Beiträge von Titus Decimus Verus

    Verus schaute Calvena immer noch fürsorgend an. Er machte sich wirklich Sorgen um sie.


    "Es geht nicht, ich sehe deinen Schmerz," sprach Verus und packte sie ernst aber dennoch sanft. "Dennoch respektiere ich dich und ich akzeptiere ebenso, dass du dich deinen Gefühlen noch nicht stellen willst, dennoch musst du dies irgendwann und dann werde ich für dich da sein. Ich bin auch jetzt für dich da, wisse das."


    Verus nickte entschlossen.

    Verus fiel der Unterkiefer nach unten. Drehten sich seine Gedanken etwa in die falsche Richtung? Sie hatte vollkommen recht.


    Er atmete schwer. Verus musste die Worte erstmal verdauen und verarbeiten.


    "W... Was," fragte er perplex, mehr ein Reflex seines Gehirnes. Er schaute Calvena an. Sein Blick wurde ernster. Er dachte nach.


    "Du hast recht. Ich muss endlich das tun, was ich für richtig halte und mich nicht nach vorgebenen Leitbildern richten. Ich diene Rom, weil ich Rom dienen will, weil es auch mein Traum ist."


    Verus holte tief Luft.


    "Ich werde den Kerker einreißen, ich kann das. Schließlich stehen Menschen hinter mir, auch wenn es nur ein paar sind."


    Ihm fiel es, wie Schuppen von Augen. Doch was war mit Calvena, sie litt ebenso, wie er? Er näherte sich ihr. Verus umarmte sie sanft. "Danke, aber was ist mit dir? - Ich habe Angst, dich zu sehr mit meinen Problemen zu belasten. Kann ich dir helfen? - Du hast schließlich auch mir geholfen!"


    Verus sah ihren Schmerz, ihre Augen sprachen für sie.

    Verus wischte sich den feuchten Sand aus den Augen, der sich während des Gespräches dort ansammelte. Er schaute Calvena erneut an.


    "Ich sollte für meine Tochter leben, ich sollte für die leben, die mich lieben."


    Verus raffte sich auf und wanderte wieder nervös durch das Zimmer.


    "Doch es gab Momente, doch die konnten mich nie wirklich ausfüllen," antwortete er. "Du musst wissen, ich war nie der Mann, der ich sein wollte. Ich wollte immer ein guter Römer sein. Ein Mann für Rom. Ein Träumer, der den Traum von Rom träumt. - Doch ich bin der Realität gescheitert, die mich gnadenlos niederwarf. Ich würde vieles anders machen. Ich will nicht der sein, der ich bin. Mein Leben ist manchmal, wie ein Kerker ohne Licht und mir fällt die Kerze ihn zu erleuchten."


    Verus ging auf Calvena zu.

    Verus schwieg, was sollte er noch sagen? Er dachte nach. Hatte er wirklich in seinem Leben so viel falsch gemacht? Es gab immer Rom und das stand für ihn im Vordergrund, Rom ordnete er alles unter. Was das wirklich sein Fehler?


    Er trat im Zimmer auf und ab. Verus strich sich mit seinen warmen Händen durch die Haare. In diesem Moment wirkte er ziemlich hilflos, alles andere als ein Soldat Roms. In seinem Selbsthass war er allein, er war einsam.


    "Ehre und Pflicht," murmelte er dahin. "Das ist alles, was mir geblieben ist."


    Er setzte sich auf sein Bett und versenkte sein Gesicht in seinen Händen. Verus wirkte gebrochen. All' die Erinnerungen an seine Kindheit, seine Kämpfe und sein Versagen drängten sich unweigerlich auf. Dieser Schmerz verbrannte seine Seele. Hatte er überhaupt noch eine Seele?


    "Ich bin Rom nicht gerecht geworden. Ich bin meiner Familie nicht gerecht geworden. Ich bin ein Fehler."


    Ihre Worte bohrten sich in seine Seele, wie heißer Stahl. Verus war kein Mann mehr, er war ein Wrack. Der Mann war auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben und mit dem Schiff, das Verus in die Schlacht führte, untergegangen.


    "Ja, wir brauchen Zeit...," stellte er entkräftet fest.


    Er schaute auf und blickte Calvena traurig an. "Ich bin dieses ständigen Kampfes leid..."

    Verus schaute sie nachdenklich an. Sie hatte soeben seinen verletzlichen Punkt getroffen. Er stellte den Becher ab und rieb sich verlegen die Hände.


    "Wenn das so einfach wäre, Calvena."


    Er ging einige Schritte durch den Raum, dabei strich er sich durch den Bart.


    "Als Centurio kann ich mir nicht einfach frei nehmen. Gut, das kann ich schon aber ich bin auch meinen Männern verpflichtet. Ich muss für sie da sein. Zumal ich mich selbst nicht genug kenne, um mit mir auskommen zu können," antwortete er.

    Als sie einen kleinen Bach erreichten, ließ Verus von seinem fürchterlichen Gesang ab. "HALT!"


