Matt nickte ich Onkel Mattiacus zu, als er sich zurückzog, und ich mit Onkel Livianus alleine blieb. Niedergeschmettert von dem eben Gehörten starrte ich auf meine Hände, die ich fest verschränkt hatte, und ebenso krampfhaft klammerte ich mich an die beruhigenden Worte meines Onkels. Wenn er sagte, dass alles gut würde, dann würde auch alles gut werden… hoffentlich. Aber was er mir aus dem Senat berichtet hatte, war unglaublich. Kein Wunder, dass der Princeps Prior Peltrasius, nach dem Auftauchen des Germanicers in der Castra, derart gegen mich eingenommen war.
“Onkel, dieser Germanicer verbreitet Lügen über mich. Blanke Lügen! Ein Mordversuch?! Er behauptet, ich wäre wegen eines Mordversuchs verhaftet worden?! Atroz!! Das ist ungeheuerlich! Ich habe niemanden angegriffen, damals, ich habe auch keine Waffe gezogen, ich weiß nicht wie der überhaupt darauf kommt! Es ist eine bodenlose Gemeinheit sowas dem Senat vorzulügen.“
Ich konnte nur noch den Kopf schütteln. Das war so niederträchtig!
“Bevor ich sub aquila gegangen bin, habe ich nie, wirklich nie, jemanden angegriffen oder verletzt!“ , verteidigte ich mich aufgewühlt, dabei hatte Livianus mich ja gar nicht beschuldigt. Aber was mein Onkel von mir dachte war mir sehr, sehr wichtig. Und mich regte dieser absurde Vorwurf um so mehr auf, als ich damals doch echt noch ein harmloser Junge gewesen war, ein Lämmchen geradezu, erst später in der Legion hatte ich gelernt, meine Hemmung davor, anderen wehzutun, zu überwinden. Ach, ich hatte diese blöde alte Geschichte so satt!
“Ausser mal eine Balgerei, oder so, aber ich habe vor der Legion nie jemanden ernsthaft angegriffen um ihm wirklich zu schaden! Gut, einmal habe ich einem Mann einen Tonkrug an den Kopf geworfen, einen schweren, aber das war ein Messerstecher, ein Handlanger von einem üblen Bandenführer, der mich mit der Sica aufschlitzen wollte!“, präzisierte ich, um hier nur ja nicht die Unwahrheit zu sagen. Und zum wiederholten Male versuchte ich mich zu beruhigen, trotz meiner Empörung. Ich wusste ja genau, dass Onkel Livianus es nicht gerne sah, wenn man so die Beherrschung verlor.
“Glaubst Du mir?“