Beiträge von Marcus Iulius Licinus

    Ein Huster, nun, das konnte im Zweifelsfall der beste Soldat nicht vollständig unterdrücken. Ein Räuspern, darüber konnte in gnädig gestimmter centurio auch noch hinwegsehen, zu dieser Jahreszeit zumindest. Ein Seufzer, das war zu viel. Wie ein Blitz von Iuppiter persönlich schoss die vitis, gefolgt von Licinus Arm zwischen zwei tirones der ersten Reihe hindurch und traf hart auf den Bauch des Ruhestörers. Dieser klappte zusammen
    Licinus Blick war eiskalt und seine Stimme war schneidend wie Stahl, als er jede Silbe betonent sprach:
    "Das war mehr als nur ein Zucken! Zwei Wochen Latrine! Das nächste Mal kommst du nicht so billig davon. Und jetzt hoch mit dir. Sofort!"
    Ohne dass er laut werden musste trug seine Stimme über die Köpfe der tirones hinweg. Sie sollten noch lernen, dass dies viel gefährlicher war, als jedes noch so laute brüllen.
    Mit Mühe stand der tiro wieder auf und kniff das Gesicht zusammen.


    "Den Rest hab ich dafür umso weniger gehört! ob ihr mich verstanden habt, will ich wissen!"


    Esquilina


    Esquilina war nun selbst ein wenig betröppelt, anscheinend hatte sie da an etwas gerührt, was Marei nahe ging. Im ersten Impuls wollte sie das andere Mädchen in den Arm nehmen, aber das wäre doch zu viel gewesen und so blieb es dabei, dass sie kurz mit dem Oberkörper nach vorn wippte und sich dann zurückfallen ließ.


    Im folgenden klang Marei immernoch wie eine von den großen, wenn sie ihr erklärten, dass sie nicht allein raus durfte.
    "Mmmh, vielleicht hast Recht. Aber trotzdem, manchmal würd ich schon gern allein raus."


    "Er hat eigentlich gesagt, dass er gleich wieder da ist. Er muss nur mit irgendjemandem reden, weil das Essen in letzter nicht so gut ist. Vielleicht gibt es dann ja endlich mal wieder Honigkirschen, die gibt's nämlich im Moment nicht."
    Immer eine kleine Katastrophe, nicht wahr, sagte ihr Blick und hoffte auf Zustimmung.
    Schon Augenblicke später war es auch so weit und Licinus kam zurück. Angekündigt wurde er durch diverses Gegrummel. "Dämliche Bürokraten! Betonköpfe!" Er riss sich jedoch zusammen, als er auf die Tür zu kam. Diese öffnete er und...
    stuzte. Mit einem Mädchen hatte er ja gerechnet, aber zwei, so einträchtig auf dem Boden der habitatio? Er konnte und wollte ein Strahlen nicht unterdrücken. Er hatte so gehofft, dass seine beiden Schützlinge sich verstehen würden und es war tatsächlich so gekommen "Hallo ihr beiden!" begrüßte er beide damit, dass er der einen mit der linken und der anderen mit der rechten Hand den Kopf zerwuschelte.



    Ein klein wenig beleidigt war Esquilina nun schon, denn sie mochte es nicht, als unwissend abgestempelt zu werden, und erklärte:
    "Also ich kenne Hunde, Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe und Schweine. Aber Katzen hab ich noch nie gehört."
    Leider war Italia dann doch eben nicht Ägypten und Katzen relativ unbekannt.

    Mindestens einer der tirones war doch tatsächlich auf die Idee gekommen, seine Arme zur Abstandsmessung zu benutzen. Wenn das alle waren, dann konnte man sich die Erklärungen zu aciem dirigite ja glatt sparen. Taten sie aber nicht. Naja.


    "Hier wird nicht gequatscht!", blaffte Licinus über seine Schulter hinweg, in die Richtung, aus der die Worte gekommen waren, aber da er bisher noch kaum etwas von Aretas gehört hatte, erkannte er ihn noch nicht an der Stimme - zumindest nicht so gut, dass er ihn bestrafen würde.