    Verus näherte sich dem braunen Brackwasser des Baches, augenscheinlich entsorgte der örtliche Landwirt seine Abfälle darin. Verus sprang in die Soße und schaute sich nach seinen Männern um. "Worauf wartet ihr, dass Jupiter euch einen Geistesblitz schickt?"


    Er kämpfte sich einige Meter durch das Wasser und kletterte auf der andere Seite heraus. Verus klopfte sich einige Klumpen Schlamm ab. "Das war doch garnicht so schlimm..."

    Verus schaute sie verlegen an. "Da magst du recht haben."


    Er trank einen großen Schluck und behielt diesen kurz im Mund, bevor er ihn schluckte. "Vielleicht sollte ich mich nur besser kennen lernen... vielleicht kann ich dann, meinen Blickwinkel bestimmen."


    Verus hob seinen Kopf. "Mir fehlt es derzeit an einem Frieden mit mir selbst. Ich bin so rastlos..."

    Verus schenkte sich lieber einen Schluck Wein ein. Ihm war momentan nicht nach essen. Er überließ ihr das Feld, sie sollte ja schließlich satt werden.


    Er trank vorsichtig und schaute ihr währendessen beim Essen zu.


    "Da hast du recht," bestätigte er. Natürlich hatte Verus andere Schlachten geschlagen und diese waren weitaus grausamer, wahrscheinlich, so grausam, wie der Kampf um das Überleben. "Ich glaube aber, dass ich mich selbst aus den Augen verloren habe. Ich denke damit bin ich nicht der Einzigste."


    Er nickte traurig.


    "Du musst wissen, viele Menschen sind sich selbst der größte Feind."

    Einige Sklaven brachten vielseitige Köstlichkeiten in den Raum. Auf den Tonplatten fanden sich kleine Stückchen Hähnchen, Wachteleier und sogar Anti-Pasti, wie Oliven und andere ölige Vorspeisen, dazu gab es frisches und warmes Brot.


    Die Sklaven stellten es auf dem Tisch in der Nähe der Beiden ab.


    Verus kam in diesem Moment garnicht dazu, etwas über sich preiszugeben. Erst einige Momente später, könnte er wieder Worte finden.


    "Ja, richtig. Ich bin Soldat und Centurio der römischen Flotte. Ein Beruf, sofern man ihn so bezeichnen kann, der mich nicht sonderlich ausfüllt, nachdem ich einige Schlachten bestritten habe."


    Er deutete auf die Platten. "Bedien' dich, Calvena."


    Sim-Off:

    Wi-Sim ;)

    War es wirklich so einfach zu leben? Verus dachte im Hinterkopf über sein Leben nach: Über seine Fehler und seine Taten. Leben war alles andere als einfach, doch er war nun mal auf der Welt, sollte er es ändern? Er war ein römischer Bürger, Centurio und ein Decimus, er hätte es schlechter treffen können oder war es gerade das, was ihn störte? Er war an seine Zwänge gebunden, er war nicht mehr der Mann, der er sein wollte. Sein Leben war trostlos und einsam, er konnte niemanden mehr das geben, da es ihm selbst fehlte. Verus schaute Calvena mit einem schwerem Blick an. Was suchte er in Wirklichkeit? - Wahrscheinlich sich selbst.


    Sie wollte Huhn? "Hähnchen?"


    Er stand auf. "Warte, ich werde die Sklaven anweisen dir etwas zu kochen."


    Verus ging müden Schrittes aus dem Zimmer und kam nach einigen Augenblicken wieder herein. Er setzte sich wieder. "Die Sklaven kochen uns etwas Feines..."

    Sie wollte Verus näher kennen lernen? Verus wich erschreckt zurück. Das erste mal in seinem Leben, interessierte sich jemand wirklich für ihn, neben seiner Familie. Vielleicht war jetzt die Einsamkeit durchbrochen, der er unterworfen war. Verus rollte eine Träne über die Wange, es war zu schön, um wahr zu sein. Sie lebte und er lebte, denn sie gab ihm dieses Gefühl des Lebens zurück.


    Einen Moment lang träumte er von einer schönen Zukunft ohne Kriege, ohne Streitigkeiten und ohne menschliche Verachtung.


    Er kam wieder zurück. "Du hast Hunger?"


    Verus lächelte sie dezent an und wischte sich die Träne der Einsamkeit aus dem Gesicht. "Dann sollten wir etwas essen! Was möchtest du essen?"


    Er würde ihr jeden Wunsch erfüllen.

    Verus strich sich durch seinen Bart. Er nickte erschwert. "Ich verstehe..."


    Er lächelte nun mehr etwas verlegen, statt verliebt.


    "Was kann ich sonst für dich tun? Ich möchte dich glücklich machen, Calvena!"


    Verus schaute sie mit seinen Hundeaugen an. Er wollte ihr doch nur helfen.

    Verus strich sich nachdenklich durch den Bart. Als er die Antwort gefunden hatte, nickte er.


    "Ich werde dich zu den Germanica begleiten. Ich werde dich ihnen vorstellen."


    Er lächelte dezent. Er war so blind vor Liebe und konnte ihren Schmerz nicht mehr sehen.

