage, du hast meine vollste Zustimmung.


    Die probatio an sich ist natürlich eine Erfindung des IR. Damit soll m.E. gewährleistet werden, dass man sich vor dem Antritt eines religiösen Amtes zumindest etwas mit der Materie beschäftigt hat, gleich dem CRV, nichts weiter. Das Ganze ist also eher eine SimOff-Rückversicherung. Zumindest verstehe ich das so. Und da man für die "höheren Ämter" des CD "mehr" wissen muss bzw. sollte, reicht da eben die eine Prüfung nicht und man bekommt nochmals 20 Fragen zugeschickt, oder wie viele das noch mal waren. Dass man SimOn zu dieser Prüfung erscheinen muss, ist einfach nur ein Spielelement, genauso wie die Meldung zu einem Kurs an der schola.


    Die Tempeldiener an sich haben wir ja nicht, ebensowenig Tempelsklaven. Bei uns machen den Job eben die sacerdotes, das finde ich aber auch nicht weiter schlimm, denn es schafft SimOn-Arbeitsplätze, die nur leider kaum jemand nutzt.


    Also: Rafft euch mal auf, stattet mir bei der probatio einen Besuch ab, besucht Feste und zieht eine Karriere im CD in Erwägung. Interessierte Damen stecke ich auch gern zu Aquilius.... :D

    Zitat

    Original von Kaeso Annaeus Modestus et Tiberia Claudia
    Und warum nicht so viele den CD stürmen hat einen einfachen Grund. Es ist kompliziert.


    Also, das bestreite ich nicht. Aber: Ist der CD denn nicht gerade deswegen eine Herausforderung? Ich zumindest sehe das für mich so, denn was die Religion anbelangt, habe ich selbst bisher kaum eine Ahnung und bin nun trotzdem septemvir. Und warum? Weil ich als Spieler dahinter einen solchen Posten als Herausforderung ansehe, zum einen, was das Spiel anbelangt, zum anderen das Hintergrundwissen betreffend, denn so lernt man noch was dabei. Kann ich gar nicht verstehen, dass diese vermeintliche Kompliziertheit so viele abschreckt. Immerhin gibt es ja die Möglichkeit, als discipulus einzusteigen, und wir haben hier im IR auch viele Leute, die fachlich was drauf haben und eine Frage per PN bzw. SimOn nicht unbeantwortet dastehen lassen.


    Viel schlimmer als das Desinteresse einer Amtsbekleidung im religiösen Bereich sehe ich an, dass teilweise Festtage ausgespielt werden, zu denen keiner erscheint. Da sind alle gefragt, ob civis, Soldat oder jemand aus der Verwaltung.


    >>> Eigenwerbung für den CD

    Mir mit der einen Hand gähnend durchs Haar fahrend, öffnete ich mit der anderen die Tür zu meinem Arbeitszimmer und trat ein. Es war früher Morgen, noch vor der salutatio, und die Schatten waren noch lang, als ich auf geradem Wege ans Fenster trat und es weit öffnete, um Frischluft einzulassen. Kaum wandte ich mich wieder um, fiel mein Blick auf zwei unförmige kleine Beutel, an denen kleine Papyri befestigt waren. Verwundert trat ich näher, griff nach einem der Zettelchen und setzte mich. Was ich las, machte mich wütend und verwunderte mich zugleich. Ich zog den größeren der beiden Beutel näher heran und löste die Kordel, die ihn zusammenhielt. Einen Griff später fühlte ich das lieblos-kalte Material vieler Münzen. Der Zettel verhieß, dass es dreihundertunddreißig Sesterzen waren. Verstimmt knirschte ich mit den Zähnen, knotete das Säcklein wieder zu und warf es samt seinem Bruder hinter mir ins Regal.


