Beiträge von Kaeso Annaeus Modestus

    "Meinen Wunsch, Tiberius Durus? Dein Plenum sollte sich gut berlegen welches Gewicht es meinen Standpunkten zuspricht."


    "Es spielt keine Rolle ob der Princeps schwach oder stark ist, so lange die Führung stark ist. Derzeit leitet auch Vescularius Salinator das Reich mit harter Hand, obwohl Valerianus Princeps ist. Daher ist es auch egal welchen Titel der oder die Machthaber erhalten. Aber wir haben gesehen, was ein einzelner solcher Stellvertreter anrichten kann. Deshalb ein Gremium"


    "Das Problem für eure Variante ist doch, dass es mit Maioranus einen potentiellen Erben gibt. Lasst ihr ihn leben wird er eine Standarte hinter der sich eure Feinde versammeln können und bietet ihnen einen guten Vorwand euch anzugreifen. Die Parole lautet in etwa: Für den wahren Erben. Das heißt ihr müsst euch seiner also entledigen und wenn ihr das tut gebt ihr einem Gegenspieler schon wieder gute Gründe in die Hand euren Anspruch Herrschaftsanspruch anzugreifen. Rache an den Ursupatoren würde es hier heißen. Stellen wir uns dahingegen hinter den rechtmäßigen Erben, so wird es jeder anderen Gruppierung schon bedeutend schwerer Fallen dies anzufechten oder auch nur Unterstützung dafür zu finden. Wir wollen wieder an die Macht wie bei Salinator? Natürlich könnten dann weder der Vinicier noch du selbst Princeps werden. Aber da das wohl kaum eure Motivation ist, sollte das doch kein Problem darstellen, oder etwa nicht, Tiberius Durus? Und vielleicht erweist sich Publius Ulpius Maioranus doch noch als guter Nachfolger für seinen Vater. Dann übergeben wir ihm die Führung, wenn er alt genug ist. Ich meine natürlich lebt er recht zurückgezogen in Miseum, aber wäre dir sein Aufenthalt hier in Rom bei Vescularius Salinator lieber? Damit er vielleicht noch etwas von ihm lernt?
    Und wenn er wirklich ein Schwächling ist, dann wird er eben nicht das Reich führen und wir werden es für ihn tun."

    "Ersteinmal sollte er ein gewisses Verantwortungsgefühl für die Männer entwickeln. Er sollte am eigenen Leib erfahren, was für Folgen eine falsche Entscheidung haben kann. Hier kann er noch selbst sehen, dass wegen seiner Entscheidung Optio Gaius und Miles Titus gefallen sind. Er kann erfahren was es bedeutet, wenn er Männer wissentlich in den Tod schicken muss. Später wird er es nicht mehr lernen. Dann wird nur die Cohors III Thracum, die den Rückzug gedeckt hat, eben von der Liste der Einheiten gestrichen und damit ist die Sache erleidgt. Natürlich ist der Stab sehr wichtig, denn er wird ganze Armeen führen, und er muss ihn auch kennenlernen, aber er sollte nicht das einzige sein, was er vom Exercitus kennt."


    "Was nun die Qualifikation für einen guten Kaiser angeht, so hat Centurio Iulius Licinius recht, wenn er sagt, dass man es von seinem Gefolge ablesen kann. Aber nicht an der größe sondern an der Qualität seines Gefolges. Versammelte er Narren und eitle Gecken als Freunde und Helfer um sich, sagt das schon viel über ihn selbst aus. Aber natürlich lassen sich seine persönlichen Qualitäten auch an den bereits genannten Merkmalen ablesen. Wie geht er mit Rat, Scheitern, oder eigenen Schwächen um? Wie entscheidungsstark ist er? Aber auch solche Dinge wie Charisma und sein Auftretne können eine wichtige Rolle spielen."