    Nach einer schier endlosen Zeit standen dann alle angehenden Soldaten so, wie Licinus sich das vorstellte. Endlich, aber es war noch nicht vorbei. Leicht genervt - nicht der schönste Teil der Ausbildung, seiner Meinung nach - fuhr er fort.
    "So werdet ihr die meiste Zeit stehen, wenn nichts besonderes ist. Wenn aber ein höherer Offizier kommt, ihr Meldung macht, oder weiß-Mars-warum 'state' befohlen wird, dann heißt es Hacken zusammen, Bauch rein, Brust aus, Hände mit den Innenseiten an die Oberschenkel und sich bloß nicht bewegen.
    Und wenn eure Lieblingslupa sich an euch schmiegt und ihr blinzelt ihr auch nur zu, dann werdet ihr sie die nächsten Wochen nicht mehr brauchen.
    Habe ich mich klar ausgedrückt?!"

    Tatsächlich standen am Schluss alle Soldaten wieder so, wie sie stehen sollten. Zwar war das Tempo immernoch nicht das, was es sein sollte, aber das würden sie in den nächsten Tagen und Wochen noch zur Genüge trainieren.
    Jetzt gab es erstmal noch was anderes zu tun:
    "Also schön. Das war es fürs erste mit den Standardsachen.
    Du, welche Fälle fallen dir ein, wo die regulären Formationen eher ungünstig seind?!"


    Esquilina


    Mit großen Augen verfolgte Esquilina den Schrumpfungsvorgang, den Cimon vollführte. So klein sah er schon gar nicht mehr so unheimlich aus, fand sie.
    Und noch nie hatte sie jemand eine domina genannt. Ein verschmitztes lächeln wanderte auf ihre Lippen und sie drückte sich nicht mehr ganz so stark gegen ihren Beschützer. Aber sie sagte nichts.


    Licinus erwiderte die Gedanken Cimons in sehr ähnlicher Weise. Sein Patron und Legat vertraute dem Nubier, also vertraute Licinus darauf, dass dieser ihn schützen würde und keine zusätzlichen Schatten von Seiten der legio gestellt bekommen musste.
    "Gut, dann weiß ich den Legaten in sicheren Händen." Durchaus eine Aussage, die man als Kompliment sehen konnte, denn auch wenn Licinus an keine direkte Gefahr glaubte, es waren zu viele Menschen hier, um sicher zu sein.


    "Äh, nein. Ich suche nichts konkretes. Ich wollte nur mal sehen, ob etwas im Angebot ist, was interessant wäre. Militärgeschichte, Fachbücher, etc."
    So, jetzt war es Geschehen, der Händler hatte ein Stichwort bekommen. Cimons Lächeln konnte er nicht deuten, was hatte es wohl zu heißen.


    Esquilina


    "Oh!" mehr konnte sie erstmal nicht sagen, denn Mareis Geschichte erschien ihr mindestens so schrecklich wie die eigene, wenn auch ganz anders. Von ganzem Herzen sagte sie mit leiser Stimme: "Du mir auch."
    Mareis Grinsen zu erwiedern gelang ihr nur äußerst halbherzig, vielleicht auch, weil sie die letzten Worte direkt wieder mit Mareis Verkauf verband.
    "Es stinkt? Das is ja eklig." entfuhr es ihr stattdessen. "Also, auf dem Landgut stinkt es auch manchmal, aber man kann immer wohin wo es das nicht tut." Zum Beispiel in ihr Zimmer, das zum Innenhof hin lag und dessen Fenster Battiacus Frau immer dann besonders gut verschloss, wenn der Mist ausgebracht wurde.


