Verus schwieg, was sollte er noch sagen? Er dachte nach. Hatte er wirklich in seinem Leben so viel falsch gemacht? Es gab immer Rom und das stand für ihn im Vordergrund, Rom ordnete er alles unter. Was das wirklich sein Fehler?
Er trat im Zimmer auf und ab. Verus strich sich mit seinen warmen Händen durch die Haare. In diesem Moment wirkte er ziemlich hilflos, alles andere als ein Soldat Roms. In seinem Selbsthass war er allein, er war einsam.
"Ehre und Pflicht," murmelte er dahin. "Das ist alles, was mir geblieben ist."
Er setzte sich auf sein Bett und versenkte sein Gesicht in seinen Händen. Verus wirkte gebrochen. All' die Erinnerungen an seine Kindheit, seine Kämpfe und sein Versagen drängten sich unweigerlich auf. Dieser Schmerz verbrannte seine Seele. Hatte er überhaupt noch eine Seele?
"Ich bin Rom nicht gerecht geworden. Ich bin meiner Familie nicht gerecht geworden. Ich bin ein Fehler."
Ihre Worte bohrten sich in seine Seele, wie heißer Stahl. Verus war kein Mann mehr, er war ein Wrack. Der Mann war auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben und mit dem Schiff, das Verus in die Schlacht führte, untergegangen.
"Ja, wir brauchen Zeit...," stellte er entkräftet fest.
Er schaute auf und blickte Calvena traurig an. "Ich bin dieses ständigen Kampfes leid..."