ZitatOriginal von Duccia Venusia
Da war ich gleich mal mitten ins Fettnäpfchen getreten, aber wer hätte denn ahnen können dass heutzutage auch Germanen so zivilisiert daherkamen? Venusia schien zum Glück nicht zu verärgert zu sein.
“Ja, sehr!“, erwiderte ich mit verlegenen Lächeln auf ihre Bemerkung hin, denn natürlich war ich positiv überrascht, aber zugleich auch ein wenig enttäuscht, das exotische Bild begraben zu müssen, dass ich mir in Abwesenheit von ihr gemacht hatte. “Aber ich kenne ja sonst auch überhaupt keine Germanen persönlich, muss ich zugeben, also keine freien jedenfalls.“
Genug. Ich rieb mir die Nase, und versuchte in harmloseres Fahrwasser zurückzufinden.
“Sie sind prächtig, alle beide“, lobte ich die Kinder. Ehrlich, ich freute mich, das unserer Gens so gesunder, wohlgestalter Nachwuchs beschert war. Trotzdem, wenn ich sah wie sie mit dem Fruchtsaft herumspritzten hielt ich lieber etwas Abstand.
Venusia erzählte lebhaft, und ich gewann den Eindruck, dass sie viel Familiensinn hatte. “Du bist weit herumgekommen“, staunte ich, Alexandria sogar. Meine Schwester Seiana lebt seit einiger Zeit dort, und berichtet vollkommen begeistert von der Stadt und den Menschen. Ich wünschte, ich könnte sie auch einmal besuchen... aber mein Dienst erlaubt es natürlich nicht. – Du reist lieber über Land als über das Meer? Hm… also, ich finde, wenn gutes Wetter ist gibt es nichts Schöneres als eine Seereise.“
Ich folgte Venusias Deuten zu den Musikern mit den Augen. “Auf jeden Fall!“ (Hach, der Kitharaspieler, der war schon eine Augenweide.) Gerade bot einer der herumgehenden Sklaven uns ein Tablett mit den iberischen Happen an, ich nahm mir von dem gerösteten Brot mit Sardellen und Knoblauch und verzehrte es mit großen Bissen.