Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Ich lachte schallend und herzte meinen Onkel dann kurzerhand.
    "Ich freue mich, dich hier zu sehen, mein Lieblingsonkel!" sagte ich um einiges höflicher, konnte dabei allerdings ein breites Grinsen nicht unterdrücken.
    "Ich möchte dir noch einmal persönlich gratulieren zu deiner erfolgreichen Wahl. Wir hatten seitdem nicht die Möglichkeit miteinander zu sprechen."

    Die Blicke des einen Sklaven ignorierte ich einfach. Nicht ignorieren konnte ich allerdings, wie der andere Sklave mich einfach beim Cognomen nannte. Es missfiel mir sehr, denn es war unhöflich und stand dem Sklaven zudem nicht zu.


    "Was fällt dir ein, mich bei meinem cognomen zu nennen, Sklave? Du solltest dich daran erinnern, was du bist!" donnerte ich und funkelte den Kerl an. An Arredinas Stelle hätte ich ihn sofort bestraft. Vielleicht gebührte sich ein solches Verhalten dem Pöbel gegenüber, aber einem Patrizier??


    Einen Moment später wandte ich mich wieder Arrecina zu und zwang mich zur Ruhe.
    "Ich war gerade auf dem Weg von der curia nach Hause, doch dort gibt es nichts, was sich nicht aus später erledigen ließe", antwortete ich höflich und mit einem Lächeln auf den Lippen.
    "Du suchst nach Literatur? Welche Autoren bevorzugst du?"


    Damit war das Eis etwas gebrochen und ich drehte mich in die gleiche Richtung, in der Arrecina stand, um mit ihr zusammen den Markt anzusteuern. Diesen dämlichen Sklaven und den Iuppiterverschnitt ignorierte ich einfach.

    Mit einem Lied auf den Lippen betrat ich gut gelaunt das Factiohaus und war nicht wenig überrascht, meinen werten Herrn Onkel hier anzutreffen. Er redete gerade mit Assindius, dem grobschlächtigen Sklaven meiner Schwester, dem ich nur kurz zunickte, ehe ich mich grinsend an meinen Onkel wandte.


    "Huh? Onkel Cicero? Du hier? Wie kommt denn das? Gibt es etwa was umsonst?"

    "Und wenn du danach losfährst? Ich denke nicht, dass eine kleine Verspätung so schwer wiegen wird als wenn Mantua keinen Abgesandten schickt", sprach ich meine Bedenken aus.
    "Und was den Brief angeht...was hast du denn geschrieben, dass man dir ein solches Schreiben zurücksendet? Es ist ja nicht gerade förderlich für deine nachträgliche Ernennung."

    Dann aber lenkte er das Pferd auf mich zu und das riesige Tier entblößte einen weiteren Reiter, auf einem Pferd, das neben dem großen Schwarzbraunen wirklich winzig wirkte. Es war allerdings nicht das Pferd, auf dem ich meine kläglichen Reitversuche machen sollte, sondern das Tier eines Sklaven. Überrascht sah ich Aquilius an, während dieser sein Pferd verhielt. Mein Blick ging zu dem Sklaven, der Rutger hieß. Ich nickte ihm zu und wandte mich dann an Aquilius und hob den Beutel, in dem meine Sachen verstaut waren.


    "Salve Caius. Ich bin gewappnet", grinste ich und reichte dann dem Sklaven mein Gepäck.
    "Ist das dein Bursche? Ein Prachtkerl. Ich frage mich nur, wie ich jemals da rauf kommen soll..."


    Ein leicht verlegenes Grinsen traf Aquilius, dann trat ich neben das Tier und musste zu seinem Widerrist aufschauen, so groß war das Pferd. Ich hatte nie eine besondere Bindung zu Pferden gehabt, vom Rennsport einmal abgesehen, trotzdem hob ich die Hand und klopfte dem Riesen ein paar Mal auf den Hals. Mit einem Lächeln auf den Lippen drehte ich mich wieder zu Aquilius um.

    "Ich hoffe, ich werde nicht herunterfallen. Bei einer solchen Höhe wird einem der Schädel sicher gehörig brummen... Aber sag, wie geht es dir? Wir haben uns lange nicht gesehen."