    Was sollte ich mit dem Geld? Mein Neffe war ein sturer Kerl! Missmutig drehte ich einen der von ihm beschrifteten Zettelchen in den Händen und dachte an den gestrigen Abend. Ich hatte bereits überlegt, was man ihm anvertrauen konnte, doch da gab es nichts, da war nichts, das er überwachen, koordinieren oder tun konnte. Cotta kümmerte sich um die Finanzen, der maiordomus um das Anwesen und die reibungslosen Abläufe, die hier voonnöten waren. Was also wollte er tun? Ich hatte schon mehr als genug einfach auf Cotta abgewälzt.... Oder wollte er etwa den Boden schrubben? Ich schnaufte herablassend und warf auch den Zettel fort. Mit kam eine kindische Idee. Allerdings nicht minder kindisch wie Ursus gewesen war, als er diese ganz klar rebellische Tat begangen und sein kleines Vermögen eingetütet hatte. Ursus musste erwachsen werden, und zwar so schnell als möglich.


    Ich bellte nach einem Sklaven und trug ihm auf, ein besonderes Geschenk zu organisieren. Zwei aurei gab ich ihm mit auf seinen Weg, davon sollte er schon etwas Ansehnliches anschleppen können.
    Wir werden ja sehen, wer hier zuletzt lacht.

    Ich pickte mir wahllos einen Holzsplitter heraus, um etwas in den Händen zu haben, um mich körperlich zu beschäftigen und damit einen Ausgleich zu den sich im Kreise drehenden Gedanken zu schaffen. So leise sprach er, dass ich genau hinhören musste, um zu verstehen, was er flüsterte. Ich konnte mich eines gewissen, neidvollen Gedankens nicht erwehren, als ich vernahm, was er da sagte. Doch konzentrierte ich mich auf den Grund meiner Anwesenheit, den eigentlichen Grund, aus dem ich hergekommen war und welcher ihm nicht ganz klar zu sein schien. Zuerst zu Aquilius, nicht zu Gracchus. Der Hilfe wegen, nicht der Gefühle.


    Ein Kloß hatte sich in meiner Kehle gebildet, und jener wuchs noch an, während er weitersprach, mich an diese naive Frage erinnerte, die ich ihm - so schien es - vor unzähligen Jahren nach zu viel Wein und dennoch klaren Verstandes gestellt hatte. Damals hatte er nicht geantwortet, zumindest nicht direkt. Ohne mit der Wimper zu zucken, sah ich Aquilius an, während er sprach. Selbst die dunkelste Wolke am tristesten Herbsthimmel vermochte den salzigen Tropfen nicht zu verdecken, der sich aus seinen Wimpern löste und einen Weg die Wange hinab suchte. Gleichsam fasziniert wie tief bewegt folgte ich der feuchten Bahn, welche die Träne zog, mit den Augen. Der Kloß hatte ein vermutlich nicht mehr zu toppendes Ausmaß angenommen. Seine Worte zogen an mir vorbei, wie die Träne seine Wange hinabrann. Verwunderung füllte mich aus, gleichsam Mitgefühl. Wann waren mir das letzte Mal Tränen gekommen. Bei der Nachricht über den Tod meines Vaters. Und zuvor? Ich konnte mich nicht erinnern.


    Nach kurzem Zögern hob ich doch die Hand und strich die Träne mit dem Daumen fort. Kurz ließ ich sie an Ort und Stelle verweilen, dann legte ich ihm die Hand in der gleichen vertrauten Geste auf die Schulter, die ihm stets vor Augen stand. "Es wäre vermessen, zu behaupten, ich wisse wovon du sprichst oder könne es nachempfinden. Ich hatte ja keine Ahnung... Caius, wenn du nur einmal etwas gesagt hättest..." Ein Kopfschütteln unterstrich die Worte. "Es ist eine...hm, schwierige Konstellation. Und dennoch gäbe es Möglichkeiten. Ihr lebt im gleichen Haus, seine Gattin ist ihm nicht sonderlich zugetan und sollte er gleich empfinden..." Es waren Worte eines Unwissenden, die im Raum standen. Was wusste ich schon von Flavius Gracchus, von der Beziehung in welcher er zu Aquilius stand oder Aquilius zu ihm? Ich zog kurz in Erwägung, auch die andere Hand auf seine andere Schulter zu legen, entschloss mich aber anders und rutschte so herum, dass ich nun neben Aquilius saß. Alsdann legte ich ihm einen Arm um die Schultern. Er schien wie ausgewechselt, seitdem er seiner Wut ein Ventil dargeboten hatte, auf dessen Ergebnis wir nun hockten. "Als wir uns zum ersten Mal trafen, warst du mir gleich sympathisch. Die Schicksalsfäden der Parzen haben nur kurz zwischen zwei Varianten der Webkunst geschwankt, Caius, sich dann aber in Freundschaft verwoben, untrennbar. Niemals würde ich etwas tun in dem Wissen, dass es dich quält. Niemals würde ich dir wissentlich schaden, sei es durch Wort oder Tat. Wenn ich dir helfen kann, in welcher Weise auch immer, so zögere nicht. Es gibt nur eine einzige Bedinung, die ich stelle. Sprich nicht mehr so über den Tod, Caius. Wenn es etwas gibt, wovor ich Angst habe, so ist es der Verlust meiner Familie, und du bist unlängst ein Teil davon, ganz gleich was du auch je im Zorn behaupten magst", sagte ich leise.