    Aufgrund der Unterhaltung über die Gerüchte hielt sich auch Esquilinas Neid auf das Stadtkind zurück, auch wenn es bestimmt spannend war, allein durch die Stadt zu gehen. "Das darf ich gar nicht. Ich darf nicht mal allein weg von den Häusern auf dem Landgut." Okay, ein bisschen Neid war in dieser Beziehung schon da. Alleine über die Felder zu streifen hätte schon seinen Reiz.
    "Gelernt hab ich es auch schon. Aber ich schreibe nicht schön genug, deshalb muss ich es immer wieder machen, bis die Buchstaben schön sind," entgegnete Esquilina, ohne zu maulen, denn sie wollte ja schön schreiben aber so wirklich funktionierte das nicht.
    "Tinte ist doof, damit macht man immer alles ganz dreckig. So wie meine tunica," setzte sie mit einer Stimmlage nach, die irgendwo zwischen ärgerlich und jammervoll lag. Das konnte man jetzt nicht wirklich verstehen, wenn man nicht wusste, dass Esquilina einmal aus Versehen ein Tintenfass über eine ihrer Lieblingstunicae gekippt hat. Die tunica konnte man jetzt bestenfalls noch zu einem Leichenzug anziehen, es hatte ein großes Geschrei gegeben und die kleine dachte nicht gerne daran zurück. Seitdem hasste sie es, wenn sie mit Tinte schreiben. Also fing sie an zu erklären, so gut sie es vermochte, wobei sie sich dann doch zwei oder drei mal verschluckte.
    "Das ist ein Stilus, der.. Also, man kann auch auf Papyrus schreiben. Es funktioniert irgendwie, dass der Stift immer weniger wird, aber gesehen hab ich das noch nie." - ein Achselzucken begleitete diese Worte - "Und es schreibt nicht so schwarz, sondern etwas glänzend."


    Von der Ilias hatte sie schon mal gehört, der alte aedituus hatte ihr davon erzählt, es war immerhin die gründungslegende Roms. Daher nickte sie.
    "Erzählst du mir die Geschichte? Ich war noch nie in Germania, aber glaube, da ist alles voller Bäume. Und es ist immer nur Winter. Und was sind überhaupt Katzen und Kaltern?"
    Die Fragen purzelten ihr nur so aus dem Mund, kaum hatte ihr gegenüber sich auch auf den Boden gesetzt.

    Der ältere Wachsoldat seufzte tief, bevor er aussprach, was hart klang.
    "Nein, nein, das ist völlig unmöglich. Sonst frierst ja nur du."
    Ach, was sollte er nur tun, die jungen Leute waren so schrecklich naiv, wenn sie neu ins Lager kamen.
    "Du kannst schon rein. Auf dem Lagermarkt verkauft sicher einer der Händler Glühwein. Ansonsten..."
    Spontan wusste er keinen Rat, er hatte sich in den ersten Jahren nur auf dem Heuboden der Ställe mit jenen lupae vergnügt, die sich in Lager verirrt hatten. Und auf Sonderausgang, den es ja auch immer wieder gab.

    Hätten sie nur mal auf die Christianer gehört, für die Stolz etwas verdammenswertes war, denn wie ein göttlicher Zornesausbruch kam Licinus schneidende Stimme über sie, kaum dass die versammelte Mannschaft wieder stand:


    "Ihr haltet es wohl für nicht notwendig mir zuzuhören, was?
    Wenn ich von Kameradschaft rede, denn meine ich das verdammt ernst. Todernst um genau zu sein. Denn genau das ist es. Wenn ihr euch im Kampf nicht auf eure Kameraden verlassen könnt, dann seit ihr tot. Das ist ganz etwas anderes, als wenn ihr mit Hurensöhnen von Freunden durch die lupanare gezogen seit und gesoffen habt.
    Oder glaubt ihr wirklich, dass ich so leicht zu beeindrucken bin, nur weil ihr es schafft etwas schneller zu sein, als der Rest?!"

    Die Frage verlangte sicherlich nicht nach einer Antwort. Und somit ging zu den langsameren
    "Aber um eines klarzustellen: Das heißt nicht, dass ihr euch ausruhen könnt, den eure Kameraden haben recht. Ihr. Seid. Zu. Langsam. Das muss sich ändern und ich werde dafür sorgen, dass es das tut. Das gilt für euch alle:
    Merkt euch, dass eine Einheit immer nur so gut ist, wie der schlechteste Mann. Und wenn eure Einheit nicht gut genug ist, dann bekommt ihr es mit mir zu tun!"