    Wie zufällig betrat ich in just jenem Moment die Halle. Ich sah Eugenius und Albinus zusammenstehen und reden. Kurz verhielt ich, um zu hören, ob ich vielleicht störte. Das schien aber nicht der Fall zu sein, also trat ich zu den beiden und lächelte kurz in die Runde.


    "Salvete. Ich störe doch nicht etwa?"



    Sim-Off:

    Ich helfe mal aus ;)

    Bei den Göttern, eine Flavierin! Sowas musste ja passieren, warum ausgerechnet mir? Mein erster Gedanke galt Aquilius, mein zweiter dann einer sehr gewagten Idee. Erst der dritte galt dann wieder der Dame direkt vor mir. ich schmunzelte und musste wohl leicht ausgewechselt wirken. Ihren bissigen Kommentar überging ich einfach.


    "Es freut mich, deine Beaknntschaft zu machen, Flavia Arrecina. Wenn du möchtest, begleite ich dich auch bei deinen Besorgungen", bot ich mit einem ebenso charmanten Lächeln wie dem ihren an.


    Im Grunde konnte ich mir besseres vorstellen, als einem zickigen Weib auf Schritt und Tritt zu folgen und ihr bei sinnlosem Geldausgeben zuzusehen, aber ich hatte nun einmal eine gute Erziehung genossen und zeigte dies auch. Zum ersten Mal musterte ich das Mädchen vor mir als ganze Person. Was ich sah, gefiel mir, aber ich zeigte es kaum und wenn, dann nur in der Andeutung eines bewundernden Lächelns.

    Ich lächelte und nahm Platz.
    "Kühler als Italien, aber durchaus angenehm. Auch, wenn die Blauen uns keine Chance gelassen haben beim Rennen. Naja. Ich komme eigentlich wegen zweierlei Dinge her, Albinus. Zum einen wollte ich mich über den Ist-Stand Manutas informieren, zum anderen bringe ich dir die Einladung des duumvir von Mogontiacum. Es geht um das Stadtfest. Er läd dich herzlich ein, auch zum Bankett. ich möchte, das du hingehst."


    Schließlich legte ich noch den Brief auf den Tresen.
    "Und dann wollte ich noch fragen, was es damit auf sich hat."


    Bist du ein ehrgeiziger Mann?
    Suchst du einen sicheren Arbeitsplatz mit Zukunft?
    Möchtes du ein Amt bekleiden, das dich heausfordert?


    Mantua braucht dich als Scriba!


    Die Voraussetzungen sind gering: Du musst lesen und schreiben, sowie gut mit Menschen zusammenarbeiten können.


    Nota: Der neue Scriba Mantuas wird bei Dienstantritt eine Prämia von 100 Sesterzen erhalten!*


    Interesse ?


    Dann melde dich in der Curia von Mantua im Officium des duumvir Marcus Aurelius Corvinus.


    http://www.imperiumromanum.net…s/sigs/itcman-duumvir.png


    *Bedingung: mindestens 2 Monate Tätigkeit als Scriba oder den Posten bis zum Amt des Magistratus bekleiden.




    Bist du ein ehrgeiziger Mann?
    Suchst du einen sicheren Arbeitsplatz mit Zukunft?
    Möchtes du ein Amt bekleiden, das dich heausfordert?


    Mantua braucht dich als Scriba!


    Die Voraussetzungen sind gering: Du musst lesen und schreiben, sowie gut mit Menschen zusammenarbeiten können.


    Nota: Der neue Scriba Mantuas wird bei Dienstantritt eine Prämia von 100 Sesterzen erhalten!*


    Interesse ?


    Dann melde dich in der Curia von Mantua im Officium des duumvir Marcus Aurelius Corvinus.


    http://www.imperiumromanum.net…s/sigs/itcman-duumvir.png


    *Bedingung: mindestens 2 Monate Tätigkeit als Scriba oder den Posten bis zum Amt des Magistratus bekleiden.