    "Ovidius Naso war ein wankelmütiger Mensch, Caius", fuhr ich fort. "An einer Stelle behauptet er, die Liebe brächte dem Liebenden nichts als Leid, an anderer sieht er die Hoffnung als die Liebe nährend an. Wenn du mich fragst, ist die Liebe selbst launisch. In welchen Farben sie schillert, kommt auf die Beteiligten und die Umstände an." Und meine glitzerte derzeit in tristem Grau vergangener Zeiten, dachte ich, doch hätte ihn die Erwähnung Deandra vermutlich nur wieder in Grübeleien gestürzt. Egal was ich sagte, nichts würde ihn vermutlich aufmuntern können. Auch wenn die Gefahr, welche er in mir sah, vielleicht gebannt sein mochte, so würde ihn doch das liebende Verhältnis zu seinem Vetter stets wieder in tiefe Depressionen bringen. Ich betrachtete Aquilius' Profil und seufzte tief. Alles, was mit jener meiner Sichtweise von Aquilius oder auch Gracchus zu tun hatte, schloss ich tief in mir ein, in die hinterste Kammer meiner Selbst. Es hatte schlichtweg hier nichts zu suchen.

    [Blockierte Grafik: http://img70.imageshack.us/img70/2005/sklave9vv4.jpg| Brix


    Dem Germanen war es keinesfalls entgangen, dass die junge Sklavin sich unbehaglich fühlte. Man musste sie ja nur ansehen, um dies festzustellen. Brix kratzte sich hinter dem rechten Ohr und verschränkte dann die Arme vor der Brust. Er wusste noch gut, wie er selbst damals in den Besitz der Aurelier gekommen war. Das war vor fünfzehn Jahren gewesen, und Brix zählte inzwischen zweiunffreißig Sommer. So lange war es schon her, und doch erinnerte er sich daran, als sei es gestern gewesen. Der inzwischen in Hels Reich weilende Cicero hatte ihn erworben. Eigentlich hatte er für die Stallungen verantwortlich sein sollen, die sich an das Haus anschlossen, doch schon bald hatte der Vater des momentanen Hausherren das Verhandlungsgeschick bemerkt, das Brix innewohnte. Und so war er quasi die rechte Hand des maiordomus geworden, hatte ihn auf Einkaufen begleitet und vieles gelernt, was er noch nicht wusste. Mit dieser Herausforderung war auch sein Kampfesgeist allmählich eingeschlafen, denn auch Brix war nicht immer so zufrieden gewesen mit seinem Dasein wie gegenwärtig. Siv ging es genauso, das fühlte er einfach. Er schenkte ihr ein freundliches Lächeln.


    "Bist du vom Stamm der Chatten? Ampsivarier bist du jeenfalls nicht", sagte er. "In dir steckt eine Kämpfernatur, hm? Nun ja, die wirst du hier nicht brauchen. Es wird dir niemand etwas zuleide tun oder dich ungerecht behandeln. Hier gilt eine eiserne Regel: Keine Bestrafung, wenn sie nicht gerechtfertigt ist, und niemand legt Hand an den Besitz eines anderen. Das zählt natürlich auch für dich. Du solltest dich daher gutstellen mit dem dominus. Er ist manchmal etwas seltsam, aber im Grunde doch gerecht."


