Während Dina sich darum kümmerte, dass die neue Sklavin herbei kam, aß ich in aller Seelenruhe weiter. Caecus fächelte einige vorwitzige Wespen beiseite, die auf den Honig aufmerksam geworden waren, und lächelte Tilla aufmunternd zu. Auch ich bemerkte nun, dass die gewünschte Sklaven zugegen und in einigem Abstand stehen geblieben war. Zum ersten Mal musterte ich sie eingehender. Die Sonne ließ die frische tunica leuchten und ihre helle Haut seidig schimmern. Ihr Haar schien mehr zu glänzen als noch vor ein paar Tagen auf dem Markt.
Eben noch hatte ich im Kauen inne gehalten, doch jetzt setzte ich es fort und widmete mich für einige Sekunden wieder ganz dem Frühstück. Ein weiteres Stück Käse fand seinen Weg in meinen Mund., nachdem ich es kurz zwischen Daumen und Zeigefinger gedreht hatte. Erneut sah ich Tilla an und meinte an ihrem Blick zu erkennen, dass sie dem Käse nicht abgeneigt war. Schmunzelnd und ohne den Blick von ihrer Erscheinung zu nehmen, griff ich erneut nach einem Käsewürfel und hielt ihn ihr entgegen. Die Sklavin erinnerte mich an eine ängstliche Stute, die man locken musste, ehe sie etwas sagte. Dass sie stumm war, hatte ich bereits wieder vergessen - es war als Nichtigkeit schlicht im Strudel der wichtigen Dinge untergegangen. Ohne Worte und mit leicht gebeugtem Arm wartete ich, dass die Sklavin näher trat.