    "Aber dabei stellt sich auch die Frage, was man von einem guten Kaiser erwartet wird. Moralisch richtiges Handeln? Oder durchsetzungsfähiges Handeln zum Wohle des Reichs? Kann er ohne unnötiges Zaudern Männer in den sicheren Tod schicken, wenn es notwendig ist? Weiß er dass es als Führer einer Armee und des Reichs nicht immer nur um Ruhm und Ehre gehen kann? Manchmal ist auch ein weniger ehrenvolles Vorgehen notwendig und dazu sollte er auch in der Lage sein. Quintus Fabius Maxmimus oder Gaius Pompeius Magnus sind hier gute Beispiele. Als Hannibal in Italia einfiel wurde der Dictator Fabius Maximus als ehrlos, feige und zaudernd beschrieben, weil er Hannibal, nach dessen Siegen, keine offene Feldschlacht mehr bieten wollte. Bald darauf wählten die Consuln Terentius Varro und Aemilius Paullus den >ehrenvolleren< Weg und es folgte die katastrophale Schlacht bei Cannae. Bei Pharsalos lies sich Pompeius in zu einer Schlacht überreden, weil es ehrenhafter gewesen sei, obwohl er gedachte die Armee Iulius Caesars auszuhungern. Den Ausgang kennen wir alle."

    Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates


    ...es kommt mir so vor, als WÜRDE man hier zu Gericht sitzen...


    "Das sieht nur so aus. Solltest du, Aedil, einmal bei Gericht tätig gewesen sein, wirst du die Unterschiede erkennen."


    erwiederte Modestus mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen. Damit war die Sache für ihn abgehakt. Und ein wenig Spott hatte der Claudier bei seinem komischen Verhalten auch verdient. Erst war er unzufrieden, weil er Purgitius Macer als Fürsprecher des Terentius Cyprianus sah, und jetzt forderte er faire Bedinungen für Terentius Cyprianus, weil kein Vertreter für ihn anwesend war. Welchen anderen Vertreter als seinen Patron, den Consul Spurius Purgitius Macer, würde der Praefectus Aegypti den wählen? Wirklich merkwürdig, was der Claudier da vorbrachte.
    Dann wandte er sich wieder Purgitius Macer und dem Praefectus Urbi zu. Viel interessanter war dabei das Verhalten des Vesculariers gegenüber dem Iulier. Es bestätigte nur seine Meinung über den Iulier. Denn der Vescularier hatte ja schon einen Mann dafür in die Verbannung geschickt, weil dieser sich eingemischte, als Salinator gerade dessen Frau angebaggert hatte. So zumindest hatte er es zumindest gehört und Modestus glaubte jedes Wort.

    "Ich finde eher, dass man ihm gleich von Anfang an eine Cohorte unter- und einen erfahrenen Centurio an die Seite stellen. Und dann sollte er sich auf diese Einheit konzentrieren und sich um alle Belange kümmern. Also vorallem das Alltagsgeschäft. Also nicht nur an besonderen Manövern oder Übungsmärschen teilnehmen, sondern auch das Training und die Ausbildung seiner Männer organsieren. Disziplinarangelgenheiten regeln, die Nachtwache vorbereiten, wenn seine Einheit an der Reihe ist, oder Männer für Beförderungen vorschlagen. Er sollte so schon Verantwortung über eine Einheit übernehmen, um ein Gefühl dafür zu bekommen was es ausmacht Männer anzuführen. Und nicht nur im Feld, sondern auch im Lager. Natürlich sollte er auch den Stab und die Administration der ganzen Legion kennenlernen. Es ist selbstverständlich schwierig, wenn man so ins kalte Wasser geworfen wird, aber deswegen sollte ihm auch ein fähige Centurio zur Seite gestellt werrden. Wie schon mein Vorredner sagte ist die Administration und der Stab ebenfalls wichtig und er sollte ihn kennenlernen. Aber ich glaube, dass er so oder so einiges über die internen Abläufe einer Legion lernen wird, wenn er einige Zeit bei ihr verbringt, was jedoch nicht heißen will, dass er nicht dennoch eine gewisse Zeit beim Stab und dem Praefectus Castrorum verbringen sollte. Aber als Legatus Legionis wird er noch genügend Zeit haben die besonderen Feinheiten einer Legion kennenzulernen.


    Außerdem mag eine Einheit wie die Legio Prima für seine ersten Kontakt zum Militär sicherlich vorteilhaft sein. Die Verantwortung hällt sich in Grenzen, denn in Italia gibt es sicher keine hinterhältigen Aufständigen, oder plündernde Barbaren, aber ich glaube nach einer gewissen Zeit sollte er auf jeden Fall nach Germania oder Illyricum wechseln. Manöver sind eben kein Vergleich zu richtigen Kampfhandlungen. Das eine oder andere Scharmützel wird ihm viel wertvollere Erfahrungen bringen als jedes Manöver."