    Ich blickte etwas missmutig drein und fuhr mir dann mit Daumen und Zeigefinger über die Augen. Schließlich hatte der Nichtsnutz von Sklave endlich die Tafeln und Schrftrollen wieder aufgesammelt und trat nun keuchend neben mich. Die Frau war nicht gerade freundlich, aber das wäre ich auch nicht, wenn ich so urplötzlich von einem Mann angerempelt worden wäre, der noch dazu so unfreundlich war. Ich versuchte, einen entschuldigenden Ausdruck auf mein Gesicht zu bringen, und stellte mich ersteinmal vor.


    "Es tut mir wirklich sehr leid. Du hast natürlich recht, das war sehr unbedacht von mir. Ich bin Marcus Aurelius Corvinus, und du? Hm... Darf ich dich vielleicht auf einen Becher Fruchtsaft einladen, als Entschädigung?" setzte ich dann hinterher. Ich hatte zwar kaum Lust darauf, in eine Taverne einzukehren, aber unhöflich sein wollte ich nicht. So blickte ich das junge Mädchen freundlich und gar ein wenig zerknirscht an.

    Mit dem Kopf voller Gedanken und einem nichtsnutzigen Sklaven im Schlepptau zog ich von der curia heimwärts. Der Kerl hatte mehrmals die rund zehn Wachstafeln und sechs Schriftrollen fallen lassen und meine Geduld war nach diversen Streitgesprächen und fruchtlosen Diskussionen im Gremium sowieso schon längst aufgebraucht, als Varro, der Tollpatsch, wieder einmal mit einem lauten Klappern auf sich aufmerksam machte. Ich blieb stehen und furh herum.


    "Sag mal, wird das heute noch was? Wenn du nicht einmal ein paar Tafeln tragen kannst, wozu bist du dann überhaupt zu gebrauchen? Mach so weiter und ich verkauf dich wieder an jemanden, der dch für jedes Klappern mit zehn Peitschenhieben bestraft", knurrte ich und wandte mich um. Mit drei schnellen Schritten war ich um die nächste Ecke. Die Dame hatte ich leider nicht gesehen, und so stießen wir zusammen. Im ersten Moment sah ich sie, meine Geduld aufgebraucht, zornig an, dann wich die Wut aus meinem Gesicht und ich rettete mich in ein entschuldigendes, höfliches Lächeln, dass sogar noch ernsthaftiger wirkte, als ich den Elfenbeinhalbmond an ihrem Knöchel bvemerkte. Eine Patrizierin.


    Gerade wollte ich mich entschuldigen, als erneut ein Klappern hinter mir erklang. Ich schloss genervt die Augen und atmete tief durch, sagte aber diesmal nichts, sondern musterte dann wieder die Dame vor mir.
    "Verzeihung. Das war keine Absicht."


    So ein Blödsinn....keine Absicht. Wer rempelte schon mit Absicht gut aussehende Fräuleins um?

    Mit einem Brief , den ich mir nicht erklären konnte, in der Hand klopfte ich an Albinus' Büro an und trat nach der Aufforderung ein. Da ich ihn aber nich überfahren wollte, grüßte ich zuerst freundlich und sagte:
    "Salve Albinus! Ich bin wieder zurück. Wie gehts, wie stehts? Ist alles noch so, wie ich es in Erinnerung habe?"


    Den Brief in meiner Hand sah er allerdings sicherlich.

    Die Sonne schien hell auf Rom und seine Kinder herab, als ich mich auf den Weg zum verabredeten Treffpunkt machte. Bei mir trug ich einen Beutel mit Proviant, den ich mir lässig über die Schulter geworfen hatte. Sklaven begleiteten mich heute keine. Ich hatte lediglich Camryn gesagt, dass ich auf dem Weg nach Ostia war, eine ganz normale Landpartie eben, und dass sie meinen Eltern und Deandra sagen sollte, wo ich war. Dann hatte ich frisch gesäubert und in eine verhältnismäßig einfache tunica gekleidet das Haus verlassen und mich durch Roms Straßen hierher begeben. Hier wollte ich Aquilius treffen, wie wir es ausgemacht hatten. Ich freute mich schon auf den gemeinsamen Ausflug, bei dem ich sicherlich so einiges zu sehen bekommen würde, was mir innerhalb Roms Mauern verborgen blieb.