    Dass sie Latein konnte, zumindest bruchstückhaft, war an sich schon eine gute Sache. Es würe ihr damit leichter fallen, sich einzugliedern. "Ein bisschen reicht für's Erste. Du wirst ja lernen. Am besten hältst du dich an Cadhla, sie ist Keltin und lernt auch noch die lateinische Sprache. Sie macht gute Fortschritte, ich könnte mir vorstellen, dass ihr zwei euch versteht. Und was die Pflege angeht..." Briex runzelte die Stirn. Er hatte noch keinen Schimmer, wo Siv genau eingesetzt werden sollte. Die Aufsicht über die kleine Sisenna führte momentan Cadhla. Vielleicht würde Siv in den Garten kommen, um sich dort um die exotischen Gewächse zu kümmern? Oder sie wurde dem dominus direkt zugeteilt oder einer seiner Basen. Er würde es entscheiden. In jedem Falle aber sollte Siv zurecht gemacht werden. "Warum du das solltest? Naja, mit verkrusteten Haaren und fleckiger tunica bist du nicht gerade ein Augenschmaus, und das wollen wir doch ändern", sagte er und zwinkerte Siv grinsend zu.

    [Blockierte Grafik: http://img70.imageshack.us/img70/2005/sklave9vv4.jpg| Brix


    "Und hier kannst du schlafen", erklärte Brix und öffnete die Tür zum Schlafbereich der Frauen. Hier standen zweistöckige Betten aus Holz und je ein Stuhl für jeden Zimmerbewohner. Außerdem fand sich an der Fußseite eines jeden Zweistockbettes eine Truhe. Brix steuerte eines der Betten an. "Hier unten schläft Tilla, du kannst oben schlafen. Du hast doch keine Höhenangst, oder?" Ein schallendes Lachen war zu hören, und Brix' volltönende, tiefe Stimme verriet, dass er gern lachte. Natürlich sprach er mit Siv in der Sprache seiner Landsmännin.


    Er klappte die Truhe auf, die in zwei Fächer unterteilt war. Die linke Kammer enthielt bereits einiges, die rechte war indes leer. "Aha, rechts ist also dein Bereich. Viele Römer scheren sich nicht darum, ob ein Sklave etwas von persönlichem Wert hat. Aber von uns hat jeder so eine Kiste, und alles, was du dort reinlegen möchtest, das gehört nur dir und keiner darf es dir nehmen. Diebstahl allerdings wird schwer bestraft", erklärte Brix ernst. "Kannst du eigentlich Latein?" fragte er sie kurz darauf und setzte sich auf einen herumstehenden Stuhl, über dessen Lehne eine getragene tunica hing. Sie fiel herunter, als er sich setzte, und Brix bückte sich, fischte sie vom Boden und warf sie aufs Bett. Nachdenklich musterte er dann die Gestalt der hübschen Germanin. "Du wirst neue Kleidung brauchen", stellte er fest. "Die Herrschaften legen wert darauf, dass wir gepflegt aussehen. Weißt du, für den Fall, dass Besuch kommt."

    [Blockierte Grafik: http://img231.imageshack.us/img231/4549/sklave6mq2.jpg| Matho


    "Natürlich, domina. Hier hast du eine Anzahlung", sagte Matho und winkte Alexandros, welcher ihr einen Lederbeutel überreichte, der fünfzig aurei enthielt. "Wenn du uns dann entschuldigen würdest, edle Dame?" Matho lächelte gewinnend und verbeugte sich gekonnt.


    Nachdem die beiden sich verabschiedet hatten, verließen sie das Anwesen der Decimer und statteten der Bank einen Besuch ab, damit Decima Valeria ihr Geld auch zügig bekam.



    Sim-Off:

    Die Firma dankt. :)