    "Deine Worte, Herius Claudius Menecrates, lassen den Bezug zu dieser Sache doch vermissen. Dies hier ist keine Gerichtsverhandlung. Wir sind heute nicht hier um von einem unabhängigen Richter einen Urteilsspruch über den ehemaligen Quaestor fällen zu lassen. Und wenn du dies in der von dir aufgeführten Form wünschen solltest, dann steht es dir wie jedem Bürger frei vor dem Praetor Urbanus Klage gegen die Lucius Iulius Centho zu führen. Aber heute sind wir hier um die wir hier um den Bericht über seine Arbeit zu hören und wenn der Praefectus Aegypti eine Eingabe dazu beim Consul über sein Verhalten gemacht hat, gehört das definitiv dazu!"


    erhob sich nun Modestus das Wort, denn die Forderung nach einem gerechten Prozess war doch etwas merkwürdig. Schließlich war dies ganz klar keine Gerichtsverhandlung. Aber sollte der Claudier einen Prozess gegen den Iulier anstregen, wäre ihm das garnichtmal unrecht.

    "Ein recht einseitiges Gespräch."


    stellte Modestus trocken fest. Der bisherige Gesprächsverlauf gefiel ihm nicht besonders, hatte er doch mit mehr Initiative von Durus gerechnet, aber das spielte auch keine Rolle mehr.


    "Ganz einfach, Tiberius Durus. Ich will nicht einen Tyrann durch einen anderen ersetzen. Egal ob er sich nun Vinicius, Tiberius oder gar Flavius nennt. Ich will das Publius Ulpius Maioranus das Erbe seines Vaters antritt. Und ich will, dass er sämtliche Amtsgeschäfte seinem Consilium Principis überlässt."


    sagte Modestus nun kühl und ernst. Er hatte jedwede gastgeberliche Freundlichkeit oder poltische Manier, die er sonst nutzte, abgelegt.

    Zufrieden sah Modestus zu seinem Patron herüber. Ja, in der Tat er hatte sich zu unrecht Sorgen gemacht. Macer hatte einen weitaus diplomatischeren Ansatz gewählt, was auch nicht verkehrt war. Nun konnte Modestus zufrieden in die Provinzen gehen. Sicher, dass sein Patron im Zweifelsfall zu ihm stehen würde.
    Aber das dem Iulier eine Rüge des Senats unwichtig war, verwunderte ihn. Nun man würde ja sehen, ob das bei seiner nächsten Kandidatur ändern würde

    "Natürlich warten im Osten große Fußsstapfen auf Maioranus. Aber man muss dabei auch den Gesundheitszustand von Valerianus beachten. Vielleicht rufen die Götter ihn früher als später zu sich. Und in der kurzen Zeit die ihm vielleicht nur bleibt, könnte es ihm in anderen Gebieten schwerer fallen gleichviel Unterstützung zu finden. Stimmst du mir aber dahingehend zu, dass er seine Erfahrungen in einer Provinz mit mehreren Einheiten wie Illyricum oder Germania Erfahrung sammeln sollte um einen Kontakt zu möglichst vielen Einheiten treffen zu können?"


    "Was die Feldzüge angeht, so stimme ich dir zu, dass der Feldherr, der den Princeps ersetzten soll, sorgfältig ausgewählt werden muss. Wobei ich eine Teilnahme des Princeps an den Feldzügen natürlich nicht generell ausschließen würde. Nur kommt es auf die Situation an. Du erwähntest Bedriacum. In einer solchen Schlacht, in der eine Niederlage den Untergang für den Princeps bedeuten könnte, sollte er auf jeden Fall Anwesend sein. Auch wenn die Führung der Truppen in fähigere Hände gelegt werden wird. Aber dabei sollte die Bedeutung der Feldzüge abgewogen werden. Wie du schon sagst, er sollte nicht an jeder unbedeutenden Strafaktion teilnehmen."

    "In welcher Beziehung setzt du diese Stellung zum Militär? Für den bedauernswerten Fall, dass er schon in kurzer Zeit seinem Vater als Prineps nachgefolgt ist? Oder eher im Hinblick auf seine eigene Vorbereitung und weitere Ausbildung bis es so weit ist?"