    Ich hoffte allerdings, dass Aquilius ein ruhiges Pferd für mich ausgesucht hatte, denn als kaum begabter Reiter ohne jegliche Erfahrung war es sicherlich kein Leichtes, auf ein so großes Tier zu gelangen - und auch noch oben zu bleiben. Leise ein Lied vor mich hin summend blieb ich schließlich stehen und wartete, zufrieden in die Sonne blinzelnd. Eine gewisse Vorfreude hatte mich schon am Morgen gepackt und bisher nicht wieder losgelassen. Ich malte mir Dinge aus, die wir gemeinsam auf der Reise entdecken würden, Gegebenheiten, die geschehen würden. Darüber vergaß ich die Zeit.


    Schließlich kam Aquilius. Er ritt ein großes Pferd. Um genau zu sein...ein sehr großes Pferd. Etwas skeptisch sah ich, wie er langsam näher kam. Eine schlechte Vorahnung beschlich mich. Eine ganz und gar schlechte. Ein Pferd. Zwei Reiter. Nicht gut. Oder doch? Entweder, einer von uns müsste laufen - oder aber, man ritt gemeinsam auf dem Tier. Die Frage war dann nur: Wie würde ich da raufkommen? Und wo sollte ich mich festhalten? Die Antwort auf diese Frage wiederum gefiel mir. Irgendwie, zumindest.

    Sim-Off:

    Entschuldigt, ich war in Germanien


    Ich hatte nicht gestimmt, sondern mich enthalten. Ich hätte es nicht sonderlich gemocht, wenn ich nur aufgrund meiner eigenen Stimme zum magister gewählt worden wäre. Nun aber erhob ich mich und dankte allen für ihr Vertrauen. Dann wandte ich mich wieder zu dem alten magister und sah ihn fragend an.


    "Nun, wird sich sicher nicht nur für die Wahl eines neuen magister zusammengekommen. Ich schlage also vor, dass wir weitergehen in der Tagesordnung."

    Überrascht sah ich meine Schwester an. Sie hatte eine rasche Auffassungsgabe, das musste man ihr schon lassen. Mit aufeinandergepressten Kiefern sah ich sie dann an, immernoch in der Abwehrhaltung mit den Armen vor der Brust verweilend.


    "Ja, ein Mann."


    Ich hob abwehrend die Hände und machte eine beruhigende Geste, ehe sie antworten konnte.
    "Es ist sicherlich nicht das, was du dir vorstellst. Ich..es musste einfach nur raus. Du bist die einzige Person, der ich ohne zögern mein Leben anvertrauen würde. Du kennst mich besser als Vater und Mutter, Deandra. Ich weiß, dass du es nicht gutheißen wirst, doch du kannst ein Geheimnis für dich behalten. Wie damals die Sache mit dem Opferlamm, erinnerst du dich? Nur diesmal ist es ein dunkles Geheimnis. Ich bitte dich, von Bruder zu Schwester: sage es niemandem."


    Eindringlich sah ich Deandra an, meine 'kleine' Schwester, die doch älter war als ich. Ich wollte in ihrem Gesicht lesen, wollte Gewissheit haben und ihr gerade verraten, wer es war, als es klopfte und ein Sklave eintrat, der ausrichtete, man würde Deandra und mich nun zum Abendessen erwarten. Ich schickte den Sklaven wieder fort und sah Deandra mit einem gequälten Lächeln an.


    "Wir reden ein andermal weiter. Ich...verzeih, ich muss noch einmal austreten. Wir sehen uns im triclinium."
    Ich strich ihr flüchtig über die Wange, ließ sie stehen und flüchtete regelrecht aus dem Zimmer.




    Sim-Off:

    Entschuldige, aber ich muss nach Mantua zurück. Albinus will verreisen und jemand sollte in Italien sein. Wir schreiben in der Villa Aurelia weiter, in Ordnung? Bitte schreibe Corvi mit Deandra aus der Casa des Legaten heraus. Danke :)

    Ich leerte meinen Becher und schüttelte dann den Kopf.
    "Nein, duumvir. Von meiner Seite gibt es sonst nichts mehr. Ich hoffe, dass wir uns bald einmal wieder sehen. Auf eine weiterhin gute Städtepartnerschaft."
    Ich erhob mich und gab dem Duccier die Hand. So verabschiedeten wir uns voneinander und ich verließ die curia.



    Sim-Off:

    Danke.