    "Du brauchst dich nicht zu bedanken! - Ebenso wenig zu entschuldigen."


    Verus nickte erleichtert. Endlich hatte er einen Weg zur ihrer Seele gefunden.


    "Es wird alles gut. Du kannst alles tun, was du willst. Du lebst und alles steht dir offen. Dein Leben kann wunderbar sein, sofern du nach dem Wunder suchst. Ich werde dir gerne dabei helfen, Calvena."


    Verus' Gesicht wurde von einem engels-gleichen Schein umspielt als er diese Worte sprach.


    "Du bist ein Wunder!" - Brach es aus ihm heraus. Seine Augen strahlten vor Glück. Er hatte sie gerettet, körperlich und seelisch.

    Verus wurde in sein Zimmer gebeten, gespannt betrat er es. Seine Augen fielen ihm förmlich aus dem Schädel als er sie sah. Sie sah aus, wie eine echte Römerin. Sein Herz pochte, er hatte sich gerade erneut in sie verliebt. Verus lächelte breit und herzlich. Sie war so schön...


    "Du siehst bezaubernd aus, Calvena," sprach er mit einem freudigen Unterton. Er näherte sich und umarmte sie spontan. "Du bist... eine Göttin," schmeichelte er ihr.


    Seine Augen wanderten über ihr Gesicht. Die Sklavinnen hatten gute Arbeit geleistet. Das Make-Up fiel kaum auf und dennoch umschmeichelte es sie.

    [Blockierte Grafik: http://img184.imageshack.us/img184/703/sklavearztzp8.jpgLycomedes
    _____________________________________


    Lycomedes nickte freudig als sie fragte, ob das wirklich für sie sei. Er packte seine letzten Sachen ein und warf den Beutel über seine Schulter. Es klimperte leicht bei all den Döschen und Instrumenten darin.


    Er sollte den Raum verlassen? - Ja, bitte, er hatte auch noch andere Patienten zu behandeln. Ihm kam es nun ganz gelegen, zu gehen.


    "Ich werde es Decimus Verus ausrichten," sprach er mit einem dezenten Wink als er den Raum verließ. "Achja, Calvena, wenn etwas mit deiner Wunde ist, lass' mich ausrufen!"


    Lycomedes war aus dem Raum verschwunden. Er hatte das Feld für die Damen geräumt.

    [Blockierte Grafik: http://img184.imageshack.us/img184/703/sklavearztzp8.jpgLycomedes
    _____________________________________


    Lycomedes nickte ablehnend. "Mit deiner Wunde kannst du derzeit nicht baden, meine Liebe."


    Er überlegte kurz und strich sich durch seinen Bart. "Ich kann dir einige Duftöle bringen lassen und ebenso neue Kleidung. Der Herr Decimus hat mir freie Hand in dieser Hinsicht gegeben."


    Er klatschte in die Hände und ein Sklave brachte edle Öle und ebenso edle Stoffe. Sie wurden vor Calvena abgelegt.


    Sim-Off:

    Wi-Sim ;)

    [Blockierte Grafik: http://img184.imageshack.us/img184/703/sklavearztzp8.jpgLycomedes
    _____________________________________


    Lycomedes nickte. Er packte die Döschen und übrigen Kräuter wieder in seinen Beutel. "Wie geht es dir sonst?"


    Er schaute sie dabei mit seinem ernsten aber dennoch freundlich klugen Blick an. Er schaute ihr tief in die Augen, denn dort konnte man ehesten Krankheiten und anderes feststellen. "Calvena, brauchst du sonst noch etwas?"


    Lycomedes stellte diese Fragen, um ein wenig zu ihr vorzudringen, denn er musste auch ihre Psyche analysieren, um ein eventuelles Trauma zu bekämpfen. Opium könnte da helfen, so dachte er.

    [Blockierte Grafik: http://img184.imageshack.us/img184/703/sklavearztzp8.jpgLycomedes
    _____________________________________


    Er nickte und näherte sich vorsichtig seiner Patientin. "Darf ich die Tunika anheben?" - Fragte er höflicherweise und dennoch begann er sofort die Tunika anzuheben. Er sah einen durchgebluteten Verband. "Hmmm..."


    Lycomedes kramte in seinem Beutel und zog eine neuen Verband heraus. Er nahm vorsichtig den alten Verband ab und legte einen neuen darauf. "Das könnte jetzt ein wenig schmerzen..."


    Er nahm ein kleines Döschen mit einer braunen Flüssigkeit hervor. Diese verteilte er Außen auf dem Verband. Die Flüssigkeit zog in den Verband ein und brannte leicht auf ihrer Haut. Ebenso zog er einige Kräuter hervor, die er in seinem kleinen Mörser zerrieb. Das Pulver löste er in dem Wein auf, der bereits dort stand. Lycomedes reichte der Frau den Heiltrunk. "Hier, trink. Das wird dir die Schmerzen nehmen."


    "Achja, ich bin Lycomedes, Arzt." - Stellte er sich nachträglich vor, nachdem der Großteil der Arbeit getan war.