    "In letzterem Fall sehe ich sehe ich es als wichtig an, dass er sich zuerst um seine Bildung kümmert und Rom und den Verwaltungsapparat des Kaisers kennenlernt. Ich denke, dass das sehr wichtig für ihn ist, um später eine reibungslose Übernahme der kaiserlichen Amtsgeschäfte zu gewähren. Wenn er so vorbereitet ist, sollte sich dem Militär zuwenden. Als Tibunus Laticlavus einer Legion erste Erfahrungen sammeln und später eine eigene Legion und danach Provinz übernehmen. Das halte ich aus mehreren Gründen für wichtig. So oder so wird er als Princeps selbst mit militärischen Entscheidungen konfrontiert werden, ob er will oder nicht. Dabei wird sich persönliche Erfahrung immer als vorteilhaft erweisen, auch wenn kluge Ratgeber natürlich einiges ausgleichen können. Auch kann er so schon eine eigene Bindung zum Militär knüpfen. Das wird später bei seiner Machtübernahme eine wichtige Rolle für ihn spielen, denn so hat er schon eine eigene Machtbasis, falls jemand seinen Anspruch auf die Nachfolge seines Vaters in Frage stellt. Sind die Legionen schon an sein Kommando gewöhnt und haben es gelernt ihm zu vertrauen und ihn zu schätzen, dann verfügt er schon über eine Armee die treu zu ihm steht.
    Dem Verhältnis seines Vaters Valerianus zum Militär würde ich dabei eine großes Rolle zumessen. Wie schon Caligula gezeigt hat, kann das gute Verhältnis des Vaters auch dem Sohn helfen. Deswegen würde ich es auch befürworten, dass Maioranus seine militärischen Erfaharungen im Osten macht. Die Legionen dort haben auch schon unter seinem Vater gedient und werden sich daher leichter für ihn erwärmen."


    "Nachdem er die Amtsgeschäfte übernommen hat und seine Macht gesichert ist, würde ich es für angeraten halten, dass er sich dann eher zurückhält im militärischen Bereich. Er sollte sich auf die allgemeine Administration des Reichs konzentrieren anstatt sich auf Feldzüge zu begeben. Feldzüge sollte er eher in die Hände von fähigen Feldherren legen, die er am besten schon aus seiner eigenen Zeit beim Heer kennt und von ihren Fähigkeiten weiß. Natürlich ist die persönliche Anwesenheit des Princeps bei einem Feldzug ein nicht zu unterschätzender moralischer Vorteil, aber ich denke, dass sich der Princeps dennoch eher auf die Administration konzentrieren sollte."


    Theogenes
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    "Natürlich, junge Herrin. Dein Vater ist allerings noch im Senat."


    sagte Theogenes und lächelte freundlich. Sie war wirklich groß geworden.


    "Aber tritt ruhig ein. Ich werde mich um das Gepäck kümmern."


    erklärte Theogenes und trat zur Seite, damit Diademata eintreten konnte. Er würde gleich Markolf und Dumnorix hollen. Die Beiden würden keine Probleme mit den Truhen haben.



    IANITOR - GENS ANNAEA

    "Ich werde als Legatus Augusti pro Praetore nach Germania gehen und die Provinz für den Princeps verwalten. Von daher kann ich dir den Posten des Procurator Civitatium anbieten. Es wäre deine Aufgabe die germanischen Städte zu überwachen und du wärst mir direkt unterstellt. Solltest du dich als fähig erweisen, gäbe es auch Aufstiegsmöglichkeiten dort. Du könntest später Procurator Augusti oder Procurator Rationis Privatae werden. Das kommt natürlich ganz darauf an."


    erklärte Modestus nun, nachdem er lange schweigend abgewartet hatte, da Macer den Quintilier offensichtlich nicht beeinflussen wollte.

    Modestus hörte dem Iulier zwar zu, aber die meiste Zeit sah er zu seinem Patron, dem Consul Spurius Purgitius Macer herüber. Wollte er es wirklich zulassen, dass der Iulier so über einen seiner Klienten herzog? Denn ein objektiver Bericht des Iuliers war es definitiv nicht. Allein schon, dass er Terentius Cyprianus, immerhin der Praefectus Urbi, als zetternd beschrieb, war eine Unverschämtheit! Und wer war dieser schmierige kleine Iulier um die Pietät von Terentius Cyprianus in Frage zu stellen?! Er war doch selbst nur ein paar Tage vor seiner Abreise nach Aegyptus in das Collegium der Auguren berufen worden und spielte sich nun als Rex Sacrorum auf. In einen Sack stecken und in den Tiber werfen sollte man ihn! Vielleicht lies sich da arrangieren...
    Als ob Terentius Cyprianus sich nicht an die Riten hielt. Niemand war so dumm. Während der Iulier so seine Rede hielt, kochte die Wut langsam in Modestus hoch. Er sah nun zu Purgitius Macer. Appius Terentius Cyprianus konnte sich hier im Senat aufgrund seines Postens nicht selbst verteidigen und Macer hatte Modestus ein direktes vorgehen nicht gestattet. Hoffentlich würde Purgitius Macer das so nicht einfach hinnehmen. Wenn doch würde sich Modestus langsam darüber Gedanken machen müssen, ob er noch den richtigen Patron hatte. Denn schließlich könnte es auch einmal er selbst sein, der so im Senat verleumdet wurde. Und wollte er dann einen Patron haben, der diese Beleidigung so hinnahm? Ja, wirklich gespannt sah er zu Macer. Nur einen Moment sah er zu Gaius Flaminius Cilo, der ihm zunickte.


