Lag es an meiner Mitteilung oder war es etwas anderes, das Deandra zum Aufsprung veranlasste? Mit stummem Blick verfolgte ich ihre Bewegung, als sie so dastand und verlegen wie beschämt wirkte.
"Er würde es nicht....?" begann ich schon verwirrt, da dämmerte mir, dass sie nicht den verehrten imperator meinte, sondern meinen Vetter. Diese Erkenntnis machte mich melancholisch. Ich seufzte und versuchte, nicht allzu offen zu zeigen, dass mich Sophus' indirektes Einmischen in mein Leben allmählich ziemlich verärgerte. Deandra schien von ihm zu sprechen, wann immer sie konnte, dauernd war die Rede von ihm. Und was tat er? Aus Bedauern für das Herz Deandras schüttelte ich den Kopf.
"Deandra, weißt du...." fing ich an und sah schließlich zu ihr auf.
"Ich glaube nicht, dass er..." noch ernstes Interesse an dir hegt? Dass du ihm wichtiger bist als einer seiner probati? Dass du ihm auch nur den Bruchteil von dem bedeutest, was du ihm bedeuten solltest - was du mir bedeutest? Und immerhin war ich einmal dein Bruder. Alles keine besonders netten Worte, und doch verkörperten sie das, was ich dachte.
"Ich will damit sagen... Wann habt ihr euch zuletzt gesehen? Wann hat er dir einen Brief zukommen lassen? Hat er seit der Adoption überhaupt von sich hören lassen? Hat er mit Vesuvianus gesprochen, will er um dich werben? Wann habt ihr das letzte Wort miteinander gewechselt?" bombardierte ich sie mit Fragen, die allesamt nur einem Zweck dienen sollten: Deandras Selbsterkenntnis.