Als Dina mich gefunden hatte, hatte ich gerade im Garten gestanden und das traurige Resultat des ersten richtigen Herbststurmes betrachtet. Er hatte uns unerwartet erwischt, und das Ergebnis präsentierte sich mir nun in Form von abgeknickten Zweigen, wirren Beeten und einem bunten Durcheinander von Blättern. Drei Sklaven waren bereits dabei, wieder Ordnung in das Chaos zu bringen, aber Siv entdeckte ich nicht.
Als ich das atrium betrat, sah ich auch, warum sie nicht im Garten steckte. Seit dem Zwischenfall am Tag der Nachricht von Minervinas Tod hatten wir nicht mehr als ein paar Worte miteinander gewechselt. Celerina war seit gestern in Ostia. Mein Leben war also perfekt, dachte ich ironisch, während ich Publius und Siv ansteuerte. Da ich direkt aus dem hortus kam, trug ich einen warmen Überwurf und hinterließ unbewusst erdig-feuchte Fußspuren auf meinem Weg. Ich warf Siv einen kurzen Blick zu, widmete mich dann aber gleich Imbrex. "Publius! Schön, dass du da bist. Hat dich der Wind hergeweht?" scherzte ich. Wein und einige Happen hatte man ihm bereits kredenzt, wie ich sah. Ich wies mit einer einladenden Geste auf die Sitz- und Liegegelegenheiten. "Nimm doch Platz - oder möchtest du erst ein Bad nehmen?" fragte ich. "Wie war deine Reise? Ich hoffe, es hat nicht so sehr gestürmt wie heute Nacht."