    Mit blitzenden Augen blickte Licinus über die Menge hinweg und zwei Falten zogen sich wie Furchen seitlich seiner Nase hinab.
    Gleich darauf war es vorbei und Licinus Gesicht war wieder streng, aber neutral gehalten.
    "Nun, wir werden gleich sehen, ob ihr es jetzt verstanden habt, aber vorher kommen wir zu der anderen Sache: Disziplin. Und die fängt bei der Haltung an, ihr steht da wir ein Haufen Getreidesäcke. Das geht nicht. Im Normalfall steht ihr ab jetzt so dar:"
    Licinus nahm die Grundhaltung ein und erklärte:
    "Füße schulterbreit, Arme bequem aber fest an der Seite des Körpers. Kopf gerade, Blick geradeaus. Eine Amrnlänge Abstand zu Vorder- und Nebenmann.
    Positionen einnehmen."

    Während und nachdem die tirones das taten, ging Licinus durch die Reihen, rüttelte und drückte an jedem einzelnen Mann herum, bis alle richtig standen. Wer sich wehrte musste mit Kläpsen gegen die falschen Körperteile rechnen. Dazu kamen noch Kommentare wie:
    "Ich sagte fest, dein Arm wackelt ja mehr, als ein Hundeschwanz.
    und "Ich sagte Schulterbreit, nicht so als wärst du eines der Weiber von Deidameia." Wobei den tirones das lupanar wohl kaum bekannt war, aber das tat ja nichts zur Sache.

    Licinus entnahm dem Gesichtsausdruck seines patrons, dass es hinter dessen Stirn zu arbeiten begann. Offensichtlich war die Sache nicht ganz so einfach, wie Licinus gehofft hatte. Dieses Gefühl verstärkte sich noch durch die Nachfragen:
    "Ich habe keine finden können, legatus.
    Und die väterliche Gewalt... Es gab bisher keine Notwendigkeit für diese. Zumindest hoffe ich das. Um alles andere kümmerte ich mich."


    Als nächstes durfte er den Erkärungen über die Zuständigkeiten der Beamten lauschen. Alles Neuland für ihn, auch wenn es ihn verwunderte dass einer der obersten Beamten des reiches für dergleichen zuständig war, so zweifelte er nicht im geringsten an den Aussagen des Aureliers. Dann kam die gute Nachricht: kein Problem! Eigentlich. Anscheind war das mit dem Stand doch nciht so einfach.
    "Der praetor also." wiederholte Licinus in soldatischer Manier, um zu zeigen, dass er verstanden hatte.
    "Ja, die Nachbarn können bezeugen, dass die Mutter Römerin war."


    Esquilina


    Esquilina kannte die Geschichte nicht, die Marei angetan wurde - Licinus wäre von den Erinnyen gejagt noch nicht auf den Gedanken verfallen, sie mit dergleichen zu belasten - und legte nun wieder etwas verwunderter als zuvor den Kopf schief. Außerdem glaubte sie nicht, dass ihr Ersatzpapa auf noch jemanden so aufpasste, wie auf sie, weil dann müsste sie ja auch auf dem landgut wohnen. Da Esquilina aber zwar schüchtern, aber eher arglos denn misstrauisch war, beschloss sie, dass Licinus dem anderen Mädchen irgendwann mal geholfen hatte. "Ja, er kümmert sich um mich seit meine Mama tot ist." Einen Moment war Esquilina wieder kalt, wie es immer der Fall war, wenn sie an die eisige Stumnacht zurückdachte, in der sie zu Waise geworden war. Ein kurzes Zittern durchlief sie, dann war die Erinnerung wieder verdrängt.


    Es war also wirklich das Mädchen, dass Licinus als nett angekündigt hatte. Eigentlich hatte er Recht und langsam taute Esquilina auf, was sicherlich auch am Erstaunen und der geweckten Neugierde lag.
    "Boah in Rom? Das ist aber weit. Und groß. Und Marcus sagt immer, dass es ganz laut ist. Ich war noch nie da."
    Heimlich hoffte sie, dass Marei etwas von dieser wundersamen fernen Stadt erzählen würde, aber nachfragen traute sie sich noch nicht.


    "Ab und zu kommt ein Lehrer auf das Landgut, auf dem ich wohne. Ich hab nur das Alphabet geschrieben, um die Buchstaben zu üben. Ich schreib nicht gut auf den Wachstafeln. Bleistift ist besser."
    Eigentlich hatte Marei Recht, befand sie, setzte sich aber wesentlich unkomplizierter einfach im Schneidersitz auf den Boden, die Tafel fiel lose in ihren Schoß.
    "Fabeln sind Tiergeschichten, gell? Ich mag die Göttergeschichten, vor allem die von Ceres und Proserpina. Kennst du die?"