    Theogenes
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    "Salve, wie kann ich dir weiterhelfen?"


    fragte Theogenes wie immer, nachdem er die Tür einen Spalt breit geöffnet hatte. Doch danach kam er ins Stocken und sein freundliches Gesicht nahm einen fragenden Zug an.


    "Junge Herrin? Bist du es?"


    fragte der alte Ianitor, der schon viele Jahre in den Diensten des Annaeus Modestus stand, und öffnete die Tür nun ganz. Er erinnerte sich natürlich an die Kinder seines Herrn, auch wenn er sie nur ab und zu gesehen hatte, da sie bei der Familie ihrer Mutter in Hispania aufgewachsen waren.




    IANITOR - GENS ANNAEA

    "Ja, ich war Tribunus lativlacus der Legio I."


    bestätigte Modestus nickend und sah dann noch einmal zu dem Quintilier herüber. Der Name kam ihm bekannt vor. Ob das wohl der Quintilier mit dem freigelsassenen Sohn war? Als Purgitius Macer dann eintrat begrüßte Modestus auch diesen.


    "Salve, wir haben uns schon einander vorgestellt."

    "Nun ich vertaue nun dir und deinen Freunden, Tiberius Durus. Zu Beginn war ich mir dahingehend nicht sicher, doch ich konnte mich selbst versischern, dass Vescularius Salinator nichts weiß. Ansonsten hätte er mir nicht den Posten gegeben. Falls du die Befürchtung hast, dass ich bald Legatus Augusti werde eben weil ich euere Namen und Vorhaben verraten habe, kann ich dich beruhigen. Wäre das der Fall würdest du dich wohl mit einem eher unfreundlichen Mann in Schwarz unterhalten. Und ich würde bald einen prestigeträchtigeren Posten bekleiden, der weniger Macht mit sich bringt. Vielleicht das Consulat oder Legatus Augusti mit diplomatischer Aufgabe."


    erklärte Modestus, denn Vescularius Salinator mochte ein gemeiner Bastard sein, aber dumm war er nicht. Weder würde er so einer Verschwörung noch Zeit zum wachsen geben, noch würde er einen möglichen Verräter in ein machtvolles Amt heben.


    "Du erinnerst dich noch daran was ich dir nach dem Prozess gegen Livianus gesagt habe? Ich verfolge schon lange meine eigenen Pläne, um den Vescularier zu beseitigen. Leider ist ein Großteil der Macht derzeit bei ihm konzentriert. Daher war es nötig ihm diverse Gefallen zu tun, um ihn von meiner angeblichen Loyalität zu überzeugen. Der Prozess gegen Livianus war übrigens der krönende Abschluss. Deswegen hat er mich zum Legatus Augusti pro Praetore gemacht und mir 50.000 Mann unterstellt. Jetzt habe ich eine gute Portion seiner Macht abgeschöpft und kann sie aktiv einsetzen. Ich hatte eigentlich andere Pläne, da ich davon ausgegangen bin, dass der Princeps bald seiner Krankheit erliegen würde. Daher war es auch mein Ziel mit den Legionen des Nordens im Rücken das Erbe von Publius Ulpius Maioranus sicherzustellen und Vescularius Salinator so bald wie möglich zu beseitigen. Allerdings habe ich mich was die Gesundheit des Princeps angeht wohl doch getäuscht. Daher will ich nun mit dir zusasmmenarbeiten. Vescularius Salinator könnte so noch jahrelang herrschen und das darf nicht sein. Aber ich habe meine Bedienungen."