    Irgendwann hatten die tirones die Liegestütze hinter sich gebracht, aber das war in den Augen des übellaunigen Ausbilders natürlich in keinster Weise ein Grund, um ihnen eine Pause zu gewähren. Stattdessen hieß es, kaum das die tirones wieder auf ihren Füßen standen:
    "So, und jetzt noch einmal alles auf einmal!"


    Ad agmen!


    Aequatibus passibus! Pergite!


    Ad sinistram pergite!


    Ad sinistram pergite!


    Consistite!


    Ad Deeestram!


    Retro!


    Peeergite!


    Ad Sinistram pergite!


    Coooonsistite


    Sim-Off:

    Angenommen ihr schaut am Anfang nach vorn und steht in Grundstellung, wohin schaut ihr und wie steht ihr am Ende?
    Bitte im Sim-Off antworten.


    Esquilina


    Es musste für einen Außenstehenden ein wirklich herrliches Bild sein, wie sich die beiden leicht verwirrten Mädchen mit großen Augen anstarrten. Allerdings gelang es Esquilina nicht so leicht, ihre Distanz zu überwinden, wie es bei Marei der Fall war. Aber die Fröhlichkeit färbte ab und sie antwortete:
    "Das ist das Zimmer von Marcus. Ich bin zu besuch, weil er der ist, der auf mich aufpasst."
    Als ihr gegenüber ihren Namen nannte fragte sie zögerlich nach:
    "Ich bin Esquilina. Bist du das andere Mädchen, von dem Marcus mir erzählt hat? " Der Name klang zumindest ähnlich, es konte aber auch Maria, Macata oder Marsa gewesen sein. In ihrer Erinnerung war es schon sehr lange Zeit her.
    Was sie schrieb wollte sie zwar noch nicht offenbaren, aber nichts sagen ging irgendwie auch nicht, also sagte sie:
    "Für den Lehrer."
    Das sollte reichen, oder?

    Es ging zu, wie in einem Taubenschlag, an diesem Tag.
    Die liste wurde immer voller und immernoch kamen tirones an. Leicht gelangweilt antwortete Licinus kurz mit "H'rein!"
    Und kaum war die Tür offen spulte er nicht wenigerr gelangweilt das Programm herunter:
    "Name, Rang, Einheit, Disziplin?"


    Der stilus war schon in Position und wartete nur darauf, in die Tafel zu kratzen.


    Esquilina


    Esquilina saß in einer Ecke des Raumes mit einer tabula, in die sie Buchstaben kratzte. Als Licinus gegangen war, hatte er sie beauftragt ein wenig zu üben.
    Als die Türzapfen leise knarzten erschrak sie sich heftig und zog schlagartig Luft ein, um anschließend zu vergessen auszuatmen. Wer war das?
    Als sie erkannte, dass die Gestalt kleiner war als ein gewöhnlicher Soldat, erhob sie sich leise. Ein Mädchen, stellte sie überrascht fest. Stehend fragte sie dann misstrauisch leise, die tabula gegen ihre Brust gedrückt:
    "Wer bist du?"


    Das Licinus vor einigen Wochen auf dem Landgut Marei erwähnt hatte, kam ihr im Moment nicht in den Sinn, dafür war sie viel zu überrascht.

    Der Soldat sah das kleine Mädchen etwas verwirrt an. Wahrscheinlich ein Botschafte, dachte er und antwortete:
    "Dann geh rein." in der habitatio herrschte ohnehin viel Verkehr, auch wegen der Büros der Unteroffiziere.
    "Das Zimmer des primus pilus ist um die Ecke rechts*" fügte er noch hilfreich hinzu.


    Was er jedoch nicht wusste, war dass der primus pilus gar nicht in seinem Zimmer war.



    Sim-Off:

    * Siehe ganz oben rechts auf dem Bild auf der ersten Seite. Der Raum ganz oben links ohne Ausgang zum Flur im Lageplan der Unterkunft des centurios ist Licinus Privatzimmer. Der Raum den man durchqueren muss, um vom Flur in das Privatzimmer zu kommen ist das Dienstzimmer.

    Zitat

    Original von Marei
    ...



    Esquilina


    Besagter Mann trat aus dem Schatten der tribüne. Die rote tunica und die Rüstung, so sehr sie funkelten, sobald sich der geringste Sonnenstrahl darauf verirrten, so unauffällig waren sie doch, wenn man im Schatten stand.
    Kein Wunder, dass Esquilinas hellblaue tunica da viel auffälliger wirkte.
    Aber zu sprechen kam er nicht mehr, denn da die Mädchen sich bereits vorher kennengelernt hatten war ein Großteil ihrer Schüchternheit verschwunden, was sicherlich auch mit der herzensoffenen Art von Marei zusammenhing.
    Tatsächlich ging sie noch vor Licinus auf sie zu und begrüßte sie ebenso strahlend:
    "Hallo Marei. Dein Kleid ist auch ganz toll. Und deine Haare, das ist echt schön."
    Esquilinas Haare waren dagegen zu einem einfachen Knoten auf dem Hinterkopf zusammengesteckt. Licinus Qualitäten als Barbier waren so ausgeprägt, dass er in dem Job mit Sicherheit verhungert wäre.
    "Hallo Marei!" grüßte auch er und wandte einen gemeinen Trick an, um auch kurz in den Genuss der Aufmerksamkeit der beiden Mädchen zu kommen, bevor diese weiter schnatterten:
    "Auch eine?" fragte er und hatte wie von Zauberhand ein winziges Tongefäßchen mit Honigkirschen in der Hand.
    Esquilina konnte sich nur mit Mühe beherrschen, dem anderen Mädel den Vortritt zu lassen.


    Aber kaum hatte sie auch eine in die Hände bekommen und in den Mund gestopft, fragte sie weiter:
    "Kannst du hierbleiben?"

    Mit dem anderen Aurelier im Schlepptau kam der Wachsoldat vom Tor ins Vorzimmer des legatus:


    "Salve cornicularius!"
    den Namen kannte er mal wieder nicht. Interessierte ihn auch nicht groß, wann kam er schon mal hier rein.
    "Miles Cornelius, IV. der IX., Torwache an der praetoria. Bei mir ist Aurelius Lupus, er möchte zum legatus!"
    Er hoffte, dass der cornicularius ihm den Patrizier nun abnehmen und zurück ans Tor schicken würde.

    "Umgekehrt!" rief Licinus aufseufzend und noch einmal
    "Umgekehrt. Erst die Kohorte, dann der Manipel."


    Mit diesen Worten klappte die vitis fürs erste wieder zurück an Licinus seite und dieser begann zu erklären.
    "Ihr seit also eine dieser centurien, der kleinsten taktischen Untereinheit. Das contubernium hat dagegen keine taktische Bedeutung.
    Die zwei Säulen, auf denen die legio, das Heer und damit das gesamte Reich steht ist der Zusammenhalt und die Disziplin ihrer Soldaten. Merkt euch das ein für alle Mal! Kameradschaft und Disziplin."


    Licinus gab wieder mal einen Moment Bedenkzeit:
    "Dann wollen wir mal sehen, ob ihr verstanden habt, was ich gerade gesagt habe:
    Das ganze zwei Runden um den Platz. Im Laufschritt, ich will sehen, was ihr könnt.
    Agite!"
    ~ Ausführen!


    Licinus selbst begann ebenfalls neben dem Hauptteil der tirones herzutraben, während diese liefen.

    Zitat

    Original von Aretas
    ...


    "Gut, genau so, musst du das machen."
    Die nächste Aussage der jungen Dame bestätigte seinen Verdacht, dass sie den Neuling besuchen wollte. Zumindest der Name klang ähnlich, genau hatte er ihn sich nicht merken können. Allerdings gab es da ein klitzekleines Problem, aber erstmal hieß es:
    "Kann passieren!"


    Gefolgt von einer unerbittlichen Feststellung:
    "Du hast noch Dienst. So lange wirst du hier am Tor bleiben, wenn du weißt, was gut für dich ist."
    Auf Wachvergehen standen auch im Friede Prügel und Pranger.
    "In ungefähr ner Stunde ist der Dienst rum, dann ist mir egal was ihr tut."